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Ursachen und Auswirkungen des Home Bias bei der Portfolio-Entscheidung

Title: Ursachen und Auswirkungen des Home Bias bei der Portfolio-Entscheidung

Diploma Thesis , 2007 , 56 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Dürr (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Trotz der Globalisierung des letzten Jahrhunderts und der daraus resultierenden Veflechtung nationaler Volkswirtschaften sowie der damit einhergehenden intensiven Vernetzung der nationalen Kapitalmärkte ist aus empirischen Studien bekannt, dass Anleger in ihren Portfolio-Entscheidungen einen überproportionalen Anteil ihres Vermögens in heimische Werte investieren, obwohl einem international diversifizierten Portfolio ein geringeres Risiko innewohnt als einem vergleichbaren national diversifizierten.

Dieses Phänomen der überproportionalen Gewichtung in einheimische Anlagen wird allgemein als „Home Bias“ bezeichnet, wobei in der Literatur synonym auch von „Home Equity Bias“ bzw. „Domestic Bias“ die Rede ist. Definiert wird der Home Bias als die Abweichung zwischen realisierten und optimalen Anteilen heimischer Wertpapiere im Portfolio eines Landes. Nach dem International Asset Pricing Model (IAPM) bestimmt sich der optimale Anteil an heimischen Werten nach dem Verhältnis der Marktkapitalisierung der jeweiligen Länder.

Demnach müssten deutsche Anleger ca. 4 Prozent in deutsche Werte investieren, weil das den Anteil an der Weltmarktkapitalisierung widerspiegelt. Tatsächlich werden jedoch von deutschen Privatanlegern immer noch mehr als 60 Prozent deutsche Investments in den Aktiendepots gehalten. Ähnliche Portfoliostrukturen wie in Deutschland, mit überragendem Anteil des Heimatmarktes, finden sich auch in den USA, Kanada, Japan und den übrigen Staaten Europas wieder, so dass es sich beim Home Bias nicht um ein typisch deutsches Phänomen handelt. Zudem betrifft es nicht nur private Anleger, sondern auch institutionelle Investoren. Da der Home Bias in Bond-Portfolios weniger ausgeprägt ist als in Aktien-Portfolios, beschränkt sich die Analyse sowohl in der ökonomischen als auch finanzwissenschaftlichen Literatur auf den Home Bias in Aktien-Portfolios.

Ziel der folgenden Arbeit ist es, die verschiedenen Ursachen solcher „Aktien-Home-Bias“ zu analysieren und die ökonomischen Auswirkungen offen zu legen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Überblick

2. Die Portfoliotheorie

2.1 Die klassische Portfoliotheorie nach Markowitz

2.2 Ermittlung des Tangentialportfolios

2.3 Das traditionelle Capital Asset Pricing Model (CAPM)

2.4 Das International Asset Pricing Model (IAPM)

2.5 Vorteilhaftigkeit internationaler Diversifikation

3. Allgemeines zum Home Bias

3.1 Home Bias in Portfoliobeständen

3.2 Quantifizierung des Home Bias

3.3 Einfluss von Humankapital auf den Home Bias

4. Ursachen für den Home Bias

4.1 Rationale Perspektive

4.1.1 Transaktionskosten

4.1.2 Regulative Investitionsbarrieren

4.1.3 Hedging von Inflationsrisiko

4.1.4 Asymmetrische Informationsverteilung

4.1.5 Politische Risiken

4.2 Irrationale Perspektive

4.2.1 Ambiguitätsaversion von Anlegern

4.2.2 Verfügbarkeitsheuristik

4.2.3 Commitment und Normabweichung

4.3 Kritische Würdigung der Ursachen

5. Auswirkungen des Home Bias

5.1 Das Untersuchungsdesign

5.1.1 Währungsrisiken

5.1.2 Risikoadjustierung

5.2 Ergebnisse der Studie

5.3 Darstellung der Länderunterschiede

6. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen des "Home Bias", bei dem Anleger einen überproportionalen Anteil ihres Vermögens in heimische Wertpapiere investieren. Ziel ist es, die rationalen und irrationalen Ursachen dieses Verhaltens zu untersuchen und die ökonomischen Auswirkungen auf die Portfoliorenditen zu quantifizieren.

  • Grundlagen der Portfoliotheorie und internationale Diversifikation
  • Quantifizierung des Home Bias in verschiedenen Industrienationen
  • Analyse rationaler Ursachen (Transaktionskosten, Informationen, politisches Risiko)
  • Untersuchung irrationaler Faktoren (Behavioral Finance, Ambiguitätsaversion)
  • Empirische Untersuchung der Renditeeinbußen und Währungsrisiken

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Transaktionskosten

In dieser Arbeit werden unter dem Begriff Transaktionskosten alle mit einer Aktientransaktion sowie dem späteren Aktienbesitz verbundenen Nebenkosten, wie etwa Gebühren und Kommissionen, Informationsbeschaffungskosten, Kommunikationskosten oder etwaige Quellensteuern auf Dividendenzahlungen, verstanden.

Unmittelbar verständlich wären die weltweit beobachtbaren am Heimatmarkt orientierten Portfoliostrukturen, wenn beim Erwerb ausländischer Aktien deutlich höhere Transaktionskosten anfallen würden, als beim Kauf heimischer Aktien.52

Black entwickelt ein Kapitalmarktgleichgewichtsmodell in dem Investoren eine von dem Land ihrer Herkunft abhängige Steuer auf ihren Besitz an Aktien zahlen müssen. Es wird angenommen, dass heimische Investoren jeweils eine niedrigere Steuer auf heimische Aktien zu zahlen haben als ausländische Investoren. Diese „Steuer“ wird als proportionaler Anteil des Werts der Aktien ausgedrückt und steht dabei stellvertretend für alle in einer Periode anfallenden wertproportionalen Transaktionskosten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Überblick: Einführung in das Thema Home Bias, Definition des Phänomens und Darstellung des Ziels der Diplomarbeit.

2. Die Portfoliotheorie: Erläuterung der Grundlagen der Portfolioselektion nach Markowitz sowie Erweiterung um das CAPM und IAPM zur Begründung der internationalen Diversifikation.

3. Allgemeines zum Home Bias: Darstellung der tatsächlichen Portfoliobestände im Vergleich zum Optimum, Methoden zur Quantifizierung und Berücksichtigung des Humankapitals.

4. Ursachen für den Home Bias: Analyse der Gründe für den Home Bias, unterteilt in rationale ökonomische Erklärungen und irrationale psychologische Verhaltensmuster.

5. Auswirkungen des Home Bias: Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen, insbesondere Renditeeinbußen und Sharpe Ratio, anhand einer Studie zu den G7-Ländern.

6. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Handlungsempfehlungen für Anleger und die Investmentfondsbranche.

Schlüsselwörter

Home Bias, Portfoliotheorie, International Asset Pricing Model, Diversifikation, Marktkapitalisierung, Transaktionskosten, Behavioral Finance, Ambiguitätsaversion, Währungsrisiken, Renditeeinbußen, Sharpe Ratio, Kapitalmarkt, Anlegerverhalten, Humankapital, G7-Länder

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Diplomarbeit befasst sich mit dem sogenannten "Home Bias", der Beobachtung, dass Investoren weltweit bevorzugt in heimische Wertpapiere investieren, obwohl eine internationale Diversifikation das Risiko senken könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Portfoliotheorie, die Ursachenforschung für das Anlegerverhalten (rational vs. irrational) sowie die messbaren ökonomischen Auswirkungen dieser Strategie.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Identifikation der Treiber des Home Bias und die Quantifizierung der damit verbundenen Renditenachteile für den Anleger.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt theoretische Kapitalmarktmodelle wie das IAPM und stützt sich auf empirische Analysen und Studien, insbesondere unter Verwendung von Performance-Kennzahlen wie der Sharpe Ratio.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Im Hauptteil werden rationale Faktoren wie Transaktionskosten und Informationsasymmetrien sowie psychologische Aspekte wie die Ambiguitätsaversion und Verfügbarkeitsheuristik analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Home Bias, Portfoliodiversifikation, Behavioral Finance, Renditeoptimierung und Währungsabsicherung.

Wie groß ist der Einfluss des Humankapitals auf den Home Bias?

Die Arbeit zeigt, dass die Berücksichtigung von Humankapital den Home Bias sogar noch ausgeprägter erscheinen lässt, da das einheimische Kapital mit dem lokalen Arbeitseinkommen korreliert.

Was ist das zentrale Ergebnis der Studie zu den G7-Ländern?

Investoren zahlen eine "Prämie" für das Kontrollgefühl in heimischen Anlagen, die in signifikanten Renditeeinbußen resultiert, wobei die Ausprägung je nach Marktkapitalisierung des Heimatlandes variiert.

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Details

Title
Ursachen und Auswirkungen des Home Bias bei der Portfolio-Entscheidung
College
Technical University of Berlin  (Institut für Betriebswirtschaftslehre )
Grade
1,3
Author
Stephan Dürr (Author)
Publication Year
2007
Pages
56
Catalog Number
V88323
ISBN (eBook)
9783638028134
ISBN (Book)
9783638926690
Language
German
Tags
Ursachen Auswirkungen Home Bias Portfolio-Entscheidung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Dürr (Author), 2007, Ursachen und Auswirkungen des Home Bias bei der Portfolio-Entscheidung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88323
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