1. Einleitung
In dieser Hausarbeit will ich klären, welche Faktoren und Gründe es für Gewalt in der Familie gibt. Ich werde auf exogene und endogene Faktoren eingehen und gesellschaftlich-strukturelle Gegebenheiten erläutern. Es wird sich herausstellen, dass es sehr schwer ist die wahren Gründe genau zu ermitteln, da es schwer ist die Faktoren voneinander zu trennen, da sich diese oft gegenseitig beeinflussen.
Seit den siebziger Jahren befasst sich Öffentlichkeit und die Wissenschaft ernsthaft mit dem Thema der familiären Gewalt, welche es zu allen Zeiten gegeben hat. Der Umgang mit dem Thema hat sich jedoch gewandelt und befindet sich weiterhin in einem Wandlungsprozess. Durch wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Gewalt nur negative Auswirkungen hat (was zu früheren Zeiten nicht galt), erfolgt eine Sensibilisierung diesem Thema gegenüber. Ich werde eine Definition von Gewalt geben und verschiedene Gewaltarten beschreiben. Auch werde ich Gründe und Erklärungsmodelle für die familiäre Gewalt anbieten. Zum Schluss werde ich einen Einblick in bestimmte Präventionsprogramme geben.
2. Definition und Formen von Gewalt
In diesem Abschnitt will ich eine Definition von Gewalt geben, sowie einige verschiedene Formen von Gewalt nennen.
Die Begriffe Macht, Gewalt und Aggression sind häufig nicht deutlich voneinander unterscheidbar, da sie sich oft gegenseitig bedingen. Wenn man Macht dadurch definiert, dass es bedeutet seinen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, dann gelten Aggression und Gewalt als Willensdurchsetzungsmittel. Markefka und Billen-Klingbeil(1989) beziehen sich auf Berkowitz und Gelles/Strauß und unterscheiden Aggression und Gewalt dadurch, dass Aggression ein Verhalten mit der Absicht zur Beschädigung allgemein, und Gewalt ein Verhalten mit der beabsichtigten Verletzung von Personen ist (Markefka/Billen Klingbeil 1989: 345).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition und Formen von Gewalt
3. Gründe und Faktoren
4. Erklärungsmodelle: Gewalt gegen Frauen
5. Gewalt gegen Kinder
6. Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen Frauen in Zweierbeziehungen
7. Prävention von Gewalt
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die vielschichtigen Ursachen und Einflussfaktoren von Gewalt innerhalb familiärer Strukturen. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Entstehungsbedingungen von Gewalt gegen Partner und Kinder zu entwickeln, Erklärungsmodelle zu analysieren und Möglichkeiten sowie Hindernisse präventiver Ansätze aufzuzeigen.
- Analyse endogener und exogener Faktoren für Familiengewalt
- Strukturelle Bedingtheiten durch Modernisierungsdruck und Rollenerwartungen
- Differenzierung theoretischer Erklärungsmodelle (kollektivistisch, individualistisch, kombiniert)
- Formen der Kindesmisshandlung und Sanktionstendenzen in der Erziehung
- Bedeutung der Beratungsstellen und präventiver Maßnahmen in der Praxis
Auszug aus dem Buch
3. Gründe und Faktoren
In diesem Kapitel versuche ich aufzuzeigen, welche Gründe es für die Ausübung von Gewalt in der Familie allgemein gibt, und welche Faktoren das Gewalt- und Aggressionsverhalten beeinflussen können.
Ich möchte mich zunächst auf Nave – Herz beziehen, die als verursachende Bedingungen für Familiengewalt endogene und exogene Faktoren und individuelle Eigenschaften der Familienmitglieder nennt.
Als endogene Faktoren gelten solche, die in der Familie oder bei der Person direkt vorkommen und nicht durch externe Einflüsse entstehen. Zum Beispiel erhöht die selbsterfahrene Gewalt die Wahrscheinlichkeit selbst Gewalt anzuwenden. Das heißt dass Kinder, welche Gewalt als Konfliktlösungsmittel oder Willensdurchsetzungsstrategie beobachtet und erfahren haben, eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzen, Gewalt als Mittel anzuwenden (Nave – Herz 1994: 80/81). Das Verhalten der Kinder, wie zum Beispiel Quengeleien oder Lärm oder störende Angewohnheiten, können bei den Eltern aggressive Reaktionen auslösen. Von der Norm abweichendes Aussehen sowie Missbildungen des Kindes erhöhen ebenfalls die Wahrscheinlichkeit von aggressivem Verhalten auf Seiten der Eltern. Eine Auswirkung von leistungsbezogener Zuneigung kann zu einem geringen Selbstwertgefühl des Kindes führen, wobei dieses die Wahrscheinlichkeit für Gewaltausübung durch das Kind steigert.
Diesen endogenen Faktoren stehen die exogenen gegenüber. Diese sind externe Faktoren wie: Stress am Arbeitsplatz oder Arbeitsplatzverlust, schlechte finanzielle Lage oder Überforderung durch fehlende Rahmenbedingungen (Erwerbstätigkeit der alleinstehenden Mutter, Pflegefälle) (Nave – Herz 1994: 81).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der familiären Gewalt ein und erläutert das Ziel der Arbeit, exogene und endogene Faktoren sowie Erklärungsmodelle zu untersuchen.
2. Definition und Formen von Gewalt: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Macht, Gewalt und Aggression und unterscheidet zwischen struktureller und personaler Gewalt.
3. Gründe und Faktoren: Hier werden verursachende Bedingungen für Gewalt in der Familie, unterteilt in endogene und exogene Faktoren, sowie strukturelle Modernisierungsthesen diskutiert.
4. Erklärungsmodelle: Gewalt gegen Frauen: Dieses Kapitel erläutert kollektivistische, individualistische und kombinierte theoretische Erklärungsansätze für das spezifische Phänomen der Gewalt gegen Frauen.
5. Gewalt gegen Kinder: Hier werden verschiedene Formen der Kindesmisshandlung definiert und die Rolle von Gewalt als vermeintliches Erziehungsmittel in der Gesellschaft beleuchtet.
6. Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Gewalt gegen Frauen in Zweierbeziehungen: Dieses Kapitel vertieft die Problematik des sexuellen Missbrauchs und analysiert die Hintergründe männlicher Gewaltanwendung gegenüber Ehefrauen als Folge von Rollendruck.
7. Prävention von Gewalt: Hier werden gesellschaftspolitische Wege der Prävention sowie situative Hilfsangebote und die Bedeutung von Beratungsstellen für Betroffene diskutiert.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Komplexität der Faktoren zusammen und plädiert für eine weitere Sensibilisierung sowie Optimierung von Präventionsprogrammen.
Schlüsselwörter
Familiengewalt, Kindesmisshandlung, Partnergewalt, Gewaltprävention, Sozialisation, Modernisierungsfalle, Rollenerwartung, endogene Faktoren, exogene Faktoren, Aggression, Macht, strukturelle Gewalt, Beratungsstellen, Familiensoziologie, Konfliktlösungsstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung von Gewalt innerhalb der Familie, wobei der Fokus auf der Identifikation der ursächlichen Gründe und Faktoren liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Felder sind Gewalt gegen Frauen, Kindesmisshandlung, sexuelle Gewalt im familiären Raum sowie Ansätze und Hürden bei der Prävention und Beratung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie komplexe Faktoren wie endogene Belastungen, exogener Stress und gesellschaftliche Erwartungshaltungen das Gewaltpotential in der modernen Familie beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Fachliteratur und Studien zu Familienleitbildern und Familienrealitäten.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil behandelt die Unterscheidung von Gewaltformen, die theoretische Herleitung von Gewaltursachen sowie die Problematik von Gewalt als Erziehungsmittel oder zur Identitätswahrung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Familiengewalt, Rollenerwartung, Prävention, Sozialisation und strukturelle Gewalt.
Welche Rolle spielt die "Modernisierungsfalle" in der Argumentation?
Der Autor führt die Modernisierungsfalle an, um zu verdeutlichen, wie die Divergenz zwischen dem Idealbild der glücklichen Familie und den schwierigen Realitäten der modernen Arbeits- und Lebenswelt zu Frustration und Gewalt führt.
Warum ist die Dunkelziffer bei familiärer Gewalt so hoch?
Laut der Arbeit führen Schamgefühle, die Tabuisierung des Themas und eine weit verbreitete Akzeptanz von Gewalt als Erziehungsmittel dazu, dass viele Vorfälle nicht gemeldet werden.
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- Magister Artium Wojciech Blaszczak (Author), 2006, Welche Faktoren und Gründe führen zu Familiengewalt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88336