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Inwiefern besitzt das Land Einfluss auf Personenkonzepte und Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens?

Title: Inwiefern besitzt das Land Einfluss auf Personenkonzepte und Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 14 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Wojciech Blaszczak (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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In dieser Hausarbeit möchte ich versuchen zu beschreiben, inwiefern das Land Einfluss auf das Personenkonzept und die Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens besitzt. Als Beispiele werde ich die Kobon, Ambonwari und die Duna aus Papua-Neuguinea, die westsamoanische Kultur und die Piro aus Peru anführen.
Aus ethnologischer Perspektive ist die Betrachtung des Landes und die Berücksichtigung der Wahrnehmung des Landes durch die zu erforschende Kultur sehr wichtig. „Ethnographers have realised from their field experiences how perceptions of and values attached to landscape encode values and fix memories to places that become sites of historical identity“ (Stewart/Strathern 2003: 1).
Land und Landscape besitzen häufig auch die wichtige Funktion Geschichte festzuhalten und häufig wird die Geschichte durch Namen der Orte sichtbar gemacht. Festzuhalten ist, dass auch Land sich verändert und ein Prozess ist und keine statische Entität. „It is a process because is shape at any given time reflects change and is part of change (Stewart/Strathern 2003: 4).
Ich werde anhand von einigen Beispielen aufzeigen, inwiefern das Land Einfluss auf die Personwerdung und die Identität besitzen kann. Hierbei beziehe ich mich hauptsächlich auf Kulturen in Papua-Neuguinea, wo viele verschiedene Kulturen und somit auch verschiedene Personenkonzepte aufeinander treffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Kobon

2.1 Konstituierung von Person bei den Kobon

2.2 Initiationsriten

2.3 Mythische Pfade – Das almagö Ritual

3. Weitere Beispiele aus Ozeanien und Peru

3.1 Die Ambonwari

3.2 Die Duna

3.3 West-Samoa

3.4 Die Piro

4. Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus ethnologischer Perspektive, inwiefern das Land und die Wahrnehmung der Landschaft die Konstituierung von Personenkonzepten sowie die Herausbildung individueller und kollektiver Identität in verschiedenen Kulturen Ozeaniens beeinflussen.

  • Rolle des Landes als Speicher für Geschichte und Identität
  • Verbindung zwischen Personwerdung, Ritualen und der Umgebung
  • Beseeltheit von Naturräumen und deren Auswirkung auf das Handeln
  • Einfluss von Ortsnamen und räumlicher Orientierung auf soziale Strukturen
  • Kulturelle Anpassung von Identitätskonzepten bei räumlicher Veränderung

Auszug aus dem Buch

2.1 Konstituierung von Person bei den Kobon

In diesem Abschnitt werde ich mich auf Dinge beziehen, die Görlich als wichtige Faktoren nennt, welche zur Personwerdung beitragen, darunter das als von Görlich als Seele übersetzte ana und das Blut.

Blut spielt bei den Kobon eine Rolle, wenn es darum geht zu beantworten, wie eine Person konstituiert wird. Nach der Vorstellung der Kobon vermischt sich weibliches und männliches Blut in der Gebärmutter, was zur Folge hat, dass ein Fötus entsteht. Blut ist somit ein Beziehungs-Ikon, welches die verwandtschaftlichen Beziehungen zum Vater und seiner Familie und zur Mutter und ihrer Familie verkörpert (Görlich 2003: 340).

Görlich berichtet auch darüber, dass der Besitz von ana für eine Person sehr wichtig ist. Es ist das Spiegelbild, das man im Wasser hat, und der Schatten einer Person. Görlich übersetzt ana im weitesten Sinne als Seele. Ana kann den Menschen während seiner Träume oder bei manchen Krankheiten verlassen. Nach dem Tod wird ana zu wip ana. Die Kobon besitzen auch die Vorstellung von weiteren beseelten Entitäten, wie Pflanzen, Tiere und Orte. Diese sind meist lokalisiert und mit bestimmten Orten identifiziert (Görlich 2003: 341).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der wechselseitigen Beziehung zwischen Land und Personenkonzepten und stellt die ausgewählten Fallbeispiele vor.

2. Die Kobon: Dieses Kapitel erläutert die ethnologischen Grundlagen der Kobon, wobei der Fokus auf der Bedeutung von Blut, Nahrung und beseelten Objekten für die Konstituierung einer Person liegt.

2.1 Konstituierung von Person bei den Kobon: Dieser Abschnitt vertieft die Rolle von Blut als Beziehungs-Ikon und die Bedeutung der Seele (ana) im Kontext der Personwerdung.

2.2 Initiationsriten: Hier wird analysiert, wie durch Rituale geschlechtliche Identität geformt und die Beziehung zu Geistwesen sowie der Umwelt rituell gefestigt wird.

2.3 Mythische Pfade – Das almagö Ritual: Der Fokus liegt auf der Funktion von Liedern und Ortsnamen im almagö-Ritual, durch die Wissen über das Land vermittelt und Handlungsfähigkeit erzeugt wird.

3. Weitere Beispiele aus Ozeanien und Peru: Dieses Kapitel weitet die Analyse auf die Ambonwari, Duna, West-Samoaner und Piro aus, um kulturübergreifende Muster zu identifizieren.

3.1 Die Ambonwari: Untersuchung der Bedeutung des Konzepts Konggong sowie der Beseeltheit von Pflanzen und Steinen für die Identitätsstiftung innerhalb der sozialen Struktur.

3.2 Die Duna: Erläuterung der Vorstellung, dass die Seele nach dem Tod in Kalksteine wandert und die physischen Überreste zur Fruchtbarkeit des Landes beitragen (embodiment of landscape).

3.3 West-Samoa: Analyse der räumlichen Dimension, insbesondere der Körperhaltung, als Ausdruck von Respekt und gesellschaftlichem Status.

3.4 Die Piro: Kurze Betrachtung der Verflechtung von Verwandtschaft, Land und Nahrung sowie der Rolle schamanischer Praktiken im Umgang mit dem Wald.

4. Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion weiterer Forschungspotenziale, wie etwa der kinetischen Landwahrnehmung.

Schlüsselwörter

Ozeanien, Personenkonzept, Identität, Land, Ethnologie, Papua-Neuguinea, Kobon, Ambonwari, Duna, West-Samoa, Piro, Beseeltheit, Landschaft, Ritual, Verwandtschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Land und die Wahrnehmung der Umwelt auf die Konzepte von Person und Identität bei verschiedenen indigenen Kulturen in Ozeanien und Peru haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstellen zwischen Geografie, Mythen, rituellen Praktiken, Verwandtschaftsstrukturen und der persönlichen Identitätsbildung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern das Land eine aktive Rolle bei der Formung von Personenkonzepten und der Identitätsstiftung einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine ethnologische Literaturanalyse, wobei er verschiedene Fallstudien und Theorien von Experten wie Görlich, Telban und Duranti synthetisiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Fallstudie zu den Kobon sowie eine vergleichende Analyse weiterer Beispiele wie der Duna, Ambonwari, Samoaner und Piro.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Personenkonzept, Identität, beseelte Entitäten, relationale Identität, rituelle Wissensvermittlung und kulturelle Verankerung im Raum.

Welche spezifische Rolle spielt das Konzept "ana" bei den Kobon?

„Ana“ bezeichnet bei den Kobon die Seele oder das Spiegelbild einer Person, das eng mit Orten verbunden ist und essenziell für die Ganzheitlichkeit einer Person angesehen wird.

Was besagt die „embodiment of landscape“ bei den Duna?

Dieser Begriff beschreibt, dass die Duna das Land als Träger der menschlichen Seele und als Teil des menschlichen Körpers nach dessen Ableben begreifen, was die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Boden verdeutlicht.

Warum ist das Sitzverhalten für die samoanische Identität relevant?

Das Sitzverhalten im Raum symbolisiert gesellschaftliche Hierarchien und Respekt; es dient als kultureller Marker, der auch in der Migration zur Aufrechterhaltung der Identität beiträgt.

Was bedeutet das almagö-Ritual für das Wissen der jungen Kobon?

Durch das almagö-Ritual lernen junge Männer, mittels Liedern und Ortsnamen ihr Land zu „lesen“, was ihnen die notwendige Handlungsfähigkeit im sozialen System der Kobon verleiht.

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Details

Title
Inwiefern besitzt das Land Einfluss auf Personenkonzepte und Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens?
College
University of Heidelberg  (Institut für Ethnologie)
Course
Personenkonzepte in Ozeanien
Grade
1,3
Author
Magister Artium Wojciech Blaszczak (Author)
Publication Year
2006
Pages
14
Catalog Number
V88339
ISBN (eBook)
9783638024266
Language
German
Tags
Inwiefern Land Einfluss Personenkonzepte Identität Kulturen Ozeaniens Personenkonzepte Ozeanien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Wojciech Blaszczak (Author), 2006, Inwiefern besitzt das Land Einfluss auf Personenkonzepte und Identität bei verschiedenen Kulturen Ozeaniens?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88339
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