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Agenda 2010 versus Agenda Sozial

Title: Agenda 2010 versus Agenda Sozial

Term Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 2,2

Autor:in: Theresia Friesinger (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Von der Alternativlosigkeit der Agenda 2010

„Es gibt gelegentlich Maßnahmen die ergriffen werden müssen und die keine Begeisterung auslösen“, sagte Gerhard Schröder in seiner wohl populärsten Rede im Bundestag, bei der Premiere der Agenda 2010. „Trotzdem müssen sie sein!“ (Schröder, 2003)
Und es scheint so, als werden all diese Maßnahmen mit aller Härte und allen Konsequenzen durchgezogen, ohne sich im Nachhinein noch mal die Frage zu stellen – mussten und müssen diese Maßnahmen wirklich genau so sein oder hätten sie nicht doch auch etwas anders, dezenter, gerechter ausfallen können. Es wird beharrt auf dem Weg, den man eingeschlagen hat – sei er auch ein Irrweg, Hauptsache die Richtung stimmt. Ist diese Rot-Grüne Politik wirklich die Innovativste und Ausschlaggebenste seit Jahrzehnten, wie es von den Verfechtern der Agenda 2010 immer beteuert wird? Ist diese Agenda wirklich alternativlos? Die Melodie dieser Alternativlosigkeit wird durch die Reform-Oper ins ganze Land getragen und alle – arm und reich - hören sie tagtäglich, tun sich das an, obwohl kaum einer von den Zuhörern zu einem wahren „Opern“-Liebhaber gehört. Andere Melodien werden kaum gehört – sind nahezu unbekannt. Gerade eine innovative Politik sollte für Neues offen sein, andere Modelle zulassen, zumindest sich mit ihrer Werthaltigkeit beschäftigen. Sinnvoll wäre es auch, mal über den Tellerrand zu schauen, da wird schon einiges angeboten, z.B. das Schweizer Modell der Sozialversicherungen, der schwedische Wohlfahrtsstaat, die französische Familien- und Frauenpolitik, die dänischen Arbeitsgesetze usw. Kontrastprogramme im eigenen Lande sind nicht unbedingt bei der Opposition zu finden, die sich schon beim Sozialabbau auf der Überholspur befindet, aber es gibt Ecken und Winkel in den eigenen Reihen der SPD und außerhalb, in denen soziale Gerechtigkeit und Solidarität noch ihren Platz finden. Auf der Suche nach Alternativen stolpert man über die „Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit“ (WASG) innerhalb der SPD, über prickelnde Ideen einer Gebührengesellschaft, über das 8-Punkt-Modell des DGB und zahlreiche andere Denkmodelle bis man auf das Gegenkonzept, die Agenda Sozial stößt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Agenda 2010

1.1 Peter Hartz – Initiator und prominentester Mitgestalter der Agenda 2010

1.2 Das Konzept der Agenda 2010 – Ziele und Maßnahmen

1.3 Staatliche Maßnahmen der Agenda 2010

1.3.1 Maßnahmen im Bereich der Steuern

1.3.2 Maßnahmen im Bereich der Wirtschaft

1.3.3 Maßnahmen im Bereich des Arbeitsmarktes

1.3.4 Maßnahmen im Bereich der Bildung

1.3.5 Maßnahmen im Bereich der Ausbildung

1.3.6 Maßnahmen im Bereich der Gesundheit

1.3.7 Maßnahmen im Bereich der Rente

1.3.8 Maßnahmen im Bereich der Familie

1.4 Harscher politischer Richtungswechsel durch die Agenda 2010

2. Das Pendant – Die Agenda Sozial

2.1 Ein sozial gut durchdachtes aber nicht erprobtes Konzept

2.2 Das Konzept der Agenda Sozial – Ziele und Vorschläge

2.3 Sozialpolitik ist Verteilungspolitik

2.3.1 Vorschläge im Bereich der Steuern

2.3.2 Vorschläge im Bereich der Wirtschaft

2.3.3 Vorschläge im Bereich des Arbeitsmarktes

2.3.4 Vorschläge im Bereich der Bildung

2.3.5 Vorschläge im Bereich der Ausbildung

2.3.6 Vorschläge im Bereich der Gesundheit

2.3.7 Vorschläge im Bereich der Rente

2.3.8 Vorschläge im Bereich der Familie

3. Auswertung, Vergleich und Folgen der vorgestellten Konzepte

3.1 Agenda 2010 – Umverteilung von unten nach oben

3.2 Agenda Sozial – Umverteilung von oben nach unten

3.3 Der Solidaritätsbegriff und die getarnte neue Solidarität

3.4 Stimmen zum sozialen Kahlschlag

4. Kritik und eigene Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch die deutsche Sozialpolitik unter dem Einfluss der Agenda 2010 und stellt diese dem Gegenentwurf der PDS, der Agenda Sozial, gegenüber. Ziel ist es, die Auswirkungen beider Konzepte auf die soziale Gerechtigkeit, den Arbeitsmarkt und die Lebenssituation benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu bewerten und die Notwendigkeit einer sozialeren Reformpolitik zu unterstreichen.

  • Vergleich der Zielsetzungen von Agenda 2010 und Agenda Sozial
  • Analyse der Maßnahmen im Bereich Steuern, Arbeit, Rente und Gesundheit
  • Bewertung der Verteilungswirkungen (von unten nach oben vs. von oben nach unten)
  • Diskussion des Solidaritätsbegriffs und der gesellschaftlichen Folgen

Auszug aus dem Buch

3.1 Agenda 2010 – Umverteilung von unten nach oben

Die Frage, ob die Agenda 2010 wirklich den versprochenen Aufschwung bringt, hat sich von Anfang an allen gestellt. Am 16. August 2002 wurden die „Hartz“-Module feierlich im französischen Dom in Berlin vorgestellt. Damals klatschten, viele, auch die Gewerkschaften, Beifall, doch heute fürchten sie um die soziale Substanz unseres Sozialstaates. Hartz wurde mit dem Versprechen präsentiert binnen zwei Jahren die Arbeitslosigkeit zu halbieren. Fakt ist, die Zahl der Arbeitsplätze ist spürbar gesunken. In diesem hartem, prekärem, gesellschaftlichem Rahmen ist es nicht gerade fair, Arbeitslose zu zwingen, ihres Glückes Schmied, im Sinne von mehr Eigenverantwortung und Freiheit, zu sein. Teile der Agenda 2010, wie die Familien- und Bildungspolitik sind durchaus fruchtbar, aber viele Gesetze und Maßnahmen zielen in die falsche Richtung. Gewinner sind die Spitzenverdiener, die Spekulanten, Selbständige und Unternehmer besonders die Export-Produzierenden, weil sie durch die Senkung der Lohnnebenkosten, am meisten profitieren. Verlierer sind die Arbeitslosen und deren Kinder, Frauen und die sozial Schwachen in unserer Gesellschaft, die Rentner, die Kranken und die Durchschnittsverdiener. Zwar sanken die Eingangssteuer und die Höchststeuer gleichzeitig, aber besonders hier wird die soziale Ungleichheit sichtbar. Das Spitzeneinkommen wird netto deutlich stärker entlastet. Großverdiener können ihr Vermögen anlegen und es vervielfachen. Diese Entlastung wird nicht in die Kaufkraft umgesetzt. Es wird Geld verteilt, das im Großen und Ganzen „auf der hohen Kante“ angelegt wird. Die Veränderungen der Gesetze im Arbeitsrecht und die gekappten Rechtsansprüche kommen meistens den Arbeitgebern zugute. Die Modifizierungen im Kündigungsschutz verunsichern die Arbeitnehmer. Der Vorteil übervorteilt nicht die Nachteile auf der anderen Seite. Es fördert die Arbeitsarmut und beschränkt die Lebenslage des Arbeiters. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit verzichtet er auf Weiterbildungsziele und sogar auf einen neuen Arbeitsplatz. Wenn die Arbeitnehmer stagnieren, stagniert auch der Markt. Er kann nicht in Schwung kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Agenda 2010: Darstellung der Hartz-Reformen, ihrer Entstehungsgeschichte, der zentralen Ziele und der konkreten Maßnahmen in verschiedenen sozialpolitischen Bereichen.

2. Das Pendant – Die Agenda Sozial: Vorstellung des Alternativkonzepts der PDS, das den Fokus auf eine Umverteilung von oben nach unten legt und alternative Ansätze zur sozialen Sicherung verfolgt.

3. Auswertung, Vergleich und Folgen der vorgestellten Konzepte: Kritische Gegenüberstellung beider Konzepte hinsichtlich ihrer Verteilungswirkung und ihrer Auswirkungen auf die Solidarität und die Beschäftigungssituation.

4. Kritik und eigene Bewertung: Zusammenfassende Einschätzung der Autorin, die den sozialen Kahlschlag durch die Agenda 2010 bemängelt und eine Kurskorrektur hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit fordert.

Schlüsselwörter

Agenda 2010, Agenda Sozial, Hartz IV, Sozialpolitik, Verteilungspolitik, soziale Gerechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Umverteilung, Solidarität, Sozialstaat, Reformen, Mindestlohn, Bürgerversicherung, Eigenverantwortung, soziale Sicherheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich zweier gegensätzlicher sozialpolitischer Konzepte in Deutschland: der Regierungs-Agenda 2010 und dem Gegenentwurf der PDS, der sogenannten Agenda Sozial.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Bereiche Steuern, Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Bildung, Ausbildung, Gesundheit, Rente und Familie unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Zielsetzungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die kritische Würdigung der Auswirkungen der Agenda 2010 auf die soziale Gerechtigkeit und die Prüfung, ob der Alternativvorschlag der Agenda Sozial eine gerechtere Perspektive für die Gesellschaft bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und den inhaltlichen Vergleich der vorliegenden politischen Programme sowie deren Bewertung durch verschiedene gesellschaftliche Akteure.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der beiden Agenda-Konzepte, gefolgt von einer analytischen Auswertung, die die Verteilungswirkungen und den veränderten Solidaritätsbegriff untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Agenda 2010, Agenda Sozial, soziale Gerechtigkeit, Verteilungspolitik, Hartz IV, Umverteilung und Reformpolitik.

Wie bewertet die Autorin den "sozialen Kahlschlag"?

Die Autorin stuft diesen als Folge der neoliberalen Ausrichtung der Agenda 2010 ein, welche die soziale Ungerechtigkeit verschärfe, anstatt Armut effektiv zu bekämpfen.

Warum hält die Autorin die Einführung eines Mindestlohns für notwendig?

Sie argumentiert, dass ohne Mindestlohn Lohndumping vorangetrieben wird und Arbeitnehmern die Existenzgrundlage entzogen wird, was langfristig die Kaufkraft und den sozialen Zusammenhalt schwächt.

Welche Kritik übt die Autorin am Solidaritätsbegriff der Agenda 2010?

Die Autorin kritisiert, dass Solidarität durch die Agenda 2010 auf individuelle Eigenverantwortung und private Absicherung reduziert wurde, wodurch der ursprüngliche solidarische Grundwert ausgehöhlt wird.

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Details

Title
Agenda 2010 versus Agenda Sozial
College
University of Applied Sciences Esslingen
Grade
2,2
Author
Theresia Friesinger (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V88475
ISBN (eBook)
9783638024754
ISBN (Book)
9783638924337
Language
German
Tags
Agenda Sozial
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Friesinger (Author), 2004, Agenda 2010 versus Agenda Sozial, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88475
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