EINLEITUNG
Nach dem zweiten Weltkrieg, war die Kirche bestrebt in einer politischen Partei vertreten zu sein, welche sowohl für Katholiken als auch Protestanten gemeinsam Einsteht, um in dem sich neu formierenden Deutschland bestehen zu können. Die vorliegende Seminararbeit wird sich mit zwei Parteien auseinandersetzen, die beide diesen Anspruch für sich geltend machen wollten. Das Thema lautet: Das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien in der Ära Adenauer am Beispiel Bayerns.
Die Seminararbeit wird sich ausschließlich mit den für das Bayern dieser Zeit wichtigsten Parteien beschäftigen - der CSU und der Bayernpartei. So wird im ersten Kapitel genauer auf die Gründungen dieser beiden Parteien eingegangen werden. Im Anschluss wird nun die Frage genauer beleuchtet, auf welcher Art sich beide Parteien als Vertreter einer christlichen Partei sahen. Dabei wird auch der immer größer werdende Zwiespalt zwischen der CSU und der Bayernpartei berücksichtigt. Natürlich wird auch das Verhältnis der Kirche und deren Einflüsse auf den Wahlkampf thematisiert.
Die Hauptfragestellung dieser Seminararbeit ist jedoch die Frage, warum die Bayernpartei – obwohl eine ganze Zeit lang größter und stärkster Gegner der CSU innerhalb Bayerns – von der politischen Bildfläche verschwand und (auch wenn die Partei an sich noch existiert) keine Rolle mehr für das politische Geschehen innerhalb Bayerns spielt.
Dazu wird die Lage unter der zweiten Regierung Hoegner, welcher von 1945-1946 und von 1954-1957 Bayerischer Ministerpräsident war dargestellt. Dies ist eine Besonderheit, da Hoegner der SPD angehörte und somit der einzige Ministerpräsident Bayerns nach dem 2. Weltkrieg war, welcher nicht der CSU angehörte. Die Gründe welche dazu führten, dass sich die Bayernpartei mit Hoegner zu der so genannten Viererkoalition, welcher auch die FDP und die BHE angehörten, zusammenschlossen werden im letzten Kapitel untersucht. Hierbei werden auch die Gründe für das scheitern der Koalition und schlussendliche auch die Gründe auf die Frage für den Zusammenbruch der Bayernpartei aufgezeigt werden.
Abschließend folgen ein kurzes Resümee und anschließend der Anhang, in welchem man Grafiken zu den einzelnen Wahlergebnissen der CSU und der Bayernpartei vorfindet, was den Gesamteindruck über die Thematik komplettieren soll.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
KAPITEL 1 - PARTEIGRÜNDUNG
1.1 GRÜNDUNG DER CSU
1.2 GRÜNDUNG DER BAYERNPARTEI
KAPITEL 2 – DIE PARTEIEN IN BAYERN UND DIE KATHOLISCHE KIRCHE
2.1 DIE VERTRETER EINER CHRISTLICHEN POLITIK
2.2 VERHÄLTNIS ZWISCHEN BP UND CSU AB 1950
2.3 VERHÄLTNIS DER KIRCHE ZUR BAYERNPARTEI UND DER CSU
KAPITEL 3 – DER NIEDERGANG DER BAYERNPARTEI
3.1 BILDUNG DER VIERERKOALITION
3.2 DIE VIERERKOALITION IN DER ZWEITEN REGIERUNG HOEGNER
3.3 DIE SPIELBANKEN- AFFÄRE BIS ZUM JAHR 1957
3.4 ZERFALL DER VIERERKOALITION UND DAS ENDE DER BP
SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien CSU und Bayernpartei in der Ära Adenauer, wobei der Fokus auf dem bayerischen Kontext liegt. Ziel ist es, die Gründe für den Aufstieg und den anschließenden Niedergang der Bayernpartei unter Berücksichtigung des kirchenpolitischen Einflusses und der politischen Konkurrenz zur CSU zu analysieren.
- Gründungsgeschichte und programmatische Ausrichtung von CSU und Bayernpartei.
- Konkurrenzverhältnis zwischen den Parteien als Vertreter christlicher Politik.
- Einfluss der katholischen Kirche und deren Rolle bei der Spaltung der "christlichen Front".
- Die Rolle der Viererkoalition und der Spielbankenaffäre für den Niedergang der Bayernpartei.
Auszug aus dem Buch
3.1 BILDUNG DER VIERERKOALITION
Nach den Entwicklungen im Jahr 1950 zwischen der CSU und der BP waren die wesentlichen Voraussetzungen für eine Koalition der BP mit der SPD und anderen programmatisch entgegengesetzten Parteien geschaffen worden. Nach der Landtagswahl vom 28. November 1954 sah die Sitzvergabe wie folgt aus: Die CSU erhielt 83, die SPD 61, die Bayernpartei 28, GB/BHE 19 und FDP 13 Sitze. Somit waren verschiedene Koalitionen möglich. Eine große Koalition von CSU und SPD sowohl mit als auch ohne der BHE war genauso möglich wie eine kleine Koalition aus CSU und Bayernpartei, wiederum mit oder ohne der BHE. Die letzte Möglichkeit stellte der Zusammenschluss aus SPD, Bayernpartei, BHE und FDP dar.
Nachdem die CSU 38,4 Prozentpunkte gewonnen hatte konnte diese sich einen Koalitionspartner aussuchen. Somit lautete deren Devise: „Wer mit uns in die Regierung eintreten wolle muss sich unserem unbedingten Führungsanspruch unterwerfen. Dem damaligen Koalitionspartner SPD wurde rasch klar gemacht, dass Verhandlungen in Richtung einer anderen Koalition gehen würden, da mit ihr z.B. das Lehrerbildungsgesetz nicht nach den Wünschen des Klerus und der CSU durchgesetzt werden konnte. Die CSU verschreckte kleinere Parteien mit ihrem Führungsanspruch und der rigiden schulpolitischen Vorgaben.
Und so bemühte sich der Landesvorsitzende v. Knoeringen die Bayernpartei, BHE und die FDP für eine Koalition gegen die CSU zu gewinnen. Da dieser Zusammenschluss für die SPD enorme Vorteile brachte (vor allem Vergrößerung des Gewichts gegen Adenauer) vermochte sie den anderen Parteien vor allem in Fragen der Personalpolitik großzügige Zugeständnisse zu machen. Bei der BHE und der FDP fiel die Entscheidung über eine solche Zusammenarbeit nicht schwer. Weitaus schwieriger stellte sich die Entscheidungsfindung für die BP dar. So war die Gefahr des Auseinanderfallens bedingt durch die heterogene Mitglieder und Wählerschaft gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Darstellung der Forschungsfrage, die das Verschwinden der Bayernpartei vom politischen Parkett Bayerns trotz ihrer einstigen Stärke thematisiert.
KAPITEL 1 - PARTEIGRÜNDUNG: Untersuchung der Entstehung der CSU und der Bayernpartei als konkurrierende politische Gruppierungen nach dem Zweiten Weltkrieg.
KAPITEL 2 – DIE PARTEIEN IN BAYERN UND DIE KATHOLISCHE KIRCHE: Analyse des christlichen Selbstverständnisses beider Parteien und des Einflusses der katholischen Kirche auf deren Handlungsspielraum.
KAPITEL 3 – DER NIEDERGANG DER BAYERNPARTEI: Dokumentation der politischen Fehltritte, der Koalitionsschwierigkeiten und der Rolle der Spielbankenaffäre, die zum Bedeutungsverlust der Bayernpartei führten.
SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Bewertung der Faktoren, die zur Marginalisierung der Bayernpartei und zur dominanten Stellung der CSU in Bayern beitrugen.
Schlüsselwörter
Bayernpartei, CSU, katholische Kirche, Ära Adenauer, Viererkoalition, Wilhelm Hoegner, politische Parteien, Bayern, Spielbankenaffäre, Christentum, Konservatismus, Landespolitik, Wahlkampf, Parteigründung, Koalition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das politische Wirken der CSU und der Bayernpartei in der Zeit der Ära Adenauer in Bayern sowie das spezifische Verhältnis dieser Parteien zur katholischen Kirche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Gründungsgeschichten beider Parteien, die Konkurrenz um das Attribut der "christlichen Partei" sowie die politischen Dynamiken, die zum Niedergang der Bayernpartei führten.
Welches ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Hauptfragestellung zielt darauf ab zu ergründen, warum die einst starke Bayernpartei als Konkurrent der CSU nach und nach von der politischen Bildfläche in Bayern verschwand.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Es handelt sich um eine historische Seminararbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Fachliteratur, historischen Wahlergebnissen und Regierungsdokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Parteigründungen, das Verhältnis der Kirche zu den Parteien sowie die Rolle der Viererkoalition und der Spielbankenaffäre als Faktoren für den politischen Abstieg der Bayernpartei.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Bayernpartei, CSU, katholische Kirche, Ära Adenauer, Viererkoalition, Spielbankenaffäre und politische Marginalisierung.
Welche Bedeutung hatte die Viererkoalition für den Prozess des Niedergangs?
Die Viererkoalition war ein Versuch der Bayernpartei, sich politisch zu profilieren, führte jedoch aufgrund interner Spannungen und inhaltlicher Blockaden, wie bei der Schulpolitik, in die politische Sackgasse.
Wie beeinflusste die Spielbankenaffäre das Ansehen der Bayernpartei?
Die Affäre führte durch Bestechungsvorwürfe gegen führende Politiker und nachfolgende Gerichtsverfahren zu einem massiven Vertrauensverlust bei den Wählern, was die Partei zusätzlich schwächte.
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- Christian Albrecht (Author), 2007, Das Verhältnis der katholischen Kirche zu den politischen Parteien in der Ära Adenauer am Beispiel Bayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88479