Durchführung und Auswirkungen der Gewerbereformgesetzgebung in Preußen


Hausarbeit, 2006

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Methodische und historische Einordnung des Themenkomplexes
2.1 Methodische Betrachtungen
2.2 Einordnung in den historischen Kontext

3. Durchführung der Reformen
3.1 Die Reformer und ihr Hintergrund
3.2 Die Gesetze zur Gewerbefreiheit und ihre Bedeutung
3.3 Widerstand gegen die Reformen

4. Kurz- und langfristige Auswirkungen der Reform

5. Schlussbemerkungen

6. Bibliographie
6.1 Quellen
6.2 Literaturangaben

7. Tabellenverzeichnis

1.Einleitung

Die Gewerbereformgesetzgebung ist einer der zentralen Gegenstände der preußischen Reformpolitik zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es wäre zu eng gefasst, darin lediglich die Einführung der Gewerbefreiheit zu sehen, zeichnet sich doch bei genauerem Blick das Bild von einem Bündel an Gesetzen, die unterschiedlicher fiskal- und wirtschaftspolitischer Absichten unterlagen. Jedoch ist es selbstverständlich, dass die Gesetze die bestehende Gewerbeordnung, insbesondere das Zunftwesen, in ihren Grundfesten erschütterten.

Diese Arbeit, deren Ziel es ist die Bedeutung der Gesetzgebung für die Wirtschaftsordnung und die Industrielle Revolution herauszustellen, will sich an der Fragestellung orientieren, inwieweit die Akteure, nämlich die sogenannten Reformer, die Gesetze aus der wirtschaftspolitischen Einsicht in die Notwendigkeit als Institution durchgeführt haben oder ob fiskalpolitische Motive handlungsleitend waren. Dies führt zu einem zweiten Anliegen dieser Arbeit, nämlich der Wirkungsmacht der Reformgesetze und der Frage, wann diese, im Sinne des freien Berufszugangs und wachstumsfördernd, sich entfalten konnte.

Es soll dabei die These belegt werden, dass die Reformer die Einsicht in eine neue Wirtschaftsordnung als Vorraussetzung für ein wachstumsorientiertes Wirtschaftssystem hatten, wenngleich die fiskalpolitische Notwendigkeit dafür die Legitimationsgrundlage bildete. Gleichsam waren die direkten Auswirkungen gering und Veränderungen konnten eher auf längere Sicht eintreten.

Als Quellen wurden Schriften der Reformer, zusammengestellt von Georg Winter, statistische Erhebungen zur Berufsaufteilung, sowie das „Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte“ benutzt, das eine Rezeption der Gesetze aus juristischer Sicht bietet.[1]

In der Literatur wurde vor allem auf das Standartwerk „Allgemeine Gewerbefreiheit“ von Barbara Vogel zurückgegriffen, des weiteren Werke von Jan Ziekow, Reinhardt Koselleck und das bereits 1898 erschienene Werk von Kurt von Rohrscheidt benutzt.[2] Außerdem wurde durch Handbücher zur preußischen Geschichte und zur Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte ergänzt.[3]

Zunächst werden methodische Fragen geklärt und das Thema in den historischen Kontext gestellt. Danach folgt eine Darstellung der Durchführung der Reformen anhand der Reformer selbst, deren Hintergründe und Motive, der Durchführung der Gesetze und des Widerstands, den diese hervorgerufen haben. Analysiert wird der Gegenstand schließlich durch die kurz- und langfristigen Auswirkungen der Reformpolitik.

2. Methodische und historische Einordnung des Themenkomplexes

Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, wird nun eine Einordnung in den größeren und diversifizierten Forschungszusammenhang versucht und zugleich der relevante historische Kontext, dessen Strukturen und Voraussetzungen für die Gewerbereformgesetzgebung bedeutend waren, abgesteckt.

2.1 Methodische Betrachtungen

Die wissenschaftliche Erforschung eines Themas wie das der preußischen Gewerbereformgesetzgebung hängt von der Perspektive ab, die man anlegt. Man kann sie am historischen Verlauf orientiert anlegen, struktur-, wirtschafts- oder gesellschaftsgeschichtlich fragen oder fiskal-, bürokratie- und rechtstheoretisch interpretieren.[4] Dem Trend der neueren Forschung folgend (d.h. ab den letzten zwei Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts), will sich auch diese Arbeit an den Zusammenhängen von Wirtschaft und Gesellschaft halten und nicht so sehr an den Arbeiten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die zum Teil idealisierend an den Reformerbiographien orientiert sind.[5]

Da sie einen Einzelaspekt aus einem Gesamtphänomen bearbeitet, muss ihre Stellung im Ganzen und ihr Zusammenwirken mit anderen Teilen der Reform beachtet werden, wenngleich auf diese Aspekte nicht immer ausführlich eingegangen werden kann und der Fokus stark auf die Gewerbereformgesetzgebung reduziert bleiben soll. Innerhalb der Forschung zu den Reformen, zu denen es eine Vielzahl von Arbeiten gibt, nimmt die Gewerbereform eine vergleichsweise geringe Stellung ein und fällt hinter der Forschung zu Agrar- und Militärreformen ab.[6]

[...]


[1] Coing, Helmut (Hrsg.): Handbuch der Quellen und Literatur der neueren europäischen Privatrechtsgeschichte, Bd. III, 3, München 1986; Winter, Georg: Die Reorganisation des preussischen Staates unter Stein und Hardenberg. Erster Teil: Allgemeine Verwaltungs- und Behördenreform. Band 1: Vom Beginn des Kampfes gegen die Kabinettsregierung bis zum Wiedereintritt des Ministers vom Stein, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1931, Osnabrück 1982

[2] Koselleck, Reinhardt: Preußen zwischen Reform und Revolution – Allgemeines Landrecht, Verwaltung und soziale Bewegung von 1791 – 1848, Stuttgart 1965; Rohrscheidt, Kurt von: Vom Zunftzwange zur Gewerbefreiheit. Eine Studie nach den Quellen, Berlin 1898; Vogel, Barbara: Allgemeine Gewerbefreiheit. Die Reformpolitik des preußischen Staatskanzlers Hardenberg (1810 – 1820), Göttingen, 1983; Ziekow, Jan: Freiheit und Bindung des Gewerbes, Berlin 1992

[3] Büsch, Otto (Hrsg.): Handbuch der Preussischen Geschichte Band II: Das 19. Jahrhundert und große Themen der Geschichte Preußens, Berlin, New York 1992; North, Michael (Hrsg.): Deutsche Wirtschaftsgeschichte. Ein Jahrtausend im Überblick, München 2000; Wehler, Hans – Ulrich (Hrsg.): Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band I: Vom Feudalismus des Alten Reiches bis zur Defensiven Modernisierung der Reformära 1700 – 1815, 19892

[4] Vogel, Barbara (Hrsg.): Preußische Reformen 1807 – 1820, Königstein/ Ts, 1980, S. VII f

[5] Büsch, 1992, S.22

[6] Ebd.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Durchführung und Auswirkungen der Gewerbereformgesetzgebung in Preußen
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V88512
ISBN (eBook)
9783638036252
ISBN (Buch)
9783638936071
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Durchführung, Auswirkungen, Gewerbereformgesetzgebung, Preußen
Arbeit zitieren
Benjamin Veser (Autor), 2006, Durchführung und Auswirkungen der Gewerbereformgesetzgebung in Preußen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88512

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