Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History - Basics

Videostudie. Vor- und Nachteile einer empirischen Methode

Title: Videostudie. Vor- und Nachteile einer empirischen Methode

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Bender (Author)

History - Basics
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Videobasierte Unterrichtsanalysen stellen eine wertvolle, methodische Erweiterung der Unter-richtsforschung dar. Videoaufnahmen werden heutzutage nicht mehr nur zur Dokumentation von Einzelfällen eingesetzt, sondern können auch zur Erfassung eines repräsentativen Quer-schnitts der Unterrichtspraxis herangezogen werden. Die ersten Videostudien waren die TMSS 1995 Video Study und die TIMSS 1999 Video Study , die unter Führung amerikani-scher Wissenschaftler im Anschluß an die internationalen TIMSS - Leistungstests durchge-führt wurden. Eine der ersten großangelegten Videostudien im Bereich Geschichte, stellt das schweizerische Projekt „Geschichte und Politik im Unterricht“ dar.
Videostudien haben das Ziel, Unterricht in seiner Repräsentativität zu beschreiben und zu vergleichen, um Hinweise auf die Ursachen von Leistungsunterschieden im konkreten Unter-richtsgeschehen zu finden. In dieser Arbeit sollen die spezifischen Vorteile dieser empirischen Methode gerade für das Fach Geschichte dargestellt, aber auch die in der Praxis sich zeigen-den Schwierigkeiten erörtert werden. Die methodologischen Herausforderungen zeigen sich bei der Datenerhebung, Datenaufbereitung sowie bei der Datenanalyse.
Videotechnologie ist nach ihrem ersten Auftreten in der Unterrichtsforschung wieder ein viel beachtetes Thema. Bis vor 30 Jahren waren dem Einbezug von Ton- und Bilddokumenten für Zwecke der Unterrichtsforschung enge Grenzen gesetzt. Die Videotechnologie hat eine Qualitätssteigerung bei gleichzeitiger Kostenabnahme erfahren. In den 1970er und 1980er-Jahren wurden Schulklassen in hochtechnisierten Mitschauanlagen aufgezeichnet. Heute dagegen ist der finanzielle sowie technische Aufwand vergleichsweise gering. Digitale Videogeräte und Funkmikrophone in den Klassenzimmern liefern technisch höherwertige Ergebnisse. Gute Tonaufnahmen ohne störendes Rauschen sind schon mit Standardgeräten zu realisieren. Computergestützte Videoformate erlauben zudem eine verbesserte Archivierung, Distrubuierung, Bearbeitung und Analyse auch großer Datensätze mit Hilfe qualitativer Datenanalysesoftware wie z. B. Prism TM, Videograph, Catmovie oder ATLAS.ti. Die erweiterten technischen Möglichkeiten wurden von einer Reihe von Autoren in ihrem Wert für die Unterrichtsforschung erkannt und in wissenschaftliche Entwicklungen überführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorteile von Videostudien

3 Nachteile bzw. methodologische Herausforderungen

3.1 Datenerhebung

3.2 Invasivität und Kameraeffekte

3.3 Selektivität und Standardisierung der Aufzeichnung

3.4 Digitalisierung und Transkription

3.5 Die Wahl der Analyseeinheit

3.5.1 Niedrig inferente Kodierungen

3.5.2 Hoch inferentes Qualitätsrating

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht Videostudien als empirische Methode in der Unterrichtsforschung mit Fokus auf das Fach Geschichte. Ziel ist es, den Mehrwert der videobasierten Analyse gegenüber klassischen Erhebungsinstrumenten aufzuzeigen sowie die damit verbundenen methodischen Herausforderungen und Grenzen kritisch zu erörtern.

  • Vorteile der Videotechnologie für die Unterrichtsanalyse
  • Methodologische Schwierigkeiten bei Datenerhebung und Datenschutz
  • Umgang mit Invasivität und Kameraeffekten
  • Verfahren der Datenaufbereitung (Digitalisierung und Transkription)
  • Methoden der Videoanalyse: Niedrig inferente Kodierung vs. hoch inferentes Qualitätsrating

Auszug aus dem Buch

3.2 Invasivität und Kameraeffekte

Zu den methodologischen Herausforderungen gehört auch die Frage, inwiefern der gefilmte Unterricht durch die Anwesenheit der Kamera beeinflußt wird. Da Videostudien die Zielsetzung verfolgen, alltäglichen Unterricht repräsentativ zu dokumentieren, muss über mögliche Effekte der Erhebungssituation nachgedacht und nach Strategien zur Vermeidung von Invasivität gesucht werden.

Das Filmen im angestammten Klassenzimmer, in einer vertrauten Umgebung trägt dazu bei, dass sich Schüler sowie Lehrer, obwohl sie sich in einer ungewohnten Situation befinden, authentischer gerieren. Ein natürliches Verhalten der beteiligten Personen wird weiterhin unterstützt, indem möglichst wenig technisches Material eingesetzt und die dynamisch geführte Kamera im Hintergrund des Klassenzimmers aufgestellt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung videobasierter Unterrichtsanalysen ein und skizziert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Relevanz der Methode für die geschichtsdidaktische Forschung.

2 Vorteile von Videostudien: Dieses Kapitel erläutert die technischen Fortschritte und die methodischen Vorteile, insbesondere die gesteigerte Objektivität durch wiederholte Analysen sowie die Möglichkeit, Unterricht in seiner Prozesshaftigkeit abzubilden.

3 Nachteile bzw. methodologische Herausforderungen: Hier werden die kritischen Aspekte wie technischer Aufwand, Rekrutierungsschwierigkeiten, Datenschutz sowie das Problem der Invasivität diskutiert.

3.1 Datenerhebung: Der Fokus liegt auf der Schwierigkeit, repräsentative Stichproben zu rekrutieren, und den ethischen Fragen des Datenschutzes beim Filmen im Unterricht.

3.2 Invasivität und Kameraeffekte: Dieses Kapitel analysiert, ob und wie die Anwesenheit einer Kamera das Verhalten von Lehrenden und Lernenden beeinflusst und wie diese Effekte minimiert werden können.

3.3 Selektivität und Standardisierung der Aufzeichnung: Hier wird thematisiert, dass Videoaufnahmen immer nur Ausschnitte abbilden und eine Standardisierung notwendig ist, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

3.4 Digitalisierung und Transkription: Das Kapitel beschreibt den Prozess der Datenaufbereitung vom Rohmaterial zur detaillierten Verschriftlichung als notwendigen Schritt der analytischen Verlangsamung.

3.5 Die Wahl der Analyseeinheit: Es wird dargelegt, warum die Wahl der richtigen Analyseeinheit für den Erfolg der Auswertung entscheidend ist.

3.5.1 Niedrig inferente Kodierungen: Dieser Abschnitt erklärt den Nutzen von Kodierungen zur Erfassung von Dauer und Häufigkeit bestimmter Unterrichtsereignisse.

3.5.2 Hoch inferentes Qualitätsrating: Hier wird erläutert, wie durch interpretative Prozesse komplexe Merkmale der Unterrichtsqualität bewertet werden können.

4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst das Potenzial von Unterrichtsvideos für die Lehrerbildung zusammen und fordert die Entwicklung einer pädagogischen Kasuistik für das Fach Geschichte.

Schlüsselwörter

Videostudien, Unterrichtsforschung, Geschichtsdidaktik, empirische Methode, Datenerhebung, Invasivität, Kameraeffekt, Transkription, Analyseeinheit, Unterrichtsqualität, Lehrerbildung, Datenanalyse, Validität, Unterrichtsgeschehen, qualitative Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von Videostudien in der Unterrichtsforschung, wobei sowohl die Potenziale als auch die methodischen Probleme dieser empirischen Vorgehensweise kritisch beleuchtet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die technische Entwicklung, die Anforderungen an die Datenerhebung, der Umgang mit Kameraeffekten sowie die verschiedenen Verfahren zur Analyse der videografierten Daten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die spezifischen Vorteile von Videostudien für das Fach Geschichte darzustellen und gleichzeitig die in der Praxis auftretenden methodologischen Herausforderungen transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Diskussion existierender empirischer Literatur und methodischer Standards im Bereich der Videografie von Unterricht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Vorteile der Videotechnologie und eine detaillierte Analyse der methodischen Herausforderungen, wie die Datenerhebung, Standardisierung, Transkription sowie verschiedene Kodierungs- und Rating-Verfahren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Videostudien, Unterrichtsqualität, Invasivität, Lehrerbildung, Datenerhebung und Analyseeinheit.

Warum ist die „Wahl der Analyseeinheit“ so entscheidend für den Forschungserfolg?

Die Wahl der Analyseeinheit bestimmt, welche Aspekte des Unterrichts sichtbar gemacht werden können; eine falsche Wahl kann dazu führen, dass wichtige Informationen für die Fragestellung verloren gehen oder das Material nicht sinnvoll ausgewertet werden kann.

Wie unterscheiden sich niedrig inferente Kodierungen von hoch inferenten Qualitätsratings?

Niedrig inferente Kodierungen erfassen deskriptiv die Häufigkeit und Dauer von beobachtbaren Ereignissen, während hoch inferente Qualitätsratings auf interpretativen Prozessen basieren, um die Qualität von Unterrichtsereignissen ganzheitlich einzuschätzen.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Videostudie. Vor- und Nachteile einer empirischen Methode
College
University of Münster
Course
Geschichtsdidaktische Lehr- und Lernforschung
Grade
2,0
Author
Simone Bender (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V88644
ISBN (eBook)
9783638030045
ISBN (Book)
9783638927857
Language
German
Tags
Videostudie Geschichtsdidaktische Lehr- Lernforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Bender (Author), 2008, Videostudie. Vor- und Nachteile einer empirischen Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88644
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint