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Kleisthenes - Motive und Vorbilder seiner Reform

Title: Kleisthenes - Motive und Vorbilder seiner Reform

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Bender (Author)

World History - Early and Ancient History
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Person Kleisthenes und seiner Familientradition. Sie liefert zudem Einblicke in die Zielsetzung seiner Reform, wobei seine persönliche Motivation, die ihn zu der Reform bewegt hat, eine Rolle spielen soll. Aufgrund der spärlichen Quellenlage - die Hauptquellen zur Reform sind Herodot 5,66.69 und Aristoteles AP 21 - ist es schwierig genau zu bestimmen, welches Motiv Kleisthenes letztendlich bewegt hat, die sogenannte Phylenreform durchzuführen. Die Inschriften, mit ihren vielfältigen Angaben zu den Phylen, Trittyen und Demen, bilden die Basis der Forschungen zur Kleisthenischen Reform. Denn die Rekonstruktion der geographischen Lage und Zuordnung der Phylen, Trittyen und Demen zueinander zeigt das politische Ziel der Phylenordnung auf. Die Analyse der politischen Implikationen der Kleisthenischen Reform läßt Spekulationen auf persönliche Motive zu. Es ist zu bemerken, dass die einzelnen Aspekte der Reform nur im Hinblick auf Kleisthenes’ Beweggründe und Ziele genannt und deshalb einige Gesichtspunkte, wie zum Beispiel die einzelnen Institutionen, nicht erläutert werden. Die Hausarbeit versucht speziell der Fragestellung nachzugehen, ob Kleisthenes von persönlichen Intentionen gelenkt war bzw. ob er selbst von seiner Reform profitierte. In diesem Zusammenhang werden im 4. Kapitel mögliche Vorbilder für Kleisthenes’ politische Agitation vorgestellt, mit dieser verglichen und über historische Parallelen Analogien herausgearbeitet. Zentrales Untersuchungsmotiv dieser Arbeit wird die Interpretation der Reform nach pragmatischen Gesichtspunkten bilden, um nicht dem historistischen Fehler einer post festum durchgeführten ideologischen Lesart zu erliegen. Kleisthenes’ Familie wird in der Überlieferung nach einem Vorvater der männlichen Abstammungslinie namens Alkmaion, Alkmaioniden genannt. Ihren fiktiven Stammbaum führten die Alkmeoniden auf den angeblichen Urenkel des sagenhaften Nestors zurück. Kleisthenes’ Urgroßvater Megakles hatte als eponymer Archon im Jahr des gescheiterten Putschversuchs Kylons (um 630 v. Chr.) sich und seine Familie mit schwerer Blutschuld belastet, weil er zugelassen hatte, dass die Anhänger Kylons getötet wurden. Eine Generation später wurde Megakles Sohn, Alkmaion und seine Angehörigen deswegen verbannt. Erst unter Solon wurde ihnen die Rückkehr gestattet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Person Kleisthenes

2.1 Kleisthenes’ Familie und sein Werdegang

2.2 Die politische Auseinandersetzung mit Isagoras

3. Motive und Ziele der kleisthenischen Reform

3.1 Die Reform als Mittel zur Verbreiterung der Machtbasis von Kleisthenes

3.2 Die Reform als Mittel, die gentilizisch-lokalen

Abhängigkeitsverhältnisse zu beseitigen

3.3 Die militärische Aufrüstung als Ziel der Reform

4. Vorbilder für die Reform des Kleisthenes

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Person des Kleisthenes, seine familiäre Prägung sowie die Motive und Zielsetzungen seiner Reformen im Kontext der athenischen Demokratie. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob Kleisthenes primär von persönlichen Machtinteressen geleitet war oder ob die demokratischen Aspekte seiner Reformen eine bewusste politische Neugestaltung darstellten.

  • Biografie und politischer Werdegang des Kleisthenes
  • Untersuchung der Motive zur Phylenreform
  • Rolle der gentilizisch-lokalen Abhängigkeitsverhältnisse
  • Militärpolitische Dimensionen und Zielsetzungen der Reform
  • Vergleichende Analyse mit Vorbildern und Analogien

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Reform als Mittel zur Verbreiterung der Machtbasis von Kleisthenes

G.R. Stanton, als ein Vertreter der angelsächsischen Forschung genannt und früher Hans Schaefer, vertreten die Meinung, dass es Kleisthenes vorrangiges Ziel war, mit seiner Phylenreform die eigene lokale Machtbasis zu vergrößern und institutionell zu sichern, sowie die seiner Gegner zu zerschlagen. Diese Position beruht auf der Interpretation der Aussage Herodots in der er beschreibt, dass Kleisthenes das Volk in seine hetairien aufgenommen hat. Zudem benennt die Quelle den Grund dieser politischen Handlung, der darin lag die Oberhand gegenüber Kleisthenes’ Gegner Isagoras zu gewinnen. Diese einschätzende Bewertung Herodots läßt darauf schließen, dass die Vorgehensweise, das Selbstbewußtsein der attischen Bürger zu stärken, indem er sie am Prozeß der politischen Willensbildung beteiligte, zunächst jedenfalls von persönlichem Interesse gelenkt war.

Die weiterführende Argumentation dieses Standpunktes beruht auf der Untersuchung der geographischen Zusammenstellung von Küsten- und Binnenlandtrittyen bei den Phylen I (Erekhteis), X (Antiokhis) und mit Vorbehalt bei Phyle VII (Kekropis). Dieser Untersuchung zufolge sind Alkmeoniden in die drei Asty-Demen Agryle, Xypete und Alopeke eingeschrieben worden, die Kleisthenes wiederum drei verschiedenen Asty-Trittyen in den Phylen I, VII und X zugeordnet hat, um im Südwesten Attikas alte Anhängerschaften seines Hauses möglichst geschlossen in die neue Organisation einzubringen. Durch diese Konstellation könnte es möglich gewesen sein, Beschlüsse des Rates und der Ekklesia zu manipulieren. Allerdings lassen sich für die archaische Polis Athen keine weiträumigen Einflussbereiche einzelner Adelsgeschlechter mit dauerhaften Klientelen nachweisen. Allenfalls hat es verstreute lokale Anknüpfungspunkte für die Bildung von hetairien einzelner Aristokraten gegeben. Zudem sind Umfang und Lage der Besitzungen der Familie des Kleisthenes, die kein Gentilverband mit gemeinsamem Besitz war, ungeklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach den persönlichen Motiven des Kleisthenes und der Interpretation seiner Reform vor dem Hintergrund der spärlichen Quellenlage dar.

2. Zur Person Kleisthenes: Dieses Kapitel behandelt den familiären Hintergrund des Kleisthenes als Alkmeonide sowie seine Rolle in der politischen Auseinandersetzung um das Archontat gegen Isagoras.

3. Motive und Ziele der kleisthenischen Reform: Hier werden verschiedene Forschungsansätze diskutiert, die die Reform als Mittel zur Machtstärkung, zur Aufhebung alter Abhängigkeiten oder als militärische Neuordnung interpretieren.

4. Vorbilder für die Reform des Kleisthenes: Das Kapitel analysiert kulturpolitische Parallelen zur Tyrannis des Peisistratos und vergleicht die Reformen des Kleisthenes mit denen seines Großvaters in Sikyon.

5. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reformen primär der Schwächung rivalisierender adliger Häuser dienten und die demokratischen Folgen eher als Nebenprodukt zu werten sind.

Schlüsselwörter

Kleisthenes, Alkmeoniden, Phylenreform, Athenische Demokratie, Isagoras, Hetairien, Trittyen, Demen, Hopliten, Peisistratos, Isonomia, Aristokratie, politische Machtbasis, Reformmotive, antike Polis

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Person des Kleisthenes, seine familiären Hintergründe sowie die verschiedenen Interpretationsansätze zu den Motiven und Zielen seiner berühmten Phylenreform in Athen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Quellenkritik, der Kampf der Aristokratie um Macht, die strukturelle Umgestaltung der attischen Bürgerschaft sowie historische Vergleiche mit der Tyrannis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob Kleisthenes die Reform aus pragmatischem, persönlichem Machtkalkül vorantrieb oder ob sie eine gezielte demokratische Transformation der Gesellschaft darstellte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie antike Quellen wie Herodot und Aristoteles mit moderner Forschungsliteratur vergleicht und kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Familie des Kleisthenes, die Machtkämpfe gegen Isagoras, die Funktion der Reform als Machtinstrument gegen den Adel und die Bedeutung militärischer Aspekte wie der Hopliten-Organisation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kleisthenes, Phylenreform, Alkmeoniden, athenische Demokratie, Isonomia und Machtkalkül charakterisiert.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Trittyen?

Die Trittyen werden als komplexes Gelenkstück zwischen Demen und Phylen angesehen, dessen Zweck über eine rein militärische Rekrutierung hinausging und maßgeblich der politischen Umstrukturierung diente.

Inwiefern beeinflussten Vorbilder die Reform?

Die Arbeit legt dar, dass Kleisthenes Taktiken des Peisistratos übernahm und an den Reformen seines Großvaters in Sikyon anknüpfte, um den Einfluss rivalisierender Adelsgeschlechter systematisch zu unterbinden.

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Details

Title
Kleisthenes - Motive und Vorbilder seiner Reform
College
University of Münster  (Seminar für Alte Geschichte)
Course
Die athenische Demokratie
Grade
2,0
Author
Simone Bender (Author)
Publication Year
2006
Pages
17
Catalog Number
V88646
ISBN (eBook)
9783638030069
ISBN (Book)
9783638927871
Language
German
Tags
Kleisthenes Motive Vorbilder Reform Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Bender (Author), 2006, Kleisthenes - Motive und Vorbilder seiner Reform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88646
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