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Unternehmenssteuerreform 2008 - Die Thesaurierung von Gewinnen einer Personengesellschaft

Ein systematischer Überblick über die geplanten Änderungen

Title: Unternehmenssteuerreform 2008 - Die Thesaurierung von Gewinnen einer Personengesellschaft

Seminar Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sabine Bräuniger (Author)

Law - Tax / Fiscal Law
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Jährlich zieht es zahlreiche, ursprünglich in Deutschland ansässige Unternehmen, ins Ausland. Sie verlegen entweder ihren kompletten Firmensitz dorthin, oder aber eröffnen eine ausländische Betriebsstätte dort. Neben den niedrigeren Lohn- und Lohnnebenkosten ist es vor allem der steuerlich Aspekt der die Unternehmen zu diesem Schritt bewegt. Die im Ausland erwirtschafteten Gewinne werden auch dort besteuert und so gehen dem Deutschen Fiskus jährlich Milliarden an Steuereinnahmen verloren.
Deutschland liegt mit einem derzeitigen Spitzensteuersatz von 42 % zwar über den in vielen europäischen Nachbarländern geltenden Steuersätzen. Der niedrigste Spitzensteuersatz mit 19 % wird in der Slowakei veranschlagt, 32 % in Tschechien, 40 % in Polen und 41,8 % in den USA. Jedoch befinden wir uns dennoch im Mittelfeld. In Dänemark liegt dieser beispielsweise bei 59 %, in Belgien bei 53,3 % und in Österreich 50 %.
Für Kapitalgesellschaften werden in Deutschland pauschal 25 % Körperschaftssteuer fällig, zusätzlich Solidaritätszuschlag i. H. v. 5,5 % und die sich nach dem jeweiligen Hebesatz der Gemeinde berechnende Gewerbesteuer. So kommt beispielsweise eine GmbH in Deutschland bei einem Hebesatz für die Gewerbesteuer von 400 % und einer Gewerbesteuermesszahl von 5, auf eine Gesamtsteuerlast von 38,65 % auf der Ebene der Gesellschaft. Dies bedeutet die Spitzenposition im internationalen Vergleich.
Für inländische ansässige Personengesellschaften wie z. B. KG oder OHG wird die Besteuerung von Gewinnen nach dem sog. Transparenzprinzip auf der Ebene der Gesellschafter durchgeführt. Demnach unterliegen diese Gewinne der normalen Ein-kommensteuertabelle mit einem Spitzensteuersatz von 42 % zzgl. Solidaritätszuschlag. In der Summe liegt die Gesamtsteuerbelastung von Personengesellschaften derzeit bei einem Gewerbesteuerhebesatz von 400 % und einer Messzahl von 5, bei insgesamt 45,68 %.
Daraus ergibt sich ein derzeitiges Ungleichgewicht in der steuerlichen Belastung von Kapital- und Personengesellschaften von 7,03 % zugunsten der Kapitalgesellschaften.
Die Gesamtsteuerbelastung in Deutschland liegt somit weit über der von anderen europäischen Ländern und die „Flucht ins Ausland“ ist aus Sicht der Unternehmen völlig nachvollziehbar. Nun sollen im Zuge der Unternehmenssteuerreform 2008 Änderungen in Hinblick auf die Steuerbelastung für Unternehmen vorgenommen werden, um so wieder Attraktivität für Investitionen im Inland zu schaffen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG

2 DER WEG ZUR UNTERNEHMENSSTEUERREFORM 2008

2.1 Ziele der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008

2.2 Derzeitige steuerliche Belastung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften im Vergleich

3 GEPLANTE ÄNDERUNGEN DURCH § 34A ESTG-E

3.1 Keine Thesaurierung / Vollausschüttung

3.2 Vollthesaurierung von Unternehmensgewinnen

3.3 Teilthesaurierung/ Thesaurierung von anteiligen Gewinnen

3.4 Praktische Durchführung / Kontenbildung für einbehaltene Gewinne

4 KRITISCHE STELLUNGNAHME ZU ERFOLGSAUSSICHTEN

5 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der geplanten Änderungen im Rahmen des § 34a EStG-E zur Thesaurierungsbegünstigung von nicht entnommenen Gewinnen bei Personengesellschaften sowie die Überprüfung der Praxistauglichkeit und der angestrebten Rechtsformneutralität im Vergleich zu Kapitalgesellschaften.

  • Analyse der steuerlichen Situation vor und nach der Reform 2008
  • Untersuchung der Auswirkungen von Thesaurierungsquoten auf die Gesamtsteuerbelastung
  • Kritische Würdigung der administrativen Anforderungen und Kontenbildung
  • Evaluierung der Zielerreichung hinsichtlich Rechtsformneutralität und Standortattraktivität

Auszug aus dem Buch

3.1 Keine Thesaurierung / Vollausschüttung

Zunächst soll die Berechnung der Steuerbelastung nach geplanten Änderungen des § 34a EStG-E bei Vollausschüttung der Gewinne dargestellt werden. Es kommt also zu keiner begünstigten Besteuerung von thesaurierten Gewinnen. Hier wird auf eine Thesaurierungsrücklage verzichtet. Veränderungen ergeben sich jedoch allein schon durch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes von 42 % auf 45 % ab dem VZ 2008, sog. „Reichensteuer“. Das bereits bei der jetzigen Betrachtung der Auswirkungen ein Spitzensteuersatz von 45 % zugrunde gelegt werden muss, ergibt sich zwangsläufig aus der Tatsache, dass der gem. § 32c EStG bestimmte Zeitraum für die Geltung des Steuersatz von 42 % nur noch für den VZ 2007 anzuwenden ist. Ab dem VZ 2008 muss gem. § 32a Abs. 1, Satz 2 Nr. 5 EStG ein Spitzensteuersatz von 45 % auch auf die gewerblichen Einkünfte angewandt werden.

Ebenfalls Veränderungen ergeben sich durch die Absenkung der Gewerbesteuermesszahl von 5 auf 3,5 und der Erhöhung des Anrechnungsfaktors für die Gewerbesteuer von 1,8 auf 3,8. Die Gewerbesteuer ist nicht mehr als Betriebsausgabe abzugsfähig. Somit gleicht die Erhöhung des Anrechnungsfaktors lediglich die Nichtabziehbarkeit aus, es kommt zu keiner Steuerentlastung. Weiterhin wird die Körperschaftssteuer von 25 % auf 15 % abgesenkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINFÜHRUNG: Diese Einleitung stellt die aktuelle Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen im internationalen Vergleich dar und erläutert die steuerliche Ungleichbehandlung von Personen- und Kapitalgesellschaften als Ausgangspunkt der geplanten Reform.

2 DER WEG ZUR UNTERNEHMENSSTEUERREFORM 2008: Dieses Kapitel erläutert den politischen Entstehungsprozess der Reform 2008 basierend auf dem Koalitionsvertrag und den Zielsetzungen zur Steigerung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

2.1 Ziele der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008: Hier werden die zentralen Intentionen der Reform wie die Senkung der Steuerbelastung von Kapitalgesellschaften und die Förderung der Rechtsformneutralität durch Thesaurierungsbegünstigungen dargelegt.

2.2 Derzeitige steuerliche Belastung von Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften im Vergleich: Dieses Kapitel liefert eine Gegenüberstellung der steuerlichen Ausgangslage vor der Reform anhand eines Modellfalls, um die bestehende steuerliche Mehrbelastung von Personengesellschaften zu verdeutlichen.

3 GEPLANTE ÄNDERUNGEN DURCH § 34A ESTG-E: Es werden die Grundzüge des neuen § 34a EStG-E zur Begünstigung thesaurierter Gewinne bei Personengesellschaften sowie die allgemeinen Voraussetzungen für die Inanspruchnahme erläutert.

3.1 Keine Thesaurierung / Vollausschüttung: Dieses Unterkapitel analysiert die steuerlichen Konsequenzen für Personengesellschaften bei einer vollständigen Ausschüttung der Gewinne unter Einbeziehung der erhöhten Spitzensteuersätze ab 2008.

3.2 Vollthesaurierung von Unternehmensgewinnen: Der Fokus liegt hier auf der steuerlichen Belastung bei einer vollständigen Einbehaltung der Gewinne unter Ausnutzung der neuen Thesaurierungsbegünstigung.

3.3 Teilthesaurierung/ Thesaurierung von anteiligen Gewinnen: Hier wird die steuerliche Auswirkung in Abhängigkeit verschiedener Thesaurierungsquoten analysiert, um die Belastungsunterschiede bei teilweiser Einbehaltung der Gewinne aufzuzeigen.

3.4 Praktische Durchführung / Kontenbildung für einbehaltene Gewinne: Dieses Kapitel thematisiert die administrativen Anforderungen an die gesellschafterbezogene Kontenführung und die notwendige Rücklagenbildung gemäß den neuen gesetzlichen Vorgaben.

4 KRITISCHE STELLUNGNAHME ZU ERFOLGSAUSSICHTEN: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit der geplanten Maßnahmen, insbesondere im Hinblick auf die tatsächliche Vereinfachung des Steuerrechts und die Zielsetzung der Rechtsformneutralität.

5 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Reform als wichtigen, aber in der Ausgestaltung noch verbesserungswürdigen Ansatz, der individuelle steuerliche Beratung wichtiger denn je macht.

Schlüsselwörter

Unternehmenssteuerreform 2008, § 34a EStG-E, Thesaurierungsbegünstigung, Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften, Rechtsformneutralität, Spitzensteuersatz, Gewerbesteuer, Unternehmensbesteuerung, Gesamtsteuerbelastung, Steuerplanung, Thesaurierungsquote, Steuerreform, Steuerbelastung, Steuerentlastung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der geplanten Unternehmenssteuerreform 2008 auf Personengesellschaften, insbesondere den neuen § 34a EStG zur Begünstigung von thesaurierten Gewinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Thesaurierungsbegünstigung, die steuerliche Belastung von Personen- und Kapitalgesellschaften sowie die administrative Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Prüfung, ob durch die geplanten Änderungen eine echte Rechtsformneutralität erreicht werden kann und wie praktikabel die vorgesehenen Regelungen für Unternehmen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine vergleichende Analyse sowie Beispielrechnungen, um die steuerlichen Auswirkungen unter verschiedenen Szenarien darzustellen und zu evaluieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Thesaurierungsvarianten, dem Vergleich der Steuerbelastungen sowie den praktischen Anforderungen an die Kontenbildung und Rücklagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Unternehmenssteuerreform, § 34a EStG, Thesaurierungsbegünstigung, Rechtsformneutralität und Personengesellschaften charakterisieren.

Wie wirkt sich die neue "Reichensteuer" auf die Analyse aus?

Die Autorin berücksichtigt, dass der ab 2008 geltende höhere Spitzensteuersatz von 45 % die erhofften Entlastungseffekte der Reform teilweise wieder aufhebt.

Welche Kritik äußert die Autorin an der praktischen Umsetzung?

Sie kritisiert die zunehmende Komplexität und den bürokratischen Aufwand für die Unternehmen sowie das erhöhte Missbrauchsrisiko bei der gesellschafterbezogenen Kontenführung.

Warum wird die Erreichung der Rechtsformneutralität angezweifelt?

Die Autorin argumentiert, dass die Begünstigungen nur für wenige große Personengesellschaften relevant sind und zudem verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich des Gleichheitssatzes bestehen könnten.

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Details

Title
Unternehmenssteuerreform 2008 - Die Thesaurierung von Gewinnen einer Personengesellschaft
Subtitle
Ein systematischer Überblick über die geplanten Änderungen
College
Schmalkalden University of Applied Sciences  (Fachbereich Wirtschaftsrecht)
Course
Seminar im Schwerpunkt Betrieb und Steuern
Grade
1,0
Author
Sabine Bräuniger (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V88672
ISBN (eBook)
9783638032063
ISBN (Book)
9783638929158
Language
German
Tags
Unternehmenssteuerreform Thesaurierung Gewinnen Personengesellschaft Seminar Schwerpunkt Betrieb Steuern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabine Bräuniger (Author), 2007, Unternehmenssteuerreform 2008 - Die Thesaurierung von Gewinnen einer Personengesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88672
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