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Emotionale Matrizen und ihre möglichen Auswirkungen auf unser Lernverhalten

Title: Emotionale Matrizen und ihre möglichen Auswirkungen auf unser Lernverhalten

Seminar Paper , 2008 , 15 Pages

Autor:in: Arne Graf (Author)

Pedagogy - Adult Education
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Was ist die Wahrheit? Zu dieser Frage gibt es zahlreiche Antworten. Eine Theorie, die diese Frage versucht zu beantworten ist die konstruktivistische Erkenntnistheorie. Unabhängig von den Unterschieden in den konstruktivistischen Lehren, möchte ich in meiner Ausarbeitung zu dem Thema nicht nur auf die rein kognitive Konstruktion einer Realität eingehen, sondern auch aufzeigen, welchen Einfluss Emotionen dabei haben.
Erkenntnisse, wie die eigenen Emotionen sich auf das Lernen auswirken sind noch recht neu und werden vor allem aus neuen Erkenntnissen der Hirnforschung gestützt bzw. es werden die „Verflechtungen mit Wahrnehmung und Denken, wie Verhalten immer genauer aufgedeckt“. Luc Ciompi spricht hierbei auch von einer emotionalen Wende, die der kognitiven Wende in den 70er Jahren folgte.
Und obwohl unsere Emotionen unser Leben be- bzw. mitbestimmen, werden sie in der Bildung nicht berücksichtig. Gefühle wurden lange Zeit in der Neurowissenschaft zusammen mit den Instinkten und Reflexen im Gehirnstamm angesiedelt. Nach alter Auffassung zeichnen sich Menschen durch die überwölbte Großhirnrinde aus, in der man bis heute die höchste Hirnleistung nachgewiesen hat, die Kognition.
Nach Rolf Arnold soll sich die Bildung in Zukunft sogar an Konzepten der Emotionspsychologie und Tiefenpsychologie orientieren. Rolf Arnold geht es nicht nur um das bloße Aneignen vom kognitiv erlernbaren Wissen, sondern auch darum, wie Emotionen unsere Wahrnehmung beeinflussen und unser Realitätserleben für das Subjekt plausibel erscheinen lässt.
Gefordert wird neuerdings, vor allem durch das Wirken der Medien eine Ausrichtung pädagogischen Handelns nicht nur an der empirischen Forschung, sondern auch einem naturwissenschaftlichen Ideal nachzukommen, wie es in der Psychologie ausgeübt wird.
Lehren und Lernen soll plan- und steuerbar gemacht werden. Die Frage ist bloß, warum dies bis dato nicht möglich ist. Die Antwort von Rolf Arnold hierauf ist, dass zur Kognition die Emotion schlichtweg ausgeklammert wird. Dazu zählen „die Emotionen des Menschen, die Entstehung von Emotionen in der individuellen
Entwicklung und ihre Verbindung zum rationalen Denken.“
Welche Auswirkungen haben nun also emotionen auf unsere Wahrnehmung? Und was genau sind Emotionen? Und welche Auswirkungen haben sie auf die Lehr-/Lernsituation?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

3. Denken und Lernen mit Gefühlen

3.1. Wirkung der Gefühle Verhalten aus neurobiologischer Sicht

3.2 Auswirkung der Gefühle auf unser Denken aus theoretischer Sicht

4 Hirnbiologische Grundlagen

4.1 Hirnbiologische Grundlagen von Lernen

4.2 Die Konsolidierung der Gedächtnisspur

5. Emotionale Matrizen

6. Die Rolle der Emotionen bei der Informationsverarbeitung

7. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Emotionen auf Wahrnehmungs- und Lernprozesse unter Einbezug neurobiologischer und konstruktivistischer Erkenntnisse, um die Bedeutung emotionaler Prägungen für das menschliche Denken und Verhalten aufzuzeigen.

  • Die Wechselwirkung zwischen Kognition und Emotion
  • Neurobiologische Grundlagen des Lernens und des limbischen Systems
  • Konzeptualisierung emotionaler Matrizen und Denkmuster
  • Bedeutung von Emotionen für die Informationsverarbeitung
  • Pädagogische Implikationen für die Gestaltung von Lernsituationen

Auszug aus dem Buch

3.1. Wirkung der Gefühle Verhalten aus neurobiologischer Sicht

Die beiden Neurobiologen Joseph LeDoux und Antonio Damasio haben herausgefunden, dass Handeln und Denken nicht nur von der Kognition aus gesteuert wird, sondern, dass Emotionen ein zielgerichtetes Denken und Handeln erst möglich machen und somit nicht, wie früher vermutet, eine Emotion bloß ein Reflex ist. In ihren Forschungen zeigte sich, dass eine Vernunft, einzig auf Kognition basierend, nicht möglich ist. Wird das limbische System (Gefühlszentrum) gestört im Sinne von verletzt, werden Lebewesen gefühllos. Diese Gefühllosigkeit bewirkt, dass Menschen anfangen, sich unvernünftig ihrer Umwelt gegenüber zu verhalten.

Aus eigenem Verhalten kann nicht mehr gelernt werden und Gefahren werden falsch eingeschätzt. Es ist ein klarer Unterschied zu erkennen in Wissen und Handeln. Die Situation wurde zwar als Gefahr erkannt, jedoch konnte nicht dementsprechend gehandelt werden. Also war es nicht möglich, aus dem Wissen heraus ein Handeln abzuleiten, woraus schlussfolgernd angenommen werden kann, dass vernünftiges Handeln nur in Kombination von Emotion und Kognition möglich ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die konstruktivistische Erkenntnistheorie und die Notwendigkeit, Emotionen in Bildungskontexten stärker zu berücksichtigen.

2. Definitionen: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie Affekt, Emotion, Gefühl, Stimmung, Affektlogik, Kognition und Lernen definiert und in den Kontext der Arbeit gestellt.

3. Denken und Lernen mit Gefühlen: Hier wird die neurobiologische und theoretische Sicht auf die steuernde Rolle von Emotionen beim Denken und Handeln erläutert.

4 Hirnbiologische Grundlagen: Dieses Kapitel beschreibt die Funktionen verschiedener Hirnareale und vertieft die Mechanismen der Gedächtniskonsolidierung.

5. Emotionale Matrizen: Der Autor erläutert die Theorie der Autopoiesis und wie früh geprägte emotionale Muster als Filter unserer Wirklichkeitswahrnehmung dienen.

6. Die Rolle der Emotionen bei der Informationsverarbeitung: Das Kapitel untersucht, wie emotional relevante Informationen die Speicherung und den Abruf von Wissen im episodischen und semantischen Gedächtnis beeinflussen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Weltwahrnehmung stark durch emotionale Muster geprägt ist und plädiert für eine bewusstere Thematisierung dieser Prozesse in Bildungseinrichtungen.

Schlüsselwörter

Emotionen, Kognition, Lernpsychologie, Limbisches System, Affektlogik, Konstruktivismus, Gedächtnis, Wahrnehmung, Hirnforschung, Emotionale Matrizen, Informationsverarbeitung, Bildung, Neurobiologie, Wirklichkeitskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Emotionen und Kognition sowie deren maßgeblichen Einfluss auf Lern- und Wahrnehmungsprozesse des Menschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Neurobiologie des Lernens, der konstruktivistischen Sicht auf Wirklichkeit und der Bedeutung emotionaler Muster bei der Informationsverarbeitung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass vernünftiges Handeln und Lernen untrennbar mit Emotionen verknüpft sind und dass Bildung diese emotionalen Grundlagen stärker einbeziehen muss.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und integriert Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Emotionspsychologie und dem Konstruktivismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert neurobiologische Grundlagen des Gehirns, definiert zentrale Fachbegriffe und diskutiert theoretische Modelle zur emotionalen Steuerung von Lernprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Emotionen, Kognition, limbisches System, Lernen, Konstruktivismus und die Affektlogik.

Was versteht man unter dem vom Autor beschriebenen "Container"?

Der "Container" ist ein Bild für die durch frühe emotionale Muster verengte Wahrnehmung, in der sich Menschen bewegen und an deren Grenzen sie bei der Aufnahme von Neuem stoßen.

Warum ist das limbische System für das Lernen so bedeutend?

Nach den angeführten Forschungen gilt das limbische System als zentrales Verhaltensbewertungssystem, ohne das sinnvolles Verhalten, Lernen und Gedächtnisbildung nicht möglich wären.

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Details

Title
Emotionale Matrizen und ihre möglichen Auswirkungen auf unser Lernverhalten
College
University of Hannover
Author
Arne Graf (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V88705
ISBN (eBook)
9783638040051
ISBN (Book)
9783640334087
Language
German
Tags
Emotionale Matrizen Auswirkungen Lernverhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arne Graf (Author), 2008, Emotionale Matrizen und ihre möglichen Auswirkungen auf unser Lernverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88705
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