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Das fragile-X-Syndrom

Title: Das fragile-X-Syndrom

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Rebecca Hasenclever (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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„Das fragile-X-Syndrom gilt als die zweithäufigste ererbte Ursache einer geistigen Behinderung nach dem Down-Syndrom“ (s. Sarimski 1997, S.113). Diese Aussage hat mich sehr überrascht, da ich vom fragilen-X-Syndrom zuvor noch nichts gehört hatte. Auch in der Bibliothek war im Vergleich zum Down-Syndrom nur wenig zu finden. Daraus kann man schließen, dass das fragile-X-Syndrom trotz hoher Prävalenz vielen Menschen weitgehend unbekannt ist. Ich wählte dieses Syndrom für mein Referat schließlich auch, weil ich mich mit einem mir unbekannten Syndrom beschäftigen wollte.
Über die Häufigkeit des Syndroms nennt die Literatur sehr unterschiedliche Zahlen oder will sich auch nicht festlegen. Die Zahlen gehen von 1:5000 bis 1:1000. „Im Schnitt beträgt die Häufigkeit 1:1200 bei Männern und 1:2500 bei Frauen“(siehe Wikipedia: fragiles-X-Syndrom).
Man geht davon aus, dass die Zahlen noch viel höher sind, da durch den geringen Bekanntheitsgrad der Krankheit viele Menschen mit geistiger Behinderung vermutlich nur nicht mit diesem Syndrom diagnostiziert wurden. „Bei Screening-Untersuchungen in Einrichtungen für Behinderte fand sich zum Beispiel bei 8% der Betroffenen, deren Diagnose bis dahin ungeklärt war ein fragiles-X-Syndrom“ (siehe Sarimski 1997, S. 114).
In dieser Arbeit möchte ich im ersten Teil kurz auf die Geschichte eingehen und klinischen Aspekte dieses Syndroms erläutern.
Im zweiten Teil werde ich mich mit der genetischen Ursache beschäftigen. Dazu habe ich mir vor allem folgende Fragen gestellt:
Warum hat das X-Chromosom eine brüchige Stelle? Wieso bewirkt eine brüchige Stelle im Chromosom eine Behinderung? Warum sind Männer öfter von diesem Syndrom betroffen als Frauen?
Ein weiteres wichtiges Thema ist meiner Meinung nach die Frage nach der Vererbung. Ist dieses fragile-X-Syndrom vererbbar? Wenn ja, wer ist der Überträger? Gerade in der heutigen Zeit, in der die Pränataldiagnostik immer mehr von schwangeren Frauen zur Vorsorge gefordert wird, da die Gesellschaft „gesunde Kinder“ will, sind diese Fragen sehr aktuell. Darauf aufbauend ist es auch wichtig auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder zu achten. Denn auch diese wären z. B. in einem Gespräch mit einer schwangeren Frau zu erwähnen. Den Schwerpunkt werde ich auf das Thema kognitive Entwicklung legen indem ich die Stärken und Schwächen aufzählen und sich die daraus ergebenen Lehrmethoden erläutern werde. Am Schluss gehe ich noch kurz auf die restlichen psychologischen Aspekte ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Physische und medizinische Aspekte des fragilen-X-Syndroms

2.1 Das äußere Erscheinungsbild

2.2 Die Fertilität

3. Geschichtliches

4. Diagnose

4.1 Pädagogische Identifikation

4.2 Genetische Diagnose

5. Genetische Ursache

5.1 Eine brüchige Stelle führt zu einer Behinderung

5.2 Warum sind Männer häufiger betroffen?

5.3 Die Vererbung

5.3.1Der X-chromosomal rezessive Erbgang

5.3.2 Abweichungen vom X-chromosomalen Erbgang bei der Vererbung des fragilen-X-Syndrom

6. Kognitive Entwicklung

6.1 Der IQ bei Menschen mit dem fragilen-X-Syndrom

6.2 Möglichkeiten der Förderung

6.2.1 Gestaltung der Lernumgebung

6.2.2 Lehrmethoden

Vorbereiten auf den Unterricht

Heranführen an die Arbeitsaufgaben

6.2.2.1 Lehrmethoden unter Berücksichtigung der kognitiven Stärken

6.2.2.2 Lehrmethoden unter Berücksichtigung der kognitiven Schwächen

7. Weitere psychologische Aspekte des fragilen-X-Syndroms

7.1 Sprachliche Entwicklung

7.2 Verhaltensmerkmale

7.3 Sozial-adaptive Fähigkeiten

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das weitgehend unbekannte Fragile-X-Syndrom im pädagogischen Kontext zu beleuchten, die genetischen Grundlagen zu erklären und evidenzbasierte Förderansätze für betroffene Kinder und Jugendliche aufzuzeigen, um deren soziale Integration zu verbessern.

  • Klinisches Erscheinungsbild und medizinische Charakteristika
  • Genetische Ursachen und Vererbungsmechanismen
  • Diagnostische Verfahren und die Bedeutung pädagogischer Identifikation
  • Ätiologieorientierte Förderkonzepte und Gestaltung der Lernumgebung
  • Psychologische Aspekte wie Sprachentwicklung und Verhaltensmerkmale

Auszug aus dem Buch

2.1 Das äußere Erscheinungsbild

Phänotypische Merkmale der Menschen mit dem fragilen-X-Syndrom lassen sich in drei Leitsymptome einordnen: (Gilt für etwa 60% der männlichen Betroffenen)

1. Minderbegabung (Lernbehinderung bis mittelschwere geistige Behinderung).

2. Gesichtsanomalien (große Ohren, längliches schmales Gesicht, dicke Nasenflügel und breite Nasenscheidewand)

3. Macroorchie (Hodenvergrößerung)

Die Hodenvergrößerung ist ein wichtiges Symptom, das in 70-90% der Fälle auftritt, und oft schon vor der Pubertät zu erkennen ist (vgl. Neuhäuser 2004, S. 117).

Aufgrund einer allgemeinen Muskelhypotonie, welche auch im Gesicht zu erkennen ist, steht der Mund oft offen. Ebenso sind oft über-streckbare Gelenke und Senk- bzw. Plattfüße zu erkennen. Außerdem sind eine Vierfingerfurche, ein hoher Gaumen, blaßblaue Augen, Strabismus (Schielen) und Nystagmus (zittern des Augapfels) typische Charakteristika. Auch die auf dem Foto hochstehende, gewölbte Stirn ist ein häufiges Merkmal.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Wahl des Themas durch die hohe Prävalenz bei gleichzeitigem geringem Bekanntheitsgrad und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur Genetik und Förderung.

2. Physische und medizinische Aspekte des fragilen-X-Syndroms: Dieses Kapitel beschreibt die typischen phänotypischen Merkmale, wie Minderbegabung und Gesichtsveränderungen, sowie Aspekte der Fertilität bei den Betroffenen.

3. Geschichtliches: Es wird der Weg von der Erstbeschreibung als Martin-Bell-Syndrom 1943 bis zur molekulargenetischen Entdeckung des FMR-1 Gens 1992 nachgezeichnet.

4. Diagnose: Der Fokus liegt auf der Bedeutung der Früherkennung durch Pädagogen mittels Checklisten sowie dem Vergleich zwischen zytogenetischer und moderner molekulargenetischer Diagnostik.

5. Genetische Ursache: Dieses Kapitel erläutert die Trinukleotid-Repeat-Verlängerung als Ursache der Gen-Inaktivierung und erklärt die geschlechtsgebundenen Unterschiede sowie die komplexen Erbgänge.

6. Kognitive Entwicklung: Hier werden IQ-Profile analysiert und konkrete ätiologieorientierte Förderstrategien zur Strukturierung der Lernumgebung und Lehrmethodik vorgestellt.

7. Weitere psychologische Aspekte des fragilen-X-Syndroms: Neben der Kognition werden die sprachliche Entwicklung, spezifische Verhaltensweisen wie Hyperaktivität sowie sozial-adaptive Fähigkeiten betrachtet.

8. Fazit: Die Autorin resümiert die Notwendigkeit einer verbesserten Aufklärung und interdisziplinären Zusammenarbeit, um Betroffene und Familien optimal zu unterstützen.

Schlüsselwörter

Fragiles-X-Syndrom, geistige Behinderung, FMR-1 Gen, Genmutation, Vererbung, Pädagogische Identifikation, Förderkonzept, Lernumgebung, kognitive Entwicklung, Sprachstörung, Verhaltensmerkmale, soziale Integration, Pränataldiagnostik, Trinukleotid-Repeat, Inklusion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit behandelt das Fragile-X-Syndrom als eine der häufigsten erblichen Ursachen für geistige Behinderungen, mit einem besonderen Fokus auf pädagogische Förderansätze.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der medizinischen Beschreibung, den genetischen Ursachen, der diagnostischen Identifikation sowie spezifischen Strategien für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Wissen über das Syndrom zu verbreiten, damit Pädagogen und Ärzte frühzeitig Verdachtsmomente äußern und betroffene Kinder durch gezielte Förderung besser in den Alltag integrieren können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Aufarbeitung klinischer Studien sowie entwicklungspsychologischer Erkenntnisse zur Diagnostik und Intervention.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die genetische Herleitung, die Darstellung kognitiver Stärken und Schwächen sowie detaillierte Empfehlungen zur Gestaltung von Unterricht und Lernumgebungen.

Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fragiles-X-Syndrom, FMR-1 Gen, Pädagogische Identifikation, Förderkonzept, soziale Integration und Genmutation charakterisiert.

Warum sind Männer häufiger betroffen als Frauen?

Da Männer nur ein X-Chromosom besitzen, kann das defekte Gen bei ihnen nicht durch ein gesundes zweites X-Chromosom kompensiert werden, was den vollen Ausprägungsgrad des Syndroms zur Folge hat.

Welche Rolle spielt die "Pädagogische Identifikation" für die Diagnose?

Da viele Betroffene anfangs unentdeckt bleiben, obliegt Lehrern und Betreuern die wichtige Aufgabe, über Checklisten Auffälligkeiten zu identifizieren, um den Weg für eine molekulargenetische Absicherung durch Mediziner zu ebnen.

Wie kann die Lernumgebung für Betroffene optimal gestaltet werden?

Es wird eine klare Strukturierung des Tagesablaufs, die Reduktion sensorischer Reize und die Schaffung eines Rückzugsraums empfohlen, um Nervosität abzubauen und die Konzentrationsfähigkeit zu erhöhen.

Warum ist der Transfer von erlerntem Wissen schwierig?

Betroffene haben Schwierigkeiten, im Unterricht Gelernte auf reale Lebenssituationen zu übertragen, weshalb praxisnahe Übungen, etwa beim Umgang mit Geld in realen Einkaufsgeschäften, essenziell sind.

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Details

Title
Das fragile-X-Syndrom
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für Sonderpädagogik)
Grade
1,3
Author
Rebecca Hasenclever (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V88706
ISBN (eBook)
9783638033329
ISBN (Book)
9783638930284
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Hasenclever (Author), 2006, Das fragile-X-Syndrom, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88706
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