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Gewalt für die Demokratie?

Die Kampfverbände von SPD und SDAP (1932-1934) im Vergleich

Title: Gewalt für die Demokratie?

Thesis (M.A.) , 2007 , 113 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Sascha Brejora (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Beschäftigt man sich mit der Geschichte Deutschlands und Österreichs zwischen den beiden Weltkriegen, dann steht in den meisten Fällen eine Frage im Mittelpunkt. Warum scheiterte die parlamentarische Demokratie in beiden Ländern in der Auseinandersetzung mit der faschistischen Bedrohung?

Dabei spielte die sozialdemokratische Partei sowohl im Deutschen Reich, als auch in Österreich, zwangsläufig eine entscheidende Rolle. Beide zählten zu den mächtigsten Vertretern der organisierten Arbeiterschaft in Mitteleuropa und hatten von Anfang an entscheidenden Einfluss auf die Politik der nach dem I. Weltkrieg entstandenen Republiken. Während die österreichischen Sozialdemokraten letzten Endes zum Äußersten bereit waren und zu den Waffen griffen, blieben gewaltsame Erhebungen ihrer deutschen Genossen komplett aus. Warum verteidigten die österreichischen Sozialdemokraten im letzten Moment, wenn auch erfolglos, die Demokratie mit militärischer Gewalt , während es in der Weimarer Republik zu keiner bewaffneten Erhebung gegen die Feinde der Republik kam, obwohl sich beide, mit Schutzbund und Reichsbanner, die Instrumente dafür geschaffen hatten?

Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die Frage, warum es trotz vieler Ähnlichkeiten und Verbindungen zwischen den beiden Sozialdemokratischen Parteien und ihren Kampfverbänden zu so unterschiedlichen Reaktionen kam, als die bürgerliche Rechte tatsächlich begann, die parlamentarische Demokratie zu zerstören.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

II.1 Ausgangslage, Vorläufer und Gründung des Reichsbanners

II.2 Aufbau und Organisation

II.2.1 Entwicklung und Aufbau der politischen Struktur

II.2.2 Entwicklung und Aufbau der technisch-militärischen Struktur

II.2.2.1 Der technisch-militärische Sektor bis 1930

II.2.2.2 Der technisch- militärische Sektor von 1930-1932

III. Der Republikanische Schutzbund

III.1 Ausgangslage, Vorläufer und Gründung des Republikanischen Schutzbundes

III.2 Aufbau und Organisation

III.2.1 Entwicklung und Aufbau der politischen Struktur

III.2.2 Entwicklung und Struktur des technisch-militärischen Sektors

III.2.2.1 Der technisch-militärische Sektor bis zum Justizpalastbrand 1927

III.2.2.2 Vom Justizpalastbrand 1927 bis zur Ausschaltung des Parlaments 1933

IV. Vom Preußenschlag bis zur Machtergreifung

IV.1 Der 20. Juli 1932 und das Reichsbanner

IV.2 Das Reichsbanner bis zur Machtergreifung

V. Der Weg zur Ausschaltung des Nationalrates im März 1933 und bis zum 12. Februar 1934

V.1 Die Ausschaltung des Parlaments und das Verbot des Republikanischen Schutzbundes

V. 2 Der 12. Februar 1934

VI. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Gründe für das unterschiedliche Verhalten der Kampfverbände von SPD (Reichsbanner) und SDAP (Republikanischer Schutzbund) im Angesicht der Zerstörung der parlamentarischen Demokratie zwischen 1932 und 1934. Ziel ist es, durch einen historischen Vergleich zu verstehen, warum die österreichische Sozialdemokratie den bewaffneten Widerstand wagte, während in der Weimarer Republik keine solche Erhebung stattfand.

  • Vergleichende Analyse von Struktur und Organisation von Reichsbanner und Schutzbund.
  • Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen in Deutschland und Österreich.
  • Bedeutung von Führungspersönlichkeiten und innerparteilichen Konflikten.
  • Einfluss der jeweiligen militärischen Ausbildung und Bewaffnung auf die Handlungsfähigkeit.
  • Historische Einordnung der Ereignisse vom 20. Juli 1932 und 12. Februar 1934.

Auszug aus dem Buch

II. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold war in der politischen Landschaft der Weimarer Republik mit Sicherheit eine Ausnahmeerscheinung. Weniger von seiner äußeren Physiognomie, denn in dieser ähnelte es den zahlreichen anderen Kampfverbänden seiner Zeit, umso mehr jedoch in seiner Zielsetzung. Das Reichsbanner sah seine Aufgabe darin, die Republik und die Demokratie gegen ihre Gegner zu verteidigen und gleichzeitig eine selbstbewusste republikanische Gesinnung zu fördern. Aus eigenem Antrieb wurde daher darauf verzichtet, eine rein sozialdemokratische Schutztruppe zu bilden, um nicht in den Verdacht zu geraten, eine revolutionäre Reserve schaffen zu wollen.

Obwohl also als überparteilicher Verband gegründet und allen Anhängern der Republik offen, war die Rolle, welche die Sozialdemokratie innerhalb des Reichsbanners spielte, dominant. Es ist also durchaus legitim, das Reichsbanner als einen Kampfverband der SPD zu sehen, zumal der Einfluss des Zentrums und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bzw. Deutschen Staatspartei (DStP) in den letzten Jahren der Republik zusehends abnahm. Die Mitglieder dieser beiden Parteien stellten jedoch von Beginn an nur einen Bruchteil der bis zu 3,5 Millionen Angehörigen des Reichsbanners.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, warum es in Österreich zu militärischem Widerstand durch den Schutzbund kam, während in Deutschland trotz Reichsbanner der bewaffnete Widerstand gegen die Zerstörung der Demokratie ausblieb.

II. Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold: Kapitel II beschreibt die Gründung, den Aufbau und die interne Struktur des Reichsbanners als überparteilichen Verband, der jedoch stark durch sozialdemokratische Einflüsse geprägt war.

III. Der Republikanische Schutzbund: Kapitel III analysiert den österreichischen Schutzbund, dessen Aufbau als paramilitärische Parteiarmee unter direkter Kontrolle der SDAP erfolgte und sich stärker militärisch orientierte.

IV. Vom Preußenschlag bis zur Machtergreifung: Dieses Kapitel behandelt die verhängnisvollen Ereignisse vom 20. Juli 1932 in Preußen und die passive Reaktion der SPD sowie des Reichsbanners.

V. Der Weg zur Ausschaltung des Nationalrates im März 1933 und bis zum 12. Februar 1934: Kapitel V beleuchtet den Weg Österreichs in die Diktatur und die Bedingungen, die schließlich zum Aufstand des Schutzbundes im Februar 1934 führten.

VI. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht ein Resümee über die Unterschiede in der wehrpolitischen Tradition und Organisation beider Verbände und bewertet ihre Wirksamkeit im Kampf gegen den Faschismus.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Österreich, Sozialdemokratie, SPD, SDAP, Reichsbanner, Republikanischer Schutzbund, Demokratie, Faschismus, Widerstand, Wehrpolitik, Preußenschlag, Februar 1934, Kampfverband, Austromarxismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht das unterschiedliche Verhalten und Scheitern der sozialdemokratischen Kampfverbände (Reichsbanner in Deutschland, Schutzbund in Österreich) beim Verteidigen der parlamentarischen Demokratie zwischen 1932 und 1934.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Analyse konzentriert sich auf die Organisationsstruktur, die wehrpolitische Strategie, die Abhängigkeit von Parteiführungen und die Reaktion auf den aufkommenden Faschismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, warum der österreichische Schutzbund 1934 bewaffneten Widerstand leistete, während das Reichsbanner in Deutschland trotz ähnlicher Ausgangslage in der Defensive blieb und die Machtergreifung nicht militärisch verhinderte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den historischen Vergleich (Komparatistik), um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Entwicklung der beiden Verbände und ihrer politischen Rahmenbedingungen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine deskriptive Darstellung von Aufbau und Struktur beider Verbände sowie eine historische Analyse der Ereignisse vom Preußenschlag 1932 bis zum Bürgerkrieg 1934.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte umfassen neben den Eigennamen der Verbände Begriffe wie Wehrpolitik, Austromarxismus, Faschismus, Legalitätspolitik und das Scheitern der parlamentarischen Demokratie.

Wie unterschied sich die Organisation der beiden Verbände?

Das Reichsbanner war offiziell als überparteilicher Verband mit dem Fokus auf Propaganda und Symbolkraft organisiert, während der Schutzbund von Anfang an als proletarische Wehrformation der SDAP agierte.

Welche Rolle spielten die Ereignisse vom 20. Juli 1932 und 15. Juli 1927?

Beide Daten markieren Zäsuren: Der 15. Juli 1927 führte in Österreich zu einer stärkeren Militarisierung des Schutzbundes, während der 20. Juli 1932 in Deutschland die Lähmung und Passivität der SPD-Führung gegenüber dem Preußenschlag offenlegte.

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Details

Title
Gewalt für die Demokratie?
Subtitle
Die Kampfverbände von SPD und SDAP (1932-1934) im Vergleich
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Grade
1,6
Author
Sascha Brejora (Author)
Publication Year
2007
Pages
113
Catalog Number
V88731
ISBN (eBook)
9783638034579
ISBN (Book)
9783638932349
Language
German
Tags
Gewalt Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sascha Brejora (Author), 2007, Gewalt für die Demokratie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88731
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