Da das bewegte Leben des Unternehmens ausführlich zu behandeln, den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, werden hier vor allem zwei Bereiche im Mittelpunkt stehen. Nach einem kurzen Ausflug in die Geschichte des Unternehmens bis zum Zweiten Weltkrieg, wird das Erfolgssystem des Buchclubs genauer untersucht werden. Dabei werde ich zeigen, dass der Aufbau dieses Systems als Schablone für den Ausbau des gesamten Unternehmens dienen kann. Im Vergleich dazu werde ich den oft als „Flop“ bezeichneten Einstieg in Lycos Europe untersuchen. Bei dem Internetunternehmen wurde ähnlich verfahren wie bereits zuvor, doch verschiedene Gründe ließen in der New Economy die Rechnung nicht aufgehen.
Als roter Faden soll die Geschichte des Unternehmens in den jeweiligen historischen Kontext eingefügt werde
Inhaltsverzeichnis
1_Einleitung
2_Der Konzern Bertelsmann
2.1_Bertelsmann heute
2.2_C. Bertelsmann bis zum Zweiten Weltkrieg
2.3_Erfolgreicher Wiederaufbau
3_Der Buchclub
3.1_ Die Anfangszeit
3.2_Frühe Buchgemeinschaften
3.3_Expansion ins Ausland
3.4_Beherrschende Marktstellung in Deutschland
4_Unternehmensführung bei Bertelsmann
5_Lycos Europe
5.1_Christoph Mohn investiert ins Internet
5.2_Lycos nimmt sich Bertelsmann zum Vorbild
5.3_Hier fangen die Probleme an
5.4_Lycos auf dem Weg der Besserung?
6_Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Mediengeschichte des Bertelsmann-Konzerns, indem sie die historische Entwicklung des Erfolgsmodells "Buchclub" mit dem weniger erfolgreichen Einstieg in das Internet-Unternehmen "Lycos Europe" vergleicht, um die Rolle institutioneller Strukturen und externer Markteinflüsse zu beleuchten.
- Historische Entwicklung des C. Bertelsmann-Verlags und des Konzernaufbaus
- Analyse des Buchclub-Erfolgssystems als Schablone für Unternehmensstrategien
- Untersuchung des Markteinstiegs von Lycos Europe in der New Economy
- Vergleichende Betrachtung der dezentralen Unternehmensführung unter Reinhard und Christoph Mohn
- Einfluss von Medienkompetenz und veränderten Konsumgewohnheiten auf die Geschäftsmodelle
Auszug aus dem Buch
3.1_ Die Anfangszeit
„Zwei unterschiedliche Entscheidungen bestimmten die Firmenexpansion, die heute [1984] zu einem Umsatz von Jährlich mehr als sechs Milliarden Mark geführt hat. Die erste Entscheidung betraf den Beschluss, direkt Kontakt zum Leser herzustellen. Die zweite Entscheidung legte fest, dabei den vertreibenden Buchhandel vermittelnd einzuschalten. Diese Entschlüsse und der weitgehend offene Markt bedingten in den 50er Jahren ein ganz außergewöhnliches Wachstum des Unternehmens.“
Es verwundert nicht, dass Reinhard Mohn derart enthusiastisch auf die Anfangszeit seiner Tätigkeit im Unternehmen zurückblickt. Der Bertelsmann-Lesering war anscheinend die richtige Antwort für die Probleme, die das Unternehmen plagten. Und das waren nicht wenige. Liz Mohn beschreibt die schwierige Phase die ihr Mann damals durchlief mit folgenden Worten:
„Viele Entscheidungen und Prozesse verliefen nicht ohne Schmerzen. Ungezählt blieben die schlaflosen Nächte, in denen du über die Zukunft des Unternehmens nachdachtest: Wie wird es am nächsten Morgen weitergehen? Gibt es eine Zukunft für die Firma? Wer wird das Geld für den Ausbau zur Verfügung stellen? Wie werden sich die neuen Geschäfte entwickeln?“
Zusammenfassung der Kapitel
1_Einleitung: Hinführung zur Bedeutung des Bertelsmann-Konzerns und Erläuterung der Forschungsabsicht, die beiden Modelle Buchclub und Lycos Europe gegenüberzustellen.
2_Der Konzern Bertelsmann: Überblick über den heutigen Status des Konzerns und dessen historische Entwicklung vom frühen Verlag bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.
3_Der Buchclub: Detaillierte Untersuchung des Aufbaus und der Expansion der Buchclubs, inklusive einer Einordnung in die Historie von Buchgemeinschaften.
4_Unternehmensführung bei Bertelsmann: Analyse des dezentralen Führungsstils und der "Profit-Center"-Strategie als Leitprinzip des Medienhauses.
5_Lycos Europe: Darstellung der Internet-Beteiligung unter Christoph Mohn und Analyse der Gründe für den ausbleibenden Erfolg im Vergleich zum traditionellen Buchgeschäft.
6_Schlussbemerkungen: Synthese der Ergebnisse, die den Erfolg des Buchclubs als "Glücksfall" des Timings und den Misserfolg von Lycos Europe als Ergebnis von Marktsättigung und Fehlentscheidungen bewertet.
Schlüsselwörter
Bertelsmann, Reinhard Mohn, Christoph Mohn, Buchclub, Lesering, Lycos Europe, Mediengeschichte, Dezentralisierung, New Economy, Medienkompetenz, Unternehmensführung, Profit-Center, Konzernstruktur, Verlagsgeschichte, Internetstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die institutionelle Mediengeschichte des Bertelsmann-Konzerns anhand eines Vergleichs zwischen dem erfolgreichen Buchclub-Modell und dem Internet-Engagement Lycos Europe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Unternehmensführung, die historische Entwicklung der Bertelsmann-Strukturen, der Einfluss des Marktes auf Geschäftsmodelle sowie der Umgang mit technologischem Wandel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum das Modell Buchclub zu einem massiven Unternehmenserfolg führte, während der Einstieg in die New Economy mit Lycos Europe trotz ähnlicher Dezentralisierungsstrategien als "Flop" wahrgenommen wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein historisch-analytischer Ansatz gewählt, der Quellen und Literatur nutzt, um die Unternehmensentwicklung in ihren jeweiligen historischen Kontext einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Geschichte des Buchclubs, die theoretische Basis der dezentralen Unternehmensführung sowie die Analyse der Lycos Europe Beteiligung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bertelsmann, Buchclub, Unternehmensführung, Dezentralisierung, Lycos Europe und New Economy geprägt.
Welche Rolle spielt die Familie Mohn in der Konzernentwicklung?
Die Familie Mohn prägt den Konzern durch eine Mischung aus christlicher Tradition, einem speziellen Wertekanon und einem dezentralen Management-Ansatz, wobei der Nachfolgeprozess von Reinhard zu Christoph Mohn eine zentrale Rolle einnimmt.
Warum konnte Bertelsmann mit dem Buchclub so erfolgreich expandieren?
Durch die direkte Kundenansprache, ein geschicktes Timing in der Nachkriegszeit, bei der die Bevölkerung Nachholbedarf bei Büchern hatte, und die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette.
- Quote paper
- Matthias Jekosch (Author), 2007, Die Geschichte des Unternehmens Bertelsmann am Beispiel des Leserings und von Lycos Europe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88771