Inklusion und Exklusion von Flüchtlingen in Deutschland


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. UNHCR – Report
2.1 Internationale Konventionen und nationales Asylrecht
2.2 Asylanten und Flüchtlinge in Deutschland

3. Inklusion / Exkluison und die Soziologie des Fremden

4. Die Situation der Flüchtlinge in Deutschland (Exklusion)
4.1 Schul- und Ausbildungssituation der Flüchtlinge in den Bundesländern und in Europa

5. Fazit

6. Literatur

1.Einleitung

Warum leben die Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften nahezu abgeschottet und ausgegrenzt vom gesellschaftlichen Leben?

Kann man mit Hilfe der soziologischen Ansätze evtl. Ursachen dafür finden? Inwieweit findet eine Inklusion oder Exklusion der Flüchtlinge in Deutschland statt? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich diese Ausarbeitung.

Im ersten Abschnitt der Hausarbeit werden die aktuellen Zahlen der Flüchtlinge im UNHCR – Report(Weltweit) und mit Hilfe des Migrationsberichts des Bundesamtes für Migration(Deutschland) und Flüchtlinge dargestellt(Statistik). Gleichzeitig wird die Genfer Flüchtlingskonvention mit dem nationalen Asylrecht in Deutschland verglichen.

Im zweiten Abschnitt wird mit Hilfe der Soziologischen Ansätze zum Thema Inklusion / Exklusion und die Soziologie des Fremden versucht evtl. Ursachen für die Ausgrenzung von Flüchtlingen / Fremden zu Finden.

In Deutschland leben die Flüchtlinge unter dem Existenzminimum mit Sachleistungen, Arbeitsverbot und Wohnen in Gemeinschaftsunterkünften am Rande der Gesellschaft.

Warum und inwieweit werden die Flüchtlinge ausgegrenzt? Haben sie z.B. Zugang zur Bildung und zum Arbeitsmarkt? Diese Fragen werden im vorletzten Kapitel ausgearbeitet und im letzten Kapitel wird die Hausarbeit mit einer zusammenfassenden Beurteilung beendet.

2. UNHCR – Report

Die Zahl der Flüchtlinge wird in verschieden Quellen mit über 20 Millionen Menschen beziffert. Im Flüchtlingsbericht des UN-Flüchtlingshochkommissariats(UNHCR) werden jedes Jahr neue Zahlen herausgegeben. Da die Zahl der Flüchtlinge jedes Jahr- aufgrund der Weltpolitischen Situation- sich stark verändert, werden in dieser schriftlichen Arbeit die UN Statistiken von 2001 bis Oktober 2005 übernommen, und am Ende des Kapitels die Aktuellen Flüchtlingszahlen angegeben(2007)

Mit weltweit rund 9,2 Mio. Flüchtlingen (Stand 1. Januar 2005) registrierte der UNHCR die Zahl der Flüchtlinge. Die meisten Flüchtlinge befinden sich seit mehr als fünf Jahren auf der Flucht und sind in verschieden Flüchtlingslagern untergebracht und befinden sich auch meistens außerhalb ihres Herkunftslandes.

Die meisten der Flüchtlinge kommen weiterhin aus asiatischen (3,47 Mio.) und afrikanischen (3,02 Mio.) Ländern. Seit 2001 kamen die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan (2 Mio.), dem Sudan (644.000) und Burundi (471.000), gefolgt von der Demokratischen Republik Kongo (371.000) und Somalia (303.000). Die höchsten Flüchtlingsbestände als Aufnahmeländer (Stand Ende 2004) hatten der Iran (1,05 Mio.), Pakistan (969.000), Deutschland (963.000), die USA (685.000) und Tansania (602.000).Insgesamt kümmert sich das UNHCR derzeit in mehr als 116 Ländern um circa 19,2 Mio. Menschen, darunter Flüchtlinge, Asylsuchende, zurückgekehrte Flüchtlinge, Vertriebene und zurückgekehrte Vertriebene sowie Staatenlos[1]. Nicht mehr zwischenstaatliche Konflikte, sondern vielmehr Bürgerkriege und innerstaatliche Unruhen verursachen heute Flucht und Vertreibung. (s. Abbildung S.3)

2005 waren dies allein im Kongo und Sudan rund 7,5 Mio. Menschen, insgesamt wurde die Zahl für 2004 auf 25 Mio. geschätzt. Nur rund ein Fünftel dieser Personen stand unter UNHCR-Betreuung (5,6 Mio.)[2]. Im letzten Jahr hatte das UN-Hochkommissariat sein Mandat auf Binnenflüchtlinge und -vertriebene ausgedehnt.

In 4 Jahren sind mindestens 5Mio. Flüchtlinge und einige Millionen Binnenvertriebene in UNHCR-Betreuung in ihre Heimatregionen zurückgekehrt, so z. B. rund 3,4 Mio. Afghanen, etwa 1 Mio. Personen aus Bosnien und Herzegowina sowie einige hunderttausend Afrikaner aus Angola, Sierra Leone und dem Sudan[3].

In den vergangenen Jahren kam es zu starken Vermischungstendenzen von Migration- und Flüchtlingsbewegungen. Darüber hinaus beeinflussen auch die restriktiven Asylpolitiken und wachsende Intoleranz in den Aufnahmestaaten die Lebensbedingungen von Flüchtlingen negativ.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Vor allem wegen dem Irakkrieg ist die Zahl der Flüchtlinge auf über 10 Millionen Menschen angestiegen. Die meisten neuen Flüchtlinge stammen aus dem Irak. Die Gewalt im Land hat 2006 rund 1,5 Millionen Menschen dazu gezwungen, in einem anderen Land Zuflucht zu suchen. Viele gingen nach Syrien oder Jordanien. Die größte Flüchtlingsgruppe bleiben aber die Afghanen (2,1 Millionen). Auf der Flucht sind auch 686000 Menschen aus dem Sudan, 460000 Somalier und je rund 400000 Menschen aus der Demokratischen Republik Kongo und aus Burundi[4].

In Deutschland stellten in den letzten fünf Jahren etwa 80.000 Flüchtlinge einen Asylantrag. Die Anerkennung auf politisches Asyl erhalten jährlich weniger als 10%. (Kapitel 2.1.2) Die einzelnen Staaten gehen unterschiedlich mit den Asylbewerbern um, was zu einer unausgewogenen Belastung der jeweiligen Länder führt. De – facto – Flüchtlinge stellen den größten Teil der Flüchtlinge und Asylbewerber dar, dennoch fallen sie aber nicht unter die Genfer Flüchtlingskonvention da sie nicht von staatlichen Organen verfolgt werden. Aufgrund der harten Asylpraxis der vergangenen Jahre wurde eine Vielzahl von Schutzbedürftigen auch aufgrund des nationalen Asylrechts nicht anerkannt.

2.1 Internationale Konventionen und nationales Asylrecht

Die Mehrheit der Staaten hat sich mit dem Beitritt der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 und deren Zusatzprotokoll von 1967 verpflichtet den verfolgten Menschen Schutz zu gewähren. Im Sinne dieser Konvention gelten als Flüchtlinge diejenigen Personen“ die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung“ sich außerhalb des Landes befinden, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen und die den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen können oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen wollen[5].

Weiteres Kernstück der GFK ist das Zurückweisungsverbot („Refoulementverbot“) des Artikel 33:“Keiner der vertragsabschließenden Staaten wird einen Flüchtling auf irgendeine Weise über die Grenzen von Gebieten ausweisen oder zurückweisen, in denen sein Leben oder seine Freiheit wegen seiner Rasse, Religion, Staatsangehörigkeit, seiner Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen seiner politischen Überzeugung bedroht sein würde“[6].

In Europa gilt darüber hinaus die Europäische Menschenrechtskonvention, (EMRK), deren Umsetzung Aufgabe des Straßburger Europarates ist. Art. 3 dieser Konvention schreibt vor: “Niemand darf der Folter oder unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden.“ Hieraus ergeben sich Konsequenzen für die Zurückweisung oder Ausweisung bzw. Abschiebung Schutzsuchender[7].

[...]


[1] Vgl. UNHCR- Report 2006, in Migration und Bevölkerung. Netzwerk Migration in Europa. Newsletter,

Ausgabe 4 3/2006,

[2] Ebd.,

[3] Ebd.,

[4] Ebd.,

[5] Vgl. Kühne, Peter; Rüßler, Harald: Die Lebensverhältnisse der Flüchtlinge in Deutschland. . Frankfurt

am Main, 1998

[6] Ebd.,

[7] Vgl. Kühne, Peter; Rüßler, Harald: Die Lebensverhältnisse der Flüchtlinge in Deutschland. Frankfurt

am Main, 1998

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Inklusion und Exklusion von Flüchtlingen in Deutschland
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V88806
ISBN (eBook)
9783638032230
ISBN (Buch)
9783638931632
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion, Exklusion, Flüchtlingen, Deutschland
Arbeit zitieren
Yener Kisin (Autor), 2007, Inklusion und Exklusion von Flüchtlingen in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88806

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