Ereignisstudien (Event Studies) stellen ein wichtiges Bindeglied zwischen Theorie und Praxis dar. Indem Ereignisstudien die Reaktion von Wertpapieren auf wohldefinierte Ereignisse und deren Auswirkung messen, – die abnormale Rendite –, können sie den Vorhersagewert einer Theorie am Kapitalmarkt testen. Es stellte sich heraus, dass dies besonders nützlich bei der Überprüfung von Modellen in der Corporate Finance ist.
Über die empirischen Analysen von Finanzierungsentscheidungen in der Corporate Finance hinaus, genießen Ereignisstudien ein weites Anwendungsfeld. Dieses reicht von der empirischen Analyse von Wertpapierkursen und Rechnungslegungsinformationen bis hin zu ökonomischen Analysen des Rechts.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Kapitalmarkttheoretische und statistische Grundlagen
2.1 Market Efficiency Hypothesis MEH
2.2 Statistische Voraussetzungen
3 Determinanten zur Bestimmung abnormaler Renditen via Ereignisstudien
3.1 Verfahren zur Durchführung von Ereignisstudien
3.1.1 Auswahl des Ereignisses
3.1.2 Allgemeine Schätzung der abnormalen Rendite
3.1.3 Analyse der Ergebnisse
3.2 Modelle zur Schätzung normaler Renditen
3.2.1 Mittelwert
3.2.2 Marktwert
3.2.3 Marktmodell
3.2.4 Alternativen
4 Anwendungsbeispiel
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Verfahren zur Messung von abnormalen Renditen (Überrenditen) mittels Ereignisstudien im Kontext der Kapitalmarktforschung. Ziel ist es, ein Verständnis für die methodischen Grundlagen, die ökonomischen Annahmen sowie die statistische Validierung dieser Studien zu vermitteln.
- Methodische Durchführung von Ereignisstudien
- Kapitalmarkttheoretische Grundlagen (Markteffizienz)
- Statistische Modelle zur Schätzung normaler Renditen
- Analyse der Signifikanz abnormaler Renditen
- Praktische Anwendung anhand eines Ereignisbeispiels
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Auswahl des Ereignisses
Der erste Schritt bei der Durchführung einer Ereignisstudie ist ein Ereignis zu definieren, welches untersucht werden soll. Wesentlich dabei ist die exakte Definition des Ereignisses und dessen Ankündigungszeitpunkt.
Bei einem Ereignis handelt es sich allgemein um eine unerwartete Handlung bzw. eine unerwartete Ankündigung, welche relevante Informationen für den Wert eines oder mehreren Unternehmen enthält. Wenn die gerade erwähnten relevanten Informationen den Erwartungen am Kapitalmarkt nicht entsprechen, sollte dies nach der MEH Kursaufschläge bzw. -abschlägen zur Folge haben.
Bei Ereignissen kann zwischen unternehmensspezifischen Ereignissen und unternehmensübergreifenden Ereignissen, wie bspw. volkswirtschaftlichen Ereignissen unterschieden werden.
Bei unternehmensspezifischen Ereignissen kann wiederum zwischen Informationen mit quantitativem Inhalt, wie beispielsweise Bekanntgaben von Dividendenzahlungen, Gewinnprognosen und Investitions- und Finanzierungs-entscheidungen, sowie Informationen mit qualitativen Inhalt, wie beispielsweise Produktionsrückrufe, Unternehmensübernahmen und Managerwechsel unterschieden werden.
Neben einer exakten Definition des Ereignisses ist zudem die Bestimmung des Zeitraums wichtig, über welchen betroffene Wertpapiere untersucht werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Ereignisstudien als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis ein und definiert das Ziel der Untersuchung.
2 Kapitalmarkttheoretische und statistische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Market Efficiency Hypothesis sowie die statistischen Voraussetzungen, wie die Annahme der Normalverteilung von Renditen.
3 Determinanten zur Bestimmung abnormaler Renditen via Ereignisstudien: Hier werden das methodische Vorgehen, die Modellauswahl zur Schätzung normaler Renditen und die statistische Analyse der Ergebnisse im Detail dargelegt.
4 Anwendungsbeispiel: Ein praktisches Beispiel verdeutlicht die Anwendung von Ereignisstudien anhand der Kursreaktion auf eine Ad-hoc-Mitteilung.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse und diskutiert den Nutzen von Ereignisstudien im Kontext zukünftiger Marktentwicklungen.
Schlüsselwörter
Ereignisstudien, Abnormale Renditen, Überrenditen, Markteffizienz, Marktmodell, Kapitalmarktforschung, Statistische Signifikanz, Schätzperiode, Ereignisperiode, Renditeschätzung, Corporate Finance, Portfolio Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die wissenschaftliche Methodik von Ereignisstudien zur Messung von abnormalen Renditen auf Kapitalmärkten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Ereignissen, den statistischen Voraussetzungen zur Modellierung normaler Renditen und der Überprüfung der Signifikanz gemessener Effekte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Vermittlung eines fundierten Überblicks über das Vorgehen bei Ereignisstudien sowie die Sensibilisierung für Probleme und Komplikationen in der Umsetzung.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es wird primär die Residualanalyse unter Verwendung des Marktmodells und parametrischer t-Tests zur Signifikanzprüfung diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Darstellung des methodischen Vorgehens bei Ereignisstudien, verschiedene Schätzmodelle und deren praktische Anwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Ereignisstudien, abnormale Renditen, Markteffizienz, Marktmodell und Signifikanztestung.
Was versteht man unter dem Aussagedilemma (Joint-Hypotheses)?
Es beschreibt das Problem, dass man bei der Messung einer abnormalen Rendite nicht unterscheiden kann, ob das Modell zur Schätzung der normalen Rendite falsch ist oder ob eine tatsächliche Ineffizienz des Marktes vorliegt.
Warum ist die Länge der Ereignisperiode für die Studie kritisch?
Je länger die gewählte Ereignisperiode ausfällt, desto schwieriger wird es, den Effekt eines spezifischen Ereignisses zu isolieren und abnormale Renditen statistisch nachzuweisen.
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- Christian Nitzl (Autor), 2006, Ereignisstudien - Verfahren zur Messung von Überrenditen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88812