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Die hässliche Frau - Zur Möglichkeit neuer Geschlechtermodelle in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

Titre: Die hässliche Frau - Zur Möglichkeit neuer Geschlechtermodelle in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts

Mémoire de Maîtrise , 2007 , 70 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Katrin Gutberlet (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

„Die schöne Frau existiert nicht. Sie ist ein Produkt der männlichen Phantasie.

Mit diesen Worten beginnt Nicolaus Sombart seinen Beitrag über die schöne Frau und den männlichen Blick in der bildenden Kunst. Auch die hässliche Frau in der Literatur des 19. Jahrhunderts existiert nicht, sondern ist das Produkt einer Denkrichtung, die sich von der Zeit der idealisierten Klassik abwendet und ein Plädoyer für eine realistische Darstellung beinhaltet. Das Motiv der hässlichen Frau wird sowohl von männlichen als auch weiblichen Autoren aufgegriffen. Die ausgewählten Beispiele dieser Arbeit stammen alle aus der Feder von Männern, die einen Blick auf die hässliche Frau werfen.

Die Idee zu dieser Arbeit entstand während der Beschäftigung mit Adalbert Stifters Novelle Brigitta. Die gleichnamige Protagonistin war die erste als hässlich beschriebene Hauptfigur, der ich bis dahin begegnet war. Auf der Suche nach weiteren hässlichen Frauenfiguren fanden sich mehr Beispiele als erwartet, einige davon in der Trivialliteratur. Der größte Teil dieser Werke stammt aus dem 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, was nicht zuletzt mit einer veränderten Einstellung über die Aufgabe von Literatur zusammenhängt.

Das Nachdenken über die Funktion der hässlichen Frau führte zu der Frage, mit welchen normativen Vorstellungen dieses Motiv bricht. Das weitere Vorgehen galt der Forschung nach dem Ursprung des Ausdrucks ‚das schöne Geschlecht‘. Dieser Weg führte mich in ein mir vollkommen neues Gebiet: die Wissenschaft der Philosophie, genauer der Ästhetik. Der Philosoph Edmund Burke stellte sich als Urheber dieses Begriffs heraus, der im 18. Jahrhundert die diskursive Einheit aus Schönheit, Weiblichkeit und männlichem Begehren prägte. Diese etablierte sich über das Jahrhundert hinaus auch in medizinischen oder naturwissenschaftlichen Themenfeldern.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. HINTERGRUND

1.1. ZUR FORSCHUNG

1.2. POETOLOGISCHE VERFAHREN

1.3. BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

1.3.1. schön / Schönheit

1.3.2. hässlich / Hässlichkeit

1.3.3. Resümee und Ausblick

1.4. EXKURS: ÄSTHETIK – DAS SCHÖNE, DAS ERHABENE, DAS HÄSSLICHE

1.5. SCHÖNHEIT – WEIBLICHKEIT – BEGEHREN

1.6. HÄSSLICHKEIT – MÄNNLICHKEIT – BEGEHREN

2. HÄSSLICHE FRAUEN IN DER LITERATUR DES 19. (UND BEGINNENDEN 20.) JAHRHUNDERTS

2.1. BRIGITTA

2.1.1. Schönheit und Hässlichkeit

2.1.2. Leidenschaft und Zähmung

2.1.3. Versöhnung

2.1.4. Resümee

2.2. VICTOIRE

2.2.1. Schönheit und Hässlichkeit

2.2.2. Fontane und Rosenkranz

2.2.3. Cross Dressing

2.2.4. Resümee

2.3. DUNJA

2.3.1. Hässlichkeit

2.3.2. Phantasma

2.4. MARTHA

2.4.1. Hysterie

2.4.2. Tod

2.5. RESÜMEE

3. SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Motiv der hässlichen Frau in der deutschsprachigen Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Ziel ist es zu analysieren, wie dieses Motiv die etablierte Trias aus Schönheit, Weiblichkeit und männlichem Begehren aufbricht und inwieweit dadurch neue Möglichkeiten für Geschlechterrollen und Identitätsentwürfe außerhalb normativer Vorgaben entstehen.

  • Analyse des "schönen Geschlechts" in der Ästhetik (insb. Edmund Burke)
  • Untersuchung literarischer Werke (Stifter, Fontane, Mann, Saar)
  • Dekonstruktion des männlich-fragmentierenden Blicks auf die Frau
  • Verhältnis von Hässlichkeit, Emanzipation und gesellschaftlicher Bedrohung

Auszug aus dem Buch

1.2. Poetologische Verfahren

Das Empfinden darüber, was schön oder hässlich ist, hängt ab vom Geschmack des Betrachters. Schwierig ist es, Schönheit und Hässlichkeit in schriftlicher Form darzustellen. Es reicht nicht aus, eine Figur als „schön“ zu bezeichnen. Um zu verstehen, warum Schneewittchen sterben muss, ist es notwendig, zu begreifen, wie schön das Mädchen ist. Die Brüder Grimm vertrauen dabei auf Komparativ und Superlativ („Frau Königin, Ihr seid die schönste hier, aber Sneewittchen ist tausendmal schöner als ihr.“) sowie bildhafte Vergleiche („so weiß wie Schnee, so rot wie Blut und so schwarzhaarig wie Ebenholz“). Doch erweisen sich diese Beschreibungsmittel als wenig aussagekräftig.

Barthes unterscheidet zwischen der Darstellbarkeit des Schönen und des Hässlichen, ohne näher auf das Hässliche einzugehen. Die Beschreibung des Hässlichen kann z.B. in Form einer Abweichung, einer Entstellung oder eines Mangels erfolgen. Doch es treten auch hier Schwierigkeiten auf, das richtige Maß dabei zu finden, ohne eine Figur komisch, langweilig oder bemitleidenswert erscheinen zu lassen.

Schönheit oder Hässlichkeit kann auch durch eine dargestellte Reaktion erkennbar werden. Anders als die bildende Kunst, die eine schöne oder hässliche Gestalt sichtbar machen muss, kann die Literatur durch die Reaktionen anderer Figuren vorführen, wie schön oder hässlich das Gegenüber ist. Damit wird Hässlichkeit zu einem Phänomen, dessen Wirkung auf den Leser übertragbar werden soll. So äußert sich der Effekt großer Schönheit häufig in Form von Sprachlosigkeit, Liebe oder Begehren, während Hässlichkeit zu Ablehnung oder Peinlichkeit, also negativen Gefühlen, führen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein, hinterfragt die Konstruktion der "schönen Frau" und stellt die vier primären Primärtexte vor, an denen das Motiv der hässlichen Frau untersucht wird.

1. HINTERGRUND: Dieses Kapitel verortet das Thema in der Forschung, diskutiert poetologische Verfahren der Beschreibung und setzt sich intensiv mit der philosophischen Ästhetik sowie der Verknüpfung von Schönheit, Weiblichkeit und Begehren auseinander.

2. HÄSSLICHE FRAUEN IN DER LITERATUR DES 19. (UND BEGINNENDEN 20.) JAHRHUNDERTS: Der Hauptteil analysiert detailliert die Darstellung hässlicher Protagonistinnen in den Werken von Stifter, Fontane, Mann und Saar und untersucht deren jeweiliges Potenzial zur gesellschaftlichen Identitätsneubestimmung.

3. SCHLUSS: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, wie das Motiv der hässlichen Frau in den untersuchten Werken mal als Wegbereiter für neue Geschlechtermodelle, mal als Ziel männlicher Angst vor Emanzipation fungiert.

Schlüsselwörter

Hässlichkeit, Schönheit, Literatur des 19. Jahrhunderts, Geschlechtermodelle, Weiblichkeit, männliches Begehren, Ästhetik, Edmund Burke, Identitätskonstruktion, Realismus, Emanzipation, Poetologie, Körperlichkeit, Rollenbilder, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion hässlicher weiblicher Protagonistinnen in literarischen Texten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts als Mittel, um normierte Rollenbilder und Schönheitsideale zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die philosophische Ästhetik, die soziokulturelle Konstruktion von Weiblichkeit, die Funktion des männlichen Blicks auf den weiblichen Körper sowie die Darstellung von Emanzipationsbestrebungen in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, wie das literarische Motiv der hässlichen Frau die traditionelle Einheit von Schönheit, Weiblichkeit und männlichem Begehren aufbricht und so den Raum für alternative Identitätsentwürfe und Geschlechterordnungen öffnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Diskursanalyse, die insbesondere ästhetische Theorien (wie die von Edmund Burke oder Karl Rosenkranz) mit den literarischen Texten in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden vier spezifische Texte (Stifters *Brigitta*, Fontanes *Schach von Wuthenow*, Manns *Gerächt* und Saars *Sappho*) chronologisch analysiert, um die Entwicklung des Motivs und die unterschiedlichen Reaktionen der Autoren darauf aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Hässlichkeit, Schönheit, Geschlechtermodelle, männliches Begehren, Emanzipation und Identitätskonstruktion stehen im Zentrum der Untersuchung.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Adalbert Stifter von der bei Thomas Mann?

Bei Stifter wird Hässlichkeit oft durch innere sittliche Schönheit kompensiert, um eine neue Form der Partnerschaft (Kameradschaft) zu ermöglichen, während sie bei Mann eher als Bedrohung für das männliche Subjekt und dessen Idealvorstellungen gerahmt wird.

Was bedeutet das "sprachliche cross-dressing" in Fontanes *Schach von Wuthenow*?

Es bezeichnet einen Vorgang, bei dem Victoire durch ein Namensspiel mit dem männlich konnotierten "Mirabeau" eine performative Auflösung traditioneller Geschlechterrollen initiiert, was wiederum das Begehren des Protagonisten Schach beeinflusst.

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Résumé des informations

Titre
Die hässliche Frau - Zur Möglichkeit neuer Geschlechtermodelle in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts
Université
University of Constance
Note
1,3
Auteur
Katrin Gutberlet (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
70
N° de catalogue
V88834
ISBN (ebook)
9783638035705
ISBN (Livre)
9783656210825
Langue
allemand
mots-clé
Frau Möglichkeit Geschlechtermodelle Literatur Jahrhunderts
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katrin Gutberlet (Auteur), 2007, Die hässliche Frau - Zur Möglichkeit neuer Geschlechtermodelle in der Literatur des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88834
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