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Untersuchung der Überlieferung des Althochdeutschen an ausgewählter pastoraler Kleinliteratur des 9. und 10. Jahrhunderts

Title: Untersuchung der Überlieferung des Althochdeutschen an ausgewählter pastoraler Kleinliteratur des 9. und 10. Jahrhunderts

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ralf Friedrich (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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1. Einleitung

Die deutsche Sprache, wie wir sie heute kennen und nutzen, war nicht immer von den Merkmalen geprägt, die sie heute charakterisieren. Sie weist eine fast 1500 Jahre alte Geschichte auf, die mit der Ausgliederung aus dem Germanischen beginnt und sich über viele Etappen weiterentwickelt hat. Besonders das Morphologische und Phonologische sind dabei betroffen. Doch auch, wenn diese Bereiche einzeln voneinander betrachtbar sind, bedeutet das nicht, dass eine Isolation vorgenommen werden kann. Eine Veränderung der Phonologie kann auf einer Veränderung der Morphologie beruhen oder jene hervorbringen. Ein Beispiel dafür ist der Laut- und Schriftwandel, der von der Rune 'Thorn' zum heutigen 'd' bekannt ist .1
Die Feststellung, dass Sprache nichts Statisches ist, sondern immer einer Veränderung unterzogen wird, kommt besonders in einem Zitat Hermann Pauls zum Ausdruck, der die Sprache und die Entwicklung unmittelbar miteinander in Verbindung bringt: “Es ist eingewendet, dass es noch eine andere wissenschaftliche Betrachtung der Sprache gäbe, als die geschichtliche. Ich muss das in Abrede stellen. Was man für eine nichtgeschichtliche und doch wissenschaftliche Betrachtung der Sprache erklärt, ist im Grunde nichts als eine unvollkommene geschichtliche, unvollkommen teils duch Schuld des Betrachters, teils durch Schuld des Beobachtungsmaterials. Sobald man über das bloße Konstatieren von Einzelheiten hinausgeht, sobald man versucht, den Zusammenhang zu erfassen, die Erscheinungen zu begreifen, so betritt man auch geschichtlichen Boden, wenn auch vielleicht ohne sich klar darüber zu sein.”2


1 Vgl. Meineke, Eckhard / Schwerdt, Judith: Einführung in das Althochdeutsche. Paderborn 2001, S. 237.

2 Paul, Hermann: Prinzipien der Sprachgeschichte, 8. Auflage. Tübingen 1968, S. 20.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Überlieferung des Althochdeutschen durch die Christianisierung Mitteleuropas

2.1 Das karolingische Reich

2.2 Missionierung und klösterliche Bildungsstätten

2.3 Latein und Volkssprachen

2.4 Rahmenbedingungen für die althochdeutsche Überlieferung

3. Pastorale Kleinliteratur

3.1 Paternoster und Credo

3.2 Taufgelöbnisse

3.3 Katechismus

3.4 Gebete

3.5 Beichten

3.6 Predigt

3.7 Priestereid

4. Schluss

5. Literatur

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Überlieferung des Althochdeutschen anhand ausgewählter pastoraler Kleinliteratur des 9. und 10. Jahrhunderts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche politischen, sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen im karolingischen Reich dazu führten, dass religiöse Texte in die Volkssprache übersetzt wurden, um die Bevölkerung missionarisch zu einen und christliche Lehren zu festigen.

  • Historischer Kontext der Christianisierung Mitteleuropas und des karolingischen Reiches.
  • Die Rolle der Kirche bei der Förderung der althochdeutschen Schriftkultur.
  • Analyse und Vergleich verschiedener Textgattungen: Vaterunser, Taufgelöbnisse, Katechismen und Gebete.
  • Untersuchung von Beichttexten und Priestereiden als Instrumente der kirchlichen Disziplinierung.
  • Sprachwissenschaftliche Einordnung der Textbeispiele im Kontext ihrer Entstehungszeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Paternoster und Credo

Das Paternoster (lat. pater noster) heißt auf neuhochdeutsch 'Vater unser' bzw. 'das Vaterunser'. Es ist das wohl bekannteste Gebet des Christentums und gilt als das, welches die Jünger Christi von ihrem Herrn direkt gelehrt bekamen. Das Credo (lat. ich glaube, von 'credere') ist ein Glaubensbekenntnis. Es dient dem Christen, sich vollends zu Gott, Jesu und den heiligen Einrichtungen zu bekennen.

Die mit der Seelsorge betrauten Priester sollten es allen beibringen, die unter ihrer geistlichen Führung standen. Hierbei wurde weder im Alter noch im Geschlecht unterschieden. Nach einer Bestimmung der Mainzer Synode heißt es, dass derjenige, der nicht in der Lage ist, das Vaterunser und das Credo auf Latein zu lernen, es sich in seiner Volkssprache aneignen soll. Ursprünglich angeordnet, dass jeder Christ das Paternoster beherrschen soll, hatte Karl der Große 789 in der Admonitio generalis. Daraufhin entstanden mehrere Übersetzungen, die frühesten in einer St. Galler Handschrift.

Eine althochdeutsche Umsetzung des Paternosters ist drei Mal überliefert, wobei die Übersetzung im Tatian hinzukommen. Das Problem der Übertragung dieses Gebetes besteht sehr wahrscheinlich in der Verpflichtung des Christen, der absoluten Treue zum Vorlagentext gerecht werden zu müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der althochdeutschen Sprachgeschichte und Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Überlieferung des Althochdeutschen durch die Christianisierung Mitteleuropas: Analyse der politischen und religiösen Rahmenbedingungen unter Karl dem Großen, die das Fundament für die schriftliche Fixierung in der Volkssprache legten.

2.1 Das karolingische Reich: Historische Darstellung der Expansion und der Bedeutung der Karolinger für die kulturelle Entwicklung.

2.2 Missionierung und klösterliche Bildungsstätten: Untersuchung der Rolle der Missionierung und der Klöster als Zentren für Wissensvermittlung und Textproduktion.

2.3 Latein und Volkssprachen: Erörterung der sprachlichen Situation und des Übergangs vom Lateinischen zum Althochdeutschen.

2.4 Rahmenbedingungen für die althochdeutsche Überlieferung: Darstellung der administrativen und kirchlichen Vorgaben, wie der Admonitio generalis, zur Sprachregelung.

3. Pastorale Kleinliteratur: Einleitung in die Gattung der Kleindenkmäler als Instrumente christlicher Seelsorge.

3.1 Paternoster und Credo: Untersuchung der volkssprachlichen Gebetstexte und ihrer Bedeutung für die Glaubenspraxis.

3.2 Taufgelöbnisse: Vergleich altsächsischer und fränkischer Taufformeln hinsichtlich ihrer missionarischen Ausrichtung.

3.3 Katechismus: Analyse des Weißenburger Katechismus als Instrument zur Priesterausbildung.

3.4 Gebete: Untersuchung der formalen Struktur und des religiösen Gehalts der Gebete des Sigihart.

3.5 Beichten: Vergleich zwischen der Fuldaer und der Lorscher Beichte bezüglich ihrer Funktion zur Disziplinierung.

3.6 Predigt: Analyse der Predigt als Mittel der religiösen Unterweisung und der päpstlichen Anordnungen.

3.7 Priestereid: Betrachtung des Eides als juristisches Instrument zur Bindung des Klerus an das Kirchenrecht.

4. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über den Stellenwert der pastoralen Literatur.

5. Literatur: Verzeichnis der in der Hausarbeit verwendeten Fachquellen.

Schlüsselwörter

Althochdeutsch, Christianisierung, Karolingische Zeit, Missionierung, Pastorale Kleinliteratur, Paternoster, Taufgelöbnisse, Katechismus, Beichte, Predigt, Priestereid, Sprachwandel, Admonitio generalis, Klerus, Volkssprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit den historischen und kulturellen Hintergründen der Überlieferung althochdeutscher Texte und untersucht, wie die Kirche diese zur Missionierung und Unterweisung der Bevölkerung nutzte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die karolingische Bildungspolitik, die Christianisierung germanischer Gebiete und die verschiedenen Gattungen pastoraler Kleindenkmäler, die den Übergang zur Volkssprache belegen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den politischen Machtstrukturen der Karolinger und der notwendigen Entwicklung einer volkssprachlichen religiösen Literatur zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse und dem literaturgeschichtlichen Vergleich der althochdeutschen Texte, ergänzt durch eine historische Einordnung der Entstehungsbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Textgattungen wie Taufgelöbnisse, Beichtformulare, Gebete und Predigten, um zu zeigen, wie der Klerus diese Schriften zur Disziplinierung und Glaubensfestigung einsetzte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Althochdeutsch, Christianisierung, Missionierung, Pastorale Kleinliteratur, Karolingerzeit und kirchliche Disziplinierung.

Welche Rolle spielt die Admonitio generalis für die Überlieferung?

Sie gilt als zentrales Dokument, das die Notwendigkeit betonte, religiöse Texte fehlerfrei zu überarbeiten und Leseschulen zu errichten, was die Produktion volkssprachlicher Texte maßgeblich förderte.

Warum war der Priestereid von besonderer Bedeutung?

Der Priestereid war im Gegensatz zu den meisten anderen Texten nicht für das Volk gedacht, sondern diente als juristisches Mittel, um den Klerus disziplinarisch und rechtlich an die Kirche zu binden.

Worin unterscheiden sich die untersuchten Taufgelöbnisse?

Das altsächsische Gelöbnis ist stärker auf die Bekehrung von Heiden ausgerichtet, während das fränkische Gelöbnis bereits ein tieferes Verständnis der christlichen Glaubensinhalte voraussetzt.

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Details

Title
Untersuchung der Überlieferung des Althochdeutschen an ausgewählter pastoraler Kleinliteratur des 9. und 10. Jahrhunderts
College
Technical University of Chemnitz
Course
Hauptseminar Althochdeutsch
Grade
1,7
Author
Ralf Friedrich (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V88836
ISBN (eBook)
9783638032346
ISBN (Book)
9783638931045
Language
German
Tags
Untersuchung Althochdeutschen Kleinliteratur Jahrhunderts Hauptseminar Althochdeutsch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Friedrich (Author), 2007, Untersuchung der Überlieferung des Althochdeutschen an ausgewählter pastoraler Kleinliteratur des 9. und 10. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88836
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