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Lessings "Nathan der Weise" - Eine Deutung über die Ringparabel hinaus

Title: Lessings "Nathan der Weise" - Eine Deutung über die Ringparabel hinaus

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Benjamin Finkenrath (Author)

Theology - Systematic Theology
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Es gibt viele verschiedene Religionen, deren Anhänger überzeugt sind dem wahren Glauben anzugehören. Da es keine objektiven Kriterien gibt, die von allen Gruppen anerkannt werden um zu klären, wer den wahren Glauben besitzt, ist diese Frage nicht zu beantworten. Es bleibt dem Gläubigen nur an die seine zu glauben.
Diese Ungewissheit und die daraus resultierende Intoleranz Andersgläubigen gegenüber führ-ten schon immer zu Konflikten zwischen den Menschen. So gab es z.B. die Kreuzzüge, zu deren Zeit das hier behandelte Bühnenstück spielt; es gibt den Konflikt in Nordirland, die nicht enden wollenden Kämpfe im heutigen Israel und den islamistischen Terror.
Viele der Konflikte sind zwar politischen Ursprungs und wurden erst im Nachhinein als Konflikte der Religionen bezeichnet und "gerechtfertigt". Doch diese "Rechtfertigung" reichte und reicht noch immer aus um die verschiedenen Gläubigen gegeneinander aufzubringen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem 1779 von Gotthold Ephraim Lessing geschriebenen Stück „Nathan der Weise“. Es handelt von den drei monotheistischen Religionen, ihrem sub-jektivem Wahrheitsanspruch und ihrem Verhältnis zu einander.
Um sich den Aussagen, die Lessing mit seinem Werk vermitteln wollte, anzunähern werden zunächst das Stück und sein Inhalt vorgestellt. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich kurz mit Lessing selbst. Im Anschluss daran werde ich die Hauptaussagen und die Wirkungs-geschichte des Dramas herausarbeiten. Dabei ist besonders erwähnenswert, dass Lessing nicht wie die Ringparabel ein harmonisches Nebeneinander der Religionen anstrebt, sondern seine Wunschvorstellung deutlich weiter geht.
Nach der allgemeinen Betrachtung des Stückes folgt eine kurze Vorstellung des Berliner Ensembles und dessen Inszenierung des "Nathan", die am 5. Januar 2002 Premiere feierte und nun seid über sechs Jahren zum Repertoire des Brechtschen Theaters gehört.
Am Ende der Arbeit wird die „Ringparabel“ mit einer dazu gehörigen Interpretation stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Stück

3. Die Handlung des Stücks

4. Die Komposition der Handlung

5. Gotthold Ephraim Lessing

6. Die Aussage des Stücks

7. Die Geschichte des Stücks

8. Das Berliner Ensemble und seine Inszenierung

9. Die Ringparabel

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“ im Hinblick auf dessen religionskritische Aussagen und den Umgang mit den drei monotheistischen Religionen. Dabei wird untersucht, inwieweit das Stück über die berühmte Ringparabel hinaus eine Vision eines allgemeinreligiösen Humanismus vermittelt und wie diese Thematik in einer modernen Inszenierung des Berliner Ensembles umgesetzt wird.

  • Thematisierung der drei monotheistischen Religionen und ihres Wahrheitsanspruchs
  • Analyse von Lessings Wunschvorstellung eines vernunftbasierten Humanismus
  • Interpretation der Ringparabel und ihrer Bedeutung für die Toleranzfrage
  • Auseinandersetzung mit der Inszenierungspraxis des Berliner Ensembles

Auszug aus dem Buch

6. Die Aussage des Stücks

„Nathan der Weise“ ist eine Kritik an den Offenbarungsreligionen. Im Zentrum des Stücks fragt der Sultan Nathan, welche der drei monotheistischen Religionen die wahre sei. Nathan antwortet mit der Ringparabel (s.u.). Das ganze Stück scheint auf die Parabel abgestimmt zu sein. Diese ist jedoch für Lessing nur eine Übergangslösung.

Seine eigentliche Wunschvorstellung ist nicht in der Parabel, sondern im übrigen Stück zu erkennen. Denn die Toleranz unter den Religionen mit ihrem je eigenem subjektiven Wahrheitsanspruch und ihrem moralischen Streben, wie es in der Ringparabel gefordert wird, ist für Lessing nicht das Ziel. Er favorisiert die Auflösung der positiven Religionen zugunsten einer neuen Religion oder - besser gesagt - eines allgemeinreligiösen Humanismus', durch den alle Menschen religionsübergreifend verbunden sind so wie die Familie des Sultans.

Dementsprechend zog auch Nathan Recha weder jüdisch noch christlich auf, sondern lehrte „sie von Gott nicht mehr nicht weniger (…), als der Vernunft genügte.“

Hier zeigt sich weiter, dass Lessing eine Religion basierend auf Vernunftserkenntnis favorisierte und von den Offenbarungsreligionen weg wollte, die er für Versuche der Religionsstifter hielt, die natürliche Religiosität in Formen zu pressen. Dafür hätten sie die Offenbarungen erfunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Brisanz religiöser Konflikte und führt in die Analyse von Lessings „Nathan der Weise“ ein.

2. Das Stück: Dieses Kapitel stellt das Werk, den Entstehungskontext des „Fragmentenstreits“ sowie die handelnden Charaktere und ihre familiären Beziehungen vor.

3. Die Handlung des Stücks: Hier wird der inhaltliche Ablauf des Dramas, unterteilt in die fünf Akte, chronologisch dargelegt.

4. Die Komposition der Handlung: Dieses Kapitel beschreibt den klassischen Aufbau des Dramas und visualisiert die dramatische Struktur nach dem Modell von Gustav Freytag.

5. Gotthold Ephraim Lessing: Ein kurzer biografischer Abriss des Autors, der dessen akademischen Hintergrund und persönliche Schicksalsschläge in Bezug zum Werk setzt.

6. Die Aussage des Stücks: Hier wird Lessings Kritik an Offenbarungsreligionen und sein favorisierter allgemeinreligiöser Humanismus als eigentliche Botschaft des Werkes herausgearbeitet.

7. Die Geschichte des Stücks: Ein Überblick über die Rezeptionsgeschichte des Dramas von der Uraufführung 1783 bis zu seiner Bedeutung nach 1945.

8. Das Berliner Ensemble und seine Inszenierung: Diese Sektion analysiert die moderne Interpretation des Stücks durch das Berliner Ensemble, inklusive Bühnenbild, Kostümen und Regieintentionen.

9. Die Ringparabel: Eine detaillierte Interpretation der Parabel, die den Wettstreit der Religionen im Feld der moralischen Bewährung und die Grenzen der Allegorisierung thematisiert.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Ringparabel, Offenbarungsreligionen, Vernunftsreligion, Toleranz, Berliner Ensemble, Ideendrama, Aufklärung, Humanismus, Interreligiöser Dialog, Religionskritik, Literaturanalyse, Christentum, Judentum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Drama „Nathan der Weise“ von Lessing unter besonderer Berücksichtigung seiner religionskritischen Dimension und der Umsetzung dieses Stoffes auf der Bühne.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Wahrheitsanspruch der monotheistischen Religionen, Lessings Vision eines vernunftbasierten Humanismus und die künstlerische Umsetzung dieser Inhalte im Berliner Ensemble.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lessings eigentliche Wunschvorstellung hinter der Ringparabel zu identifizieren und die Wirkung des Stückes als „Ideendrama“ zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, ergänzt durch eine theaterwissenschaftliche Betrachtung einer spezifischen Inszenierung des Berliner Ensembles.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine Inhaltsangabe, die strukturelle Analyse des Dramas, eine Interpretation der Ringparabel sowie eine detaillierte Kritik der Inszenierung von Claus Peymann.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Religion, Vernunft, Toleranz, Offenbarung, Humanismus und der interreligiöse Wettstreit.

Inwiefern unterscheidet sich die Auffassung Nathans von der klassischen Ringparabel?

Der Autor argumentiert, dass die Ringparabel für Lessing nur eine Übergangslösung darstellt, während sein eigentliches Ziel die Auflösung positiver Religionen zugunsten eines menschlichen Miteinanders jenseits dieser Dogmen ist.

Wie bewertet der Autor die Inszenierung des Berliner Ensembles?

Der Autor lobt die minimalistische Inszenierung, die den Fokus auf den Text lenkt, sieht jedoch auch die Herausforderung, dass religiöse Themen wie das Kreuzsymbol das Verständnis der Lessing’schen Kritik am Christentum unterstreichen.

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Details

Title
Lessings "Nathan der Weise" - Eine Deutung über die Ringparabel hinaus
College
University of Münster
Grade
2,0
Author
Benjamin Finkenrath (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V88853
ISBN (eBook)
9783638034760
ISBN (Book)
9783638932110
Language
German
Tags
Lessings Nathan Weise Eine Deutung Ringparabel Theater Brecht Lessing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Finkenrath (Author), 2008, Lessings "Nathan der Weise" - Eine Deutung über die Ringparabel hinaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88853
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