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Dinge sehen, wie sie aus sich selber sind

Text-Bild-Relationen am Beispiel des 'Orbis sensualium pictus'

Title: Dinge sehen, wie sie aus sich selber sind

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: René-André Kohl (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Am Beispiel des 'Orbis sensualium pictus' von Johann Amos Comenius sollen die Text-Bild-Relationen aufgezeigt werden, die für den Spracherwerb mittels des 'figürlichen Alfabeths' von Bedeutung sind.

Dass zwischen den Bildern und den Texten gewisse Spannungen bestehen und dass nicht alle Abbildungen auch Parallelen oder direkte Veranschaulichungen der schriftlichen Erklärung aufweisen, erschwerte das Verständnis aus heutiger Sicht. Es wurde trotzdem erreicht, die Verknüpfungsstellen herauszufinden, die es dem Betrachter ermöglichen, die Schrift zu verstehen – auch, wenn es als heutigem Leser mittels der Beschreibung oftmals nur möglich war, die dargestellten Szenen einem gewissen Thema zuzuordnen, weil uns das kontextuelle, zeitliche und räumliche Wissen der Entstehungszeit des ‚Orbis pictus’ teilweise fehlt. Die zeitliche Distanz machte das direkte Bildverständnis in manchen Fällen schwer, was durch den Text wieder relativiert wurde.
Gerade dieses Wechselspiel zwischen Text und Bild ist für weiteres Arbeiten am Orbis pictus von Bedeutung.

Auch die zeitliche und persönliche Entwicklung des Autors spielt in die Deutung des Werks mit ein, weil es sich um eine persönlich wie historisch turbulente Zeit handelt, in der es entstand.

Die Erfahrungen mit diesem Werk stellen den Leser aber vor die Frage, inwieweit noch heute diese Text-Bild-Korrelation in der Pädagogik oder den Wissenschaften von Bedeutung sind und wie der derzeitige Stand der Forschung den Orbis pictus bewertet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biografie zu Johann Amos Comenius

3 Der ‚Orbis sensualium pictus’

3.1 Mögliche Intention des Autors

4. Sichtbares und Sagbares

4.1 Deutung und Wirkung des Orbis pictus

4.2 Aktuelle Tendenzen

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Werk ‚Orbis sensualium pictus‘ von Johann Amos Comenius im Hinblick auf das Wechselspiel zwischen Text und Bild. Ziel ist es, die didaktische Absicht des Autors zu analysieren, die Bild-Text-Relation in ihrer historischen Einbettung zu verstehen und ihre Bedeutung für die zeitgenössische Pädagogik sowie die moderne Wissenschaft zu reflektieren.

  • Biografischer Kontext und pansophische Ideen von Comenius
  • Analyse des Orbis sensualium pictus als didaktisches Werkzeug
  • Die Funktion der Bild-Text-Korrelation für den Spracherwerb
  • Theozentrische Weltanschauung und die Ordnung der Dinge
  • Vergleich von historischer Bilddidaktik mit aktuellen medialen Tendenzen

Auszug aus dem Buch

3.1 Mögliche Intention des Autors

Der Titel „Das ist aller vornemsten Welt-Dinge und Lebens-Verrichtungen Vorbilder und Benahmung“ lässt mehr an Intention, als es einem einfachen Schulbuch zugeschrieben werden kann, vermuten. Comenius’ pansophische Ideen äußert er selbst in in diesem „kleinen Büchlein“, was „aber gleichwohl ein kurzer Begriff der ganzen Welt und der ganzen Sprache“ präsentiere. Die Zusammenstellung der sichtbaren „Welt-Dinge“ in diesem Werk steht in „Vorbildern“, typenhaft generalisierenden Bildern, den „Benahmungen“ in deutscher und lateinischer Sprache gegenüber. Mit der Verwendung von Bildern zur Erziehung steht Comenius in einer Tradition der Kirche, die wiederum ihre Erkenntnisse aus antiken Vorbildern entnahm.

„Bilddidaktisch hat die Kirche, vor allem im Mittelalter, ein Programm entfaltet, das den didaktischen Grundsatz der Anschaulichkeit exemplarisch zeigt,“ was sich in den reichen Bebilderungen der Kirchen ausdrückte. Auch der Kreuzweg stellt den Leidensweg Jesu ohne weitere Schriftzeichen ausnahmslos in Bilder dar und ruft den Betrachter zur Erinnerung an die im Gottesdienst durch Lesungen und Evangelien auditiv wahrgenommenen Erzählungen der Bibel.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor erläutert die persönliche Motivation hinter der Beschäftigung mit Comenius’ Werk, angeregt durch die Entdeckung des Orbis pictus im akademischen Kontext und die Erinnerung an Schulbücher der eigenen Kindheit.

2. Biografie zu Johann Amos Comenius: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die intellektuelle Entwicklung von Comenius nach, von seiner Herkunft über seine Ausbildung und Verfolgung während des Dreißigjährigen Krieges bis hin zu seinem pädagogischen Wirken.

3 Der ‚Orbis sensualium pictus’: Hier wird das Werk als didaktisches Medium eingeführt, das durch eine Rahmenhandlung und den Einsatz von Bildern und Texten den Lernenden ganzheitlich bei der Welterschließung und dem Spracherwerb unterstützen soll.

3.1 Mögliche Intention des Autors: Das Kapitel beleuchtet die pansophischen Ziele des Autors und die tiefere, theozentrische Bedeutung, die hinter der scheinbar einfachen Struktur des Werks als „bebildertes Kompendium der Welt“ steckt.

4. Sichtbares und Sagbares: Diese Sektion analysiert, wie Text und Bild bei Comenius harmonieren, um dem Lernenden durch visuelle Reize ein tieferes Verständnis der Welt und der Sprache zu ermöglichen.

4.1 Deutung und Wirkung des Orbis pictus: Das Kapitel diskutiert, wie der Orbis pictus durch seine gezielte Verknüpfung von Bild und Benennung als Wegbereiter für spätere Lehrmittel fungierte und eine „bilddidaktische“ Tradition aufgreift.

4.2 Aktuelle Tendenzen: Hier wird der Bogen zur modernen Medienlandschaft und dem aktuellen „Pictorial Turn“ geschlagen, um die Relevanz der Bild-Text-Kombination in einer zunehmend visuellen Kultur zu reflektieren.

5. Schlussbemerkung: Der Autor zieht ein Fazit über die Person Comenius, würdigt seine didaktischen Leistungen und stellt fest, dass der Orbis pictus trotz seines Alters wertvolle Anknüpfungspunkte für die moderne Medienpädagogik bietet.

Schlüsselwörter

Johann Amos Comenius, Orbis sensualium pictus, Bilddidaktik, Pansophie, Text-Bild-Relation, Spracherwerb, Anschaulichkeit, Theozentrik, Mediendidaktik, Pädagogik der Frühen Neuzeit, Visualisierung, Wissensvermittlung, Bildungsgeschichte, Kompendium der Welt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Werk ‚Orbis sensualium pictus‘ von Johann Amos Comenius unter medienpädagogischen und historisch-didaktischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die pansophische Weltanschauung des Autors, die historische Bilddidaktik sowie das Spannungsfeld zwischen der visuellen Darstellung und der sprachlichen Vermittlung von Wissen.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Bedeutung der Text-Bild-Korrelation bei Comenius herauszuarbeiten und zu untersuchen, wie diese in der frühen Neuzeit zur Bildung beitrug und welche Relevanz sie heute noch besitzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, um die Schriften von Comenius sowie deren Interpretation in der zeitgenössischen Forschung kritisch zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem Lebenslauf von Comenius, der detaillierten Analyse seines Hauptwerks Orbis pictus und der systematischen Betrachtung des Verhältnisses von Bild und Text.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bilddidaktik, Pansophie, Orbis pictus, Anschaulichkeit und Sprachvermittlung.

Wie bewertet Comenius die Rolle der Bilder im Lernprozess?

Comenius sieht Bilder als essenzielle „Pforten“ zum Verstand, die als Brücke dienen, um durch die sinnliche Wahrnehmung der Welt zum geistigen Verständnis und damit zur göttlichen Ordnung zu gelangen.

Inwieweit lässt sich das Werk als "naiv" oder "ungenau" kritisieren?

Die Kritik entzündet sich oft an der Einfachheit der Abbildungen, jedoch verteidigt die Arbeit dies als didaktisch notwendige Abstraktion, um das Kompendium für Kinder zugänglich zu machen und das "Grundgerüst" der Welt zu vermitteln.

Was bedeutet der „Pictorial Turn“ im Kontext dieser Arbeit?

Dies bezieht sich auf den aktuellen wissenschaftlichen Wandel, der visuellen Medien wieder eine größere Bedeutung beimisst, wodurch Comenius’ frühneuzeitlicher Ansatz der Bild-Text-Kombination eine neue, moderne Aktualität erhält.

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Details

Title
Dinge sehen, wie sie aus sich selber sind
Subtitle
Text-Bild-Relationen am Beispiel des 'Orbis sensualium pictus'
College
University of Kassel  (Institut für Germanistik)
Grade
1,6
Author
René-André Kohl (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V88859
ISBN (eBook)
9783638034807
ISBN (Book)
9783638932707
Language
German
Tags
Dinge Johann Amos Comenius Text-Bild-Relation Orbis sensualium pictus Orbis pictus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
René-André Kohl (Author), 2007, Dinge sehen, wie sie aus sich selber sind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/88859
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