Gesundheitsmanagement im Sport. Konzepte zur Reduktion von Bewegungsmangel


Einsendeaufgabe, 2020

13 Seiten, Note: 1,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Bedarfsanalyse
1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten
1.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem

2 Wirksamkeit körperlicher Aktivität

3 Zielgruppe

4 Ziele und Inhalte

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis

1 Bedarfsanalyse

In dieser Arbeit soll ein Konzept zur Reduzierung von Bewegungsmangel und Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen durch gesundheitssportliche Aktivität erstellt werden. Um eine klare Abgrenzung zwischen Übergewicht und Adipositas zu schaffen wird im Folgenden der Body-Mass-Index herangezogen. Dieser wird wie bei Erwachsenen mit der Formel Körpergewicht/Körpergröße2 errechnet. Im Anschluss allerdings über „BMI Percentil“ dargestellt wie nachfolgende Tabelle zeigt:

Tab. 1: Perzentile für den Body-mass-Index für das Kindes- und Jugendalter unter Heranziehung verschiedener deutscher Stichproben (K. Kromeyer-Hauschild et. al., 2001)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.1 Bewegungsempfehlungen und Bewegungsverhalten

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung differenziert in ihrer Bewegungsempfehlung zwischen 4 Altersbereichen (Säuglinge und Kleinkinder, Kindergartenkinder, Grundschulkinder und Jugendliche). Bei Kindergartenkindern von 4 bis 6 Jahren empfiehlt sie eine Bewegungszeit von 180 Minuten/Tag. Grundschulkinder und Jugendliche sollten sich mindestens 90 Minuten/Tag in moderater bis hoher Intensität bewegen. 60 Minuten der Bewegung können über Alltagsaktivitäten abgedeckt werden (BZgA, 2017).

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt für Kinder von 5 bis 17 Jahren mindestens 60 Minuten moderate bis starke Bewegung pro Tag. Weitere Bewegung, welche über die empfohlenen 60 Minuten hinausgeht, wirkt sich zusätzlich positiv auf die Gesundheit aus. Der Großteil der körperlichen Aktivität sollte im aeroben Bereich stattfinden. Aktivitäten mit erhöhter Intensität, die Muskeln und Knochen stärken, sollten mindestens dreimal die Woche durchgeführt werden (WHO, 2010).

Das Bundesamt für Sport der Schweiz empfiehlt für Jugendliche gegen Ende des Schulalters eine tägliche Bewegung von mindestens 60 Minuten bei mittlerer bis hoher Intensität. Für jüngere Kinder empfiehlt es deutlich mehr als eine Stunde pro Tag. Die Bewegung sollte dabei eine Diversifikation aufweisen und unter anderem die Knochen stärken, den Her-Kreislauf anregen, die Muskeln kräftigen, die Geschicklichkeit und Koordination verbessern, sowie die Beweglichkeit erhalten (BASPO, 2013).

Das Robert-Koch-Institut forscht im Rahmen der „KiGGS-Studie“ unter anderem zum Bewegungsverhalten von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren. Als Maßstab zieht das Institut die Empfehlung der WHO von mindestens 60 Minuten Bewegung/Tag heran, wobei herausgefunden werden konnte, dass Mädchen mit 22,4 % die Empfehlung seltener erreichen als Jungen mit 29,4% (siehe Abb. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Prävalenz von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag („WHO-Empfehlung erreicht“) nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status (Robert-Koch-Institut, 2018, S.26)

Auch zu erkennen ist die deutliche Abnahme der zu erreichenden Bewegungsempfehlung mit zunehmendem Alter. Erreichen im Säuglingsalter noch 60% der Jungen und fast 50% der Mädchen die empfohlene körperliche Bewegung, sind es im Alter von 17 nur noch 8% der Mädchen und 18% der Jungen (siehe Abb. 2). Die Differenz der empfohlenen Bewegung zwischen Mädchen und Jungen nimmt mit zunehmendem Alter deutlich zu und erreicht kurz vor der Volljährigkeit mit beinahe 50% ihren Höhepunkt (siehe Abb. 2).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Prävalenz von mindestens 60 Minuten körperlicher Aktivität pro Tag ("WHO-Empfehlung erreicht") nach Alter (Robert-Koch-Institut, 2018, S. 27)

Vergleicht man die Bewegungsempfehlung und das Bewegungsverhalten in Deutschland ist festzustellen, dass bereits ab dem fünften Lebensjahr nicht einmal mehr 50% der Jungen und Mädchen die täglich empfohlene körperliche Aktivität von 60 Minuten erreicht. Besonders auffällig ist auch die deutliche Abnahme der körperlichen Aktivität mit zunehmendem Alter, die bei Mädchen innerhalb von 14 Jahren um 41% und bei Jungen um 42% sinkt. Das Bewegung und Aktivität eine immer geringere Rolle im täglichen Leben eines Jugendlichen einnimmt und damit im starken Gegensatz zur wissenschaftlichen Empfehlung steht, scheint damit belegt zu sein.

1.2 Datenlage zum Gesundheitsproblem

Das Robert-Koch-Institut hat in seiner „KiGGS-Studie“ auch den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland untersucht und dabei festgestellt, dass die Häufigkeit von Übergewicht bei Jungen und Mädchen im Alter von 3 bis 17 Jahren bei 15,4% liegt. Betrachtet man die beiden Geschlechtergruppen getrennt voneinander liegt die Häufigkeit der Mädchen bei 15,3% und der Jungen bei 15,6% (siehe Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Übergewichtsprävalenz (> 90. Perzentil, einschließlich Adipositas), nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status (Robert-Koch-Institut, 2018, S. 18)

Die Adipositasprävalenz der Mädchen und Jungen in Deutschland liegt bei 5,9% und ist bei den Jungen mit 6,3% etwas höher, als bei den Mädchen mit 5,5% (siehe Abb. 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Adipositasprävalenz (> 97. Perzentil) nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status (Robert-Koch-Institut, 2018, S. 19)

Die Häufigkeit von Übergewicht nimmt bei den älteren Personengruppen zu und erreicht erst kurz vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter einen leichten Rückgang (siehe Abb. 3). Dies ist bei Adipositas nicht der Fall. Hier lässt sich eine durchgehende Erhöhung der Wahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter erkennen (siehe Abb. 4). Auch der sozioökonomische Status scheint eine wichtige Rolle zu spielen, da Kinder mit mittlerem und hohem sozioökonomischen Status deutlich seltener an Übergewicht und Adipositas leiden, als Kinder mit niedrigem sozioökonomischen Status (siehe Abb. 3 & 4).

Der sozioökomische Status ist damit ein erster Risikofaktor bei Übergewicht und Adipositas. Kinder aus sozial schwächeren Schichten leiden hierunter häufiger, als Kinder aus stärkeren sozialen Schichten. Ein weiterer Risikofaktor ist das Übergewicht der Mutter in der Schwangerschaft. Studien haben ergeben, dass das Risiko für Kinder mit einer übergewichtigen Mutter doppelt so hoch ist selbst übergewichtig zu werden, als für Kinder mit normalgewichtigen Müttern (Zhang et. al., 2011).

Auch das Fernsehen ist ein bedeutender Risikofaktor für Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Kinder die am Tag mehr als 5 Stunden vor dem Fernseher sitzen, haben eine 4,6-fache Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu werden, als Kinder, die nur maximal eine Stunde Bildschirmzeit pro Tag haben (Gortmarker et. al., 1996). Auch zu wenig Schlaf ist ein Risikofaktor im Zusammenhang mit Übergewicht und Adipositas, wie die WHO berichtet (WHO, 2004).

Aus der aktuellen Datenlage lassen sich klare Handlungsempfehlungen ableiten. Zum einen spielen die Eltern eine wichtige Rolle, indem sie ihren Kindern einen gesunden und aktiven Lebensstil vorleben. Auch die Kontrolle der Bildschirmzeiten kann durch die Eltern gesteuert werden. Zusätzlich bedarf es einer besseren Aufklärung, sowohl innerhalb der Familien, als auch an Plätzen wie Schulen und Kindergärten, um den betroffenen Eltern und Kindern das Bewusstsein für einen gesunden und aktiven Lebensstil zu vermitteln. Gerade sozial schwächere Familien benötigen Unterstützung und Aufklärung im Umgang mit der richtigen Ernährung und wie man beispielsweise trotz eines geringeren Einkommens günstig und gesund für die gesamte Familie kochen kann.

2 Wirksamkeit körperlicher Aktivität

Folgend werden zwei wissenschaftliche Forschungsergebnisse dargestellt, anhand derer sich die gesundheitliche Wirksamkeit körperlicher Aktivität in Bezug zu Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter belegen lässt.

Tab. 2: Motorische Defizite - wie schwer wiegen sie? (Graf et. al., 2007)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Physical activity cost of the school run: impact on schoolchildren of being driven to school (Metcalf, 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3 Zielgruppe

In folgender Tabelle wird die Zielgruppe für das in Teilaufgabe 4 gesundheitsorientierte Sportkonzept dargestellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Gesundheitsmanagement im Sport. Konzepte zur Reduktion von Bewegungsmangel
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,2
Autor
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V888727
ISBN (eBook)
9783346215352
ISBN (Buch)
9783346215369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bewegungsmangel, gesundheitsmanagement, konzepte, reduktion, sport
Arbeit zitieren
Gregor Frick (Autor), 2020, Gesundheitsmanagement im Sport. Konzepte zur Reduktion von Bewegungsmangel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/888727

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