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Die Bedeutung diagnostischer Expertise von Lehrkräften für den Umgang mit Heterogenität an beruflichen Schulen

Titre: Die Bedeutung diagnostischer Expertise von Lehrkräften für den Umgang mit Heterogenität an beruflichen Schulen

Thèse de Master , 2017 , 89 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Eugen Zimmermann (Auteur)

Didactique - Gestion d'entreprise, Pédagogie des Sciences Economiques
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In dieser Arbeit sollen folgende Forschungsfragen untersucht werden: Welche Merkmale hat pädagogische Diagnostik und welche diagnostischen Methoden können unterschieden werden, um Lernvoraussetzungen und Lernfortschritte zutreffend zu diagnostizieren? Inwiefern kann eine diagnostische Expertise zu einem adäquaten Umgang mit heterogenen SuS-Populationen beitragen, um einen guten Unterricht, im Sinne von sich verbessernden Lernleistungen der SuS, zu gewährleisten?

Vor allem berufliche Schulen sind von einer zunehmenden Heterogenität innerhalb ihrer Schülerinnen- und Schülerpopulation geprägt. Diese Tatsache bietet Lehrkräften enorme Chancen und Potentiale für die Gestaltung eines gewinnbringenden und lernwirksamen Unterrichts. Um die positiven Effekte der Heterogenität für die Unterrichtsgestaltung nutzen zu können, müssen die entsprechenden Heterogenitätsmerkmale von der Lehrperson erkannt werden. Neben impliziten Diagnosen, welche als eher ungenau gelten, gibt es explizite Diagnostik-Verfahren, die den Lehrerinnen und Lehrern bei der Urteilsbildung über die individuellen Vielfältigkeitsmerkmale ihrer Schülerinnen und Schüler helfen können. Studien bestätigen einen positiven Zusammenhang zwischen den diagnostischen Fähigkeiten von Lehrkräften in Kombination mit einer adäquaten pädagogisch-didaktischen Umsetzung und den Lernleistungen der Lernenden. Daher ist es die Aufgabe der Lehrerinnen- und Lehrerbildung auf eine gute Förderung dieser Fähigkeiten zu achten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Merkmale beruflicher Schulen

3. Der Heterogenitätsbegriff und dessen Merkmale

3.1 Heterogenität im Allgemeinen

3.2 Schulische Heterogenität

3.2.1 Vertikale Heterogenität

3.2.2 Horizontale Heterogenität

3.3 Heterogenität an beruflichen Schulen

3.3.1 Alter der Schülerinnen und Schüler

3.3.2 Herkunft der Schülerinnen und Schüler

3.3.3 Vorbildung der Schülerinnen und Schüler

3.4 Chancen und Potentiale von Heterogenität – Erkenntnisse aus der Forschung

4. Diagnostik

4.1 Die pädagogische Diagnostik

4.2 Implizite versus explizite Diagnostik

4.3 Anlässe für explizite Diagnostik

4.3.1 Feststellen von Lernvoraussetzungen der SuS

4.3.2 Leistungsmessung als Diagnostik des Lernstandes bzw. der Schulleistung in verschiedenen Sachfächern

4.3.3 Leistungsmessung als Diagnostik des Lernprozesses /-verlaufs und des Lernfortschritts

4.3.4 Diagnostik im Rahmen der Unterrichtsplanung

4.3.5 Analyse des eigenen Unterrichts

4.3.6 Überprüfung der eigenen Bewertung und Zensurengebung

4.3.7 Diagnostik der Ausgangslage vor jeder längerfristigen Förderung/Nachhilfe

4.3.8 Diagnostik bei wichtigen Schullaufbahnentscheidungen

4.3.9 Diagnostik bei Lernproblemen

4.3.10 Diagnostik von sozialen Kompetenzen und Sozialverhalten

4.4 Ziele der pädagogischen Diagnostik

4.5 Rechtliche und ethische Voraussetzungen für explizite Diagnostik

4.6 Das diagnostische Vorgehen

4.6.1 Die Notwendigkeit von Standards in der Diagnostik

4.6.2 Der diagnostische Prozess

4.6.2.1 Prozessmodell nach HESSE & LATZKO (2017, 64) in Anlehnung an LUKESCH (1998)

4.6.2.2 Prozessmodell nach Vogt (2011, 3)

4.6.2.3 Kritik an dargestellten Prozessmodellen und der „diagnostische Optimismus“

4.6.3 Diagnostische Methoden

4.6.3.1 Die diagnostische Beobachtung

4.6.3.2 Die diagnostische Befragung/das diagnostische Gespräch

4.6.3.3 Der diagnostische Test

5. Zur diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften

5.1 Empirische Befunde

5.1.1 Zusammenhang zwischen diagnostischer Kompetenz und Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler

5.1.2 Urteilsgenauigkeit von Lehrkräften

5.2 Typische Beurteilungsfehler

5.2.1 Halo-Effekt

5.2.2 Tendenz zur Mitte

5.2.3 Extremisierungstendenz

5.2.4 Pygmalion-Effekt und Logischer Fehler

5.2.5 Referenzfehler

6. Qualitätssteigerung diagnostischer Urteile

6.1 Unterscheidung diagnostische Kompetenz und diagnostische Expertise

6.2 Aus- und Weiterbildung diagnostischer Expertise

6.2.1 Erste Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

6.2.1.1 Ziele der universitären Ausbildung

6.2.1.2 Die Fallarbeit zur Förderung der Diagnosekompetenz

6.2.2 Zweite Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

6.2.2.1 Die Stellung der pädagogischen Diagnostik innerhalb der zweiten Phase

6.2.2.2 Das Tagebuch zur Förderung der Diagnosekompetenz

6.2.3 Dritte Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

6.2.4 Schlussfolgerung aus den drei Phasen der Lehrerinnen- und Lehrerbildung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der zunehmenden Heterogenität an beruflichen Schulen auseinander und untersucht die Bedeutung diagnostischer Expertise von Lehrkräften als zentrale Voraussetzung für die Gestaltung eines lernwirksamen Unterrichts. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen diagnostischen Fähigkeiten, Unterrichtsqualität und Lernerfolg zu analysieren sowie Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildung diagnostischer Kompetenz aufzuzeigen.

  • Heterogenität in der beruflichen Bildung
  • Pädagogische Diagnostik als Instrument der Unterrichtsgestaltung
  • Diagnostische Kompetenz versus Expertise
  • Methoden der Diagnostik (Beobachtung, Befragung, Testverfahren)
  • Förderung diagnostischer Expertise in den Phasen der Lehrerbildung

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Alter der Schülerinnen und Schüler

Nachfolgende Tabelle (Tab. 1) zeigt die Zahl der Auszubildenden mit neu abgeschlossenem Ausbildungsvertrag sortiert nach Alter. Die Zahlen sind auf das gesamte Bundesgebiet bezogen und geben die Werte in Prozent von 1993 bis 2014 wieder.

In der längerfristigen Betrachtung der Tabelle 1 kann man feststellen, dass das Durchschnittsalter von 1993 bis 2014 stetig angestiegen ist. Während das durchschnittliche Alter 1993 noch bei 18,0 Jahren lag, betrug das Durchschnittsalter im Jahr 2014 bei Vertragsabschluss 19,7 Jahre. Besonders auffallend ist auch, dass zu Beginn der 1990er Jahre noch über 50 % der Auszubildenden 16 oder 17 Jahre alt waren. Mittlerweile hat sich diese Verteilung deutlich ausgeweitet. Die SuS sind bezüglich ihres Alters immer heterogener geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Dieses Kapitel führt in das Thema Heterogenität an beruflichen Schulen ein, verdeutlicht die Notwendigkeit diagnostischer Expertise und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.

2. Merkmale beruflicher Schulen: Dieses Kapitel definiert den Begriff „berufliche Schule“ und gibt einen Überblick über die einzelnen Arten beruflicher Schulen in Bayern.

3. Der Heterogenitätsbegriff und dessen Merkmale: Das Kapitel untersucht den Begriff der Heterogenität in verschiedenen Kontexten, analysiert Dimensionen schulischer Heterogenität und betrachtet spezifische Merkmale an beruflichen Schulen.

4. Diagnostik: Dieser Teil behandelt die Bedeutung der pädagogischen Diagnostik, differenziert zwischen impliziten und expliziten Ansätzen und erläutert diverse Anlässe, Ziele sowie methodische Vorgehensweisen.

5. Zur diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften: Das Kapitel widmet sich empirischen Befunden zur diagnostischen Kompetenz und untersucht, welche typischen Beurteilungsfehler die Urteilsgenauigkeit von Lehrkräften verfälschen können.

6. Qualitätssteigerung diagnostischer Urteile: Dieser Abschnitt differenziert zwischen diagnostischer Kompetenz und Expertise und diskutiert Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung in den drei Phasen der Lehrerbildung.

7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit eines zielgerichteten, didaktisch integrierten Umgangs mit Heterogenität.

Schlüsselwörter

Heterogenität, berufliche Schulen, pädagogische Diagnostik, Diagnosekompetenz, diagnostische Expertise, Unterrichtsqualität, Lernvoraussetzungen, Lehrerausbildung, Leistungsdiagnostik, Beobachtung, diagnostisches Gespräch, diagnostischer Test, Beurteilungsfehler, Referenzfehler, Schülerinnen und Schüler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle die diagnostische Expertise von Lehrkräften spielt, um den Herausforderungen durch zunehmende Heterogenität an beruflichen Schulen effektiv zu begegnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die verschiedenen Dimensionen von Heterogenität, die theoretischen Grundlagen pädagogischer Diagnostik, die diagnostische Kompetenz von Lehrkräften sowie die Förderung dieser Expertise in der Lehrerausbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, Merkmale und Methoden der Diagnostik zu identifizieren, den Beitrag diagnostischer Expertise zu einem adäquaten Umgang mit Heterogenität zu bewerten und Möglichkeiten der Qualitätssicherung in der Lehrerausbildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine umfassende Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (insbesondere von Hesse & Latzko) mit empirischen Befunden und Forschungsberichten verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Heterogenitätsbegriff, eine Analyse von Methoden und Anlässen der Diagnostik, eine Untersuchung der diagnostischen Kompetenz von Lehrkräften inklusive typischer Urteilsfehler sowie die Diskussion über Maßnahmen zur Qualitätssteigerung diagnostischer Urteile.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Heterogenität, berufliche Bildung, diagnostische Expertise, Unterrichtsentwicklung und Lehrerbildung.

Warum ist die Unterscheidung zwischen diagnostischer Kompetenz und diagnostischer Expertise wichtig?

Die Arbeit stellt heraus, dass diagnostische Kompetenz primär die Akkuratheit von Urteilen beschreibt, während diagnostische Expertise ein umfassenderes Wissen, didaktisches Handeln und ethische Reflexion umfasst, was für einen nachhaltigen Unterrichtserfolg unerlässlich ist.

Welchen Stellenwert nimmt die Fallarbeit bei der Förderung der Diagnosekompetenz ein?

Die Fallarbeit wird als zentrale Methode hervorgehoben, um die Brücke zwischen theoretischem Wissen aus der Universität und der Schulpraxis zu schlagen und so die Diagnosekompetenz angehender Lehrkräfte gezielt zu verbessern.

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Résumé des informations

Titre
Die Bedeutung diagnostischer Expertise von Lehrkräften für den Umgang mit Heterogenität an beruflichen Schulen
Université
University of Bamberg
Note
2,0
Auteur
Eugen Zimmermann (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
89
N° de catalogue
V888841
ISBN (ebook)
9783346185075
ISBN (Livre)
9783346185082
Langue
allemand
mots-clé
Heterogenität Differenzierung Wirtschaftspädagogik Diagnostik berufliche Schulen Pädagogische Diagnostik Pädagogik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Eugen Zimmermann (Auteur), 2017, Die Bedeutung diagnostischer Expertise von Lehrkräften für den Umgang mit Heterogenität an beruflichen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/888841
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