In der zu erstellenden Arbeit werden zunächst die historische Entwicklung von ETFs und ihrer theoretischen Hintergründe, wie die Portfoliotheorie von Markowitz, deskriptiv dargelegt, um dann ab Kapitel 3 ihre genauen Funktionsweisen und daraus resultierenden Chancen zu erläutern. Im Anschluss sollen die aus dem Handel von ETFs resultierenden Risiken genauer analysiert werden. Abschließend wird die Entwicklung von ETFs am europäischen Markt untersucht, um ein Bild darüber zu erlangen, ob das Produkt und seine Chancen, in Abwägung der aufgeführten Risiken, am Markt akzeptiert werden und ob das Investitionssegment weiter ausgebaut wird.
Als im Jahre 2008 die Finanzmärkte im Zuge des Bankrotts von Lehman Brothers kollabierten und sowohl institutionelle als auch private Anleger vor massiven finanziellen Verlusten standen, kam umso mehr der Wunsch nach Anlagemöglichkeiten auf, welche sowohl hinsichtlich Ihres Risikos überschaubar sind, als auch eine gewisse Transparenz hinsichtlich ihres Inhaltes sowie ihrer Kostenstruktur bieten.
Wird den Ansätzen der Effizienzmarkttheorie gefolgt, so ist es niemandem möglich, durch beispielsweise Informationsvorsprung, den Markt zu schlagen. Gemäß diesem Ansatz ist die Folge, dass traditionell geführte Investmentfonds langfristig keine höheren Renditen einbringen können als ihre zugrunde liegenden Benchmarks. Bezüglich der genannten Wünsche, seitens der Investoren, und dem Ansatz der Effizienzmarkttheorie kommen Exchange Traded Funds (ETFs) ins Spiel. In Abgrenzung zu aktiv gemanagten Fonds verfolgen sie das Ziel, einen zugrunde liegenden Index, welcher den entsprechenden Markt repräsentiert, exakt nachzubilden und Risiken, kosteneffizient durch Diversifikation, zu minimieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen von ETFs
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Theoretische Hintergründe
2.2.1 Portfoliotheorie nach Markowitz
2.2.2 Capital Asset Pricing Model
3. Charakteristika von ETFs
3.1 Aktive versus passive Fonds
3.2 Der Index als Basiswert
3.3 Replikationsmethoden
3.3.1 Volle Replikation
3.3.2 Synthetische Replikation
3.3.3 Tracking Error
3.4 Handelsmechanismen
3.4.1 Preisbildung via Nettoinventarwert
3.4.2 Creation / Redemption Prozess
3.5 Kosten von ETFs
4. Risiken
4.1 Mögliche systematische und unsystematische Risiken auf ETFs
4.2 Auswirkungen von ETFs auf Marktinstabilitäten
5. Entwicklung von ETFs am Beispiel des europäischen Marktes
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Chancen und Risiken von passiv gemanagten Exchange Traded Funds (ETFs) im Kontext moderner Finanzmarkttheorien und analysiert deren Marktentwicklung sowie Einfluss auf die Finanzstabilität.
- Grundlagen der ETF-Konzeption und historische Entwicklung
- Theoretische Fundierung durch Portfoliotheorie und CAPM
- Vergleich von Replikationsmethoden und deren Auswirkungen
- Analyse der Kostenstruktur im Vergleich zu aktiven Fonds
- Untersuchung von Marktrisiken und Auswirkungen auf Instabilitäten
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Synthetische Replikation
Um die Schwierigkeiten des Handlings bei schwer zugänglichen, von den Titeln her komplexen oder illiquiden Indizes zu verbessern ,wird die synthetische oder Swap Replikation herangezogen. Hierbei kommt es zum Einsatz von Derivaten, im speziellen den sogenannten Swaps, welche einem Tausch von Zahlungen zu einem späteren Zeitpunkt entsprechen. Bei dieser Replikation kommt es zu einer Kombination von Investitionen in ein bestimmtes Aktienportfolio und zusätzlich in einen Indexswap. Das Derivat dient hierbei zur Erfüllung des Unterschieds zwischen der wertmäßigen Entwicklung des Aktienportfolios und dem eigentlichen Index als Underlying. Konkret werden somit die wertmäßigen Entwicklungen des Aktienportfolios gegen die Performanceentwicklung des Index getauscht. Der Aktienkorb selbst muss hierbei nicht unbedingt die Titel des Index halten.
Es kann in diesem Konstrukt dazu kommen, dass sich die Performance des Aktienportfolios, und die des Indizes, unterschiedlich verhalten, dies betrifft jedoch am Ende nicht den Investor, da der Swapkontrahent die Performance des Index täglich bereitstellt. Das Aktienportfolio dient lediglich als Absicherung des Investors, sollte es zu einem Ausfall des Kontrahenten kommen. Der Vorteil ist hierbei, dass auch breite Indizes abgebildet werden können, jedoch auf Kosten der Transparenz gegenüber der vollen Replikation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wunsch nach transparenten Anlagemöglichkeiten nach der Finanzkrise 2008 und stellt ETFs als kosteneffiziente Alternative zu aktiv gemanagten Fonds vor.
2. Grundlagen von ETFs: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte von Indexfonds sowie die theoretischen Hintergründe wie die Portfoliotheorie nach Markowitz und das CAPM.
3. Charakteristika von ETFs: Hier werden die Funktionsweisen von ETFs, die Abgrenzung zum aktiven Management, verschiedene Replikationsmethoden, Handelsmechanismen und die Kostenstruktur (TER) behandelt.
4. Risiken: Es erfolgt eine Analyse systematischer und unsystematischer Risiken, des Liquiditätsrisikos sowie der Auswirkungen von ETFs auf Marktinstabilitäten anhand von Flash Crashes.
5. Entwicklung von ETFs am Beispiel des europäischen Marktes: Dieses Kapitel liefert eine empirische Analyse des europäischen ETF-Wachstums im Vergleich zum US-Markt sowie eine Darstellung der führenden Anbieter.
6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass ETFs aufgrund ihrer Liquidität und Kostenvorteile eine attraktive Alternative darstellen, weist jedoch auf neue Risiken durch wachsende Komplexität und Markteinflüsse hin.
Schlüsselwörter
ETFs, Exchange Traded Fund, Passives Management, Portfoliotheorie, Markowitz, CAPM, Replikationsmethoden, Tracking Error, Nettoinventarwert, Creation Redemption Prozess, TER, Marktrisiko, Finanzstabilität, Europäischer Markt, Indexfonds.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von passiv gemanagten Indexfonds, sogenannten ETFs, und untersucht deren Chancen und Risiken als Anlageinstrument.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der ETF-Anlage, den technischen Funktionsweisen (Replikation), der Kostenstruktur und der Risikobewertung im Kontext der Marktentwicklung.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu bewerten, inwiefern ETFs eine transparente und kosteneffiziente Alternative zu aktiven Fonds darstellen und welche Auswirkungen ihr stetiges Wachstum auf die Marktstabilität hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Darstellung theoretischer Finanzmodelle (Markowitz/CAPM) kombiniert mit einer Analyse historischer Marktdaten und empirischer Tabellen zum europäischen ETF-Markt.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Replikationsmethoden (voll vs. synthetisch), die Preisbildung über den Nettoinventarwert, den Creation/Redemption-Prozess sowie die Kostenstruktur (TER) und spezifische Risikofaktoren.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind ETF, Portfoliotheorie, Replikation, Tracking Error, Marktrisiko und Markteffizienz.
Wie unterscheidet sich die synthetische von der vollen Replikation?
Bei der vollen Replikation werden alle Titel eines Index physisch erworben, während die synthetische Replikation Derivate (Swaps) einsetzt, um die Wertentwicklung des Index abzubilden, was die Transparenz verringert.
Welche Rolle spielt der "Tracking Error" bei ETFs?
Der Tracking Error dient als Indikator für die Güte eines ETFs; er misst die Abweichung der Rendite des ETF von der Rendite des zugrunde liegenden Index.
Warum steigen die Umsätze von ETFs laut der Arbeit an?
Investoren suchen verstärkt nach liquiden, transparenten und kostengünstigen Anlagemöglichkeiten, besonders nach Erfahrungen aus Finanzkrisen, in denen intransparente Produkte zu hohen Verlusten führten.
Was bedeutet das "Kontrahentenrisiko" bei synthetischen ETFs?
Es bezeichnet das Risiko, dass der Emittent des Swaps (der Kontrahent) zahlungsunfähig wird, wodurch die Performance des ETFs gefährdet sein könnte, auch wenn dies meist durch Sicherheiten (Collaterals) begrenzt wird.
- Quote paper
- Dennis Schütt (Author), 2020, Wie funktionieren Exchange Traded Funds (ETFs)? Chancen und Risiken von passiv gemanagten Indexfonds, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889034