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Freies Theater in seiner historisch-politischen Bedingtheit

Voraussetzungen, Wesen, Strukturen, Arbeitsweisen und Produktionen anhand der Gruppe "theaterarbeiterkollektiv"

Titel: Freies Theater in seiner historisch-politischen Bedingtheit

Diplomarbeit , 1998 , 176 Seiten

Autor:in: Otto Köhlmeier (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der erste Teil beginnend mit dem, was die Motivation für “Freies Theater“ überhaupt erst ausmacht: das institutionalisierte Staats- und Stadttheater. Seine Entwicklung, seine Strukturen, seine Arbeitsbedingungen, sein Umfeld, seine Aus- und Weiterbildungssituationen … verbunden mit dem zwingenden Rückgriff in die Geschichte des deutschsprachigen Theaters, auf Entwicklungstendenzen, markante Einschnitte, Scheidepunkte.

Sodann die Alternative dazu: das “Freie Theater Theater“, sein gesellschaftspolitisches Verständnis, seine Organisationsstrukturen, seine Inhalte, seine Formen, seine Vorläufer und richtungsweisendsten Vertreter.

Im zweiten Teil dann die umfassende Darstellung und Skizzierung einer heimischen “Freien Theatergruppe“. Eines Ensembles, das aus der Grazer Hochschule für Musik und darstellende Kunst hervorgegangen ist und über beinah ein Jahrzehnt geradezu
exemplarisch den Begriff “Freies Theater“ gelebt und praktiziert hat: die Gruppe “theaterarbeiterkollektiv“. Am Beispiel dieser Gruppe soll all das anschaulich und nachvollziehbar verdeutlicht werden, was zuvor theoretisch beschrieben wurde. Was also im
ersten Teil als philosophische Abhandlung zu Papier steht, soll im zweiten Teil durch praktische Beispiele seine Ergänzung, Richtigkeit und Bestätigung erfahren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG oder die Erklärung für ein breites und historisch umfassendes Ausholen

1. TEIL:

A) THEATER UNSERER ZEIT Ursprung, Entwicklung, Strukturen, Umfeld

Aa) Theater und Politik (Vom Spieltrieb des Menschen zur moralischen Anstalt)

Ab) Politik und Theater (Verschleierung der Wirklichkeit oder Veränderung der Zustände)

Ac) Theater und Sozialismus (Materialistische Dialektik als Diskurs auf der Bühne)

Ad) Vorläufer des Freien Theaters (Das proletarische Laien- und revolutionäre Berufstheater)

Ae) Theater nach 1945 (Von der Restauration zu neuen kritischen Ansätzen)

B) FREIES THEATER (Versuch einer Begriffsdefinition, basierend auf dem ersten Teil der Arbeit)

Ba) Der Pariser Mai 1968 (Ein historisches Datum, auch für die theatralische Neuentwicklung)

Bb) Kultureller Bewußtseinswandel (Der Bruch mit konventionellen Theaterstrukturen)

Bc) Vorbilder und Anreger (Die unterschiedlichsten Konzepte und Theorien für das Freie Theater)

Bd) Europäische Tendenzen (Von Mnouchkines „Théàtre du Soleil“ zu Dario Fos Revuetheater)

Be) Theater und Demokratie (Die Entwicklung des Freien Theaters im deutschsprachigen Raum)

Bf) Anspruch und Wirklichkeit (Zwei Schilderungen zur Verdeutlichung des bisher Gesagten)

2. TEIL:

C) DIE GRUPPE „THEATERARBEITERKOLLEKTIV“ (Entwicklung, Selbstverständnis, Arbeitsweise, Produktionen)

Ca) Unzufriedenheit mit dem Bestehenden (Gruppengründung als konsequente Folge)

Cb) Kollektives Miteinander (Der gemeinsame Arbeits- und Lebensprozess)

Cc) Themen und Inhalte (Politisch brisante Historien und relevante Probleme unserer Zeit)

Cd) Form und Ästhetik (Beherrschung des Instrumentariums als Voraussetzung für Akzeptanz)

Ce) Die einzelnen Produktionen (Kurzbeschreibungen, Kritiken, Stellungnahmen, Gastspiele ...)

Cea) Friede den Hütten — Krieg den Palästen (1789 bis 1848. Georg Büchner und seine Zeit)

Ceb) „... dem Manne untertan“ (das Frauenbild in seiner historischen Entwicklung)

Cec) INTERRUPTUS (Szenen zum Mythos vom schwachen Geschlecht)

Ced) Bertolt Brecht und der Faschismus (Collage in Szenen, Liedern, Dokumenten)

Cee) GRÜSS GOTT … mit deutschen Gruß und deutschem Sang (Szenen aus einem Rechtsstaat)

Cef) Grazer Spaziergänge (ein satirisch-ironischer Blick auf die Stadt am Uhrturm)

Ceg) NOVEMBER 1918 (Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und die Sozialdemokratie)

Kurzer Einschub (Weggang aus Graz, Übersiedlung nach Salzburg)

Ceh) „Wir sind so frei …“ eine satirisch-ironische Collage aus dem Land der Krone, des Bacher …)

Cei) DIE HAKEN ZUSAMMEN — DAS KREUZ GESCHLAGEN (Schöne Grüße vom heimischen Faschismus ...)

Zweiter Einschub (Weggang aus ... Rückkehr nach Salzburg)

Cej) SCHWEIN ODER NICHT SCHWEIN -- das Unbehagen zwischen den Kriegen

Cek) FEBRUAR 1934 Der Bürgerkrieg in Österreich

Cel) PARAGRAPH 144 Frauen im 34er-Jahr

Cem) JUNGFRAU, MUTTER OBER HURE (ein herzergreifendes Melodram ....)

Cen) KRIEG DEM KRIEGE (Lieder und Gebete zwischen den Schlachten ...)

Cf) Geld und/oder Leben (Die Finanzen, der Teilungsprozess ... einer freien Gruppe)

SCHLUSSBETRACHTUNG Bedeutung und Wirkung des Freien Theaters in seinem historisch-politischen Kontext

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das „Freie Theater“ nicht als isoliertes Phänomen, sondern als komplexe gesellschaftspolitische Alternative zum institutionalisierten Staats- und Stadttheater zu definieren. Dabei steht die Frage nach der Funktion von Theater in der Gesellschaft und dessen Potenzial für emanzipatorische Prozesse im Zentrum der Analyse, veranschaulicht am Beispiel der Gruppe „theaterarbeiterkollektiv“.

  • Historisch-politische Einordnung der Vorläufer des Freien Theaters (insb. Brecht, Piscator, Proletkult).
  • Analyse der Bedeutung des kulturellen Bewusstseinswandels durch den Mai 1968.
  • Untersuchung kollektiver Arbeitsweisen und alternativer Organisationsstrukturen im Freien Theater.
  • Detaillierte Darstellung der Praxis und Ästhetik am Beispiel des „theaterarbeiterkollektivs“.
  • Diskussion des Spannungsfeldes zwischen künstlerischem Anspruch und ökonomischer Realität.

Auszug aus dem Buch

Aa) Theater und Politik Vom Spieltrieb des Menschen zur moralischen Anstalt

Theater ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon aus der Zeit der Vorgeschichte lassen sich - auf der Basis ethnologischer Untersuchungen - jene Kräfte belegen, die das Theater bis heute speisen: der schöpferische Liebesdrang, der Verkleidungs- und Verwandlungstrieb, die Nachahmungs- und Bewegungslust. Vor allem in inniger Verbindung zum religiösen Kult. „Es ist eine müssige Streitfrage, was zuerst da war: der religiöse Kult des Priesters, der sich dieses Spielbedürfnisses (des Menschen) bedient, oder das Spielbedürfnis, das im religiösen Kult Befriedigung findet“.

Die Traditionen des Theaters sind also weit zurückreichend. Und wenngleich der Motor für dieses Theater, der Spieltrieb des Menschen, noch ein ähnlicher ist wie in vorgeschichtlichen Urzeiten, so hat sich doch die Funktion, der Inhalt, die Form und die Organisationsstruktur stetig gewandelt. Analog den gesellschaftspolitischen Entwicklungen bzw. den jeweiligen Herrschaftsformen. Eines jedoch ist dem Theater als öffentlichste aller Künste seit der griechischen Antike geblieben: die Beschäftigung mit politischen Zeitproblemen und Konflikten.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG oder die Erklärung für ein breites und historisch umfassendes Ausholen: Die Einleitung definiert das „Freie Theater“ als komplexe Alternative zum bürgerlichen Theaterbetrieb und begründet die Notwendigkeit einer historischen Analyse für ein tiefgreifendes Verständnis.

A) THEATER UNSERER ZEIT: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln des Theaters im politischen und gesellschaftlichen Kontext, von der Antike bis zu den modernen Ansätzen von Piscator und Brecht.

B) FREIES THEATER: Der Abschnitt versucht, den Begriff „Freies Theater“ auf Basis des historischen Rückblicks zu definieren und hebt hervor, dass es sich primär über eine kritische politische Haltung statt über bloße Formalismen definiert.

C) DIE GRUPPE „THEATERARBEITERKOLLEKTIV“: Hier wird das Wirken der Grazer Gruppe als praktisches Fallbeispiel dargestellt, wobei Entwicklung, Arbeitsweise und Produktionen im Kontext der theoretischen Grundannahmen analysiert werden.

SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass Freies Theater in einer kapitalistisch geprägten Gesellschaft eine notwendige Zeiterscheinung ist, deren Erfolg stark von der Bereitschaft zu gesellschaftlichen Veränderungen abhängt.

Schlüsselwörter

Freies Theater, Politisches Theater, Bertolt Brecht, Erwin Piscator, Kollektivarbeit, Theaterarbeiterkollektiv, gesellschaftspolitische Funktion, Emanzipation, Antifaschismus, Kulturrevolution, Theaterpraxis, Ästhetik, Sozialkritik, historische Analyse, institutionelle Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das „Freie Theater“ in seiner historischen und politischen Bedingtheit und analysiert, wie diese Theaterform als Alternative zum institutionalisierten bürgerlichen Theater fungiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte des politischen Theaters, die Rolle des Mai 1968 für neue Theaterkonzepte sowie die detaillierte Darstellung kollektiver Arbeitsformen am Beispiel des „theaterarbeiterkollektivs“.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Begriff „Freies Theater“ jenseits bloßer Stilmittel wissenschaftlich im gesellschaftspolitischen Kontext zu verorten und aufzuzeigen, dass Theater als Instrument der gesellschaftlichen Bewusstseinsbildung dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische und theaterwissenschaftliche Analyse, die theoretische Diskurse (z.B. Brecht, Lukács) mit einer praxisorientierten Fallstudie (theaterarbeiterkollektiv) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Theatergeschichte und eine umfassende Darstellung der Entwicklung, Arbeitsweisen und Produktionen des „theaterarbeiterkollektivs“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Freies Theater, politisches Theater, Kollektivarbeit, gesellschaftspolitische Funktion, Emanzipation und Theaterästhetik.

Welche Rolle spielt Bertolt Brecht für das „theaterarbeiterkollektiv“?

Brecht dient der Gruppe als zentrales künstlerisch-ideologisches Vorbild, insbesondere durch sein Konzept des „wissenschaftlichen Theaters“ und sein Verständnis von Theater als Medium, das gesellschaftliche Prozesse durchschaubar macht.

Warum ist die Arbeit des „theaterarbeiterkollektivs“ exemplarisch?

Die Arbeit der Gruppe ist exemplarisch, weil sie über ein Jahrzehnt hinweg konsequent alternative Arbeitsstrukturen, kollektive Entscheidungsprozesse und inhaltliche Auseinandersetzungen mit historisch-politischen Themen praktizierte und damit den theoretischen Anspruch des „Freien Theaters“ in die Praxis umsetzte.

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Details

Titel
Freies Theater in seiner historisch-politischen Bedingtheit
Untertitel
Voraussetzungen, Wesen, Strukturen, Arbeitsweisen und Produktionen anhand der Gruppe "theaterarbeiterkollektiv"
Autor
Otto Köhlmeier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
176
Katalognummer
V889250
ISBN (eBook)
9783346189189
ISBN (Buch)
9783346189196
Sprache
Deutsch
Schlagworte
arbeitsweisen bedingtheit freies gruppe produktionen strukturen theater voraussetzungen wesen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Otto Köhlmeier (Autor:in), 1998, Freies Theater in seiner historisch-politischen Bedingtheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889250
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