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Erwin Sylvanus, Alfred Döblin und die Erziehung der Deutschen nach 1945

Título: Erwin Sylvanus, Alfred Döblin und die Erziehung der Deutschen nach 1945

Proyecto de Trabajo , 2020 , 23 Páginas , Calificación: gut

Autor:in: Dr. Paul Forssbohm (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Ziel der alliierten Invasion 1944 war es nicht nur, das Nazi-System militärisch niederzuringen. Deutschland sollte auch nach den kulturellen Verwüstungen durch die rassistische und kunstfeindliche Ideologie des Dritten Reiches literarische und künstlerisch wieder auf ein internationales Niveau gehoben wer-den. Es sollte in literarischer und kulturpolitischer Hinsicht ein Paradigmen-wechsel her. Literarisch gesehen sollte Deutschland wieder an die Tradition von vor 1933 anknüpfen können. Weltliteratur statt völkische Blut- und Bodendichtung. In den Westsektoren waren die daheimgebliebenen Dichter der zweiten Reihe den Exilierten Literaturgrößen wie Thomas Mann und Alfred Döblin feigen Eskapismus vor.

Ziel des Projektes Das Goldene Tor sei die Umerziehung der Deutschen. Einer der ersten Schüler, die in Döblins Literaturschule am Goldenen Tor kamen, war Erwin Sylvanus. Er lebte 1945 zwar im britischen Sektor im westfälischen Soest. Alfred Döblins Redaktion empfing ihn mit offenen Armen. Für junge Talente gab es immer Verwendung. Unsere Frage war, wie gelang es einem jungen Blut- und Bodendichter von vor 1945 durch ein Theaterstück wie Korczak und die Kinder nach Ende der 50er Jahre zu einem Vertreter der jungen deutschen Nachkriegsliteratur zu werden. Döblin war die erste Entwicklungsstufe innerhalb dieses Prozesses.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Der Weg zur Literaturzeitschrift Das Goldene Tor von Alfred Döblin

2. Döblins Programm der Ré-éducation

3. Der Umerzieher Thomas Mann

4. Buchrezensionen von Sylvanus im Goldenen Tor

5. Die deutsche Utopie 1933 und die Literatur

6. Wie stark greift Döblin in die Texte von Sylvanus ein?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den literarischen und weltanschaulichen Wandlungsprozess des Autors Erwin Sylvanus in der unmittelbaren Nachkriegszeit, wobei der Fokus auf seiner Mentor-Beziehung zu Alfred Döblin und seiner Mitarbeit an der Literaturzeitschrift "Das Goldene Tor" liegt.

  • Die Rolle von Alfred Döblin als Mentor und Zensor im Nachkriegsdeutschland
  • Das Programm der "Ré-éducation" und die kulturpolitische Aufgabe der Literatur
  • Die literarische Transformation von Sylvanus vom völkischen Autor zum Dramatiker
  • Der Dichterstreit und die Auseinandersetzung zwischen innerem und äußerem Exil
  • Die Bedeutung von Rezensionen als Instrument der literarischen Schulung

Auszug aus dem Buch

Döblins Programm der Ré-éducation

In verschiedenen Texten Döblins nennt sich dieses Programm Rééducation, Rekultivierung oder Umerziehung der Deutschen. Das Ziel der alliierten und der französischen Truppen während des Zweiten Weltkrieges war nicht nur, das Nazi-Regime militärisch niederzuringen. Die Franzosen hatten schon vor der Kapitulation Deutschlands Vorbereitungen getroffen, die verwüstete Kulturlandschaft des Dritten Reichs zu rekultivieren. Im nach 1945 besetzten Saarland wurde beispielsweise in der französisch besetzten Zone eine Universität gegründet mit einem typisch französischen Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft. Littérature Comparée.

Ré-éducation nannte Döblin diese Aktivität der ehemals auf psychologische Kriegsführung spezialisierten französischen Truppenteile. Da das Goldene Tor auf ein Projekt der französischen Militärverwaltung zurückging, trug Alfred Döblin permanent die Uniform eines französischen Majors. Nicht wegen seines militärischen Drills, sondern aus Liebe und Zuneigung zur französischen Kultur.

Diese Gewohnheit kam beim deutschen Publikum seiner Lesungen im Berliner Schloss Charlottenburg und bei den Lesern seiner Literaturzeitschrift nicht gut an. Wie überhaupt die Remigranten wie Alfred Döblin oder auch Thomas Mann nach ihrem Exil in ihrer deutschen Heimat nicht mit offenen Armen empfangen wurden. Man betrachtete sie vielmehr mit einigem Misstrauen. Vor allem Thomas Mann wurde vorgeworfen, von einem Logenplatz im Exil an der Universität Princeton im amerikanischen Bundesstaat New Jersey die Deutsche Tragödie aus der Ferne beobachtet und in der BBC kommentiert zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Weg zur Literaturzeitschrift Das Goldene Tor von Alfred Döblin: Beleuchtung der literarischen Ausgangslage von Sylvanus vor 1945 und der Gründung der Zeitschrift durch Alfred Döblin.

2. Döblins Programm der Ré-éducation: Erläuterung des Konzepts der "Ré-éducation" als kulturpolitisches Instrument der französischen Besatzungsmacht.

3. Der Umerzieher Thomas Mann: Analyse der Rolle Thomas Manns und seiner kontroversen Position im Dichterstreit zwischen Exilanten und den in Deutschland verbliebenen Autoren.

4. Buchrezensionen von Sylvanus im Goldenen Tor: Untersuchung der Rezensionstätigkeit von Sylvanus unter der Anleitung Döblins als Ausdruck seiner persönlichen Neuorientierung.

5. Die deutsche Utopie 1933 und die Literatur: Auseinandersetzung mit der moralischen und ästhetischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit durch die Literaturkritik in der frühen Nachkriegszeit.

6. Wie stark greift Döblin in die Texte von Sylvanus ein?: Vergleich von Sylvanus' Originaltexten mit den von Döblin redaktionell überarbeiteten Fassungen zur Illustration des Lerneffekts.

Schlüsselwörter

Alfred Döblin, Erwin Sylvanus, Das Goldene Tor, Ré-éducation, Nachkriegsliteratur, Exilliteratur, Thomas Mann, Blut- und Bodenliteratur, Literaturkritik, Zensur, Vergangenheitsbewältigung, Korczak und die Kinder, Kulturpolitik, Remigranten, Mentorschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich der Autor Erwin Sylvanus nach 1945 aus der geistigen Bindung an die NS-Ideologie befreite und durch die Mentorschaft von Alfred Döblin zu einem Vertreter der jungen deutschen Nachkriegsliteratur wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Rolle der Literaturzeitschrift "Das Goldene Tor", die kulturpolitische "Umerziehung" der Deutschen, die literarische Arbeit im Exil versus Heimat sowie der redaktionelle Einfluss von Mentoren auf Nachwuchsautoren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein ehemaliger NS-naher Autor durch literarische Schulung und den Kontakt zu Exil-Größen wie Döblin einen "Paradigmenwechsel" in seinem Schreiben vollzog.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Essayistik, die Archivquellen, Korrespondenzen (insbesondere zwischen Döblin und Sylvanus) und Textvergleiche der Rezensionen heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Gründung des "Goldenen Tors", die Programme der Alliierten zur "Ré-éducation", die Rolle von Thomas Mann und die spezifische Korrekturarbeit Döblins an den Texten von Sylvanus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben den Namen der Protagonisten sind Begriffe wie "Ré-éducation", "Nachkriegsliteratur", "Mentorschaft" und "Vergangenheitsbewältigung" maßgebend.

Welche Rolle spielte die französische Besatzungsmacht bei der Gründung des "Goldenen Tors"?

Die Zeitschrift war ein Projekt der "Direction de l'Education Publique", die über Döblin versuchte, die zerstörte deutsche Kulturlandschaft im Sinne einer komparatistischen und demokratischen Weltliteratur wiederaufzubauen.

Warum war Sylvanus' Rezension über Oskar Maria Grafs Buch so bedeutsam?

Sie dokumentiert den direkten redaktionellen Eingriff Döblins, der Sylvanus' Neigung zur "autobiographischen Nabelschau" korrigierte und ihn zur analytischen Literaturkritik hinführte.

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Detalles

Título
Erwin Sylvanus, Alfred Döblin und die Erziehung der Deutschen nach 1945
Curso
Projektarbeit Erwin Sylvanus
Calificación
gut
Autor
Dr. Paul Forssbohm (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
23
No. de catálogo
V889384
ISBN (Ebook)
9783346185549
ISBN (Libro)
9783346185556
Idioma
Alemán
Etiqueta
Sylvanus Döblin Exilliteratur große Kontroverse Das Goldene Tor
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. Paul Forssbohm (Autor), 2020, Erwin Sylvanus, Alfred Döblin und die Erziehung der Deutschen nach 1945, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889384
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