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Die Umsetzung des Unheimlichen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das öde Haus"

Titre: Die Umsetzung des Unheimlichen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das öde Haus"

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2020 , 15 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anna Lewen (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der folgenden Arbeit wird tiefergehend betrachtet, wie genau Hoffmann aus dem Grundgerüst einer widerspruchsfreien und kausalen Geschichte eine gegensätzliche erschafft, die den Lesenden ein Gefühl von Unsicherheit gibt und die einem unheimlich werden lässt. Um beantworten zu können wie Hoffmann das Unheimliche in der Erzählung "Das öde Haus" umsetzt, werden die Erzählsituation sowie ihre Struktur, eine Auswahl der verwendeten Motive und die sprachliche Gestaltung genauer analysiert.

Ein Mann, der auf seiner Reise in eine fremde Stadt durch die Straßen flaniert und von einem nicht in die Szenerie passendem Haus fasziniert ist, der eines Tages eine Frauengestalt erblickt und daraufhin zu jeder Tages- und Nachtzeit zu dem verlassenen Haus eilt, versucht die Geschichte dahinter zu ergründen und die Bewohnerin des Hauses, die er seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekommt, zu erblicken.
Ein verrückter Voyeur? Ein Stalker? Wenn man eine solche Geschichte hört, sind diese beiden Gedanken mit Sicherheit eine der ersten, die einem dabei in den Sinn kommen.

Die Erzählung Das öde Haus, welche von E.T.A. Hoffmann im Jahre 1817 veröffentlicht wurde, handelt genau von solch einer beschriebenen Situation. Doch warum liest man diese Erzählung dann nicht mit dieser Interpretation? Warum wurde Hoffmann von Heinrich Heine zu einem „Gespenster Hoffmann“ stilisiert1, wenn der Inhalt seiner Erzählung doch eigentlich so schlüssig ist? Warum liest man sie letztendlich als eine unheimliche Schauergeschichte, die einen das Fürchten lehrt?
Ein Grund dafür ist die Darstellung des Sachverhaltes, den Hoffmann anders als die obige sehr pragmatisch und logisch dargestellte Situation, in eine phantastische Welt einbettet „[...], die nicht mehr von einer auf Kausalität, Kohärenz und Widerspruchsfreiheit pochenden Darstellungslogik regiert wird.“. Es ist den Rezipienten also nicht mehr möglich klar und deutlich zu unterscheiden, was genau in der Erzählung der Wahrheit und Realität entspricht und was nicht. Einige Begebenheiten und Geschehnisse sind mit dem gesunden Menschenverstand und der eigenen Erfahrung nicht zu erklären und bleiben als Rätsel bestehen, die nicht aufzulösen sind. Diese Unauflösbarkeit und die damit verbundene Unaufklärbarkeit der Geschehnisse führen letztendlich dazu, die Geschichte als unheimlich oder gruselig zu bezeichnen und den Autoren Hoffmann, wie Heinrich Heine bemerkte, zu einem „Gespenster Hoffmann“ zu popularisieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erzählsituation in Das öde Haus

3. Erzählweise und Erzählstruktur Theodors

4. Sprachliche Gestaltung in Das öde Haus

4.1 Motivik

4.2 Vokabular

4.3 Sinneswahrnehmungen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, durch welche narrativen und sprachlichen Mittel E.T.A. Hoffmann in der Erzählung „Das öde Haus“ das Gefühl des Unheimlichen erzeugt. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Autor die Grenze zwischen rationaler Kausalität und phantastischer Wahrnehmung verwischt und den Leser durch einen unzuverlässigen Erzähler in Unsicherheit versetzt.

  • Analyse der Erzählsituation und der Rolle von Theodor als unzuverlässigem Erzähler.
  • Untersuchung von Motivik, insbesondere des Motivs der „Nacht“ und der „geheimen Gesellschaft“.
  • Untersuchung der sprachlichen Gestaltung, basierend auf dem Konzept des Erhabenen nach Edmund Burke.
  • Bewertung der Sinneswahrnehmungen als Mittel zur Plausibilisierung phantastischer Ereignisse.

Auszug aus dem Buch

4.1 Motivik

In der gesamten Erzählung spielt E.T.A. Hoffmann mit den unterschiedlichsten Motiven, die eine unheimliche und geheimnisvolle Stimmung kreieren. Das vielleicht Offensichtlichste, nämlich das Motiv der „Nacht“, ist schon im Titel der Nachtstücke angelegt. Viele der Situationen, in denen sich etwas Seltsames und auf den ersten Blick nicht rational Erklärbares ereignet, sind in der Nacht platziert, vornehmlich um Mitternacht, der wohlbekannten Geisterstunde. Hoffmann nutzt das Motiv der Nacht binär. Auf der einen Seite verkörpert die Nacht das Dunkle und nicht Sichtbare im Gegensatz zum Hellen des Tages, mit Hilfe dessen man den genauen Umfang einer Gefahr beurteilen und erkennen kann.

Auf der anderen Seite wird die mystische Eigenschaft der Nacht durch die Situierung unerklärlicher Begebenheiten um Mitternacht, also der Geisterstunde, hervorgehoben. Auch in dem öden Haus der Erzählung ereignet sich „wunderliche[s] Getöns zur Nachtzeit“ (DKV, S.173) und es werden „in der Stille der Nacht […] seltsame Klagelaute vernommen“ (DKV, S.170). Zusätzlich ereignen sich Theodors „furchtbare Anfälle“ (DKV, S.183) in der Nacht und pflegen sich „Nachts um zwölf Uhr einzustellen“ (DKV, S.183). Es finden also auch hier beide Facetten des Motives „Nacht“ Anklang und werden von E.T.A. Hoffmann eingesetzt, um eine schauerliche und unheimliche Stimmung zu konstruieren, die durch das Ungewisse der Nacht hervorgebracht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Erzählung und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Erzeugung von Unheimlichkeit bei Hoffmann.

2. Erzählsituation in Das öde Haus: Analyse der Rahmen- und Binnenerzählung sowie der autodiegetischen Erzählweise Theodors.

3. Erzählweise und Erzählstruktur Theodors: Untersuchung der Unzuverlässigkeit des Erzählers und der Wirkung der fehlenden geografischen sowie temporalen Verortung.

4. Sprachliche Gestaltung in Das öde Haus: Detaillierte Betrachtung der literarischen Mittel zur Erzeugung einer unheimlichen Atmosphäre.

4.1 Motivik: Analyse zentraler Motive wie der „Nacht“ und der „geheimen Gesellschaft“ zur Stimmungserzeugung.

4.2 Vokabular: Untersuchung des negativ konnotierten Wortschatzes und der Anwendung von Begriffen des „Erhabenen“.

4.3 Sinneswahrnehmungen: Erörterung, wie die Fokussierung auf sinnliche Erfahrungen die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmen lässt.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der erzähltechnischen Meisterleistung Hoffmanns, durch Sprachgestaltung und Motivik Rätselhaftigkeit zu evozieren.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Das öde Haus, Unheimliches, Romantik, Unzuverlässiger Erzähler, Nachtstücke, Phantastik, Kausalität, Motivik, Erhabenes, Edmund Burke, Narratologie, Literaturanalyse, Sinneseindrücke, Schauerliteratur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie E.T.A. Hoffmann in seiner Erzählung „Das öde Haus“ durch spezifische literarische Techniken beim Leser ein Gefühl des Unheimlichen erzeugt.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die Erzählsituation, die Rolle der Motivik, die sprachliche Gestaltung und die Psychologie der Wahrnehmung innerhalb einer phantastischen Erzählung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung geht der Frage nach, wie Hoffmann das Grundgerüst einer kausalen Geschichte in eine phantastische Erzählung verwandelt und dadurch Unsicherheit sowie das Gefühl des Unheimlichen beim Lesenden hervorruft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, ergänzt durch narratologische Konzepte (z. B. unzuverlässiges Erzählen nach Nünning, Leerstellentheorie nach Iser) sowie ästhetiktheoretische Ansätze (das Erhabene nach Burke).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Erzählstruktur, die Verwendung zentraler Motive, die Wirkung des gewählten Vokabulars und die Bedeutung von Sinneswahrnehmungen für die Plausibilisierung der Handlung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind E.T.A. Hoffmann, Unheimliches, unzuverlässiges Erzählen, Phantastik, Motivik und das Erhabene.

Welche Rolle spielt die „Nacht“ als Motiv in der Analyse?

Die Autorin beschreibt die „Nacht“ als ein binäres Motiv, das sowohl das Dunkle und Gefährliche verkörpert als auch als klassischer Schauplatz für unerklärliche Ereignisse in der Geisterstunde dient.

Warum wird der Erzähler Theodor als „unzuverlässig“ eingestuft?

Theodor wird als unzuverlässig bezeichnet, da Divergenzen zwischen seinem Tatsachenanspruch und dem Charakter einer Abenteuergeschichte bestehen und Freunde im Text seine Wahrnehmungen in Frage stellen.

Wie trägt das Informationsdefizit zur Wirkung der Geschichte bei?

Das Fehlen genauer Orts- und Zeitangaben sowie Lücken in der Familiengeschichte der Grafenfamilie zwingen den Leser, diese Leerstellen mit eigener Fantasie zu füllen, was die mysteriöse Wirkung verstärkt.

Inwiefern beeinflusst das Konzept des „Erhabenen“ die Interpretation?

Durch die Analyse des „Erhabenen“ nach Edmund Burke wird erklärt, dass das Unheimliche und Schreckliche eine starke emotionale Reaktion beim Menschen auslöst, die über die bloße Erzählung hinausgeht.

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Résumé des informations

Titre
Die Umsetzung des Unheimlichen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das öde Haus"
Université
LMU Munich  (Deutsche Philologie)
Cours
Proseminar: Das Unheimliche in der Literatur der Romantik
Note
1,3
Auteur
Anna Lewen (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
15
N° de catalogue
V889402
ISBN (ebook)
9783346241023
ISBN (Livre)
9783346241030
Langue
allemand
mots-clé
E.T.A. Hoffmann Romantik Schwarze Romantik Schauerromantik gothic novel Unheimlich Das öde Haus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Lewen (Auteur), 2020, Die Umsetzung des Unheimlichen in E.T.A. Hoffmanns Erzählung "Das öde Haus", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/889402
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Extrait de  15  pages
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