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Kinderarmut in Deutschland

Title: Kinderarmut in Deutschland

Term Paper , 2007 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nadine Kraus (Author)

Sociology - Children and Youth
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Wenn man in die 70er Jahre zurückblickt, dominierte damals die Vorstellung, dass Kinderarmut nicht nur in westlichen Industriestaaten angesiedelt ist. Seit es jedoch 1975 von der europäischen Gemeinschaft beschlossen wurde, dass alle Mitgliedstaaten so genannte Armutsberichte erstellen sollen, ist man von der früheren Meinung zurückgewichen und hat ein „Armutsproblem“ auch in den westlichen Industrieländern wahrgenommen. Auch wenn Deutschland ein „reiches“ Land ist und der Wohlstand für jedermann sichtbar ist, so leben auch etliche Menschen in Armut. Immer höher wird der Anteil an Menschen in der Bevölkerung, die dauerhaft oder zeitweise auf „laufende Hilfe zum Lebensunterhalt“ angewiesen sind. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Bedürftigen verdreifacht. [...] Galten bis in die 80er Jahre vor allem ältere Menschen aufgrund ihrer unzureichenden Rentenversorgung als arm, so sind es heute vor allem Kinder- und Jugendliche. Immer mehr Minderjährige in der Bundesrepublik Deutschland wachsen in Armutslagen auf. Heutzutage sind es insgesamt 1,5 Millionen, die auf Sozialhilfe, Sozialgeld nach SGBII oder Kinderzuschläge auf Sozialhilfeniveau angewiesen sind ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer. Seit einigen Jahren sprechen daher die Wissenschaftler von der „Infantilisierung“ der Armut, da Kinder und Jugendliche die Altergruppe bilden, die am häufigsten und stärksten von Armut betroffen sind. Das Kindesalter als Entwicklungsstufe eines jeden Menschen, ist in Deutschland durch sehr gravierende Unterschiede in den Lebensbedingungen gekennzeichnet, so dass sich mittlerweile eine Kluft zwischen steigendem Wohlstand und wachsender Armut gebildet hat, vor allem auch durch die Arbeitslosigkeit der Eltern. Die Folge der Kinderarmut sind eingeschränkte individuelle Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten von Kindern in Armutslagen sowie die Beeinträchtigung einer Chancengleichheit bezüglich der Persönlichkeitsentwicklung und Sozialisation. In dieser Arbeit möchten wir das „Phänomen Kinderarmut“ generell und ganz spezifisch in Deutschland näher betrachten. Dabei stützen wir uns auf Erkenntnisse des letzen Armutsberichtes und auf Untersuchungen anerkannter Wissenschaftler, die sich schon seit Jahren mit der Problematik beschäftigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition Armut

2.1 Armut (Politlexikon)

2.2 Armut (Wirtschaftslexikon)

3. Theoretische Ansätze bzw. Konzeptualisierung von Armut

3.1 Subsistenzansatz

3.2 Soziale Ungleichheit

3.3 Soziale Ausschließung bzw. soziale Ausgrenzung

3.4 Kritik

4. Armutsmessung

5. Ergebnisse der Armutsmessung

5.1. Armuts- und Reichtumsbericht

5.1.1 Einkommen und Vermögen in Deutschland

5.1.2 Überschuldung privater Haushalte

5.1.3 Politik der sozialen Gerechtigkeit

5.1.4 Arbeitslosigkeit besonderer Personengruppen

5.1.5 Familien

5.1.6 Junge Menschen

5.1.7 Gesundheit

5.1.8 Kinder und Jugendlich am Rande der Gesellschaft

5.2 UNICEF: Kinderarmut in reichen Ländern

5.2.1 Kinderarmut in Deutschland

6. Wie kommt es zu Kinderarmut?

6.1 Bedingungsfaktor Globalisierung und neoliberale Modernisierung

6.2 Besondere Risikogruppen für Armut

6.2.1 Arbeitslosigkeit in der Familie

6.2.2 Alleinerziehende

6.2.3 Kinderreiche Familien

6.2.4 Kinder aus Zuwanderungsfamilien

6.2.5 Jugendliche ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung

6.2.6 Haushaltsgröße und Geschwisterzahl

6.2.7 Ethnische Herkunft

7. Folgen der Kinderarmut

7.1 Gesundheitliche und psychosoziale Beeinträchtigungen

7.2 Bildungsbenachteiligung

7.3 Psychosoziale Belastung und Bewältigungsstrategien der Kinder

8. Fallbeispiel: Straßenkinder in Deutschland

9. Kinderarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit

10. Prävention

10.1 Das zeitbezogene Kategorisierungsmodell

10.2 Das theoriebezogene Kategorisierungsmodell

10.2.1 Die repressiv-polizeistaatliche Prävention

10.2.2 Die konservativ-protektionistisch-karitative Prävention

10.2.3 Die gesellschaftskritisch offensive Prävention

10.3 Strukturbezogene Prävention

11. Handlungsanforderung

11.1 Kommunale Armutsprävention

11.2. Jugendhilfe

11.3 Quartiermanagement und Schulsozialarbeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Kinderarmut in Deutschland, beleuchtet deren Ursachen und Folgen sowie die Herausforderungen, die sich hieraus für die Soziale Arbeit und präventive Maßnahmen ergeben.

  • Konzeptualisierung und Messung von Armut in Deutschland
  • Risikogruppen und Bedingungsfaktoren der Kinderarmut
  • Folgewirkungen auf Gesundheit, Bildung und psychosoziale Entwicklung
  • Präventionsmodelle und Anforderungen an die Soziale Arbeit

Auszug aus dem Buch

6.1 Bedingungsfaktor Globalisierung und neoliberale Modernisierung

„ Die gegenwärtige Dramatik der Kinderarmut wird erst verständlich vor dem Hintergrund einer sich verschärfenden Weltmarktdynamik.“ (Butterwegge, Holm, Zander u. a. 2004, S 93) Im Gegenzug zu allen Versprechungen der Befürworter der wirtschaftlichen Globalisierung bewirkt der Globalisierungsprozess jedoch, dass die Bevölkerung der unterschiedlichen Länder in Gewinner/innen und Verlierer/innen teilt. Die Verlierer/innen sind die marginalisierten (Dauerarbeitslose, Langzeitarme) sowie Geringverdiener (Überschuldete und Kurzzeitarme). „Langsam verelende Dauerarbeitslose bilden quasi den „sozialen Bodensatz“ und Niedriglohnempfänger/innen, oftmals ethnischen Minderheiten entstammend, dass „Treibgut“ des Globalisierungsprozesses.“ (Butterwegge, u. a. 2004. S. 93) Die soziale Exklusion vieler Menschen macht sich gegenwärtig schon im Kindesalter bemerkbar, obwohl es in der Bundesrepublik Deutschland nicht wie in vielen anderen Ländern, Ghettos oder Strassenkinder als Massenphänomen gibt.

Eine Konsequenz der Globalisierung ist eine Teilung der Gesellschaft und eine gleichzeitige Spaltung in Arm und Reich. Dies ist auf eine Politik zurückzuführen, die im Rahmen der „Standortsicherung“ diejenigen steuerlich privilegiert, die zu den Kapitalbesitzern und Spitzenverdienern gehören. Oft sind einzelne und Profitinteressen dafür verantwortlich. Folge dieser Pluralisierung ist die Endsolidarisierung der Gesellschaft. (vgl. Butterwege 2004, S. 93-94)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung von Kinderarmut als spezifisches Problem in Deutschland und weist auf die wachsende Zahl betroffener Minderjähriger hin.

2. Definition Armut: Das Kapitel differenziert zwischen objektiven und subjektiven Armutsdefinitionen sowie den Begriffen der absoluten und relativen Armut.

3. Theoretische Ansätze bzw. Konzeptualisierung von Armut: Hier werden Ansätze wie der Subsistenzansatz, soziale Ungleichheit und soziale Ausgrenzung als theoretische Grundlage zur Armutsanalyse vorgestellt.

4. Armutsmessung: Der Fokus liegt auf der methodischen Erfassung von Armut durch den Ressourcen- und den Lebenslagenansatz.

5. Ergebnisse der Armutsmessung: Dieses Kapitel präsentiert Daten aus Armuts- und Reichtumsberichten sowie UNICEF-Studien zur Situation von Kindern in Deutschland.

6. Wie kommt es zu Kinderarmut?: Hier werden globale Einflüsse sowie familiäre Risikofaktoren wie Arbeitslosigkeit und Migrationshintergrund als Ursachen für Armut untersucht.

7. Folgen der Kinderarmut: Das Kapitel erläutert die negativen Auswirkungen von Armut auf die Gesundheit, Bildungschancen und psychosoziale Bewältigungsstrategien betroffener Kinder.

8. Fallbeispiel: Straßenkinder in Deutschland: Diese Sektion analysiert das Phänomen obdachloser Jugendlicher und die Heterogenität dieser Gruppe in Deutschland.

9. Kinderarmut als Herausforderung für die Soziale Arbeit: Es wird die Notwendigkeit eines spezifischen Armutsverständnisses innerhalb der Sozialen Arbeit diskutiert.

10. Prävention: Das Kapitel stellt verschiedene Kategorisierungsmodelle für Prävention vor, darunter zeitbezogene und theoriebezogene Ansätze.

11. Handlungsanforderung: Den Abschluss bildet die Darstellung konkreter Maßnahmenfelder wie kommunale Prävention, Jugendhilfe und Schulsozialarbeit.

Schlüsselwörter

Kinderarmut, Deutschland, Soziale Arbeit, Armutsbericht, Bildungschancen, Sozialhilfe, Globalisierung, Prävention, Lebenslage, soziale Ausgrenzung, Armutsrisiko, Jugendhilfe, Ressourcenansatz, gesundheitliche Beeinträchtigung, soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Problematik der Kinderarmut in Deutschland, ihre Ursachen, die Folgen für die betroffenen Kinder sowie entsprechende Interventionsmöglichkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Felder sind die theoretische Konzeptualisierung von Armut, die statistische Erfassung, die Auswirkungen auf Bildung und Gesundheit sowie präventive Handlungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine detaillierte Betrachtung des „Phänomens Kinderarmut“ in Deutschland unter Einbeziehung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und Berichte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Armuts- und Reichtumsberichten und relevanten Studien, wie etwa von UNICEF.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Messung und Ursachen der Armut, die Folgen für Kinder sowie die Rolle der Sozialen Arbeit und der Prävention.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, soziale Ungleichheit, Bildung, Gesundheit, Prävention, Soziale Arbeit und Lebenslagen.

Welche Bedeutung haben Straßenkinder im Kontext dieser Analyse?

Das Fallbeispiel der Straßenkinder verdeutlicht die extremen Formen der sozialen Ausgrenzung und die Schwierigkeiten bei der Erfassung und Unterstützung dieser Jugendlichen.

Wie unterscheidet sich die Situation in Ost- und Westdeutschland laut der Studie?

Die Studie zeigt Unterschiede im Armutsanstieg und in der Wirksamkeit staatlicher Maßnahmen auf, wobei insbesondere die Arbeitsmarktsituation in Ostdeutschland eine Rolle spielt.

Warum ist die Jugendhilfe laut Autorin besonders gefordert?

Die Jugendhilfe muss sich von einer reinen Eingriffsinstanz zu einem präventiven Dienstleistungssystem wandeln, um den komplexen Anforderungen moderner Armut zu begegnen.

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Details

Title
Kinderarmut in Deutschland
College
University of Applied Sciences Bielefeld
Course
Armut und Quartiermanagement I+II
Grade
1,3
Author
Nadine Kraus (Author)
Publication Year
2007
Pages
34
Catalog Number
V89053
ISBN (eBook)
9783638071918
ISBN (Book)
9783640126927
Language
German
Tags
Kinderarmut Deutschland Armut Quartiermanagement I+II
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Kraus (Author), 2007, Kinderarmut in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89053
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