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Unterrichtsstunde: Erstrezeption der Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff und ihre Einbettung in die Epoche der Romantik

Title: Unterrichtsstunde: Erstrezeption der Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff und ihre Einbettung in die Epoche der Romantik

Lesson Plan , 2005 , 10 Pages

Autor:in: Marlen Frömmel (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Rahmenthema: „Jetzt wird’s romantisch - Gesichter einer Literaturepoche“ - Gesamtziel: SchülerInnen sind befähigt, Texte der Romantik (Eichendorff) verstehend zu lesen, und ihre Kenntnisse zur Epoche der Romantik zu festigen bzw. zu ver-tiefen. Teilziele: 1. SchülerInnen sind befähigt, Auszüge aus dem „Leben eines Taugenichts“ zu den Aspekten der Gesellschaftskritik verstehend zu lesen, dabei lautes und stilles Lesen weiter zu üben und Leseeindrücke sprachlich angemessen wiederzugeben. 2. SchülerInnen sind in der Lage, wesentliche Elemente der Erzählhandlung zu erfassen, um Ansatzpunkte für die Textanalyse zu erarbeiten und zu üben (Handlung, Figuren, Erzählweise). 3. SchülerInnen können anhand der Erzählung ein weiteres Merkmal der Epoche der Romantik erkennen, deren Vertreter Eichendorff ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung des Stundenthemas

2. Überleitung zur Erzählung

3. Erstrezeption

4. Vertiefte Rezeption I

5. Vertiefte Rezeption II

6. Vertiefte Rezeption III

7. Beenden der Erzählung

8. Zusammenfassung ausgewählter Merkmale der Epoche der Romantik

9. Lautes Lesen des Textauszuges

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Unterrichtseinheit zielt darauf ab, Schülern der 8. Klasse die Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff näherzubringen und sie als zentrales Werk der Spätromantik in ihren literaturgeschichtlichen Kontext einzuordnen. Dabei steht die Auseinandersetzung mit den Spannungsfeldern zwischen bürgerlichem Pflichtbewusstsein und romantischem Freiheitsstreben im Fokus.

  • Analyse der Hauptfigur des „Taugenichts“ und dessen Motivation.
  • Kontrastierung von „Taugenichts“-Ideal und Spießbürgertum.
  • Einführung in literaturwissenschaftliche Analyseaspekte (Erzählhaltung, Charakterisierung).
  • Einbettung des Werks in die Epoche der Romantik und ihre Leitmotive.

Auszug aus dem Buch

Erstes Kapitel (Auszug)

Das Rad an meines Vaters Mühle brauste und rauschte schon wieder recht lustig, der Schnee tröpfelte emsig vom Dache, die Sperlinge zwitscherten und tummelten sich dazwischen; ich saß auf der Türschwelle und wischte mir den Schlaf aus den Augen; mir war so recht wohl in dem warmen Sonnenscheine. Da trat der Vater aus dem Hause; er hatte schon seit Tagesanbruch in der Mühle rumort und die Schlafmütze schief auf dem Kopfe, der sagte zu mir: »Du Taugenichts! da sonnst du dich schon wieder und dehnst und reckst dir die Knochen müde, und läßt mich alle Arbeit allein tun. Ich kann dich hier nicht länger füttern. Der Frühling ist vor der Tür, geh auch einmal hinaus in die Welt und erwirb dir selber dein Brot.« - »Nun«, sagte ich, »wenn ich ein Taugenichts bin, so ist's gut, so will ich in die Welt gehen und mein Glück machen.« Und eigentlich war mir das recht lieb, denn es war mir kurz vorher selber eingefallen, auf Reisen zu gehn, da ich die Goldammer, welche im Herbst und Winter immer betrübt an unserm Fenster sang: »Bauer, miet mich, Bauer miet mich!« nun in der schönen Frühlingszeit wieder ganz stolz und lustig vom Baume rufen hörte: »Bauer, behalt deinen Dienst!« - Ich ging also in das Haus hinein und holte meine Geige, die ich recht artig spielte, von der Wand, mein Vater gab mir noch einige Groschen Geld mit auf den Weg und so schlenderte ich durch das lange Dorf hinaus.

Ich hatte recht meine heimliche Freude, als ich da alle meine alten Bekannten und Kameraden rechts und links, wie gestern und vorgestern und immerdar, zur Arbeit hinausziehen, graben und pflügen sah, während ich so in die freie Welt hinausstrich. Ich rief den armen Leuten nach allen Seiten recht stolz und zufrieden Adjes zu, aber es kümmerte sich eben keiner sehr darum. Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüte. Und als ich endlich ins freie Feld hinauskam, da nahm ich meine liebe Geige vor, und spielte und sang, auf der Landstraße fortgehend:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorstellung des Stundenthemas: Die Schüler führen eine Clusterbildung zum Begriff „Taugenichts“ durch und lernen Joseph von Eichendorff als bedeutenden Erzähler kennen.

2. Überleitung zur Erzählung: Die Erzählung wird als meistgelesenes Werk der Romantik eingeführt und der Textinhalt vorbereitet.

3. Erstrezeption: Die Schüler hören den Anfang der Erzählung und erhalten erste Eindrücke vom Charakter des Protagonisten.

4. Vertiefte Rezeption I: In Gruppenarbeit wird die Situation des Taugenichts sowie dessen Distanz zu den Dorfbewohnern anhand einer Textanalyse erarbeitet.

5. Vertiefte Rezeption II: Die Lebenseinstellung des Taugenichts wird interpretiert, wobei der Fokus auf dessen Freiheitsstreben und dem Kontrast zum bürgerlichen Leben liegt.

6. Vertiefte Rezeption III: Der Vater wird als Kontrastfigur charakterisiert und die bewusste Entscheidung Eichendorffs für diesen Gegensatz diskutiert.

7. Beenden der Erzählung: Der erzählerische Widerspruch wird durch die literarische Ironie Eichendorffs aufgelöst.

8. Zusammenfassung ausgewählter Merkmale der Epoche der Romantik: Die zentralen Motive (Unheimliches, Lyrik, Kritik) werden abschließend reflektiert.

9. Lautes Lesen des Textauszuges: Zum Abschluss erfolgt eine lautliche Lesung zur Festigung der Leseeindrücke.

Schlüsselwörter

Eichendorff, Taugenichts, Romantik, Spätromantik, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Freiheitsstreben, Spießbürgertum, Erzählhandlung, Identität, Ich-Erzähler, Epochenmerkmal, Kunst, Natur, Aufbruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Unterrichtseinheit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einstieg in Joseph von Eichendorffs Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ und deren Einordnung in die literarische Epoche der Romantik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Charakterisierung des Protagonisten, die Gegenüberstellung von romantischem Ideal und bürgerlicher Pflicht sowie die kritische Haltung gegenüber gesellschaftlichen Normen.

Was ist das primäre Ziel des Stundenentwurfs?

Das Ziel ist, dass Schüler die Erzählung verstehend lesen, die wesentlichen Elemente der Erzählhandlung erfassen und typische Merkmale der Romantik an diesem Werk identifizieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Textbearbeitung vorgeschlagen?

Es wird eine schrittweise Textanalyse angewandt, die Aspekte wie das „Wer erzählt?“, „Was wird erzählt?“ und „Wie wird erzählt?“ einbezieht.

Was wird im Hauptteil des Stundenverlaufs behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine intensive Auseinandersetzung mit dem Taugenichts-Charakter, dessen Abgrenzung zu den „philisterhaften“ Dorfbewohnern und die Analyse der Vater-Sohn-Konstellation.

Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Taugenichts, Gesellschaftskritik und Eichendorff definiert.

Warum wird der „Taugenichts“ als Kontrastfigur zum Vater eingeführt?

Der Vater verkörpert das bürgerliche Leistungs- und Nützlichkeitsdenken, während der Taugenichts die romantische Sehnsucht nach Freiheit und persönlicher Selbstverwirklichung darstellt.

Wie löst Eichendorff den Konflikt zwischen dem Taugenichts und der Realität?

Der Autor nutzt die Ironie, da sich dem Taugenichts trotz seiner Abkehr von bürgerlichen Prinzipien alle Wünsche erfüllen, was den Gegensatz zwischen Ideal und Wirklichkeit unterstreicht.

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Details

Title
Unterrichtsstunde: Erstrezeption der Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff und ihre Einbettung in die Epoche der Romantik
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Course
Schulpraktische Übungen
Author
Marlen Frömmel (Author)
Publication Year
2005
Pages
10
Catalog Number
V89092
ISBN (eBook)
9783638039161
ISBN (Book)
9783640108862
Language
German
Tags
Unterrichtsstunde Erstrezeption Erzählung Leben Taugenichts“ Joseph Eichendorff Einbettung Epoche Romantik Schulpraktische
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlen Frömmel (Author), 2005, Unterrichtsstunde: Erstrezeption der Erzählung „Aus dem Leben eines Taugenichts“ von Joseph von Eichendorff und ihre Einbettung in die Epoche der Romantik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89092
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