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Emanzipatorische Auswirkungen der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus auf die rechtliche Stellung der römischen Ehefrau in der frühen Kaiserzeit

Title: Emanzipatorische Auswirkungen der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus auf die rechtliche Stellung der römischen Ehefrau in der frühen Kaiserzeit

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Marlen Frömmel (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

„Er übernahm auch die Aufsicht über die Sitten und Gesetze, und zwar auf Lebenszeit […].“ Mit diesen Worten nimmt Sueton in seiner Kaiservita Bezug auf die von Augustus erlassenen Ehegesetze. Mit der lex Iulia de maritandis ordinibus aus dem Jahr 18 v. Chr. und ihrer Ergänzung von 9 n. Chr., der lex Papia Poppaea, beabsichtigte Kaiser Augustus die herrschende Demoralisierung sowie die zunehmende Kinder- und Ehelosigkeit vor allem in den oberen Schichten zu bekämpfen.
Die unmittelbaren rechtlichen Auswirkungen dieser Gesetze, die Eheverbote ebenso wie Ehegebote enthielten, sollen nun hinsichtlich einer Verbesserung der Stellung der römischen Ehefrau untersucht werden. Daraus ergibt sich, dass weder Sklavinnen und Konkubinen noch andere Frauengruppen, die laut der augusteischen Gesetzgebung nicht in der Lage waren, eine legitime Ehe einzugehen, behandelt werden. Auch wenn sich das Thema auf die Frau bezieht, so ist es unumgänglich, auch die römischen Männer einzubeziehen, um die Lage der Frau deutlich zu machen, insbesondere wenn emanzipatorische Vorgänge festzustellen sind. [...]
Da die rechtliche Stellung der Ehefrau in diesem Zusammenhang als Ansatzpunkt dient, ist festzuhalten, dass Gesetze erlassen werden, um die bestehende Ordnung zu gewährleisten oder aber um Veränderungen im Sinne des Gesetzgebers herbeizuführen. Sie vermitteln, warum welche Verbote oder Gebote erforderlich waren, so dass man Rückschlüsse auf das Leben der Ehefrau in der frühen Kaiserzeit ziehen kann.
Im Folgenden wird es also darum gehen, inwieweit es der römischen Ehefrau durch die Ehegesetzgebung des Kaiser Augustus gelang, aus dem Schatten der Vormundschaft eines Mannes hervorzutreten. Welche Vorteile oder Nachteile ergaben sich für sie? Fanden diese Veränderungen wie auch generell die erlassenen Gesetze Zustimmung? Nach einer Einführung in das neue Gesetzeswerk des Kaisers muss, um diesen Fragen nachzugehen, geklärt werden, welche Formen einer Vormundschaft in welchem Lebensabschnitt über eine Frau ausgeübt wurden. Anschließend wird die Gesetzgebung des Augustus hinsichtlich ihrer für eine römische Ehefrau relevanten Anwendungsfelder betrachtet – Ehe, Scheidung, Sexualstraftaten und Erbe –, so dass aus diesen Entwicklungen auf die veränderte/emanzipierte Stellung der Frau geschlossen werden kann. In einem ersten Schritt soll zunächst jedoch die Quellenlage und der Forschungsstand dargelegt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die antiken Quellen und die Forschungsliteratur

2.1 Die Digesten

2.2 Die Institutiones des Gaius

2.3 Sueton

2.4 Tacitus

2.5 Forschungsliteratur

3. Die Ehe- und Sittengesetzgebung des Kaisers Augustus

4. Die Vormundschaft über Frauen

5. Die Ehe

6. Scheidung

7. Ehebruch und Stuprum

8. Die augusteische Erbgesetzgebung

9. Die Emanzipation der römischen Ehefrau

10. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus auf die rechtliche Stellung der römischen Ehefrau in der frühen Kaiserzeit, mit einem Fokus darauf, inwiefern diese Gesetze emanzipatorische Prozesse innerhalb der bestehenden Vormundschaftsstrukturen ermöglichten oder erschwerten.

  • Die Ehe- und Sittengesetzgebung des Kaisers Augustus (lex Iulia et Papia).
  • Die Entwicklung und Veränderung der Vormundschaft (tutela) über Frauen.
  • Die Auswirkungen der Gesetzgebung auf Ehe, Scheidung und das Erbrecht.
  • Die Sanktionierung von Ehebruch und die Rolle der Frau in der römischen Gesellschaft.
  • Das ius liberorum als emanzipatorisches Privileg für Frauen.

Auszug aus dem Buch

4. Die Vormundschaft über Frauen

Wenn man sich mit der rechtlichen Stellung der (Ehe-)Frau in der römischen Antike beschäftigt, ist es unumgänglich, sich zunächst dem männlichen Geschlecht zuzuwenden. Denn mit Ausnahme der sechs vestalischen Jungfrauen waren bis in die Kaiserzeit des Augustus alle Frauen von einem Mann abhängig. Ebenso wie dieser Abhängigkeitsgrad variieren konnte, tat es auch die Verfügungsgewalt, der sie unterlagen. Es konnte sich dabei um den paterfamilias, den Ehemann oder den tutor handeln. Wollte die Frau rechtliche Entscheidungen treffen, so konnte dies nur mit der Erlaubnis dieser geschehen.

Erst mit der von Kaiser Augustus erlassenen lex Iulia de maritandis ordinibus und der lex Papia Poppaea erhielten sie die Berechtigung zum rechtswirksamen Handeln, da diese Gesetze das ius liberorum einführten. Dieses „Privileg der Kinder wegen“ erreichten freigeborene Frauen nach der Geburt von drei und freigelassene Frauen nach der von vier Kindern, welche aus einer legitimen Ehe hervorgegangen sein mussten. Des Weiteren mussten sie Personen eigenen Rechts, sui iuris, sein, durften also weder der potestas des Ehemannes noch des pater unterstehen. Gardner stellte dabei allerdings kritisch fest: „Da wir aber keine Statistiken der Geburtenrate und der Lebenserwartung römischer Männer besitzen, können wir nicht feststellen, wie viele römische Frauen von diesem Privileg Nutzen hatten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Ehegesetze des Kaisers Augustus ein und formuliert das Ziel, deren Auswirkungen auf die Emanzipation der römischen Ehefrau zu untersuchen.

2. Die antiken Quellen und die Forschungsliteratur: Es werden die relevanten antiken Quellentexte (Digesten, Gaius, Sueton, Tacitus) und der aktuelle Forschungsstand zur augusteischen Gesetzgebung dargelegt.

3. Die Ehe- und Sittengesetzgebung des Kaisers Augustus: Dieses Kapitel erläutert die Ziele der augusteischen Reformen, insbesondere die Förderung von Ehe und Kinderreichtum sowie die Standespolitik.

4. Die Vormundschaft über Frauen: Hier wird der Prozess der rechtlichen Abhängigkeit von Frauen untersucht und der Einfluss des ius liberorum auf die Aufhebung der tutela analysiert.

5. Die Ehe: Die rechtlichen Voraussetzungen für die Eheschließung sowie die Eheverbote und deren Auswirkungen auf den sozialen Status der Frau stehen hier im Mittelpunkt.

6. Scheidung: Das Kapitel behandelt die Handhabung von Scheidungen unter den neuen Gesetzen und die Rolle des Scheidebriefs.

7. Ehebruch und Stuprum: Es wird die strenge Gesetzgebung gegen Ehebruch, die Doppelmoral und die rechtlichen Konsequenzen für die Beteiligten analysiert.

8. Die augusteische Erbgesetzgebung: Die erbrechtlichen Sanktionen für Ledige und Kinderlose werden hinsichtlich ihrer steuernden Wirkung auf die Oberschicht untersucht.

9. Die Emanzipation der römischen Ehefrau: Eine Synthese darüber, wie weit die gesetzlichen Neuerungen tatsächlich eine Emanzipation der Ehefrau ermöglichten.

10. Resümee: Zusammenfassendes Fazit über das Scheitern der augusteischen Ziele und die langfristige Bedeutung der Gesetze.

Schlüsselwörter

Augustus, Ehegesetzgebung, lex Iulia, lex Papia, römische Ehefrau, Emanzipation, Vormundschaft, tutela, ius liberorum, Ehebruch, Erbrecht, Scheidung, Sitten, Rechtsgeschichte, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ehe- und Sittengesetzgebung des Kaisers Augustus und deren Auswirkungen auf die rechtliche und soziale Position römischer Ehefrauen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Vormundschaftsrecht (tutela), die rechtlichen Rahmenbedingungen der Eheschließung und Scheidung, die Bekämpfung von Ehebruch sowie die erbrechtlichen Bestimmungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit die augusteischen Gesetze der römischen Ehefrau halfen, sich aus der Vormundschaft eines Mannes zu lösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Auswertung antiker juristischer Quellen (wie der Digesten oder Institutiones) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der modernen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gesetzestexten, die Analyse der Vormundschaftssysteme, erbrechtliche Konsequenzen und die spezifische Behandlung von Ehebruch und Scheidung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Augustus, Ehegesetzgebung, Emanzipation, tutela, ius liberorum und Ehebruch charakterisiert.

Wie wirkte sich das ius liberorum auf den Status der Frau aus?

Es fungierte als „Privileg der Kinder wegen“, das Frauen erlaubte, sich unter bestimmten Voraussetzungen von der Vormundschaft zu befreien und rechtswirksame Entscheidungen sowie Testamente zu verfassen.

Welche Rolle spielte der Ehebruch in der augusteischen Gesetzgebung?

Augustus stellte Ehebruch erstmals als Verbrechen unter Strafe, um die Sittlichkeit und den Erhalt legitimer Nachkommenschaft besonders in den oberen Ständen zu sichern, wobei Frauen hierbei oft härter sanktioniert wurden als Männer.

Warum war die Umsetzung der Gesetze laut der Autorin problematisch?

Die Gesetze trafen auf gesellschaftliche Widerstände, litten unter Interpretationsschwierigkeiten und wurden teilweise untergraben, da die Zielsetzungen der Gesetzgebung und ihre tatsächliche Wirkung (wie der Hang zur Kinderlosigkeit) auseinanderfielen.

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Details

Title
Emanzipatorische Auswirkungen der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus auf die rechtliche Stellung der römischen Ehefrau in der frühen Kaiserzeit
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Course
Männer und Frauen in der Antike: Geschlechtergeschichte als Methode und Gegenstand der Alten Geschichte
Grade
2,7
Author
Marlen Frömmel (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V89095
ISBN (eBook)
9783638036801
ISBN (Book)
9783640108886
Language
German
Tags
Emanzipatorische Auswirkungen Ehegesetzgebung Kaisers Augustus Stellung Ehefrau Kaiserzeit Männer Frauen Antike Geschlechtergeschichte Methode Gegenstand Alten Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marlen Frömmel (Author), 2004, Emanzipatorische Auswirkungen der Ehegesetzgebung des Kaisers Augustus auf die rechtliche Stellung der römischen Ehefrau in der frühen Kaiserzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89095
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