Der Autor behandelt in dieser Untersuchung einen Teilbereich zum Komplex „Politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland“. Als repräsentatives Beispiel wählt er die Zeitschrift „blick nach rechts“ (bnr), um eine Bestandsaufnahme des Antifaschismus im Sinne einer „Fundamentalnorm“ der Bundesrepublik Deutschland zu beleuchten. Die Analyse der Formalien des Untersuchungsgegenstandes beschäftigt sich beispielsweise mit den Rubriken, den Herausgebern und der Finanzierung des bnr.
Der Verfasser breitet im Hauptteil eine umfassende Auswertung einiger bnr-Themen und ihrer Autoren von vierzehn Jahrgängen (1990-2004) aus, in denen das demokratische Sinngefüge der politischen Kultur vom bnr nach Rechtsverdacht abgetastet wird. In diesem Teil der Studie beschreibt der Verfasser Funktion und Reichweite des bnr als eine Vernetzungsplattform, auf der sich ein „Zitierkartell“ von Autoren und Redakteuren darstellen läßt. Der Verfasser thematisiert anhand von Fallbeispielen die Wahrnehmung der demokratischen Rechten durch den bnr und weist unter anderem durch die vom bnr angewendete Publikationsmethodik eine hypertrophe Erosion der Abgrenzung nach links nach, die dem ursprünglichen antitotalitären Konsens der freiheitlichen demokratischen Grundordnung widerspricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage: Beweggründe – Hintergründe – Begriffe
1.1 Untersuchungsgegenstand – Problemlage – Thesen
1.2 Beschreibung des Untersuchungsgegenstandes–Analyse der Formalien
1.3 Einordnung des Verlages: Analyse der SPD Mediengesellschaft und Verlage
1.4 Begriffliche Vorbetrachtungen: „Linksextremismus“ – „Antifaschismus“ – „demokratische Rechte“ – „Neue Rechte“
2. Analyse der Zeitschrift „blick nach rechts“
2.1 Medium des „Antifaschismus“: Linksextreme Publikationen–von der Propaganda zur Tat
2.2 Geschichte des bnr
2.3 Analyse der bnr Jahrgänge 1990 – 2004
2.3.1 Analyse ausgewählter Fallbeispiele
2.3.2 Akteursanalyse ausgewählter Autoren des bnr
3. Der „blick nach rechts“ als „antifaschistisches“ Symptom politischer Kultur der Bundesrepublik Deutschland (Schlußbetrachtung)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zeitschrift „blick nach rechts“ (bnr) als ein Instrument der politischen Einflussnahme und deren Einbindung in parteipolitische sowie behördliche Strukturen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei, wie das Medium durch eine spezifische „antifaschistische“ Deutung politischer Ereignisse und durch Netzwerke zur Diskurssteuerung beiträgt.
- Analyse der institutionellen Einbindung des bnr in die Strukturen der SPD und staatlich geförderte Netzwerke.
- Untersuchung der diskursiven Strategien bei der Beobachtung und Kommentierung rechtsdemokratischer sowie rechtsextremer Akteure.
- Beleuchtung der Rolle des „Antifaschismus“ als ideologische Klammer und politischer Kampfbegriff im bnr.
- Analyse der Akteursebene und der personellen Vernetzungen zwischen dem bnr, linksextremen Szenen und dem Verfassungsschutz.
Auszug aus dem Buch
1.1 Untersuchungsgegenstand – Problemlage – Thesen
Warum eine Arbeit über eine Zeitschrift wie den „blick nach rechts“ (bnr)? Der bnr ist keine normale Publikumszeitschrift. Sie ist in keinem Zeitschriftenladen erhältlich, sondern muß abonniert werden. Die im schlichten Layout gehaltene, auf gelbem Papier gedruckte, meist zwischen 10 und 20 Seiten umfassende Schrift versteht sich vielmehr als ein Informationsdienst für Multiplikatoren.
Mit nur wenigen, aber dafür wichtigen Adressaten, welche als Meinungsträger Themen der politischen Agenda beeinflussen und setzen können, erscheint der bnr im Untersuchungszeitraum 1984 bis 2004 hauptsächlich in gedruckter Fassung unter der institutionellen Schirmherrschaft der „Sozialdemokratischen Partei Deutschlands“ und ist über die „vorwärts“-Verlagsgesellschaft zu 100% eingebunden in die parteieigene Mediengesellschaft DDVG (Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH).
Während andere Pressedienste - aus einem solchen hat sich der bnr entwickelt - von der SPD 1995 eingestellt wurden, existiert dieser seit 1984 kontinuierlich weiter. Dieser lange Zeitraum unterstreicht seine Stellung und Wichtigkeit innerhalb der Partei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ausgangslage: Beweggründe – Hintergründe – Begriffe: Das Kapitel führt in den Untersuchungsgegenstand ein und entwickelt aus einer Problemanalyse thesenartige Ausgangspunkte für die folgende Untersuchung.
2. Analyse der Zeitschrift „blick nach rechts“: Der Hauptteil analysiert die Geschichte, die Publikationsmethoden und die inhaltliche Ausrichtung des Mediums über den Zeitraum von 1990 bis 2004 anhand von Fallbeispielen.
3. Der „blick nach rechts“ als „antifaschistisches“ Symptom politischer Kultur der Bundesrepublik Deutschland (Schlußbetrachtung): Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das bnr als Symptom einer bestimmten politischen Kultur in Deutschland ein.
Schlüsselwörter
blick nach rechts, bnr, SPD, Antifaschismus, Linksextremismus, Neue Rechte, Verfassungsschutz, politische Kultur, Publizistik, Medienholding, DDR, Stasi, Extremismus, politische Einflussnahme, Diskurssteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Zeitschrift „blick nach rechts“ (bnr) als ein politisches Instrument, das im Umfeld der SPD agiert und als „Informationsdienst“ fungiert, um Diskurse über politisch rechte Bestrebungen zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die institutionelle Anbindung des bnr an die SPD, seine publizistischen Methoden, der Gebrauch des Antifaschismus-Begriffs und die Vernetzung zu staatlichen sowie linksextremen Akteuren.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Rolle des bnr als Symptom der politischen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland zu untersuchen und aufzuzeigen, wie das Medium zur Verschiebung des politischen Koordinatensystems beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer inhaltsanalytischen Auswertung der bnr-Jahrgänge 1990–2004 sowie der Analyse von Formalien und Akteursnetzwerken unter Verwendung des kritischen Rationalismus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Geschichte des bnr, eine Untersuchung der Publikationsmethoden und eine fallbeispielbasierte Analyse der Berichterstattung über verschiedene politische Akteure.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie bnr, SPD, Antifaschismus, Linksextremismus, Neue Rechte, Verfassungsschutz und politische Kultur charakterisieren.
Welche Bedeutung hat das Archiv von Kurt Hirsch für die Arbeit?
Das Archiv wird als ein zentraler Bestandteil für die „antifaschistische“ Arbeit des bnr identifiziert, da es als Materialfundus für die Diskreditierung politischer Gegner diente.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der SPD beim bnr?
Die Arbeit bewertet die Einbindung des bnr in die SPD-Medienholding DDVG als Versuch, den parteipolitischen Einfluss des Mediums hinter einer Fassade des „überparteilichen Informationsdienstes“ zu verschleiern.
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- Lars Normann (Author), 2008, Rechts im Spiegel von Links. Die Zeitschrift "blick nach rechts" als Symptom politischer Kultur der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89128