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Methoden der Spannungserzeugung bei Heinrich von Kleists "Zweikampf"

Title: Methoden der Spannungserzeugung bei Heinrich von Kleists "Zweikampf"

Term Paper , 2007 , 8 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Kristin Bauer (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Mit seinen langen verschachtelten Sätzen gehört Heinrich von Kleist zu jenen Autoren, deren Werke auf den ersten Blick keine leichte und vor allem spannende Lektüre zu sein scheinen. Doch ist der Leser, wie beim hier behandelten Werk „Der Zweikampf“, erst einmal durch die Verwirrungen und Verstrickungen der Personenkonstellationen und –Aktionen gefesselt, kann er sich nur schwer wieder aus dem Spannungsnetz herauswinden.
Im Folgenden soll Licht in die Vielfältigkeit der Kleist´schen Spannungserzeugung gebracht werden.
Durch Kleists Werk „Der Zweikampf“ zieht sich ein Wechsel zwischen der Erzählzeit und der erzählten Zeit: Gerafften Stellen, in denen eine große Zeitspanne und viele Ereignisse in einem kurzen Textabschnitt erläutert werden, folgen detaillierte und genau erzählte Passagen. Dieses Wechselspiel ist eine der Methoden, die Kleist zur Spannungserzeugung einsetzt. Daneben gibt es auch eine Reihe von Erzählstilen, die im gegenseitigen Wechsel eingesetzt, spannungserzeugend sind. Doch die spannungsgeladenste Methode ist sicherlich das Aufbauen und Unterlaufen von Erwartungen: Spuren werden vom Autor gelegt, Indizien werden gefunden und am Ende kommt doch alles anders, als der Leser – und teilweise auch die Figuren selbst – erwartet haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

Hauptteil

Kleists Methoden zur Spannungserzeugung:

I. Erzählzeit vs. Erzählte Zeit bzw. Wechsel der Erzählstile

II. Entwicklung von Rätseln

III. Aufbau und Unterlaufen von Erwartungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die erzähltechnischen Mittel, die Heinrich von Kleist in seiner Erzählung „Der Zweikampf“ einsetzt, um ein hohes Maß an narrativer Spannung aufzubauen und den Leser bis zum Ende an das Werk zu binden. Ziel ist es, die systematische Verwendung von Zeitstrukturen, rätselhaften Handlungsverläufen und die gezielte Irritation von Erwartungshaltungen aufzuzeigen.

  • Wechselspiel von Erzählzeit und erzählter Zeit
  • Einsatz unterschiedlicher Erzählstile zur Spannungssteigerung
  • Kriminalistische Elemente und Rätselstrukturen
  • Systematisches Unterlaufen von Leser- und Figurenerwartungen
  • Die Funktion und Mehrdeutigkeit des Gottesurteils

Auszug aus dem Buch

II. Entwicklung von Rätseln

Wie in jeder Kriminalgeschichte, gibt es auch im Zweikampf Verdächtige, Indizien, Beweismittel und Alibis. Es wird gelogen, getäuscht und brutal mit dem Gegner verfahren.

Das erste Indiz, die Mordwaffe, wird bereits zu Beginn der Geschichte ins Spiel gebracht: ein Pfeil. Wie sich im Laufe der kriminalistischen Arbeit, die von der Herzogin in Auftrag gegeben worden ist, herausstellt, stammt er aus dem Köcher von Jakob dem Rotbart. Hiermit wird der erste – und eigentlich auch der einzige – Verdächtige vorgebracht. Sein Motiv, so kann man einige Absätze zuvor lesen, ist der Wunsch, selbst den Thron zu besteigen.

Doch Rotbart kann ein Alibi vorweisen: eine Liebesnacht mit Littegard von Auerstein. Diese habe ihm sogar als Andenken einen Ring geschenkt, womit das zweite Indiz erbracht wäre. Dass dieses Alibi von der Dame nicht bestätigt werden kann, stört das Gericht wenig. Denn es erhält einen Brief von den Brüdern Littegards, die deren Liebesnacht mit dem Grafen für sehr wahrscheinlich halten. Dafür spreche besonders die Abwesenheit ihrer Zofe, die sie – so die Vermutung der Brüder – eigens für ihr Stelldichein mit dem Grafen in den Urlaub entlassen habe.

Als Friedrich von Trota allerdings am Gericht eintrifft, um Littegards Ehre zu retten, helfen all diese weltlichen Beweismittel und Zeugen nicht mehr weiter: Gottes unfehlbares Urteil muss in Form eines Duells zu Rate gezogen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Komplexität der Kleist’schen Prosa und führt in die zentrale Fragestellung ein, wie der Autor durch strukturelle Kniffe ein Spannungsnetz um den Leser legt.

Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Methoden Kleists, wobei insbesondere das Wechselspiel der Erzählmodi, die Konstruktion kriminalistischer Rätsel und die psychologische Irritation durch das Unterlaufen von Erwartungen im Zentrum stehen.

Kleists Methoden zur Spannungserzeugung: Dieser Abschnitt dient als Klammer für die Analyse der spezifischen Erzähltechniken, die im weiteren Verlauf in Unterkapiteln expliziert werden.

I. Erzählzeit vs. Erzählte Zeit bzw. Wechsel der Erzählstile: Hier wird untersucht, wie Kleist durch die Variation von Raffung und Dehnung sowie durch den Wechsel zwischen berichtenden und szenischen Passagen den Fokus der Leser lenkt.

II. Entwicklung von Rätseln: Dieses Kapitel zeigt auf, wie durch den Einsatz von Indizien, falschen Alibis und klassischen Kriminalelementen Spannung aufgebaut und der Leser zur Detektivarbeit angeregt wird.

III. Aufbau und Unterlaufen von Erwartungen: Der Fokus liegt hier auf der gezielten Enttäuschung der Leser- und Figurenerwartungen, die durch unerwartete Reaktionen und ein zweideutiges Ende die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Der Zweikampf, Spannungserzeugung, Erzählzeit, Erzählte Zeit, Kriminalgeschichte, Gottesurteil, Indizien, Littegard von Auerstein, Friedrich von Trota, Literarische Analyse, Erzählstile, Mehrdeutigkeit, Erwartungshaltung, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht, mit welchen literarischen und erzähltechnischen Methoden Heinrich von Kleist in seinem Werk „Der Zweikampf“ Spannung erzeugt und aufrechterhält.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die zeitliche Strukturierung des Textes, die Kriminalgeschichte als Rahmenhandlung sowie die psychologische Komponente der Erwartungssteuerung durch den Autor.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel besteht darin, die "Vielfältigkeit der Kleist’schen Spannungserzeugung" aufzudecken und zu erklären, warum der Leser trotz der komplexen Satzstruktur von der Handlung gefesselt bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Textanalyse, ergänzt durch literaturwissenschaftliche Perspektiven zur Hermeneutik und Erzähltheorie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Zeitmodi, die Funktion von Indizien und Rätseln sowie die psychologische Methode des Unterlaufens von Erwartungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kleist, Erzählzeit, Gottesurteil, Spannungserzeugung, Kriminalgeschichte und Mehrdeutigkeit beschreiben.

Wie trägt der Wechsel der Erzählstile zur Spannung bei?

Durch den Wechsel zwischen gerafften Berichten und detaillierten szenischen Passagen wird die Aufmerksamkeit des Lesers gesteuert und ein Gefühl der Unmittelbarkeit erzeugt.

Welche Rolle spielt das Gottesurteil für die Spannung?

Das Gottesurteil fungiert als zentrales, jedoch unklares und zweideutiges Element, das die Spannung aufrechterhält, da es weder für die Figuren noch für den Leser eindeutige Gewissheit schafft.

Warum wird das Ende der Erzählung teilweise als erzwungen kritisiert?

In der Forschung wird diskutiert, ob die Auflösung durch das Geständnis der Kammerzofe zu konstruiert ist und kolportagehafte Züge trägt, die das hohe Niveau des restlichen Werkes schmälern könnten.

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Details

Title
Methoden der Spannungserzeugung bei Heinrich von Kleists "Zweikampf"
College
University of Applied Sciences Karlsruhe  (Institut für Literaturwissenschaft)
Grade
2,0
Author
Kristin Bauer (Author)
Publication Year
2007
Pages
8
Catalog Number
V89206
ISBN (eBook)
9783638026116
Language
German
Tags
Methoden Spannungserzeugung Heinrich Kleists Zweikampf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Bauer (Author), 2007, Methoden der Spannungserzeugung bei Heinrich von Kleists "Zweikampf", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89206
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