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Das Weltbild der Celestina und die Figur der Melibea

Title: Das Weltbild der Celestina und die Figur der Melibea

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Magister Artium Florian Jetzlsperger (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Fernando de Rojas' Werk "La Celestina" (1499) wird meist als Ausdruck eines überaus negativen Weltbildes des 15./16. Jahrhunderts verstanden. Diese Arbeit soll den Pessimismus des Werkes aufzeigen. Rojas zeigt mit "La Celestina" zunächst die zur Zeit gängigen Verurteilungen des "amor loco", der körperlichen Liebe und die Konsequenzen aus einer solchen verirrten Liebe anhand der Liebenden Calisto und Melibea auf. Neben dieser traditionellen Degradierung bestimmter Beziehungsformen degradiert Rojas überdies aber auch eigentlich positive Werte wie Freundschaft, etc.. Die einzige Person, die diesem negativen, bzw. stereotypen Weltbild des 15. Jahrhunderts nicht entspricht ist Melibea - die Geliebte von Calisto. Sie scheint die einzige Protagonistin innerhalb der Geschichte zu sein, die aus ihrem Handeln Konsequenzen zieht und zumindest ihr Ende selbst aund außerhalb der gängigen Konventionen bestimmen kann - wenn auch durch Selbstmord. Diese Arbeit stellt nicht nur die gesellschaftlichen Konventionen der Zeit Fernando de Rojas dar, sondern zeigt auch dessen Kritik derer und den Interpretationsversuch einer Loslösung dieser verderblichen Normen auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitende Fragestellung

2. Das negative Weltbild der „Celestina“

2.1 Bezug Rojas auf Petrarca

2.2 Das Wirken der Fortuna

2.3 Degradierung positiver Werte (Liebe, Freundschaft, Loyalität)

2.4 Klage Pleberios

3. Die Figur der Melibea als positives Gegengewicht

3.1 Die Liebe zu Calisto

3.1.1 Erfüllung der Sehnsüchte/Erhalt des Ehrgefühls Melibeas

3.1.2 Entwicklung von Unabhängigkeit/Freiheit

3.2 Der Selbstmord als Manifestation von Liebe und Einsicht

4. Synthese

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das pessimistische Weltbild in Fernando de Rojas' „La Celestina“ und analysiert, inwiefern die Figur der Melibea als ein positives Gegengewicht zu den destruktiven Tendenzen des Werkes fungieren kann.

  • Analyse des Einflusses von Petrarcas Weltanschauung auf Rojas.
  • Untersuchung der Rolle der antiken Glücksgöttin Fortuna als treibende Kraft des Untergangs.
  • Degradierung zentraler Werte wie Liebe, Freundschaft und Loyalität durch die Charaktere.
  • Die Funktion von Pleberios Klage als Fazit der pessimistischen Grundhaltung des Buches.
  • Die Entwicklung von Melibea hin zu Unabhängigkeit und Selbstbestimmung trotz tragischen Suizids.

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Wirken der Fortuna

Wie bereits erwähnt steht der Mensch nach petrarcistischer Sicht im Konflikt zwischen Vernunft und Affekten, also zwischen Moral und Unmoral. Der Fortuna wird in Rojas Werk große Bedeutung zugemessen. Die Fortuna ist ein Beleg dafür, dass „La Celestina“ renaissancehaftes Gedankengut aufweist, denn sie ist eine antike Göttin die für das Geschick des Menschen verantwortlich ist. Sie hilft allerdings nur den Tapferen, den Beherzten, also jenen die auf dem Weg der Vernunft schreiten. Für die anderen, die den Affekten nachgeben wird sie zum Verhängnis; es setzen sich Abläufe in Bewegung die vom Individuum nicht mehr gesteuert werden können. Daher ist das Symbol der Fortuna auch das Rad: wird es einmal in Bewegung gesetzt (durch unmoralisches Handeln) wird die Bewegung von selbst fortgeführt. Wer sich mit Hilfe der Affekte zu bereichern versucht, d.h. wer gierig wird, muss dies nach einer gewissen Zeit bezahlen: „Wer die oberste Stufe des irdischen Glücks erklommen hat, muß, wie es die Bewegung des Rades ausdrückt, wieder herab.“

Um dies zu verdeutlichen, muss man sich nur die einzelnen Entwicklungsstufen Pármenos anschauen. Zunächst ist er der Diener Calistos, der Treue und Verbundenheit gegenüber seinem Herrn empfindet. Somit fühlt er sich auch verpflichtet Calisto vor Celestina zu warnen: „Quién te podrá dezir lo que esta vieja fazía? Y todo era burla y mentira.“ Später allerdings verschafft ihm eben diese Kupplerin eine Nacht mit Areúsa und er schließt Freundschaft mit Sempronio. Von nun an wird Pármeno gierig, „Como, pues, este juego de nuestro amo y Melibea está entre las manos, podemos agora medrar, o nunca“ – er gibt also seinen Affekten nach. Das Rad der Fortuna beginnt sich zu drehen. Was nach oben steigt muss wieder runter. Seine Gier führt ihn sogar soweit dass er zusammen mit Sempronio Celestina, die nicht mit den beiden teilen will, aus Habgier tötet. Von jetzt an geht es auch mit den beiden Dienern bergab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitende Fragestellung: Der Autor stellt die pessimistische Weltsicht von „La Celestina“ dar und führt die geplante Untersuchung ein, die das Werk als von Untergang und Unmäßigkeit geprägt analysiert.

2. Das negative Weltbild der „Celestina“: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss Petrarcas, die Rolle der Fortuna sowie die Pervertierung positiver Werte wie Loyalität und Freundschaft, die letztlich zum Scheitern aller Charaktere führt.

2.1 Bezug Rojas auf Petrarca: Eine Untersuchung darüber, wie Rojas die petrarcistische Weltsicht aufgreift, radikalisiert und das Leben als einen unaufhaltsamen Abstieg in den Untergang darstellt.

2.2 Das Wirken der Fortuna: Hier wird analysiert, wie die Fortuna als Schicksalsgöttin diejenigen bestraft, die ihren Affekten nachgeben und somit die Kontrolle über ihr Leben verlieren.

2.3 Degradierung positiver Werte (Liebe, Freundschaft, Loyalität): Es wird aufgezeigt, wie die Charaktere durch Gier und körperliche Begierde moralische Werte ins Negative verkehren und so ihr eigenes Verderben einleiten.

2.4 Klage Pleberios: Der Schlussmonolog von Melibeas Vater wird als Fazit der pessimistischen Grundstimmung interpretiert, in der die Welt als sinnloses Labyrinth ohne göttliche Ordnung erscheint.

3. Die Figur der Melibea als positives Gegengewicht: Dieses Kapitel stellt Melibea als Ausnahmeerscheinung dar, die trotz des pessimistischen Umfelds eine eigene innere Stärke und Selbstbestimmung entwickelt.

3.1 Die Liebe zu Calisto: Die Beziehung wird als zentraler Motor der Handlung betrachtet, der für Melibea eine Form von persönlichem Wachstum und neuer Freiheit bedeutet.

3.1.1 Erfüllung der Sehnsüchte/Erhalt des Ehrgefühls Melibeas: Es wird analysiert, ob Melibeas Liebe freiwillig ist und wie sie versucht, ihre persönlichen Wünsche mit den gesellschaftlichen Normen zu vereinbaren.

3.1.2 Entwicklung von Unabhängigkeit/Freiheit: Melibea löst sich aus den gesellschaftlichen Zwängen und dem elterlichen Einfluss, was sie zu einem Symbol für den aufkommenden Individualismus macht.

3.2 Der Selbstmord als Manifestation von Liebe und Einsicht: Der Suizid wird nicht als bloße Niederlage, sondern als bewusster Akt der Freiheit und der ultimativen moralischen Einsicht gedeutet.

4. Synthese: Abschließende Zusammenfassung, die Melibea als Hoffnungsschimmer in einem ansonsten pessimistischen Werk festigt, da sie ihr Schicksal bis zuletzt selbst in die Hand nimmt.

Schlüsselwörter

La Celestina, Fernando de Rojas, Pessimismus, Fortuna, Melibea, Calisto, amor loco, Individualismus, Literaturwissenschaft, Petrarca, Schicksal, Moral, Suizid, Unmäßigkeit, Renaissance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das pessimistische Weltbild im Werk „La Celestina“ von Fernando de Rojas und beleuchtet insbesondere, inwiefern Melibea eine positive Gegenfigur zu dieser negativen Tendenz darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Einfluss petrarcistischer Philosophie, die destruktive Macht der Göttin Fortuna, die Degradierung moralischer Werte und die Entwicklung des Individuums am Beispiel der Melibea.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass trotz des dominierenden Pessimismus im Werk, der in den Klagen der Charaktere gipfelt, die Figur der Melibea durch ihre Selbstbestimmung einen hoffnungsvollen Kontrapunkt bildet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Textanalyse und der Auswertung relevanter Sekundärliteratur, um das Weltbild und die Charakterzeichnungen innerhalb des Dramas zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die negativen Einflüsse und das Wirken der Fortuna analysiert, gefolgt von einer detaillierten Charakteranalyse der Melibea hinsichtlich ihrer Liebe, Freiheit und ihres Suizids.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind „La Celestina“, Pessimismus, Fortuna, Individualismus, Melibea, Liebe sowie die moralische Reflexion über menschliches Handeln.

Warum wird der Suizid von Melibea als positive Tat gewertet?

Der Suizid wird als Akt der freien Entscheidung gewertet, da Melibea im Gegensatz zu anderen Charakteren, die durch äußere Umstände sterben, Zeitpunkt und Art ihres Todes selbst bestimmt und somit ihre Autonomie bewahrt.

Welche Rolle spielt Pleberio für das Verständnis des Buches?

Pleberio dient mit seinem Schlussmonolog als Sprachrohr des Autors; seine Klage verdeutlicht die existenzielle Perspektivlosigkeit und die Abwesenheit einer objektiven Ordnung in der Welt des Stücks.

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Details

Title
Das Weltbild der Celestina und die Figur der Melibea
College
LMU Munich
Grade
1,5
Author
Magister Artium Florian Jetzlsperger (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V89210
ISBN (eBook)
9783638028738
ISBN (Book)
9783638927321
Language
German
Tags
Weltbild Celestina Figur Melibea
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Florian Jetzlsperger (Author), 2004, Das Weltbild der Celestina und die Figur der Melibea, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89210
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