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Mediale Strategie der Avantgarde

Title: Mediale Strategie der Avantgarde

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Bachelor of Arts Ron Scheer (Author)

Art - Art Theory, General
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In meiner Hausarbeit untersuche ich die Entstehungszeit der avantgardistischen Kunstbewegungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Ich beleuchte den Zusammenhang zwischen wissenschaftlichen, politischen und kulturellen Neuerungen und den sich daraus erwachsenen Spannungen in der modernen Kunst. Zwei Positionen treten meines Erachtens dabei klar hervor: Eine Strömung betrachtet sich als legitimen Nachfolger bildungsbürgerlicher Kunst, mit deutlichem Bezug auf diese, aber auch eben als Erneuerer dieser Kunst, wobei sich die Innovationen häufig auf Stilfragen und Ausdrucksmittel beziehen. Diese Kunst speiste sich aus neuen Gefühlslagen und Problemkomplexen, die mit herkömmlichen Kunstverfahren einfach nicht mehr zu artikulieren waren. Eine andere Strömung, zu denen etwa die Dadaisten oder auch die Futuristen zu zählen wären, attackierte gleich den gesamten Kunstbetrieb; der Anspruch, mit der traditionellen Rolle der Kunst – der Versöhnung zwischen Ideal und Wirklichkeit – zu brechen, steht hier im Vordergrund. Die Überführung der Kunst in die Lebenspraxis war für die damalige Zeit eine ungemein radikal formulierte Absage an den bildungsbürgerlichen Kunstbetrieb.
Mit dem ´Schaubild´, das ich in dieser Hausarbeit entwerfe, soll ein Bruch kenntlich gemacht werden: Zwar hat sich der Anspruch der Avantgarde, den Kunstbetrieb sozusagen selbstreflexiv ad absurdum zu führen, nachträglich als unmöglich herausgestellt, dennoch wurden hier neue Wahrnehmungs- und Erwartungshaltungen geschaffen, die es der Kunst überhaupt ermöglicht haben, weiterhin (bürgerliche) Institution der Vermittlung zwischen Wirklichkeit und Ideal zu bleiben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehungskontext

2.1 Bürgerliche Kunst

3. Neue Kunst ?

3.1 Beschleunigung

3.2 Sinnsuche und Irrsinn

4. Was blieb von der Avantgarde ?

5. Quellenangabe

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Entstehungsbedingungen und den historischen Kontext avantgardistischer Kunstbewegungen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, wie diese Strömungen – vom Expressionismus bis hin zum Futurismus und Dadaismus – versuchten, die traditionelle Rolle der Kunst zu überwinden und diese in die Lebenspraxis zu überführen, um auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen und technischen Veränderungen der Moderne zu reagieren.

  • Die Transformation der Rolle der Kunst vom bürgerlichen Autonomieideal hin zur Lebenspraxis.
  • Einfluss von technischer Beschleunigung, Urbanisierung und wissenschaftlichen Umbrüchen.
  • Die Bedeutung von Manifesten als radikale Kommunikations- und Kampfschriften.
  • Vergleichende Analyse der Strategien von Expressionismus, Futurismus und Dadaismus.
  • Kritische Reflexion über das Scheitern oder die Transformation avantgardistischer Ziele in der Moderne.

Auszug aus dem Buch

3.1 Beschleunigung

Das ausgehende 19. Jh. Ist gekennzeichnet durch eine enorme Verdichtung und Beschleunigung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, angetrieben vor allem auch durch den technischen Fortschritt: Verbrennungsmotoren werden ab 1882 in Kutschen, Boote und andere Fortbewegungsmittel eingebaut, sie motorisieren und mobilisieren alle ausserhalb der Fabrik stattfindende Tätigkeit. Besonderes Highlight um die Jahrhundertwende ist die aufkommende Fliegerei – die Einlösung des uralten Menschheitstraums muss epochal gewirkt haben. So wurde ein Rennauto Gegenstand futuristischer Kunst in Italien (Marinetti) und zu den ersten begeisterten Fliegern Russlands gehörte die Spitze der russischen Futurismus-Bewegung.

Die Telegraphie ist spätestens um 1900 weltumspannend und drahtlos, der Fernsprecher ermöglicht schon ab 1876 das synchrone, uncodierte Gespräch. Die öffentlich aufgestellten und Armbanduhren lösen die eigentlich repräsentative luxoriöse Taschenuhr ab und werden zu einer Kontroll- und Steuerungsinstanz in einer strengen Zeitökonomie. In Europa hat sich zum 19./20. Jh. das Bürgertum, als politisch, wirtschaftlich und kulturell treibende Kraft grösstenteils durchgesetzt. Technisch gesehen spiegelt sich dieser Zustand in der zunehmenden Urbanisierung des gesellschaftlichen Lebens. Die elektrisierten Städte als notwendige industrielle Zentren ermöglichen ein Leben, dass sich abtrennt von den Zwängen der Naturalwirtschaft, vom Biorhythmus bestimmenden Tag-Nacht-Wechsel; die Familie und Dorfgemeinschaft als soziales Zentrum fallen weg und werden ersetzt durch Zweckgemeinschaften, Interessengruppen oder auch die Anonymität und Ghettoisierung der Grosstadt. Neue Produktionspraktiken bedingen neue Lebenswelten – diese erzwingen einen neuen Erfahrungshorizont, der sich in Kategorien wie Entfremdung oder auch Moderne niederschlägt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung steckt den zeitlichen Rahmen des frühen 20. Jahrhunderts ab und skizziert die zwei Hauptströmungen der Avantgarde: die Weiterführung der Kunsttradition versus deren radikale Absage und Überführung in die Lebenspraxis.

2. Entstehungskontext: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen, insbesondere den Übergang der Kunst zum Autonomiestatus im 19. Jahrhundert.

2.1 Bürgerliche Kunst: Hier wird detailliert dargestellt, wie das Bürgertum Kunst als autonome Sphäre etablierte, die sich durch Zweckentfremdung und den Anspruch auf ein „höheres“ Ideal auszeichnete.

3. Neue Kunst ?: Es wird der Frage nachgegangen, wie der Begriff der Avantgarde entstand und welche radikalen Neuerungswünsche der Kunst zugrunde lagen.

3.1 Beschleunigung: Dieses Unterkapitel analysiert den Einfluss von technischem Fortschritt wie Motorisierung und Telegraphie auf die Wahrnehmung von Zeit und Raum sowie die Entstehung neuer Lebenswelten.

3.2 Sinnsuche und Irrsinn: Der Abschnitt befasst sich mit der künstlerischen Reaktion auf die fragmentierte Wirklichkeit, den Wandel der Ausdrucksformen im Expressionismus und den Versuchen, Kunst wieder eine lebenspraktische Bedeutung zu verleihen.

4. Was blieb von der Avantgarde ?: Abschließend wird kritisch reflektiert, inwiefern die Avantgarde ihr Ziel der Überführung von Kunst in die Lebenspraxis erreichte oder ob sie lediglich in den etablierten Kunstbetrieb integriert wurde.

5. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur theoretischen Fundierung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Avantgarde, Moderne, Kunstbetrieb, Lebenspraxis, Expressionismus, Futurismus, Dadaismus, Manifest, Autonomie der Kunst, Industrialisierung, Beschleunigung, Entfremdung, Technik, Zeitökonomie, historische Avantgarde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die historischen Avantgarde-Bewegungen des frühen 20. Jahrhunderts und ihre Bemühungen, den etablierten bürgerlichen Kunstbegriff radikal zu hinterfragen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziale Entstehung der Avantgarde, die Auswirkungen technischer Innovationen auf die Kunst sowie die Spannung zwischen künstlerischer Autonomie und dem Wunsch nach einer unmittelbaren Lebenswirklichkeit.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, ein „Schaubild“ der historischen Avantgarde zu entwerfen und zu verstehen, wie diese Bewegungen neue Wahrnehmungs- und Erwartungshaltungen schufen, auch wenn ihr Ideal der Überführung in die Lebenspraxis nicht vollständig erreicht wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein kulturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der kunsthistorische Entwicklungen in den größeren Kontext von Gesellschaft, Technik und Politik stellt, unter Rückgriff auf einschlägige Theorien der Moderne.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungskontexte, die Bedeutung der Beschleunigung durch Technik, den Wandel vom bürgerlichen Kunstideal zum expressionistischen Ausdruckswunsch sowie die provokativen Manifeste der Futuristen und Dadaisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Avantgarde, Moderne, Lebenspraxis, Manifest und die Auseinandersetzung mit dem Kunstbetrieb definieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Manifests für die Avantgarde?

Das Manifest wird als ein zentrales, konstitutives Element beschrieben, das bei Futuristen und Dadaisten über die bloße Information hinaus zur eigenständigen Kunstform und bewussten Provokation wird.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit über das Erbe der Avantgarde?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Avantgarde zwar das Ziel der Überführung der Kunst in die Lebenspraxis im eigentlichen Sinne nicht erreichte, jedoch neue Wahrnehmungsmuster prägte, die heute integraler Bestandteil des modernen Kunstverständnisses sind.

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Details

Title
Mediale Strategie der Avantgarde
College
University of Potsdam  (Institut f. Künste u. Medien)
Course
Mediale Strategien der Kunst
Grade
1,3
Author
Bachelor of Arts Ron Scheer (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V89257
ISBN (eBook)
9783638026352
Language
German
Tags
Mediale Strategie Avantgarde Mediale Strategien Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Ron Scheer (Author), 2005, Mediale Strategie der Avantgarde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89257
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