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Bedingungen für Generalisierte Reziprozität - Kultur des Teilens (von Wissen)

Title: Bedingungen für Generalisierte Reziprozität - Kultur des Teilens (von Wissen)

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Dehmel (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit Ergebnissen aus der ethnologischen Forschung zum Thema Tauschbeziehungen und welche Schlussfolgerungen man aus ihnen für das Wissensmanagement ableiten kann. Das Erkenntnisinteresse liegt in der Frage, welche Voraussetzungen den Wissensaustausch begünstigen. Eine Frage die sich anschließt, ist die, welche Vor- und Nachteile verschiedene Formen von Tauschbeziehung in Bezug auf den Austausch von Wissen haben und wie Wissensaustausch optimaler Weise stattfinden kann oder sollte.
Die Untersuchung beginnt mit der Erörterung der Bedeutung von Vertrauen für jede Form von sozialer Handlung. Verschiedene Merkmale unterschiedlicher Tauschformen und Tauschbeziehungen werden dargestellt. Diese werden durch die Erläuterung einiger Besonderheiten des individuellen Tauschverhaltens im Markt ergänzt. Anschließend werden daraus mehrere Implikationen für den Wissensaustausch abgeleitet. Diese Ergebnisse sollen in den folgenden Abschnitten durch Beispiele aus Unternehmen verdeutlicht werden. Am abschließenden Beispiel des Kula Handels soll noch einmal die wechselseitige Bedeutung zwischen sozialen und ökonomischen Interessen bei Tauschbeziehungen veranschaulicht werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vertrauen

2.1 Ur-Vertrauen

2.2 Interpersonelles Vertrauen

2.3 Vertrauen in geschlossenen Gruppen

3. Tauschbeziehungen

3.1 Grundsätzliche Formen des Warentausches

3.2 Das Kontinuum der Reziprozität

3.2.1 Generalisierte Reziprozität

3.2.2 Ausgeglichene Reziprozität

3.2.3 Negative Reziprozität

4. Individuelles Tauschverhalten im Markt

4.1 Unpersönliche versus persönliche Tauschgeschäfte

4.2 Güter und Geschäftsdurchführung

5. Implikation für den Wissensaustausch

6. Wissensaustausch in Unternehmen

6.1 Offenheit und Vertrauen

6.2 Anreizsysteme und Kooperation

7. Der Kula Handel

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis ethnologischer Erkenntnisse über Tauschbeziehungen, welche Voraussetzungen und sozialen Bedingungen den effektiven Wissensaustausch in Organisationen begünstigen.

  • Bedeutung von Vertrauen als Grundlage für sozialen Austausch
  • Klassifizierung von Tauschbeziehungen im Kontinuum der Reziprozität
  • Einfluss von Marktbedingungen und Anreizsystemen auf das Tauschverhalten
  • Analyse des Wissensaustausches durch Praxisbeispiele aus der Unternehmenskultur
  • Vergleich von sozialen und ökonomischen Faktoren in Austauschprozessen

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Generalisierte Reziprozität

Die generalisierte Reziprozität bildet das solidarische oder altruistische Extrem, man könnte auch von „schwacher“ Reziprozität sprechen.

Gegeben wird meist nur von einer Seite, eine direkte Rückgabe in Form von materiellen Tauschgütern wird nicht erwartet, ist sogar in manchen Fällen unerwünscht oder gar verpönt. Gastfreundschaft, Geschenke, Großzügigkeiten oder Verwandschaftspflichten sind einige typische Beispiele.

Wenn etwas zurückgegeben wird dann meist in anderer Form z.B. Hilfe beim Hausbau oder Umzug, aber auch nur wenn es nötig ist und für den Geber gerade möglich. Eine direkte Rückgabe eines Tauschgutes wird es in der Praxis entweder sofort oder nie geben. Das ist aber auch nicht nötig, da der soziale Austausch im Vordergrund steht und über ihn auch der materielle Fluss von Tauschgütern erhalten wird (Sahlins 1972: 193, 194).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, die Tauschbeziehungen der Ethnologie auf das Wissensmanagement zu übertragen und die Bedingungen erfolgreichen Wissensaustausches zu analysieren.

2. Vertrauen: Das Kapitel erläutert, wie sich Vertrauen vom Ur-Vertrauen im Kindesalter bis hin zu komplexen Vertrauensverhältnissen in geschlossenen Gemeinschaften entwickelt.

3. Tauschbeziehungen: Hier werden idealtypische Tauschformen (generalisiert, ausgeglichen, negativ) entlang eines Kontinuums dargestellt, die als theoretische Grundlage für die nachfolgenden Analysen dienen.

4. Individuelles Tauschverhalten im Markt: Der Autor untersucht, wie soziale Beziehungen und Informationsqualität bei unpersönlichen sowie persönlichen Markttransaktionen das Handelsrisiko beeinflussen.

5. Implikation für den Wissensaustausch: Dieses Kapitel leitet aus den theoretischen Tauschkonzepten ab, dass Wissensaustausch besonders effektiv ist, wenn die Beziehungen zwischen den Akteuren zwischen generalisierter und ausgeglichener Reziprozität liegen.

6. Wissensaustausch in Unternehmen: Durch Fallbeispiele bei Hewlett-Packard und Anwaltskanzleien wird gezeigt, wie Unternehmenskultur, Offenheit und gezielte Anreizsysteme den Wissenstransfer steuern.

7. Der Kula Handel: Das Beispiel des Kula-Systems in Neu-Guinea veranschaulicht, wie durch komplexe rituelle Austauschprozesse und soziale Bindungen der Wissensfluss in einer Gemeinschaft aufrechterhalten wird.

8. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass die Kopplung ökonomischer und sozialer Faktoren sowie langfristige persönliche Kontakte entscheidend für den erfolgreichen Austausch komplexer Güter wie Wissen sind.

Schlüsselwörter

Wissensmanagement, Reziprozität, Vertrauen, Tauschbeziehungen, Wissensaustausch, Unternehmenskultur, Soziales Kapital, Ethnologie, Anreizsysteme, Soziale Netzwerke, Kula Handel, Marktverhalten, Transaktionskosten, Kooperation, Wissenstransfer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ethnologischen Grundlagen von Tauschbeziehungen und überträgt diese Erkenntnisse auf das moderne Wissensmanagement, um zu verstehen, wie Wissensaustausch in Organisationen optimal gefördert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Vertrauen, die verschiedenen Formen von Reziprozität (generalisiert, ausgeglichen, negativ), individuelles Tauschverhalten unter Marktbedingungen und die Bedeutung von sozialer Bindung für den Wissenstransfer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Voraussetzungen zu identifizieren, die den Wissensaustausch begünstigen, sowie die Vor- und Nachteile verschiedener Tauschformen hinsichtlich der Wissensweitergabe zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse ethnologischer Konzepte des Tausches, die durch praxisorientierte Fallbeispiele aus der Unternehmenskultur (z.B. Hewlett-Packard, Anwaltskanzleien) und anthropologische Beispiele (Kula Handel) untermauert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Vertrauen und Tauschtypen gelegt, dann die Marktbedingungen analysiert und schließlich Implikationen für den Wissensaustausch in Unternehmen mittels konkreter Fallstudien abgeleitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Wissensmanagement, Reziprozität, Vertrauen, soziale Netzwerke, Unternehmenskultur, Wissensaustausch, Kooperation und Transaktionskosten.

Warum ist das Vertrauensverhältnis bei den Diamantenhändlern für das Thema wichtig?

Das Beispiel der Diamantenhändler zeigt, wie engmaschige soziale Gemeinschaften Vertrauen aufbauen können, das so stark ist, dass geschäftliche Transaktionen fast ausschließlich auf mündlicher Basis und Handschlag erfolgen, was wiederum Parallelen zum Schutz vor Wissensmissbrauch aufweist.

Welche Rolle spielt der Kula Handel für das Verständnis von Wissensaustausch?

Der Kula Handel dient als Modell für ein komplexes System, in dem ökonomische und soziale Interessen durch rituelle Praktiken verknüpft sind, was verdeutlicht, dass Wissen oft innerhalb langfristiger, persönlich geprägter Beziehungen weitergegeben wird.

Wie unterscheidet sich "thin trust" von "thick trust" im Unternehmen?

Laut der Studie bezieht sich "thick trust" auf starke Vertrauensbindungen in kleinen Arbeitsgruppen, während "thin trust" ein allgemeines Vertrauen in Kollegen innerhalb des gesamten Unternehmens beschreibt, das z.B. durch eine offene Unternehmenskultur gefördert wird.

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Details

Title
Bedingungen für Generalisierte Reziprozität - Kultur des Teilens (von Wissen)
College
University of Trier  (Fachbereich IV)
Course
Ethnologie und Wissensmanagement
Grade
1,0
Author
Christian Dehmel (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V8926
ISBN (eBook)
9783638157629
Language
German
Tags
wissensmanagement reziprozität kula handel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Dehmel (Author), 2002, Bedingungen für Generalisierte Reziprozität - Kultur des Teilens (von Wissen), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8926
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