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Meinungsführer in der Mediengesellschaft

Eine Untersuchung der Meinungsführer in Klaus Mertens Beschreibung einer ausdifferenzierten Mediengesellschaft

Title: Meinungsführer in der Mediengesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Udo Michel (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Der Begriff der Mediengesellschaft beschreibt, in stark simplifizierter Form, moderne Gesellschaften, in welchen die Kommunikation über Medien, die „über technische Hilfsmittel realisierte Bedeutungsvermittlung“ (Saxer 1998: 53), alle Bereiche gesellschaftlichen Lebens durchdringt und die Wahrnehmung der Wirklichkeit signifikant beeinflusst. Der Münsteraner Professor für empirische Kommunikationsforschung Klaus Merten, suggeriert mit dem Titel seiner 2005 veröffentlichten Arbeit Zur Ausdifferenzierung der Mediengesellschaft, eine Beschreibung der Veränderungen in dieser Gesellschaft. Dabei kommen jedoch Erläuterungen des damit einhergehenden sozialen Wandels zu kurz. Statt dessen konzentriert sich Mertens Arbeit auf die mediale Wirklichkeitskonstruktion und die gegenseitige Austauschbarkeit von Fakten und Fiktionen, welche als Indikator für Mediengesellschaften festgestellt werden. Die Darstellung gesellschaftlicher Entwicklungen wird jedoch lediglich auf ein verändertes Rezeptionsverhalten reduziert: Der Rezipient sucht nicht mehr nach der authentischen Widergabe von Wirklichkeit, sondern orientiert sich an den Konsequenzen der medialen Beobachtung und v.a. an der Beobachtung anderer Rezipienten. In diesem Kontext wird die Orientierung an Meinungsführern als ein Aspekt der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung genannt.
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Meinungsführers und wie dieser in Klaus Mertens Skizze einer ausdifferenzierten Mediengesellschaft an Relevanz gewinnt. Zu diesem Zweck wird zunächst erläutert, wie Merten aus der Kritik an der von Paul Lazarsfeld, Bernard Berelson und Hazel Gaudet entdeckten Figur heraus, dieses Konzept weiterentwickelt und zu dem Meinungsführer gelangt, welchen er in seiner Arbeit (Merten 2005) beschreibt. Anhand verschiedener praktischer Beispiele, soll dieses Konzept dann kritisch diskutiert werden. Das Ziel der Arbeit ist es, die Rolle des Meinungsführers, wie er von Merten dargestellt wird, kritisch zu beleuchten und dabei zu eruieren, welche Relevanz er in einer ausdifferenzierten Mediengesellschaft hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konzepte der Meinungsführerschaft

2.1 Meinungsführerschaft und das Zweistufenkonzept

2.1.1 Merten: Die Ausdifferenzierung der Mediengesellschaft

2.1.2 Das Zweistufenkonzept und der Meinungsführer

2.1.3 Kritik

2.2 Reale und virtuelle Meinungsführer

2.2.1 Soziale Netzwerke und sozialer Wandel

2.2.2 Virtuelle Meinungsführer

2.2.3 Zusammenfassung der Entwicklung

3. Diskussion der Praxis

3.1 Talkshows

3.2 Interaktive Kommunikation und das Internet

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Meinungsführers und dessen Bedeutung innerhalb von Klaus Mertens Modell einer ausdifferenzierten Mediengesellschaft. Dabei wird analysiert, wie Merten das klassische Zweistufenflusskonzept auf Basis theoretischer Kritik weiterentwickelt hat, um die Rolle prominenter und virtueller Akteure als Orientierungsinstanzen in einer medial geprägten Wirklichkeit zu erklären.

  • Transformation des klassischen Zweistufenflusskonzepts nach Lazarsfeld
  • Konzeptualisierung des "virtuellen Meinungsführers" bei Klaus Merten
  • Die Rolle der medialen Wirklichkeitskonstruktion und gesellschaftlicher Ausdifferenzierung
  • Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen in modernen Diskursformaten (Talkshows)
  • Potenziale und Grenzen interaktiver Kommunikation im Internet

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Merten: Die Ausdifferenzierung der Mediengesellschaft

Der Wandel, hin zu einer etablierten Mediengesellschaft, ist in Klaus Mertens Beschreibungen durch verschiedene Substitutionsprozesse gekennzeichnet und beginnt mit der gegenseitigen Austauschbarkeit von Fakten und Fiktionen (Merten 2005: 24). Da jedes soziale Handeln als kommunikatives Handeln abgebildet werden kann, können diese Abbildungen das eigentliche Handeln substituieren. Dabei verschmelzen „reale und fiktionale“ Wirklichkeit in der Form, dass sich eine neue, „aktuelle“ Wirklichkeit konstituiert (Merten 2005: 25). Durch dieses Prinzip nehmen die Medien eine generalisierende Stellvertreterfunktion an, in welcher sie das tendenziell steigende Informationsangebot nach Relevanz filtern. So entsteht nach Merten die Wirklichkeitskonstruktion der Medien, welche die Aufgabe der Orientierungsfunktion übernimmt: Was nicht in den Medien ist, kann nicht relevant sein. (Merten 2005: 25)

Die markanteste Veränderung dieser Neuordnung ist jedoch in der Verifizierbarkeit von Wahrheit bzw. der Behandlung des Wahrheitsbegriffs zu finden (Merten 2005: 27). Das Fehlen einer prüfbaren Wirklichkeit hat eine zwangsweise Substitution der Wahrheit durch Konsens zur Folge. Laut Merten steht der Rezipient diesem Prozess jedoch nicht hilflos gegenüber, sondern ist sich dieser Verschiebung durchaus bewusst und reagiert hierauf durch eigene Orientierungshandlungen. Die Wirklichkeitsentwürfe werden vom Rezipienten vorzugsweise durch eine Beobachtung zweiter Ordnung, also seiner Beobachtung von Reaktionen auf mediale Handlungen, ersetzt (Merten 2005: 28). Demnach stellen nicht die Abbildungen von Wirklichkeit die Orientierungsgrundlage, sondern die Konsequenzen, welche aus der kommunizierten Wirklichkeit resultieren. Somit erfüllen v.a. metamediale Phänomene die Orientierungsfunktion, einerseits durch „informationsraffende Indices“ (Rankings, Abstracts, Prognosen, etc.), andererseits durch die Interpretation von Informationen, z.B. in Form von kommunizierten Meinungen und Erfahrungen anderer, zumeist prominenter Rezipienten (Merten 2005: 29), welche Merten in den Rang von Meinungsführern stellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Mediengesellschaft ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, das Konzept des Meinungsführers kritisch im Kontext von Klaus Mertens Thesen zu hinterfragen.

2. Konzepte der Meinungsführerschaft: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen, beginnend beim historischen Zweistufenflusskonzept, und stellt Mertens Weiterentwicklung zum Modell des Mehrstufenflusses sowie die Bedeutung virtueller Meinungsführer gegenüber.

3. Diskussion der Praxis: Hier wird das Konzept an konkreten Beispielen wie Talkshows und internetbasierten Kommunikationsformaten geprüft, um die praktische Relevanz der theoretischen Annahmen zu verifizieren.

4. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und kritisiert die begrenzte empirische Fundierung des sozialen Strukturwandels in Mertens Ausführungen.

Schlüsselwörter

Mediengesellschaft, Meinungsführer, Zweistufenflusskonzept, Wirklichkeitskonstruktion, Mediatisierung, virtueller Meinungsführer, Informationsfluss, Kommunikation, Talkshows, Internet, soziale Netzwerke, Gatekeeper, Wirklichkeitsmanagement, Orientierungsfunktion, Medienwirkung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theoretische Figur des Meinungsführers und deren Transformation von einer realen Person hin zu einer virtuellen Referenzinstanz innerhalb der von Klaus Merten beschriebenen ausdifferenzierten Mediengesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die mediale Konstruktion von Wirklichkeit, der Wandel von Rezeptionsverhalten, die Rolle von Prominenz in Medienformaten sowie die Auswirkungen gesellschaftlicher Prozesse wie Urbanisierung und Mediatisierung auf die Kommunikation.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Beleuchtung der Rolle des "virtuellen Meinungsführers", wie er bei Klaus Merten definiert wird, und die Prüfung, ob dieses Konzept tatsächlich einen sozialen Strukturwandel adäquat beschreiben kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der das Konzept des Meinungsführers durch den Vergleich klassischer Modelle (Lazarsfeld) mit aktuellen Thesen (Merten) und anschließende Diskussion an Praxisbeispielen (Talkshows, Internet) kritisch hinterfragt wird.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konzepte der Meinungsführerschaft inklusive einer fundierten Kritik und einer anschließenden diskursiven Betrachtung der Praxis, wobei insbesondere die Rolle von Talkshows und interaktiver Netzkommunikation untersucht wird.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am treffendsten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Mediengesellschaft, Meinungsführer, Wirklichkeitskonstruktion, Mediatisierung und Mehrstufenflusskonzept geprägt.

Warum spielt das Konzept der "Wirklichkeitskonstruktion" eine so zentrale Rolle für Klaus Merten?

Merten geht davon aus, dass Medien nicht einfach die Realität abbilden, sondern diese konstruieren. Da eine objektive Wahrheit in einer ausdifferenzierten Gesellschaft zunehmend durch Konsens ersetzt wird, fungieren Medien und prominente Akteure als notwendige Orientierungsinstanzen für das Publikum.

Wie unterscheidet sich der virtuelle Meinungsführer vom klassischen Meinungsführer nach Lazarsfeld?

Der klassische Meinungsführer ist eine reale Person in einem sozialen Umfeld, zu der eine direkte zwischenmenschliche Beziehung besteht. Der virtuelle Meinungsführer hingegen zeichnet sich durch räumliche Distanz aus und beeinflusst Rezipienten primär durch seine mediale Inszenierung und Prominenz, ohne dass ein direkter Kontakt möglich wäre.

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Details

Title
Meinungsführer in der Mediengesellschaft
Subtitle
Eine Untersuchung der Meinungsführer in Klaus Mertens Beschreibung einer ausdifferenzierten Mediengesellschaft
College
Ruhr-University of Bochum
Grade
1,0
Author
Udo Michel (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V89270
ISBN (eBook)
9783638026376
ISBN (Book)
9783638924610
Language
German
Tags
Meinungsführer Mediengesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Udo Michel (Author), 2007, Meinungsführer in der Mediengesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89270
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