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Kulturspezifische Regeln für 'Gratulieren'

Anlässe für obligatorische und fakultative Gratulationen im Deutschen und ihre pragmatischen Implikationen

Titre: Kulturspezifische Regeln für 'Gratulieren'

Essai , 2005 , 8 Pages , Note: 1,6

Autor:in: Diplomgermanistin Dorothee Noras (Auteur)

Didactique de l'Allemand - L'allemand en tant que langue étrangère
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„Alles Gute zu Deinem heutigen Ehrentag“, ruft sie mir lachend zu. Auch sie feiert heute Geburtstag, deshalb reiche ich ihr routiniert meine Hand und erwidere: „Dir auch meine herzlichsten Glückwünsche.“ Dieses Paradebeispiel standardisierter Alltagskommunikation erleben wir häufig genug, um uns sprachlicher Routinen zu bedienen. Lüger definiert diese Formeln in „Routinen und Rituale“ als verfestigte, wiederholbare Prozeduren, die den Handelnden als fertige Problemlösungen zur Verfügung stehen. Die Verwendung solcher Routineformeln steht eng im Zusammenhang mit...
Das Deutsche kennt die verschiedenartigsten Gelegenheiten zur Übermittlung von Glückwünschen. Wie bereits benannt, ist der Geburtstag der wohl gängigste, bekannteste und häufigste Gratulationsgrund. Daneben existieren weniger bekannte und seltenere Anlässe

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Routineformeln und Rituale

2.2 Gratulationsanlässe im Deutschen

2.3 Sprechhandlungstheoretische Grundlagen

2.4 Kontrastiver Blick auf das Italienische

3. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die pragmatischen Implikationen von Gratulationen im Deutschen und Italienischen, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen obligatorischen und fakultativen Anlässen sowie die Einordnung als performative Sprechakte im Vordergrund stehen.

  • Definition und Funktion von sprachlichen Routinen und Ritualen
  • Systematik der Gratulationsanlässe im deutschen Sprachgebrauch
  • Sprechhandlungstheoretische Analyse am Beispiel von Examen
  • Vergleich mit italienischen Gratulationsformen und kulturellen Besonderheiten

Auszug aus dem Buch

Kulturspezifische Regeln für „Gratulieren“

„Alles Gute zu Deinem heutigen Ehrentag“, ruft sie mir lachend zu. Auch sie feiert heute Geburtstag, deshalb reiche ich ihr routiniert meine Hand und erwidere: „Dir auch meine herzlichsten Glückwünsche.“ Dieses Paradebeispiel standardisierter Alltagskommunikation erleben wir häufig genug, um uns sprachlicher Routinen zu bedienen. Lüger definiert diese Formeln in „Routinen und Rituale“ als verfestigte, wiederholbare Prozeduren, die den Handelnden als fertige Problemlösungen zur Verfügung stehen. Die Verwendung solcher Routineformeln steht eng im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Erwartungen in Bezug auf Angemessenheit, Höflichkeit, Situationsgebundenheit und sozialen Parametern und drückt die Beziehung der Kommunikationspartner untereinander aus.

In bestimmten Bereichen sind passende Routineformeln nicht nur Ausdruck von Höflichkeit, sondern sogar Pflicht. In diesen Fällen spricht man von Ritualisierungen oder Ritualen. Letztere sind definiert als ein sich bei bestimmten Anlässen wiederholender, stets gleichartiger Ablauf, festgelegtes Verhalten oder aber, nach Lüger, „Handlungen, die auf ein bestimmtes Ordnungs- und Wertesystem hinweisen und dessen Formeln sind“, womit Rituale eine Unterklasse der Routinen darstellen. Sie werden nach Coulmas eingesetzt, um Gespräche zu strukturieren und dienen als strategische Signale in Konversationen, z. B. in Form von Begrüßungs- und Verabschiedungs-, Anrede- und Höflichkeits-, sogenannten diskursiven sowie Glückwunsch-, Beileids-, Dankes- und Bittformeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der sprachlichen Routinen am Beispiel einer alltäglichen Geburtstagsgratulation.

2. Theoretischer Rahmen: Umfassende Darstellung von Routineformeln, der Abgrenzung zu Ritualen und der Anwendung sprechhandlungstheoretischer Modelle auf Glückwunschformeln.

3. Fazit: Reflexion über die Bedeutung von Gratulationen als behabitive Sprechakte, die den sozialen Alltag strukturieren und zwischenmenschliche Bindungen festigen.

Schlüsselwörter

Gratulation, Routineformel, Ritual, Sprechhandlung, Performativer Sprechakt, Pragmatik, Sprachvergleich, Höflichkeit, Alltagskommunikation, Sprechhandlungsfolge, Soziales Handeln, Italienisch, Deutsch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den kulturellen Regeln und pragmatischen Hintergründen beim Aussprechen von Glückwünschen im Deutschen und Italienischen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Routinen und Ritualen, die Einordnung der Gratulation als Sprechhandlung sowie der Vergleich deutscher und italienischer Konventionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die gesellschaftlichen Erwartungen und Sprechhandlungen zu analysieren, die hinter dem Gratulieren stehen, insbesondere bei einem bestandenen Examen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die Sprechhandlungstheorie nach Searle, Austin und Bühler, um Gratulationen als intentionale und zielgerichtete soziale Handlungen zu klassifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Anlässe für Glückwünsche – von obligatorischen wie dem Geburtstag bis zu fakultativen wie Beförderungen – und vergleicht diese mit italienischen Entsprechungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gratulation, Sprechakt, Pragmatik, Routineformel und interkulturelle Kommunikation geprägt.

Warum wird das Bestehen eines Examens als Beispiel gewählt?

Das Examen dient als anschauliches Beispiel für eine fakultative Gratulation, die spezielles Vorwissen (Präsupposition) und den Aufwand des Gegenübers voraussetzt.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem deutschen und italienischen Ausdruck beim Bestehen von Prüfungen?

Während das Deutsche eher allgemeine Glückwünsche nutzt, gibt es im Italienischen spezifische Formen wie „Congratulazioni“, die explizit auf die Bewältigung einer schwierigen Leistung rekurrieren.

Welche Rolle spielt das „Du“ in diesem Kontext?

Das „Du“ signalisiert den Vertrautheitsgrad der Gesprächspartner und ist ein zentraler Parameter für die Art und Weise der Gratulation innerhalb einer sozialen Beziehung.

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Résumé des informations

Titre
Kulturspezifische Regeln für 'Gratulieren'
Sous-titre
Anlässe für obligatorische und fakultative Gratulationen im Deutschen und ihre pragmatischen Implikationen
Université
University of Bamberg
Cours
Textphänomene
Note
1,6
Auteur
Diplomgermanistin Dorothee Noras (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
8
N° de catalogue
V89291
ISBN (ebook)
9783638037853
ISBN (Livre)
9783656613428
Langue
allemand
mots-clé
Kulturspezifische Regeln Gratulieren Textphänomene
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Diplomgermanistin Dorothee Noras (Auteur), 2005, Kulturspezifische Regeln für 'Gratulieren', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89291
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Extrait de  8  pages
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