Das Gleichgewicht zwischen jungen Heranwachsenden und der älteren Generation verändert sich zusehends. Die durchschnittliche Lebenserwartung erhöht sich ständig wodurch der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung wächst. Entsprechende Statistiken und Prognosen über die demographische Entwicklung der Gesamtbevölkerung belegen dies.
Während 2003 das Durchschnittsalter in Thüringen bei 43, 2 Jahren lag, soll es 2020 bereits einen Wert von 48, 3 Jahren erreicht haben, Tendenz steigend . Dieser Trend vollzieht sich weltweit, wobei jedoch zu Beachten ist, dass dies besonders in den westlichen Industrieländern oft mit einem Bevölkerungsrückgang einhergeht. Im Jahr 2030 wird voraussichtlich ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands 60 Jahre und älter sein. Bereits heute ist jeder dritte Deutsche über fünfzig. Aufgrund der höheren Lebenserwartung und der Weltkriege ist der Anteil der Frauen dabei höher als der der Männer.
Dieser Wandel lässt deutlich werden, dass die Senioren zu einer immer wichtigeren Zielgruppe für die Wirtschaft werden. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit für Unternehmen, diese Zielgruppe in ihren Eigenschaften und Besonderheiten zu identifizieren und eine intelligente Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse älterer Konsumenten vorzunehmen.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Einschätzung des Käuferverhaltens der Zielgruppe Senioren sowie den daraus erwachsenden Möglichkeiten für den Handel. Dabei werden die besonderen Anforderungen der Zielgruppe berücksichtigt und es wird auf Einflussmöglichkeiten seitens des Handels näher eingegangen. Anhand von Beispielen sollen die einzelnen Teilbereiche verdeutlicht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Abgrenzungskriterien des Seniorenmarktes
2.1 Überblick
2.2 Alter
2.3 Stellung im Familienlebenszyklus
2.4 Berufstätigkeit
3 Einschätzung der Konsumbedürfnisse des Marktsegments Senioren
4 Einflusskriterien des Käuferverhaltens durch den Handel
4.1 Seniorengerechte Ladengestaltung
4.1.1 Vermeidung von Gefahrenquellen
4.1.2 Lichtgestaltung
4.1.3 Waren- und Angebotspräsentation
4.1.4 Übersichtlichkeit und Orientierungsfreundlichkeit
4.2 Seniorengerechte Produkt- und Sortimentspolitik
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das veränderte Kaufverhalten älterer Menschen im Zuge des demografischen Wandels und untersucht, welche Potenziale sich daraus für den Handel ergeben. Ziel ist es, die spezifischen Anforderungen der "Generation 55+" zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Handelsunternehmen durch gezielte Anpassungen von Ladengestaltung, Sortiment und Service langfristig erfolgreich agieren können.
- Demografischer Wandel und Bedeutung des Seniorenmarktes
- Kriterien zur Segmentierung der Zielgruppe Senioren
- Anforderungen an eine seniorengerechte Ladengestaltung
- Strategien zur Produkt- und Sortimentsoptimierung
- Serviceleistungen als Wettbewerbsvorteil im Handel
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Vermeidung von Gefahrenquellen
Aufgrund ihrer nachlassenden Beweglichkeit und zunehmend verschlechterten Seh- und Hörfähigkeit verspüren viele ältere Menschen Unsicherheiten und Angst vor Unfällen. In der Einkaufstätte sind alle Hindernisse, die das Gehen erschweren oder zum Stolpern führen können somit potentielle Gefahrenquellen. Im Interesse des Handels, Senioren als treue Kunden zu sichern, gilt es daher, sowohl die objektiv erfahrbaren wie auch die subjektiv erlebbaren Gefahrenquellen zu vermeiden.
Um eine durchgängige Sicherheit zu gewährleisten, sollte im gesamten Verkaufsbereich auf Treppen, Stufen und sonstige Bodenerhebungen, soweit möglich, verzichtet werden. Potentielle „Stolperstellen“ sollten zudem besonders gut ausgeleuchtet und farblich signalisiert werden. Auf stark gemusterte oder dunkle Bodenbeläge sollte verzichtet werden, da sie wie Schatten wirken oder zu Irritationen führen können und von älteren Menschen als Änderung der Bodenbeschaffenheit interpretiert werden könnten.
Befragungen ergaben, dass speziell bei Beförderungssystemen wie Rolltreppen und Fahrstühlen Gefahrenquellen auftreten, die nur schwer zu beheben sind. Rolltreppen dürfen nicht zu schnell laufen, da Senioren aufgrund ihres nachlassenden Gleichgewichtsinns nicht immer schnell auf Veränderungen reagieren können. So besteht die Gefahr, den Tritt zu verpassen, ins Stolpern zu geraten oder durch Gedränge und Stau am Ende der Rolltreppe den Halt zu verlieren. Der Einsatz von Rolltrottoirs in der Einkaufstätte, mit welchen man sowohl die Person als auch den Einkaufswagen zeitgleich transportiert, bietet ebenso die Möglichkeit für Gefahrenquellen wie bspw. durch nicht optimale Haftung des Einkaufswagens und Rutschgefahr. Ältere Menschen tun sich oft mit Einkaufswagen und dessen Handling schwer, da besonders in Lebensmittelmärkten das Gewicht des Einkaufs und das des Einkaufswagens nur schwer zu handhaben sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die damit verbundene wachsende Bedeutung der Zielgruppe der Senioren für die Wirtschaft.
2 Abgrenzungskriterien des Seniorenmarktes: In diesem Kapitel werden Kriterien wie das chronologische Alter, die Stellung im Familienlebenszyklus und die Berufstätigkeit zur Definition des Seniorenmarktes erläutert.
3 Einschätzung der Konsumbedürfnisse des Marktsegments Senioren: Hier wird der Bedarf an einer gezielten Ausrichtung von Marketing- und Vertriebsstrategien auf die spezifischen Konsumwünsche älterer Menschen hervorgehoben.
4 Einflusskriterien des Käuferverhaltens durch den Handel: Dieses Kapitel behandelt konkrete Maßnahmen der Ladengestaltung sowie der Produkt- und Sortimentspolitik, um den Einkauf für Senioren sicherer und attraktiver zu gestalten.
5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Notwendigkeit zusammen, dass sich der Handel durch optimierte Angebote auf die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft einstellen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Schlüsselwörter
Seniorenmarkt, Generation 55+, Demografischer Wandel, Kaufverhalten, Ladengestaltung, Produktpolitik, Sortimentspolitik, Kundenorientierung, Handelsmarketing, Lebensqualität, Kaufkraft, Serviceleistungen, Barrierefreiheit, Konsumgüter, Zielgruppenmarketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der steigenden Bedeutung der Senioren als Zielgruppe für den Einzelhandel vor dem Hintergrund des demografischen Wandels.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition des Seniorenmarktes, die Analyse der Konsumbedürfnisse sowie praktische Anpassungsmaßnahmen im Handel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Möglichkeiten für Handelsunternehmen aufzuzeigen, wie sie ihre Verkaufsräume und ihr Sortiment an die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen anpassen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Statistiken und Studien zur demografischen Entwicklung und zum Kaufverhalten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Abgrenzung der Zielgruppe sowie in die Analyse von Einflussfaktoren auf das Käuferverhalten, inklusive konkreter Ansätze zur Ladengestaltung und Sortimentspolitik.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Seniorenmarkt, demografischer Wandel, Kundenorientierung und seniorengerechter Handel geprägt.
Warum spielt die Lichtgestaltung eine Rolle für Senioren?
Da sich das Sehvermögen im Alter verändert und die Hell-Dunkel-Adaption verlangsamt ist, können Blendeffekte und unzureichende Kontraste die Orientierung im Laden erschweren.
Inwiefern beeinflusst das Modell des Familienlebenszyklus die Kaufentscheidungen?
Das Modell hilft zu verstehen, in welcher Lebensphase sich Senioren befinden (z.B. Empty Nest), was maßgeblichen Einfluss auf das verfügbare Budget und die Art der konsumierten Produkte hat.
Welches Beispiel wird für eine erfolgreiche Produktstrategie genannt?
Die Marke "Nivea Vital" von Beiersdorf dient als Beispiel, wie Produkte für die reife Haut modern vermarktet werden können, ohne als "alt" abgestempelt zu werden.
Welche Rolle spielen Serviceleistungen für diese Zielgruppe?
Serviceleistungen wie Lieferservices oder spezielle Beratungsangebote werden als entscheidend für die Kundenzufriedenheit und Bindung an eine Einkaufsstätte wahrgenommen.
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- Katja Reinhold (Author), 2006, Der Seniorenmarkt - Zielgruppe für den Handel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89302