Im Rahmen der Vorlesung „Managed Care“ wurde diese Hausarbeit, mit dem Titel „Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung von DRG’s“ angefertigt. Anlass der Themenwahl war das aktive Miterleben der Einführung von Diagnosis Related Groups an einem Kasseler Belagarzt-Krankenhaus. In dieser Hausarbeit wird sich auf den Krankenhausstandort Deutschland beschränkt. Die Bundesregierung hat im Rahmen der „Gesundheitsreform 2000“ beschlossen, mehr Transparenz in das Gesundheitswesen zu bringen. Für die teilstationäre und stationäre Krankenhausabrechnung wurde ein neues, auf Fallpauschalen basierendes,
Vergütungssystem, die „Diagnosis Related Groups“, eingeführt. Ab 2001 wurden
die DRG‘s in ‚Versuchskrankenhäuser‘ getestet. Die zunächst freiwillige Teilnahme
wurde im Jahr 2004 verpflichtend.1 Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Krankheitsfälle überwiegend mit Basispflegesätzen (Tagespflegesätze), wenigen Fallpauschalen, sowie Sonderentgelten abgerechnet. Diese Tagespflegesätze wurden pro Behandlungstag abgerechnet.2 Diese Hausarbeit gibt einen Überblick über das Krankenhausmanagement. Nach Erläuterung der Krankenhausfinanzierung, der Grundlage für das Krankenhausmanagement, erfolgt die Beschreibung der DRG’s. Im vierten Kapitel wird das Krankenhausmanagement (KHM) im Detail behandelt, welches den Kern dieser Hausarbeit bildet. Durch spezifische Krankenhauskennzahlen, die vorgestellt werden, kann ein Branchen- bzw. Periodenvergleich vorgenommen werden. Im Weiteren wird die Relevanz eines Risikomanagements im Krankenhaus (KH) aufgezeigt. Abschließend wird die DRG-Einführung kritisch betrachtet, sowie ein Vergleich mit dem amerikanischen Gesundheitssystem gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Krankenhausfinanzierung
2.1 Duale Krankenhausfinanzierung
2.2 Probleme der Finanzierung
2.3 Einfluss der Trägerschaften auf die Krankenhausfinanzierung
2.4 Vom Budget zum Basisfallwert
3 Abrechnung nach Fallpauschalen
3.1 Entstehung
3.2 DRG-Einführung in Deutschland
3.3 Grund der Einführung des AR-DRG-Systemes
3.4 DRG-System als neues Vergütungssystem für Krankenhausleistungen
3.5 Einschränkungen
3.6 Kriterien & Ermittlung für die Wahl der DRG
3.7 Der G-DRG-Fallpauschalenkatalog
3.8 DRG als Grundlage der Rechnungserstellung für einen Krankenhausfall
4 Krankenhausmanagement
4.1 Kostenträgerrechnung
4.2 Case-Management
4.2.1 Dokumentation/Verschlüsselung
4.2.2 Verweildauer
4.3 Bettenauslastung
4.4 Case-Mix
4.5 Case-Mix-Index
4.6 Risikomanagement im Krankenhaus
4.7 Weitere vom Krankenhausmanagement zu berücksichtigend Punkte
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung der Einführung von Diagnosis Related Groups (DRGs) in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, einen Überblick über die durch DRGs veränderten Vergütungsstrukturen, die damit verbundenen Herausforderungen für das Management sowie die Notwendigkeit effizienter Steuerungsinstrumente zu geben.
- Krankenhausfinanzierung und die Umstellung auf das DRG-System
- Methodik der DRG-Abrechnung und deren Einfluss auf die Krankenhausleistung
- Bedeutung von Kostenträgerrechnung, Case-Management und Risikomanagement
- Kennzahlensteuerung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit
- Kritische Würdigung der Auswirkungen auf die Patientenversorgung
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Dokumentation und Verschlüsselung der DRG’s
Die Dokumentation und Verschlüsselung ist einer der wichtigsten Bereiche des Case-Managements. Sie dienen als Grundlage der späteren Rechnungsstellung und sind Weichen stellend für die Eingruppierung des Falles in eine DRG und des damit einhergehenden Fallkostengewichtes.
Um zu verdeutlichen, wie wichtig eine ausführliche Dokumentation, insbesondere die Dateneingabe in die KIS ist, wurden die Daten des Fallbeispiel (siehe Anhang) in den Online-Grouper der Universität Münster eingegeben. Gibt man alle bekannten Diagnosen und Prozeduren in den Grouper ein, ermittelt dieser die DRG O60B mit einem Basiskostengewicht von 0,696. Bliebe die Diagnose des Diabetes Mellitus (O24.4) unberücksichtigt, wird ein Basiskostengewicht von 0,600 errechnet. Im Vergleich kommt man bei der Standardleistung ‚Entbindung‘ (O80) auf ein Basiskostengewicht von 0,525.
Nicht oder falsch dokumentierte Leistungen, bleibt man bei diesem Fallbeispiel, machen in der Abrechnung eine Differenz von ca. 480 € bzw. 32% aus. Wird die Dokumentation zeitnah in die Krankenhausinformationssoftware eingegeben, reduzieren sich die Dokumentationsmängel enorm, da der Fall dem Kodierpersonal mit allen Tücken noch präsent ist. Fehlende Dokumentationen werden durch die Krankenhausinformationssoftware automatisch angemahnt.
Nur zufällig wird eine mangelnde Dokumentation festgestellt. Denn mangelnde Dateneingabe wird nicht durch Plausibilitätsprüfung der KIS aufgezeigt. Anders wäre dies, wenn bei einer ‚Aufnahme zur Entbindung‘ ein Beinbruch als Hauptdiagnose in die KIS eingegeben wird. Diese falsche und nicht plausible Kodierung würde die automatische Generierung einer Fehlermeldung innerhalb der KIS mit sich bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und erläutert den Anlass sowie die Zielsetzung der Hausarbeit im Kontext der Gesundheitsreform 2000 und der DRG-Einführung.
2 Krankenhausfinanzierung: Dieses Kapitel erläutert das duale System der Krankenhausfinanzierung, die verschiedenen Trägerschaften und die Problematik der Finanzierung unter veränderten Rahmenbedingungen.
3 Abrechnung nach Fallpauschalen: Hier wird die Historie und der Aufbau des DRG-Systems in Deutschland sowie die Kriterien für die Zuordnung und Abrechnung von Krankenhausfällen beschrieben.
4 Krankenhausmanagement: Der Hauptteil beleuchtet notwendige Managementinstrumente wie Kostenträgerrechnung, Case-Management, Kennzahlen zur Bettenauslastung und die Relevanz eines Risikomanagements.
5 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Auswirkungen der DRG-Einführung kritisch zusammen und vergleicht das System mit internationalen Ansätzen sowie alternativen Versorgungsmodellen wie dem Patientenhotel.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, DRG, Fallpauschalen, Krankenhausfinanzierung, Kostenträgerrechnung, Case-Management, Verweildauer, Bettenauslastung, Case-Mix, Risikomanagement, Gesundheitsreform, Vergütungssystem, Patientenwohl, Krankenhausinformationssoftware, Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den ökonomischen und organisatorischen Veränderungen im deutschen Krankenhaussektor, die durch die Einführung eines fallpauschalenbasierten Vergütungssystems (DRG) ausgelöst wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Krankenhausfinanzierung, der DRG-Systematik, dem internen Management zur Effizienzsteigerung und der Bedeutung der Qualitätssicherung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über die Notwendigkeit und Anwendung moderner Managementinstrumente in Krankenhäusern unter dem Druck von DRG-Abrechnungen zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich von Abrechnungsdaten (Fallbeispiel) und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen in der Krankenhausführung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Instrumente wie die Kostenträgerrechnung, das Case-Management mit Dokumentationsanforderungen, das Risikomanagement und Kennzahlen zur Auslastungssteuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Krankenhausmanagement, DRG, Fallpauschalen, Kostenträgerrechnung, Case-Management und Risikomanagement sind die zentralen Begriffe.
Wie beeinflusst die Dokumentation die DRG-Abrechnung?
Die Qualität der Dokumentation in der Krankenhausinformationssoftware ist direkt ausschlaggebend für die korrekte Eingruppierung in eine DRG und damit für die Höhe des Erlöses; Fehler führen zu Mindererlösen oder rechtlichen Problemen.
Warum ist das Risikomanagement heute für Kliniken so wichtig?
Aufgrund verbindlicher Fallpauschalen können Kliniken ihre Preise nicht anpassen, wodurch Qualität und Effizienz zur zentralen Überlebensstrategie werden, um Risiken (z.B. Patientenmengenrisiko oder Haftungsrisiken) zu minimieren.
Welche Alternative wird als Lösungsansatz zur Verkürzung der Liegezeiten genannt?
Die Arbeit diskutiert das Konzept des Patientenhotels als "Mittelding" zwischen ambulanter und vollstationärer Versorgung, um bei Bedarf medizinische Hilfe verfügbar zu haben, ohne die Kosten einer 24-stündigen stationären Behandlung.
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- Jan Helge Textor (Autor), 2007, Krankenhausmanagement unter besonderer Berücksichtigung von DRGs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89462