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Besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb

Stand der Forschung und aktuelle LRS-Erlass-Lage in Niedersachsen

Title: Besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb

Term Paper , 2007 , 42 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Annika Singelmann (Author)

Didactics - German Studies
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„Die Vermittlung der Fähigkeit, Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen oder Rechtschreiben zu fördern, gehört zu den Aufgaben der Lehrerbildung in allen Phasen. Dazu gehören, besonders für die an Grundschulen tätigen Lehrkräfte, die Ausbildung in der Didaktik und Methodik des Erstlese- und Erstschreibunterrichts, die Diagnosefähigkeit, die Ableitung von Förderschwerpunkten und die Erarbeitung von Förderplänen.“

Diese Empfehlung findet sich in den „Grundsätzen zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben“ (2003) der ständigen Kultusministerkonferenz (KMK). Damit ist jedoch noch nicht gewährleistet, dass die Universitäten oder auch Schulen spezielle Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrkräfte sichern. Gerade auch im Hinblick auf die erst kürzlich erfolgten Neuregelungen in den Grundsätzen, Erlassen und anderen Richtlinien im Bereich der Förderung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und der Individualisierung und Differenzierung der Lernentwicklung im Schriftspracherwerb.
Diese Arbeit möchte einen groben Überblick auf den aktuellem Stand der Forschung über die basalen Kenntnisse vermitteln, die Lehrkräfte für den Schriftspracherwerb und für Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten erwerben müssen und die derzeitige LRS-Erlass-Lage beleuchten, die die Richtlinien für die Umsetzung im Unterricht vorgibt. Hierzu werden zunächst Teilprozesse und die zu erwerbenden Kompetenzen des Schriftspracherwerbs dargestellt, um im Nachfolgenden auf die besonderen Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb mit ihren Erscheinungsformen, Ursachen und Diagnostik- und Fördermaßnahmen eingehen zu können. Dabei verzichtet diese Arbeit weitestgehend auf praktische, methodische Anweisungen, Beispiele und Materialien für die Umsetzung im Unterricht. Sie fokussiert im Besonderen den Ersterwerb bzw. Erstunterricht in der Grundschulzeit, liefert aber Aspekte für die weiterführenden Jahrgangsstufen. Sonderpädagogische Förderung soll unberücksichtigt bleiben. Im Anschluss soll die derzeitige LRS-Erlass-Lage unter Berücksichtigung weiterer relevanter Grundsätze, Erlasse und Richtlinien untersucht werden. Der Darstellungsteil lehnt sich im Schwerpunkt an die ausführlich und anschaulich geschilderten Ausführungen von Klicpera/ Schabmann/ Gasteiger-Klicpera von 2007, da sie auch den Stand der Forschung der letzten Jahre berücksichtigen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Schriftspracherwerb

1.1 Vorläuferfertigkeiten beim Schriftspracherwerb

1.2 Stufenmodelle beim Schriftspracherwerb

1.3 Ergänzungen zur Entwicklung beim Lesenlernen

1.3.1 Kompetenzentwicklungsmodell von Klicpera/ Schabmann/ Gasteiger-Klicpera

1.3.2 Leseverständnis

1.4 Ergänzungen zur Entwicklung beim Schreibenlernen

1.4.1 Modell der Entwicklung des Rechtschreibenkönnens von May

1.4.2 Spezielle Kompetenzen beim Schreibenlernen

1.4.3 Schriftliches Ausdrucksvermögen

1.5 Bedeutung für den Unterricht

2. Besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben

2.1 Klassifikation nach ICD-10/ Diskrepanzdefinition

2.2 Erscheinungsformen

2.3 Ursachen

2.3.1 Biologische Faktoren

2.3.2 Mangelnde kognitive Lernvoraussetzungen

2.3.3 Soziale Ursachen

2.3.4 Psychologische Situation des Kindes

2.4 Prognose, Diagnostik und Förderung

3. Niedersächsischer LRS-Erlass von 2005

3.1 Dokumentation der individuellen Lernentwicklung

3.2 Niedersächsischer LRS-Erlass von 2005

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zum Schriftspracherwerb sowie zu den Besonderheiten von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und untersucht, inwiefern der niedersächsische LRS-Erlass von 2005 diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in die schulische Praxis integriert.

  • Grundlegende Prozesse und Stufen des Schriftspracherwerbs
  • Ursachen und Erscheinungsformen von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten
  • Diagnostik und Fördermaßnahmen im schulischen Kontext
  • Analyse und Bewertung des niedersächsischen LRS-Erlasses
  • Bedeutung der individuellen Lernentwicklung und Leistungsbewertung

Auszug aus dem Buch

1.1 Vorläuferfertigkeiten beim Schriftspracherwerb

Voraussetzung für den Schriftspracherwerb ist - neben der Einsicht in die Funktion, Struktur und Bedeutung der Schriftsprache bzw. der schriftsprachlichen Kommunikation - eine metalinguistische Bewusstheit. Etwa ab dem 5. Lebensjahr entwickeln Kinder die Fähigkeit, sprachliche Vorgänge zu reflektieren. Sprachliche Informationen können nun gezielt gesteuert und Strategien entwickelt werden. Man kann vier Subfertigkeiten unterscheiden, wobei die phonologische Bewusstheit besonders hervorzuheben ist, da sie einen besonderen Stellenwert beim Erwerb des Lesen und Schreibens einnimmt:

1. Wortbewusstheit: Die Einsicht, dass Wörter als Grundeinheit der Sprache anzusehen sind, wobei sich ein explizites Wissen erst beim Erlernen der Schriftsprache entwickelt.

2. Syntaktische Bewusstheit: Die Fähigkeit, die Struktur von Sätzen zu erkennen, diese umzustellen und zu bilden. Gerade Funktionswörter wie für oder jedoch werden im Vorschulalter und auch bis in die erste Schulklasse hinein nicht als Wörter von den Kindern erkannt.

3. Pragmatische Bewusstheit: Fähigkeit, auf die Verständlichkeit einer Mitteilung, auf die Beziehung zwischen Sätzen und auf die Struktur von ganzen Texten zu achten.

4. Phonologische Bewusstheit: Die Fähigkeit, die Segmente der Sprache zu erkennen. Wörter können in Silben und einzelne Phoneme segmentiert werden, dies führt zur Einsicht in die Phonem-Graphem-Korrespondenz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schriftspracherwerb: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, einschließlich der Vorläuferfertigkeiten und gängiger Stufenmodelle, erläutert.

2. Besondere Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben: Dieser Abschnitt behandelt die Erscheinungsformen, Ursachen sowie diagnostische Ansätze und Fördermaßnahmen bei LRS-Problematiken.

3. Niedersächsischer LRS-Erlass von 2005: Hier wird der spezifische Erlass auf seine Umsetzung wissenschaftlicher Standards und seine Auswirkungen auf die schulische Praxis untersucht.

4. Resümee: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung einer fundierten Lehrerausbildung sowie einer individualisierten Förderung.

Schlüsselwörter

Schriftspracherwerb, Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten, LRS, Phonologische Bewusstheit, Stufenmodell, Förderdiagnostik, Niedersächsischer LRS-Erlass, Individuelle Lernentwicklung, Leistungsbewertung, Schriftsprache, Rechtschreibstrategien, Prävention, Schulische Förderung, Kompetenzentwicklungsmodell, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Schriftspracherwerbs bei Kindern und den Herausforderungen, die bei Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten entstehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Lese- und Schreibkompetenzen, der Analyse von Schwierigkeiten und der Untersuchung der rechtlichen Vorgaben in Niedersachsen zur Förderung betroffener Kinder.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zu geben und zu prüfen, wie der niedersächsische LRS-Erlass diese Erkenntnisse in der schulischen Praxis umsetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Erlassen und Richtlinien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der Prozess des Schriftspracherwerbs, die Ursachen von LRS und die spezifischen Vorgaben des niedersächsischen Erlasses von 2005 detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Schriftspracherwerb, LRS, phonologische Bewusstheit, individuelle Lernentwicklung und Förderdiagnostik.

Warum wird im Erlass die Unterscheidung zwischen LRS und Legasthenie kritisiert?

Die Arbeit erläutert, dass die Unterscheidung nach der Diskrepanzdefinition wissenschaftlich umstritten ist, da sie das Problem zu sehr im Kind statt im Unterricht sucht und keine klaren Unterschiede im Lernprozess belegt sind.

Welche Rolle spielt die phonologische Bewusstheit in dieser Arbeit?

Die phonologische Bewusstheit wird als entscheidende Vorläuferfertigkeit identifiziert, deren Förderung eine wesentliche Voraussetzung für den erfolgreichen Erwerb der Schriftsprache ist.

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Details

Title
Besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb
Subtitle
Stand der Forschung und aktuelle LRS-Erlass-Lage in Niedersachsen
College
Technical University of Braunschweig  (Didaktik der deutschen Sprache und Literatur)
Course
Schriftspracherwerb
Grade
1,0
Author
Annika Singelmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
42
Catalog Number
V89475
ISBN (eBook)
9783638033435
ISBN (Book)
9783638930833
Language
German
Tags
Besondere Schwierigkeiten Schriftspracherwerb
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annika Singelmann (Author), 2007, Besondere Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89475
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