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Die Beurteilung von Augustus' Außen- und Expansionspolitik und ihre Darstellung in den „res gestae“

Titre: Die Beurteilung von Augustus' Außen- und Expansionspolitik und ihre Darstellung in den „res gestae“

Mémoire d'Examen Intermédiaire , 2004 , 34 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Stephan Röttgen (Auteur)

Histoire globale - Protohistoire, Antiquité
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In der Geschichtsschreibung wird Augustus als der erste römische Kaiser benannt, obwohl er sich selbst niemals als solcher gesehen hat. Als Oktavian (63 v. Chr.- 14 n. Chr.), dem Sieger des zweiten Bürgerkrieges und Adoptivsohn Caesars, im Jahre 27 v. Chr. der Ehrentitel Augustus verliehen wurde, war zwar die Republik praktisch am Ende, jedoch wurde Rom von da an nicht vom Kaiser Augustus, sondern vom Princeps Augustus regiert. Augustus bekleidete während seiner gesamten politischen Laufbahn lediglich republikanische Ämter und als Konsul war ihm immer, wie es die Verfassung vorsah, ein Amtskollege gleichgestellt. Das Amt der Diktatur wie auch das Konsulat auf Lebenszeit lehnte er ab, da er nicht mit dem Diktator Caesar in Verbindung gebracht werden wollte. Auch die staatliche Allgewalt, die ihm nach dem Bürgerkrieg zugefallen war, gab er vorschriftsmäßig im Jahr 27 v. Chr. an Senat und Volk zurück . Betrachtet man diese Ereignisse, stellt sich die Frage, wie der scheinbar republiktreue Augustus ohne offiziell die staatliche Allgewalt zu besitzen, diese jedoch auszuüben vermochte? Wie war es ihm möglich, seine Alleinherrschaft zu etablieren, ohne in den Ruf eines Diktators zu gelangen?

Anders formuliert, stellt sich hier die Frage nach der Legitimation des augusteischen Herrschaftssystems. Denn wenn er seinen Führungsanspruch nicht auf die ihm angebotenen Ämter zurückführen wollte, worauf dann?

Zur Beantwortung dieser Frage könnte man etliche Bücher über das Ende der römischen Republik heranziehen, in denen detailliert beschrieben wird, wie sich Augustus die republikanischen Institutionen gefügig machte, ohne sie jedoch zu zerstören und so zum Lenker eines Schattenregimes wurde. Da jedoch die Legitimation seiner Herrschaft im Vordergrund dieser Arbeit stehen soll, bietet sich die Selbstdarstellung des Princeps als Grundlage der Untersuchung an; die „res gestae“. Diese wurde nach dem Tod des Augustus auf zwei Bronzeplatten an dessen Mausoleum auf dem Marsfeld angebracht. Der erste Fund dieser Selbstbeschreibung des Augustus wurde jedoch 1555 im Romatempel in Ankara gemacht. Das Werk ist ideal für die Beantwortung der Fragestellung zu gebrauchen, da Augustus in diesem nicht nur sein politisches Wirken für die Nachwelt festhielt, sondern auch indirekt seine Herrschaft legitimieren wollte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

- Frage der Legitimation der augusteischen Herrschaft

- Vorstellung der „res gestae“ zur Untersuchung der Legitimationsfrage

- Ausarbeitung der Fragestellung

- Vorgehen zur Bearbeitung der Fragestellung

2. Der Sizilianische Krieg

- Situation nach Caesars Tod

· Gründung des 2. Triumvirats

· Interessenkonflikt zwischen Pompeius und Octavian

- Schilderung des sizilianischen Krieges

· Kampf gegen Pompeius

· Kampf gegen Lepidus

- Situation nach dem sizilianischen Krieg

· Octavian wird Herrscher des Westens

- Vergleich der Ereignisse mit der „res gestae“

· Krieg gegen Seeräuber oder Bürgerkrieg?

3. Der Ptolemäische Krieg

- Entstehung des ptolemäischen Krieges

· Situation des Antonius nach dem sizilianischen Krieg

· Propagandafeldzug gegen Antonius

· Der Bruch zwischen Octavian und Antonius

- Verlauf des ptolemäischen Krieges

- Vergleich der Ereignisse mit der „res gestae“

· Eroberung Ägyptens für Rom oder Bürgerkrieg?

· Verschweigen des Pompeius, Lepidus und Antonius in der „res geatae“

4. Ägypten, Arabien und Äthiopien

- „Kronprovinz“ Ägypten

· Status Ägyptens

· Der Fall Cornelius Gallus

- Der Arabien- und Äthiopienfeldzug

- Darstellung der Arabien- und Äthiopienfeldzüge in der „res gestae“

5. Der Kantabrische Krieg

- Situation nach dem ptolemäischen Krieg

· Machtsicherung des Augustus und „Wiederherstellung“ der „res publica“

· Verhältnis zwischen römischen Außen- und Innenpolitik

- Verlauf des kantabrischen Krieges

· Augustus Feldzug

· Agrippas Vorgehen zur Befriedung Spaniens

-Vergleich der Ereignisse mit der „res gestae“

· Feldherren unter Augustus Oberbefehl

· Das „imperium“ als Kriegsgrund

6. Der Konflikt mit den Parthern

- Die Entstehung des römisch - parthischen Konflikts

- Augustus Gründe für ein Vorgehen gegen die Parther

· Rächung der „Schmach von Carrhae“

· Roms Selbstverständnis

· Caesars geplanter Partherfeldzug als Vorbild für Augustus

· Sicherung der Ostprovinzen

- Augustus Vorgehen gegen die Parther

· Militärische oder diplomatische Lösung?

· Machtausbau in Galatien, Kappadokien und Pontos

- Streitfall Armenien

· Annexion Armeniens oder Gründung eines Klientelkönigtums?

· Die diplomatische Vereinbarung mit den Parthern und die Darstellung der römischen Ostpolitik in der „res gestae“

· „Kalter Krieg“ in Armenien

· Sieg über die Parther?

7. Die Machtsicherung und Eroberung im Westen

- Neuausrichtung der römischen Außenpolitik

- Die Befriedung Galliens und Errichtung der Rheingrenze

- Die Eroberung des Alpen und Donauraums

· Offensive oder defensive Expansion

- Die Germanienfeldzüge

· Die Drususfeldzüge: offensiv oder defensiv?

- Die Elblinie

- Beginnende Provinzbildung in Germanien

· Die Tiberiusfeldzüge: Machtfestigung in Germanien

· Kooperation und Umsiedlungspolitik

· Unruhen und Erneute Eroberung

- Verfall der römischen Herrschaft in Germanien

· Das Markomannenreich

· Der Pannonische Aufstand

· Die Varuskatastrophe

- Die Darstellung der Germanienpolitik in der „res gestae“

· Germanien oder „Provinz“ Germanien?

· Die Aufgabe Germaniens und Proklamation der Weltherrschaft

8. Schluss

- Definition des Prinzipats

· Die „potestas“

· Die „auctoritas“

· Unterscheidung zwischen Princeps und Kaiser

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Methoden, mit denen Augustus seine Alleinherrschaft in den „res gestae“ legitimierte, indem sie seine Außen- und Expansionspolitik kritisch mit historischen Ereignissen abgleicht und die propagandistische Selbstdarstellung des Princeps analysiert.

  • Legitimation der augusteischen Herrschaft durch die „res gestae“.
  • Gegenüberstellung von Augustus’ Selbstdarstellung und historischen Fakten.
  • Propagandastrategien bei Konflikten (Sizilien, Ägypten, Partherreich).
  • Expansionspolitik im Westen und die Rolle der Germanienfeldzüge.
  • Unterscheidung zwischen republikanischen Ämtern und dynastischer Macht.

Auszug aus dem Buch

3. Der Ptolemäische Krieg

Als Antonius im Jahr 36 v. Chr. von seinem erfolglosem Feldzug gegen die Parther zurückkehrte, musste er feststellen, dass sich die Machtverhältnisse im Reich gewendet hatten. Nach dem Sieg im sizilianischen Krieg war Oktavian der alleinige Herrscher des Westens und konnte sich durch die Sicherung der Getreidelieferungen von Sizilien und Afrika sowie durch einen Feldzug gegen barbarische Stämme in Illyrien als Beschützer Italiens darstellen.

Um nun die Position seines letzten Kontrahenten zu untergraben, startete Oktavian einen gut geplanten Propagandafeldzug. Nachdem er große Teile des römischen Adels durch Ämtervergabe an sich gebunden hatte, verkündete er öffentlich das Ende des Bürgerkrieges. Gleichzeitig bot er an, seine außerordentlichen Befugnisse als Triumvir niederzulegen, wenn Antonius das gleiche täte. Da sich dieser nun jedoch in einer defensiven Position befand, musste er Bedingungen zur Sicherung seiner Position an seine Machtniederlegung knüpfen, was Oktavian wiederum propagandistisch ausnutzen konnte. Die Macht des Antonius im Osten stützte sich zu einem großen Teil auf seine Bindung mit Kleopatra, der Königin Ägyptens, welche nicht nur auf politischem, sondern auch privatem Interesse basierte. Sich dessen bewusst, entsandte Oktavian 35 v. Chr. seine Schwester Oktavia zusammen mit 2000 Soldaten an Antonius, der diese für einen neuen Partherfeldzug nutzen sollte. Antonius akzeptierte zwar die Soldaten, schickte Oktavia aber zurück, da er sich einen Bruch mit Kleopatra nicht leisten konnte. Die Bindung seines Widersachers zu Kleopatra gab Oktavian noch weitere politische Angriffsfläche. Nach Antonius Sieg in Armenien feierte dieser einen Triumph in Alexandrien und brach so mit den römischen Traditionen. Doch trotz der Propagandamaschinerie Oktavians, war es Antonius 32 v. Chr. Möglich, seinen Kontrahenten auf der politischen Bühne zurückzudrängen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der augusteischen Herrschaftslegitimation ein und stellt die „res gestae“ als primäres Quellendokument für die Analyse vor.

2. Der Sizilianische Krieg: Das Kapitel analysiert den Machtkampf gegen Sextus Pompeius und Lepidus und zeigt auf, wie Augustus diese Konflikte in der „res gestae“ als reine „Säuberungsaktionen“ umdeutete.

3. Der Ptolemäische Krieg: Hier wird der Prozess der politischen Entmachtung des Antonius und die propagandistische Instrumentalisierung seiner Beziehung zu Kleopatra dargelegt.

4. Ägypten, Arabien und Äthiopien: Die Untersuchung befasst sich mit der Kontrolle über Ägypten und der Umschreibung gescheiterter oder problematischer Feldzüge, um Augustus’ Bild des „milden Herrschers“ zu wahren.

5. Der Kantabrische Krieg: In diesem Kapitel wird der langwierige Unterwerfungsprozess in Spanien unter Agrippa betrachtet und wie Augustus diesen militärischen Erfolg exklusiv für sich reklamierte.

6. Der Konflikt mit den Parthern: Die diplomatische Lösung mit den Parthern nach gescheiterten Invasionen wird hier analysiert, insbesondere die Stilisierung dieses Kompromisses zum militärischen Sieg.

7. Die Machtsicherung und Eroberung im Westen: Die Germanien- und Alpenfeldzüge stehen im Zentrum, wobei insbesondere die Varuskatastrophe und deren Auslassung in der Selbstdarstellung des Princeps kritisch beleuchtet werden.

8. Schluss: Der Schlussteil definiert die zentralen Begriffe „potestas“ und „auctoritas“ und fasst zusammen, wie Augustus durch diese Konzepte seine Alleinherrschaft in der republikanischen Tradition legitimierte.

Schlüsselwörter

Augustus, res gestae, Prinzipat, Herrschaftslegitimation, Römische Außenpolitik, Propaganda, Antonius, Agrippa, Tiberius, Parther, Germanien, Bürgerkrieg, auctoritas, potestas, Machtpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie Augustus in seiner Selbstdarstellung, den „res gestae“, seine tatsächliche Außen- und Expansionspolitik darstellt, um seine Herrschaft zu legitimieren.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bürgerkriegen, der Expansion in Spanien, den diplomatischen Verhandlungen mit den Parthern sowie der Eroberungspolitik in Germanien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es aufzudecken, wie Augustus historische Niederlagen oder schwierige politische Kompromisse durch geschickte Propaganda und bewusste Auslassungen in ein positives Licht rückte, um seinen Alleinherrschaftsanspruch zu stützen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt den Vergleich zwischen den offiziellen Aussagen in den „res gestae“ und dem heutigen historischen Wissensstand, gestützt auf Werke antiker Autoren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?

Diskutiert werden konkrete militärische und politische Konflikte, wie der Sizilianische Krieg, der Konflikt mit Antonius, die Feldzüge gegen die Parther und die Germanienpolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wesentliche Begriffe sind Herrschaftslegitimation, Propaganda, Prinzipat, auctoritas sowie die Transformation Roms von der Republik zum Kaiserreich.

Warum spielt die Person Agrippa eine wichtige Rolle in der Arbeit?

Agrippa wird als derjenige Feldherr identifiziert, der maßgeblich für den Erfolg in Spanien und Germanien verantwortlich war, während Augustus seine Erfolge in der „res gestae“ oft für sich selbst beanspruchte.

Wie erklärt die Arbeit den Umgang mit der „Schmach von Carrhae“?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Augustus den diplomatischen Austausch der Feldzeichen mit den Parthern als militärischen Triumph stilisierte, um die historische Niederlage des Crassus und des Antonius propagandistisch zu tilgen.

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Résumé des informations

Titre
Die Beurteilung von Augustus' Außen- und Expansionspolitik und ihre Darstellung in den „res gestae“
Université
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Note
1,3
Auteur
Stephan Röttgen (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
34
N° de catalogue
V89517
ISBN (ebook)
9783638035293
ISBN (Livre)
9783638931854
Langue
allemand
mots-clé
Beurteilung Augustus Außen- Expansionspolitik Darstellung
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Citation du texte
Stephan Röttgen (Auteur), 2004, Die Beurteilung von Augustus' Außen- und Expansionspolitik und ihre Darstellung in den „res gestae“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89517
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Extrait de  34  pages
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