Immer mehr Menschen werden in Deutschland Opfer von Gewalttaten. Besonders häufig trifft die zunehmende Gewaltbereitschaft Ausländer. Spektakuläre Verbrechen kommen insbesondere aus der rechtsradikalen Szene. Die Arbeit setzt sich mit dem Rechtsextremismus auseinander und sucht nach Lösungsansätzen.
Inhaltsverzeichnis
A. Ideologie des Rechtsextremismus als Motivation für Gewalt
B. Statistische Entwicklung mit erwiesener oder zu vermutender rechtsextremistischer Motivation
I. Gesamtübersicht über Gewalttaten mit erwiesener oder zu vermutender rechtsextremistischer Motivation
1. Darstellung der rechtsextremistischen Gewalttaten von 1980 bis 1992
2. Das Verhältnis von rechtsextremistischen zu linksextremistischen Gewalttaten
II. Verteilung der verübten Gewalttaten auf die Bundesländer
III. Die verschiedenen Delikte bei den verübten Gewalttaten
C. Die Täter
D. Ursachen und Gründe für das rechtsextremistische Verhalten Jugendlicher
I. Gesellschaftliche Probleme
II. Das Gruppenphänomen
III. Problematik der Arbeitslosigkeit
IV. Ist der Rechtsradikalismus eine Folge der Vereinigung
V. Keine Identifikation mit dem politischen System
E. Reaktion des Staates
F. Die Bedeutung möglicher rechtsstaatlicher Problemlösungen
II. Rechtliche Ansätze
1. Straf- und Polizeirecht
2. Verfassungsrechtliche Ansätze
II. Gesellschaftliche Ansätze - Demonstration in Form von Lichterketten
III. Politische Ansätze
IV. Ansätze der Medien
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Zunahme rechtsextremistisch motivierter Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland, analysiert die zugrunde liegenden gesellschaftlichen Ursachen sowie individuellen Motivationslagen Jugendlicher und evaluiert mögliche rechtsstaatliche, gesellschaftliche und mediale Lösungsstrategien.
- Analyse der rechtsextremen Ideologie als Gewaltgrundlage
- Statistische Auswertung der Gewaltentwicklung bis 1992
- Untersuchung sozioökonomischer Faktoren für die Radikalisierung Jugendlicher
- Kritische Betrachtung staatlicher Reaktionen und Strafpolitik
- Diskussion von Präventionsansätzen durch Zivilgesellschaft und Medien
Auszug aus dem Buch
A. Ideologie des Rechtsextremismus als Motivation für Gewalt
Die Gewalt, die von einer politischen Gruppierung ausgeht, ist oft eng mit der Ideologie dieser Gruppierung verbunden.
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es derzeit 81 rechtsextremistische Organisationen mit ca. 40.000 Mitgliedern. Obwohl dem deutschen Rechtsextremismus keine einheitliche Ideologie zugewiesen werden kann, lassen sich dennoch zwei Bereiche rechtsextremen Denkens, die allen Organisationen zu eigen sind, erkennen. Der erste Bereich enthält die Ideologie der Ungleichheit. Diese beinhaltet:
1. Übersteigerter Nationalismus in der Form, die eigene Nation als Elite zu sehen;
2. Eine rassistische Sichtweise, also die eigene kulturelle und moralische Überlegenheit für sich zu beanspruchen, um andere abzuwerten und als minderwertig anzusehen;
3. Ein totalitäres Normenverständnis in der Art, dass diejenigen, die nicht die Merkmale der eigenen Gruppe tragen, ausgegrenzt werden;
4. Das Recht des Stärkeren, weil erst durch diese "natürliche Auslese" ein gesundes Volk im Konkurrenzkampf mit anderen Völkern bestehen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Ideologie des Rechtsextremismus als Motivation für Gewalt: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Grundlagen des Rechtsextremismus, insbesondere die Ideologie der Ungleichheit sowie den daraus resultierenden Rassismus.
B. Statistische Entwicklung mit erwiesener oder zu vermutender rechtsextremistischer Motivation: Hier wird die quantitative Entwicklung rechtsextremer Gewalttaten von 1980 bis 1992 analysiert und in den Kontext zu linksextremistischen Taten gesetzt.
C. Die Täter: Dieses Kapitel widmet sich den soziobiografischen Merkmalen der Täter und diskutiert das Phänomen der rechtsextrem motivierten Jugendgewalt.
D. Ursachen und Gründe für das rechtsextremistische Verhalten Jugendlicher: Es werden die gesellschaftlichen Ursachen wie Risikogesellschaft, Arbeitslosigkeit und das Gruppenphänomen als Radikalisierungsfaktoren untersucht.
E. Reaktion des Staates: Dieses Kapitel prüft die verfassungsrechtlichen Möglichkeiten und die bisherige staatliche Strafpolitik gegenüber rechtsextremen Gewalttätern.
F. Die Bedeutung möglicher rechtsstaatlicher Problemlösungen: Abschließend werden verschiedene Ansätze aus Recht, Zivilgesellschaft, Politik und Medien zur Eindämmung des Rechtsextremismus diskutiert.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Ideologie der Ungleichheit, Rassismus, Jugendgewalt, Risikogesellschaft, Arbeitslosigkeit, Wiedervereinigung, Strafpolitik, Demokratie, Lichterketten, Ausländerfeindlichkeit, Prävention, Verfassungsschutz, politische Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Anwachsen rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten in Deutschland Anfang der 1990er Jahre und untersucht deren Ursachen sowie mögliche Gegenstrategien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die ideologische Ausrichtung rechtsextremer Gruppen, die statistische Gewaltentwicklung, sozioökonomische Ursachen für Jugendradikalisierung und die Wirksamkeit staatlicher Reaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rechtsextremismus als Gefahr für die demokratische Grundordnung entsteht und durch welche gesellschaftlichen und staatlichen Maßnahmen diesem entgegengewirkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur, statistischer Verfassungsschutzberichte und zeitgenössischer Studien zur politischen Sozialisation Jugendlicher.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die ideologischen Wurzeln des Rechtsextremismus, die Täterprofile, die Bedeutung der deutschen Wiedervereinigung als Kontext sowie die Rolle des Staates, der Zivilgesellschaft und der Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Rassismus, Jugendgewalt, sozioökonomische Faktoren und demokratische Abwehrkräfte.
Welche Rolle spielt die Arbeitslosigkeit bei der Entstehung von Rechtsextremismus?
Arbeitslosigkeit wird als wichtiger Nährboden identifiziert, da sie soziale Identität und Lebenspläne zerstört, was bei Jugendlichen zu Abstiegsängsten und der Suche nach Sündenböcken führt.
Wie bewertet der Autor staatliche Reaktionen wie Verbote?
Verbote werden als notwendiges Mittel der streitbaren Demokratie gesehen, greifen aber oft zu kurz, da sie die tieferliegenden gesellschaftlichen Ursachen der Radikalisierung nicht bekämpfen.
Inwieweit sind Lichterketten als Gegenmaßnahme geeignet?
Der Autor sieht in Lichterketten ein wertvolles Instrument der zivilgesellschaftlichen Gegenwehr, da sie messbar zur Senkung des rechtsextremen Potenzials beitragen können.
- Arbeit zitieren
- Rechtsanwalt Jürgen Wolsfeld (Autor:in), 1993, Die Zunahme der Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland am Beispiel des Rechtsextremismus, ihre Ursache und Möglichkeiten rechtsstaatlicher und gesellschaftlicher Problemlösungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89622