Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem "Gesetz der Volksrepublik China zum Schutz der Rechte und Interessen zurückgekehrter Auslandschinesen und Familienangehörigen",
auf Chinesisch "zhonghuarenmin gongheguo guiqiao qiaoyi quanyi baohu fa", welches 1991 in Kraft trat. Es ist das erste Spezial-Gesetz, welches die Auslandschinesen schützt.
Die im Ausland lebenden Chinesen bzw. Nachkommen chinesischer Auswanderer stellen weltweit ein einmaliges Phänomen dar: In keinem anderen Land hat die Auswanderung so starke Auswirkungen auf das Mutterland wie in China und damit verbundenen auch soziale, wirtschaftliche und politische Konsequenzen. In der vorliegenden Arbeit werden wir dieses Phänomen unter verschiedenen Gesichtspunkten untersuchen.
Zunächst werden Begrifflichkeiten und Zahlen bezüglich der „Auslandschinesen“ behandelt, da hier in der Literatur häufig Unklarheiten bestehen. Hierauf folgt ein kurzer historischer Rückblick auf die chinesische Auswanderung. Der Mittelteil der Arbeit befasst sich mit der Politik der chinesischen Regierung gegenüber den Auslandschinesen unter den Aspekten Wirtschaft, Rückkehr nach China und Eliten-Verlust. Danach folgt eine Darstellung des ersten chinesischen Gesetzes, welches sich speziell den Auslandschinesen widmet. Im Schlussteil ordnen wir die Stellung der Auslandschinesen ein.
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort
II. Hauptteil
1. Erfassung der Auslandschinesen
1.1 Begrifflichkeiten
1.2 Zahlen
2. Geschichte der chinesischen Diaspora
3. Politik des Festlandes gegenüber den Auslandschinesen
3.1 Kapital: Wirtschaftsfaktor Auslandschinesen
3.2 The Jews of the East und die Rückkehrer
3.3 Der Brain Drain / Die Auslandschinesen
4. Das Gesetz 中华人民共和国归侨侨眷权益保护法 (kurz: 归侨保护法) /
4.1 Einleitung und Übersicht
4.2 Gründe für eine Revision und einige Änderungen
4.3 Aufbau und Besonderheiten
III. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische und aktuelle politische Haltung der Volksrepublik China gegenüber Auslandschinesen, wobei der Fokus auf dem Schutz ihrer Rechte und der strategischen Nutzung ihres Kapitals sowie Know-hows liegt. Im Zentrum steht die Analyse des Gesetzes zum Schutz der Rechte und Interessen zurückgekehrter Auslandschinesen und ihrer Angehörigen im Kontext der nationalen Modernisierung.
- Definition und statistische Erfassung der chinesischen Diaspora
- Historische Push- und Pull-Faktoren der chinesischen Migration
- Wirtschaftliche Bedeutung und politische Behandlung der Auslandschinesen durch die KP
- Analyse der Gesetzesrevision von 2000 und deren rechtliche Implikationen
Auszug aus dem Buch
3.1 Kapital: Wirtschaftsfaktor Auslandschinesen
Auslandschinesen stellen zwei wichtige Wirtschaftsfaktoren dar: Mensch und Kapital. Die Überseechinesen sind zu einem erheblichen Teil an den Deviseneinnahme Chinas beteiligt. Gründe für das fortdauernd akkumulierte chinesische Kapital im Ausland sind das große Arbeitspotential, ausgeprägte Handelsnetzwerke und die höhere Sparneigung der Auslandschinesen. Auslandschinesen konzentrierten sich seit Beginn der westlichen Kolonisation auf den Zwischenhandel in den einzelnen Ländern. Mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen wurde Kapital angesammelt. Gleichzeitig dehnte man die wirtschaftlichen Tätigkeiten allmählich auf alle Wirtschaftszweige aus. Schließt man Hongkong und Taiwan ein, so sind 80 Prozent aller ausländischen Direkt-Investitionen in der VRC (seit den 80ern) durch Überseechinesen erfolgt.
Der Rückgriff auf die Ressourcen der Auslandschinesen war schon während der Qing-Herrschaft für verschiedenste politische Gruppierungen ein Instrument gewesen: Beispielsweise wurde die Revolution von 1911 teilweise durch Auslandschinesen finanziert. Seit Ausrufung der VRC 1949 wurden die Angelegenheiten der Überseechinesen vom nationalen Interesse erachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Vorwort: Dieses Kapitel führt in das Phänomen der chinesischen Auswanderung ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung sowie die behandelten Schwerpunkte.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die Definitionen, historische Hintergründe, die wirtschaftspolitische Relevanz und die spezifische Gesetzgebung für Auslandschinesen in der Volksrepublik China.
1. Erfassung der Auslandschinesen: Hier werden die verschiedenen Begrifflichkeiten zur Klassifizierung von Überseechinesen, Rückkehrern und Familienangehörigen sowie die schwierige Datenlage bezüglich ihrer Anzahl dargelegt.
2. Geschichte der chinesischen Diaspora: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursachen der Abwanderung, von Armut und politischen Unruhen bis hin zur kolonialen Rekrutierungspolitik.
3. Politik des Festlandes gegenüber den Auslandschinesen: Es wird die strategische Bedeutung der Auslandschinesen für Chinas wirtschaftliche Modernisierung und die wechselvolle Politik der KP zwischen Privilegien und ideologischer Distanz untersucht.
4. Das Gesetz 中华人民共和国归侨侨眷权益保护法 (kurz: 归侨保护法) /: Dieses Kapitel widmet sich der detaillierten Analyse der Entstehung, der Revisionen und des Inhalts des Gesetzes zum Schutz zurückgekehrter Auslandschinesen.
III. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Gesetz die Bemühungen Chinas unterstreicht, loyale internationale Lobbys zu formen und Kapital sowie Expertise durch rechtliche Absicherung zu gewinnen.
Schlüsselwörter
Auslandschinesen, Überseechinesen, Volksrepublik China, Migrationsgeschichte, Wirtschaftslobby, Kapitalfluss, Brain Drain, Gesetzesrevision, Rückkehrer, Diaspora, Modernisierung, Diaspora-Politik, Schutzgesetz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Beziehung zwischen der Volksrepublik China und den weltweit lebenden Auslandschinesen unter besonderer Berücksichtigung der Gesetzgebung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Definition der Auslandschinesen, ihre historische Entwicklung, ihre wirtschaftliche Rolle als Investoren sowie die politische Steuerung durch den chinesischen Staat.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie China durch rechtliche Rahmenbedingungen versucht, die Loyalität und das wirtschaftliche Kapital der chinesischen Diaspora für die nationale Entwicklung zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von Gesetzestexten und offiziellen Regierungsbestimmungen, um die politische Strategie Pekings zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen der Migrantengruppen, die historischen Hintergründe der Diaspora, die wirtschaftspolitische Bedeutung der Rückkehrer sowie die konkreten Inhalte und Revisionen des Schutzgesetzes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Auslandschinesen, Kapitaltransfer, Diaspora-Politik, Modernisierung und rechtliche Absicherung charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Overseas Chinese Affairs Commission (OCAC) laut dieser Arbeit?
Die OCAC dient der chinesischen Führung als zentrales Instrument, um den Kontakt zu den Auslandschinesen zu pflegen, Investitionen zu fördern und ein positives Bild vom Festland zu vermitteln.
Warum war eine Revision des Gesetzes im Jahr 2000 notwendig?
Die Revision war notwendig, um den sogenannten "Generation Shift" zu berücksichtigen und auch neuere Migrantengruppen sowie Investoren durch modernisierte rechtliche Rahmenbedingungen stärker an China zu binden.
- Quote paper
- Duc-Hien Huynh (Author), 2007, Das Gesetz der Volksrepublik China zum Schutz der Rechte und Interessen zurückgekehrter Auslandschinesen und Familienangehörigen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89716