Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Supply Chain Management, Balanced Scorecard und im Besonderen mit der Implementierung dieser in einer Supply Chain. Es soll ein Überblick über Aufbau, Funktion und Komplexität über das Supply Chain Management vermittelt werden, sowie Anwendungspotenzial und auch Problemfelder einer Supply Chain Scorecard diskutiert werden. Um ein unternehmensübergreifendes Netzwerk effektiv steuern und überwachen zu können sollen die Möglichkeiten eines Einsatzes der Balanced Scorecard im SCM aufgezeigt und hinreichend erklärt werden. In der Literatur existieren bereits verschiedene Modelle der so genannten Supply Chain (Balanced) Scorecard. Ergänzt um die Erweiterung Strategy Map soll hierfür versucht werden, am Beispiel die Vorzüge der Kombination von BSC und SCM zu erläutern. Neben den Vorteilen wie Transparenz und Übersichtlichkeit soll auch auf die Risiken, ganz besonders durch den Faktor Mensch, eingegangen werden. In der Logistik haben im Gegensatz zu der Kurzlebigkeit von sogenannten Modetrends wie z.B. Kanban die als Megatrends bezeichneten, langfristigen Entwicklungen einen wesentlich nachhaltigeren Einfluss, auch wenn sie sich erst langsam, aber dennoch stetig entwickeln. Aktuell lassen sich in der Logistik drei Megatrends ausmachen:
• Globalisierung: Weltweite Verteilung der Unternehmungspartner
• Individualisierung: Konzentration auf Kernkompetenzen und damit Steigerung
Anzahl der Partner in der Kette
• Sozialisierung und Vernetzung: Aufbau von guten Beziehungen und gegenseitigem Vertrauen unter den Partnern
Dies beschreibt exakt die Entwicklung der letzten Jahre, da es immer weniger um Konkurrenz von Einzelunternehmen geht, sondern viel mehr ganze Supply Chains in gegenseitiger Konkurrenz stehen. Daher lässt sich aus den drei Megatrends ableiten, dass eine erfolgreiche und unternehmensübergreifende Logistik ein mehrstufiges Netzwerk benötigt, beispielsweise mit den Zielen Prozessoptimierung und Kostensenkung. Dies gilt allerdings nicht nur im einzelnen Unternehmen, sondern für gesamte Supply Chain. Ebenso soll jeder Netzwerkpartner speziell jene Aufgaben übernehmen, welche seinen Kernkompetenzen entsprechen. Zugleich ist ein offener Informationsfluss unter den SC-Partnern unabdingbar und es sollten möglichst nur perfekt auf den Kunden abgestimmte Produkte angeboten werden. Das Supply Chain Management ist geradezu prädestiniert für eine optimale Integration dieser Ziele.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Supply Chain Management: Ein Überblick
2.1 Ursprung und Begriff
2.2 Aufgaben und Zielsetzung
2.3 Das Supply Chain Operations Reference Model
2.4 Abgrenzung zu ähnlichen Konzepten
2.4.1 Wertschöpfungskette
2.4.2 Logistikkette
2.4.3 Demand Chain Management
2.4.4 Costumer Relationship Management
2.4.5 Supplier Relationship Management
2.4.6 Beziehungsmanagement
2.4.7 Supply Chain Relationship Management
2.5 Informationstechnik als Enabler
2.6 Controlling im Supply Chain Management
3 Die Balanced Scorecard
3.1 Ursprung und Begriff
3.2 Aufgaben und Zielsetzung
3.3 Aufbau und Anwendung
3.3.1 Finanzperspektive
3.3.2 Kundenperspektive
3.3.3 Prozessperspektive
3.3.4 Lern- und Entwicklungsperspektive
3.4 Die Strategy Map
4 Einbindung der BSC im SCM: Die Supply Chain Scorecard
4.1 Eignung der BSC für das SCM
4.2 Aufbau und Gestaltung
4.3 Anwendung
4.4 Vorteile und Möglichkeiten
4.5 Grenzen und Nachteile des Einsatzes der SCSC
4.6 Die Supply Chain Scorecard im Einsatz
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration der Balanced Scorecard (BSC) in das Supply Chain Management (SCM), um eine zielgerichtete Steuerung und Überwachung unternehmensübergreifender Netzwerke zu ermöglichen. Dabei wird analysiert, wie durch die Anwendung der sogenannten Supply Chain Scorecard (SCSC) strategische Ziele messbar gemacht und operative Prozesse optimiert werden können.
- Grundlagen und Aufgaben des Supply Chain Management
- Methodik und Aufbau der Balanced Scorecard
- Konzepte der Supply Chain Scorecard (SCSC)
- Nutzen von Strategy Maps im Supply Chain Kontext
- Risiken und kritische Erfolgsfaktoren bei der Implementierung
Auszug aus dem Buch
2.2 Aufgaben und Zielsetzung
Das SCM hat zur Aufgabe, den Material- und Warenfluss entlang der Supply Chain unternehmensintern und -übergreifend zu steuern. Ebenfalls soll es alle beteiligten Prozesse so „gestalten und betreiben, dass eine fehlerfreie, störungsrobuste, schnelle und wirtschaftliche Versorgung des Endkunden gewährleistet ist“. Gerade der unternehmensübergreifende Aspekt hat einen sehr wichtigen Charakter im SCM, da die Mitglieder eines virtuellen Netzwerkes einer SC sich in einem ständigen latenten Spannungsverhältnis befinden und es somit gilt, die Abläufe entlang der SC trotzdem effektiv (strategischer Aspekt) und effizient (operativer Aspekt) zu gestalten. Das SCM muss also bemüht sein, ein „ganzheitliches Denken und Handeln“ unter den Netzwerkpartnern und auch innerhalb der Unternehmen zu fordern und aufrecht zu erhalten.
Es gilt Verbesserungspotenziale an den Schnittstellen innerhalb der Unternehmen und der Partner untereinander auszunutzen (B2B), aber auch derer zum Kunden (B2C). Eine funktionierende Harmonie, optimale Informationsflüsse zwischen den Partnern und die stetige Koordination aller Prozesse sind in der SC von höchster Priorität.
Die Ziele des SCM gelten generell der Bewältigung der gerade genannten Aufgaben. Allerdings lassen sich zahlreiche weitere Ziele in Bezug auf Wettbewerb und Profitsteigerung finden. So wird zwischen Formal- und Sachzielen unterschieden, während sich Letztere aus Ersteren ableiten lassen. Die Maximierung des Kundennutzens und die Reduzierung der Kosten sind zwei formale Ziele. Daraus abgeleitet, ergeben sich Sachziele, wie beispielsweise die Steigerung der Transparenz, Flexibilität, Auslastung und Produktivität, sowie die Reduzierung der Bestände und Durchlaufzeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Megatrends der Logistik ein und begründet die Notwendigkeit einer effizienten Steuerung komplexer Supply Chains mittels moderner Instrumente wie der Balanced Scorecard.
2 Das Supply Chain Management: Ein Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, Definitionen und Aufgaben des SCM sowie das SCOR-Modell als Referenzrahmen und ordnet benachbarte Konzepte ein.
3 Die Balanced Scorecard: Das Kapitel bietet einen Einblick in die Entstehungsgeschichte, den Aufbau und die Perspektiven der Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Performance-Messung.
4 Einbindung der BSC im SCM: Die Supply Chain Scorecard: Hier wird die Adaption der BSC für das SCM zur Supply Chain Scorecard detailliert diskutiert, inklusive konkreter Anwendungsbeispiele und Strategie-Visualisierungen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt das enorme Potenzial der SCSC hervor, sofern die Risiken durch ein erfahrenes Controlling minimiert werden.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, Balanced Scorecard, Supply Chain Scorecard, SCSC, Controlling, Wertschöpfungskette, Strategische Ziele, Prozessoptimierung, Kennzahlen, Performance Measurement, SCOR-Modell, Unternehmensübergreifende Steuerung, Ursache-Wirkungskette, Strategy Map, Effizienzsteigerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Steuerung von unternehmensübergreifenden Supply Chains durch die Anwendung der Balanced Scorecard.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das Supply Chain Management (SCM), die Balanced Scorecard (BSC) sowie deren Kombination zur spezifischen Supply Chain Scorecard (SCSC).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die SCSC eine zielgerichtete Steuerung und messbare Erfolgskontrolle innerhalb eines Supply Chain Netzwerkes erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturgestützte Analyse durchgeführt, ergänzt durch die Vorstellung von Referenzmodellen (wie SCOR) und die exemplarische Darstellung von Ursache-Wirkungsketten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des SCM und der BSC sowie deren praktische Zusammenführung in der SCSC, unterfüttert mit Fallbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Supply Chain Management, Balanced Scorecard, Kennzahlen, Prozessoptimierung und strategische Performance-Messung.
Wie unterscheidet sich die Supply Chain Scorecard von der klassischen BSC?
Die SCSC ist speziell auf die Anforderungen virtueller Netzwerke angepasst, wobei beispielsweise Lieferanten- und Strukturperspektiven anstelle klassischer Sichten treten können.
Welche Rolle spielt die Strategy Map in diesem Konzept?
Die Strategy Map dient als visuelle Ergänzung zur SCSC, um die qualitativen Zusammenhänge und Ursache-Wirkungsbeziehungen zwischen strategischen Zielen verständlich zu machen.
Welche Hauptrisiken werden bei der Implementierung genannt?
Die Arbeit identifiziert insbesondere den hohen Vertrauensbedarf zwischen den Partnern, den subjektiven Spielraum bei der KPI-Auswahl und potenzielle Motivationsprobleme der Mitarbeiter als Risiken.
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- Sebastian Grond (Author), 2008, Die Balanced Scorecard im Supply Chain Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89727