Die Verantwortung von Unternehmen gegenüber der Gesellschaft ist derzeit ein Thema, das von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik breit diskutiert wird. Die Unternehmen sollten sich bei der Bekämpfung von Wirtschaftsstraftaten nicht nur auf Kontroll- und Entdeckungsmaßnahmen verlassen, sondern müssen auf der Ebene der Bewusstseinsbildung und Vermittlung von Werten ansetzen.
Um den bestehenden Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität verständlicher zu machen, werden zunächst einmal die Begriffe Ethik und Wirtschaftskriminalität definiert.
Ethik bedeutet die Wissenschaft vom moralischen Handeln. Sie befasst sich mit Normen und Werturteilen, mit denen sich das Handeln bewerten lässt. Die Ethik sagt nicht aus, was das Gute in concreto ist, sondern wie man dazu kommt, etwas als gut zu beurteilen. Unter Wirtschaftskriminalität versteht man unter anderem die übergeordnete Bezeichnung von Straftaten wie Untreue, Betrug und Diebstähle, die wirtschaftliche Bezüge aufweisen. Diese Arbeit befasst sich inhaltlich vorrangig mit einer Materie, die sowohl von wissenschaftlicher als auch von praktischer Relevanz ist. Denn in vielen Studien von unterschiedlichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie auch Beratungsunternehmen wurde festgestellt, dass die Wirtschaftskriminalität auch in den deutschen Unternehmen stetig ansteigt. Sie verfügen oftmals nicht über ethische Richtlinien im Unternehmen oder solche werden, wenn sie denn vorhanden sind, nicht genügend gefördert.
Ziel der Arbeit wird es sein, den bestehenden Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität näher darzustellen und festzustellen, ob und inwieweit ethische Richtlinien einen tragfähigen Ansatz zur Vorbeugung der Wirtschaftskriminalität bilden können. Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst einmal ein aktueller Stand der Wirtschaftskriminalität in Deutschland kurz erläutert. Im darauf folgenden Kapitel wird der bestehende Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität anhand von Normen und Vergleichen näher erläutert. Anschließend folgt die Problematik des ethischen Verhaltens im Wettbewerb. Die Ergebnisse der Arbeit und deren kritische Betrachtung sind Gegenstand des Schlusskapitels. Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsprüfers PwC (PricewaterhouseCoopers) bestätigt eine akute Bedrohung deutscher Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Methodischer Aufbau
2 Aktueller Stand der Wirtschaftskriminalität in Deutschland
3 Zum Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität
3.1 Richtlinien
3.1.1 Ethik-Kodex
3.1.2 Global Compact
3.1.3 CSR (Corporate Social Responsibility)
4 Problematik von ethischem Verhalten im Wettbewerb
5 Kritische Würdigung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen ethischen Unternehmensrichtlinien und der Vorbeugung von Wirtschaftskriminalität. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwieweit solche Richtlinien als tragfähiger Lösungsansatz dienen können, um die steigende Kriminalität in deutschen Unternehmen einzudämmen.
- Aktueller Status der Wirtschaftskriminalität in Deutschland
- Analyse verschiedener ethischer Kodizes (Ethik-Kodex, Global Compact, CSR)
- Die Herausforderung der Implementierung und Kontrolle von Verhaltensrichtlinien
- Diskussion der Diskrepanz zwischen ethischem Anspruch und krimineller Praxis am Beispiel der Siemens AG
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit von Richtlinien in der Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Diese Arbeit befasst sich inhaltlich vorrangig mit einer Materie, die sowohl von wissenschaftlicher als auch von praktischer Relevanz ist. Denn in vielen Studien von unterschiedlichen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie auch Beratungsunternehmen wurde festgestellt, dass die Wirtschaftskriminalität auch in den deutschen Unternehmen stetig ansteigt. Sie verfügen oftmals nicht über ethische Richtlinien im Unternehmen oder solche werden, wenn sie denn vorhanden sind, nicht genügend gefördert.
Ziel der Arbeit wird es sein, den bestehenden Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität näher darzustellen und festzustellen, ob und inwieweit ethische Richtlinien einen tragfähigen Ansatz zur Vorbeugung der Wirtschaftskriminalität bilden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert die Begriffe Ethik und Wirtschaftskriminalität, während die Problemstellung sowie das Ziel der Arbeit expliziert werden.
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit: Es wird die Relevanz steigender Wirtschaftskriminalität in Deutschland aufgezeigt und die Forschungsfrage formuliert, ob ethische Richtlinien als Präventionsmittel dienen können.
1.2 Methodischer Aufbau: Dieser Abschnitt skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit, von der Erläuterung der aktuellen Lage bis hin zur kritischen Würdigung der Ergebnisse.
2 Aktueller Stand der Wirtschaftskriminalität in Deutschland: Unter Einbezug von Studienergebnissen wird das Ausmaß der Bedrohung durch Wirtschaftskriminalität in deutschen Unternehmen belegt.
3 Zum Zusammenhang von Ethik und Wirtschaftskriminalität: Hier erfolgt eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der normativen Ebene des Wirtschaftshandelns.
3.1 Richtlinien: Dieser Abschnitt bietet eine Übersicht über verschiedene Ansätze zur Etablierung ethischer Standards in Organisationen.
3.1.1 Ethik-Kodex: Das Kapitel erläutert die Bedeutung unternehmensinterner Führungsgrundsätze und deren Herausforderungen in der praktischen Umsetzung.
3.1.2 Global Compact: Es wird der weltumspannende Pakt der Vereinten Nationen zur Förderung sozialer und ökologischer Standards vorgestellt.
3.1.3 CSR (Corporate Social Responsibility): Dieser Teil thematisiert das Konzept der sozialen Unternehmensverantwortung als Instrument der Europäischen Kommission.
4 Problematik von ethischem Verhalten im Wettbewerb: Anhand des Fallbeispiels der Siemens AG wird analysiert, warum trotz vorhandener Richtlinien kriminelles Handeln auftreten kann.
5 Kritische Würdigung: Zum Abschluss wird der Nutzen von Leitlinien bewertet und die Bedeutung der Vorbildfunktion des Managements hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Wirtschaftskriminalität, Ethik, Unternehmensethik, Richtlinien, Ethik-Kodex, Global Compact, Corporate Social Responsibility, CSR, Korruption, Wettbewerb, Compliance, Unternehmenskultur, Führungsgrundsätze, Prävention, Siemens AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob ethische Richtlinien ein effektives Mittel gegen die wachsende Wirtschaftskriminalität in Unternehmen darstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Status der Wirtschaftskriminalität, verschiedene Ethik-Kodizes sowie die praktische Umsetzbarkeit dieser Richtlinien im Wettbewerbsalltag.
Was ist die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob und inwieweit ethische Richtlinien einen tragfähigen Lösungsansatz zur Vorbeugung von Wirtschaftskriminalität bieten können.
Welche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse aktueller Studiendaten sowie den Vergleich von normativen Richtlinien und deren praktischer Anwendung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Definition von Ethik und Wirtschaftskriminalität, stellt internationale Kodizes wie den Global Compact vor und analysiert die Problematik kriminellen Verhaltens trotz existierender Leitlinien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Wirtschaftskriminalität, Ethik, CSR, Global Compact, Korruption und Unternehmensführung.
Warum spielt die Siemens AG im Text eine wichtige Rolle?
Die Siemens AG dient als Fallbeispiel, um die Diskrepanz zwischen bestehenden internen ethischen Richtlinien und tatsächlichem, kriminellem Verhalten von Mitarbeitern aufzuzeigen.
Was ist laut Autor der wichtigste Erfolgsfaktor für ethische Richtlinien?
Ein entscheidender Faktor ist die gelebte Vorbildfunktion der Geschäftsleitung und Führungskräfte sowie die kontinuierliche Förderung dieser Werte im Alltag.
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- Shara Pourmir (Author), 2008, Zum Zusammenhang von Wirtschaft und Ethik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/89782