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Emanzipation durch Rationalisierung der Fortpflanzung?

Der Einfluss von Sexualaufklärung und Geburtenkontrolle auf die Geschlechterverhältnisse in der Zeit von 1900 bis 1930

Titre: Emanzipation durch Rationalisierung der Fortpflanzung?

Dossier / Travail , 2018 , 15 Pages , Note: 1.3

Autor:in: Jana Wischmann (Auteur)

Etudes de Genre
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Die Emanzipation schien vollbracht, als Frauen die Röcke rafften, Charleston tanzten, arbeiteten wie Männer, Sport trieben wie Männer, Genussmittel konsumierten wie Männer und sich zu guter Letzt wie Männer sexuellen Vergnügungen hingaben.

Die vorliegende Arbeit fragt daher nach den Gründen für diese Momente, die sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts nach und nach etablierten. Anhand der Auswertung verschiedener Quellen sollen die Einflüsse der Rationalisierung der Fortpflanzung und damit von Geburtenkontrolle auf die Emanzipationsbewegung untersucht werden. Unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftshistorischer Rahmenbedingungen soll außerdem aufgezeigt werden, inwiefern sich das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander und in der Gesellschaft gewandelt hatte und welche Machtstrukturen hierfür durchbrochen werden mussten.

Neben der Skizzierung der rechtlichen Problematik durch die Unzuchts- und Abtreibungsparagraphen beinhaltet die Untersuchung eine kritische Reflexion der patriarchalen Doppelmoral und die nähere Betrachtung der Reichweite augenscheinlicher Frauen-Befreiung aus den konventionellen Herrschaftsstrukturen. Als Arbeitsgrundlage dient die vorangehende Aufbereitung historischer und kultureller Geschlechterverhältnisse und Rollenverteilungen in den Arbeiterfamilien und ein Überblick über den Wandel sexueller Moralvorstellungen und Aufklärung im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, die einen Einblick in den damaligen Zeitgeist gewähren sollen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Geschlechter- und Lebensverhältnisse von 1900 - 1930

1) Geschlechterverhältnisse und Rollenverteilung

2) Sexuelle Moral und Aufklärung im Wandel

III. Rationalisierung der Fortpflanzung

1) Gründe für die Geburtenkontrolle

2) Das „Wie“ der Geburtenkontrolle: Verhütung und / oder Abort?

3) Aufklärungsliteratur und Sexualberatungsstellen

IV. Emanzipation durch sexuelle Aufklärung?

1) Geburtenkontrolle: Die Frau als Herr über ihren Körper

2) Das neue Wissen & die neue Frau

V. Zusammenfassung & Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflüsse der Rationalisierung der Fortpflanzung und der Geburtenkontrolle auf die Emanzipationsbewegung von Frauen im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, den gesellschaftshistorischen Wandel von Geschlechterrollen sowie die Überwindung patriarchaler Machtstrukturen durch die Entstehung der „neuen Frau“ und einer neuen Sexualmoral kritisch zu reflektieren.

  • Historische Aufbereitung der Geschlechterverhältnisse und Rollenverteilung in der Weimarer Republik.
  • Analyse der Sexualmoral und des Wandels von Aufklärungsbemühungen.
  • Untersuchung der Rationalisierung der Fortpflanzung und der Geburtenkontrolle als Instrumente weiblicher Selbstbestimmung.
  • Kritische Reflexion der rechtlichen Problematik von Abtreibungen (u.a. § 218 StGB).
  • Bedeutung von Sexualberatungsstellen und Aufklärungsliteratur für die sexuelle Emanzipation.

Auszug aus dem Buch

2. Das „Wie“ der Geburtenkontrolle: Verhütung und / oder Abort?

Welche etwaigen Gründe auch zu der Geburtenkontrolle bei jungen, sowie älteren Ehepaaren und Familieneltern geführt haben mögen, zumeist lag die Frage wie die Familienplanung geschehen sollte bei der Gattin. Da über Sexualität in den seltensten Beziehungen gesprochen wurde, blieb es Aufgabe der Frau, sich um eine geeignete Verhütung zu kümmern, wenn ihr der Coitus interruptus zu zweifelhaft erschien (vgl. Hagemann 1990, S. 245). Schwierigkeiten gab es vor allem, wenn der Partner den Wunsch nach umfassender Verhütung nicht teilte, sondern lieber ein „natürliches Sexualleben“ führen wollte. Die häufigste Ausrede gegen den andauernden Gebrauch des sicheren Präservativs war die damit einhergehende Herabsenkung des „Lustgefühls“ (vgl. ebd., S. 246). Aber selbst, wenn die Frauen sich mit aller Dominanz durchsetzten, indem sie unter anderem mit sexueller Verweigerung drohten (vgl. Bergmann 1986, S. 139), gab es weitere Hindernisse wie die schlecht ausgebildeten Ärzte, deren Ratschläge nicht selten „unpraktikabel oder gar falsch“ (Hagemann 1990, S. 251) waren und den zum Teil hohen Kostenaufwand, den die Anschaffung von Verhütungsmitteln darstellte.

Unter diesen Voraussetzungen geschah es nicht selten, dass Frauen sich wegen mangelnder oder sogar trotz „Verhütung“ in „gesegneten“ Umständen befanden und dementsprechend andere Lösungen für eine effektive Geburtenkontrolle hinzuziehen mussten. Durch den erschwerten Zugang zu sicheren Verhütungsmitteln wurde die Abtreibung in der Kaiserzeit, vor allem aber in den Notjahren des Krieges, zu einer immer populäreren „nachträglichen Verhütungstechnik“ (vgl. Hagemann 1990, S. 254).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel um die Jahrhundertwende und definiert das Forschungsziel, den Einfluss der Geburtenkontrolle auf die Emanzipation der Frau zu analysieren.

II. Geschlechter- und Lebensverhältnisse von 1900 - 1930: Dieses Kapitel thematisiert die Diskrepanz zwischen verfassungsrechtlicher Gleichberechtigung und der gelebten Realität in der Weimarer Republik sowie den Wandel der Sexualmoral vom Kaiserreich bis in die 20er Jahre.

III. Rationalisierung der Fortpflanzung: Hier werden die ökonomischen und psychologischen Motive für den Wunsch nach kleineren Familien analysiert, sowie die Problematik illegaler Abtreibungen und die wichtige Rolle der aufkommenden Sexualberatungsstellen beschrieben.

IV. Emanzipation durch sexuelle Aufklärung?: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie Geburtenkontrolle als Widerstand gegen den staatlichen Gebärzwang fungierte und wie sich Frauen durch das neue Wissen als sexuelle Subjekte konstituierten.

V. Zusammenfassung & Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Sexualreform der Weimarer Republik Frauen einen wesentlichen Schritt zur Selbstbestimmung ermöglichte, bevor diese Errungenschaften durch das NS-Regime gewaltsam unterdrückt wurden.

Schlüsselwörter

Emanzipation, Weimarer Republik, Geburtenkontrolle, Sexualmoral, Frauenbewegung, Fortpflanzung, Sexualberatung, § 218, Abtreibung, neue Frau, Selbstbestimmung, Geschlechterrollen, Sexualwissenschaft, Patriarchat, Aufklärung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen der Rationalisierung der Fortpflanzung, dem Aufkommen von Geburtenkontrolle und der Emanzipation der Frau im Deutschland des frühen 20. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die rechtliche und soziale Situation der Frau, den Wandel der Sexualmoral, die medizinische und praktische Problematik der Verhütung sowie die Rolle von Beratungsstellen und Aufklärungsliteratur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, inwiefern die Geburtenkontrolle und die damit verbundene rationale Planung der Familie als Mittel zum Widerstand gegen patriarchale Strukturen und zur individuellen Befreiung der Frau diente.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Auswertung historischer Quellen sowie zeitgenössischer wissenschaftlicher Literatur zu soziologischen, politischen und sexualgeschichtlichen Bedingungen der Weimarer Republik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Geschlechterverhältnisse der 20er Jahre, die ökonomischen Gründe für den Trend zur Kleinfamilie, die Gefahren illegaler Abtreibungen sowie die Bedeutung der Sexualberatungsstellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Emanzipation, Geburtenkontrolle, Sexualmoral, neue Frau, Selbstbestimmung und patriarchale Machtstrukturen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Sexualberatungsstellen?

Sie werden als bahnbrechend bewertet, da sie nicht nur Informationen zur Verhütung boten, sondern Frauen erstmals einen Raum zur Artikulation ihrer sexuellen Bedürfnisse und Probleme gaben.

Was passierte mit diesen Errungenschaften nach 1933?

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurden die Strukturen zerschlagen, Sexualberatungsstellen verboten und Sozialreformer verfolgt, wodurch die Frau wieder auf die Rolle der „Gebärmaschine“ zurückgeworfen wurde.

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Résumé des informations

Titre
Emanzipation durch Rationalisierung der Fortpflanzung?
Sous-titre
Der Einfluss von Sexualaufklärung und Geburtenkontrolle auf die Geschlechterverhältnisse in der Zeit von 1900 bis 1930
Université
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZfG))
Cours
Geschlechtergeschichten
Note
1.3
Auteur
Jana Wischmann (Auteur)
Année de publication
2018
Pages
15
N° de catalogue
V899389
ISBN (ebook)
9783346212337
ISBN (Livre)
9783346212344
Langue
allemand
mots-clé
Emanzipation Geschlechterverhältnisse Sexualaufklärung Geburtenkontrolle Rationalisierung Geschlechterstrukturen Machtverhältnisse Gender Studies Women's Studies Frauenforschung Geschlechter- und Lebensverhältnisse 1900-1930 Aufklärung Sexuelle Moral Abtreibungsparagraphen
Sécurité des produits
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Citation du texte
Jana Wischmann (Auteur), 2018, Emanzipation durch Rationalisierung der Fortpflanzung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899389
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Extrait de  15  pages
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