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Reden bei antiken Historikern

Title: Reden bei antiken Historikern

Term Paper , 2019 , 16 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Lukas Palutzki (Author)

World History - Early and Ancient History
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Weil die den historischen Personen in den Mund gelegten Reden quantitativ eine große Rolle spielen, werden in dieser Hausarbeit ausgewählte Reden aus der griechischen und römischen Historiographie näher betrachtet. Zudem ist die Verwendung antiker Reden im Vergleich mit den Darstellungsprinzipien der modernen Geschichtswissenschaft besonders erklärungsbedürftig.

Somit werden folgende Fragen aufgeworfen, die in der Literatur bereits ausreichend beantwortet wurden: Weshalb gebrauchen fast alle Geschichtswerke das rhetorische Mittel der Rede? Was ist innerhalb eines Textes als Stimme einer historischen Person aufzufassen? Gelten hier nur Reden, die in direkter, oder auch Äußerungen, Überlieferung oder Gedanken einer Person, die in indirekter Form wiedergegeben werden? Welchen Einfluss übt die sprachliche Form auf die Vermittlung historischen Wissens aus? Welche Vorteile hat eine Wiedergabe einer Person in direkter Rede, welche in indirekter Rede? Wie lässt sich die
Fiktionalität der Rede mit dem Wahrheitsanspruch der antiken Rhetoriker vereinbaren?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die antike Rhetorik und grundlegende Fachbegriffe für den Umgang mit Reden von antiken Historikern

3. Reden in der antiken Historiographie

3.1 Reden in der griechischen Historiographie am Beispiel von Herodot und Thukydides

3.2 Reden in der römischen Historiographie am Beispiel von Caesar und Livius

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Verwendung rhetorischer Reden in antiken Geschichtswerken, um deren Bedeutung für die Vermittlung historischer Zusammenhänge und die Charakterisierung historischer Personen zu beleuchten.

  • Analyse der rhetorischen Grundlagen nach Aristoteles im Kontext historischer Texte.
  • Untersuchung der Fiktionalität von Reden und deren Vereinbarkeit mit dem Wahrheitsanspruch antiker Historiker.
  • Vergleichende Betrachtung griechischer (Herodot, Thukydides) und römischer (Caesar, Livius) Historiographie.
  • Erarbeitung der Funktionen von direkter (oratio recta) und indirekter Rede (oratio obliqua).
  • Darstellung der Rolle des "intradiegetischen" Publikums für die Involvierung des Lesers.

Auszug aus dem Buch

3. Reden in der antiken Historiographie

In der antiken Historiographie ist es spätestens seit Herodot üblich, historische Personen Reden halten – oder seltener Briefe schreiben – zu lassen. Jedoch dürften sich Autor und Leser keinen Illusionen über die Authentizität des Wortlautes, über die Faktizität der Rede hingegeben haben. Heute wird mehrheitlich angenommen, dass die Verwendung von Reden bereits in der Antike von dem Bewusstsein ihrer Fiktionalität begleitet wurde. Der amerikanische Historiker Charles Fornara ermahnt aber:

„[…] we are not entitled to proceed on the assumption that the historians considered themselves at liberty to write up speeches out of their own heads. That some or many or most actually did so is perhaps hypothetically conceivable. We must recognize, however, that such a procedure would have been contrary to convention and not, as all too many moderns seem to suppose, a convention in its own right.“

Im Folgenden soll ein Überblick über die Art der Verwendung von Reden in den Geschichtswerken von Herodot und Thukydides als Vertreter der griechischen, sowie von Caesar und Livius als Vertreter der römischen Geschichtsschreibung gegeben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der fiktiven Reden in antiken Geschichtswerken ein und formuliert die zentrale Fragestellung nach der Funktion dieser Reden sowie deren Verhältnis zum Wahrheitsanspruch der Autoren.

2. Die antike Rhetorik und grundlegende Fachbegriffe für den Umgang mit Reden von antiken Historikern: Dieses Kapitel erläutert die rhetorischen Grundlagen nach Aristoteles, insbesondere die drei Redegattungen und die fünf Aufgaben eines Redners, sowie methodische Begriffe wie Fokalisation.

3. Reden in der antiken Historiographie: Hier erfolgt eine vergleichende Analyse der Redeverwendung, unterteilt in die griechische Tradition bei Herodot und Thukydides sowie die römische Praxis bei Caesar und Livius.

4. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen, indem sie die unterschiedlichen Funktionen von direkter und indirekter Rede sowie die Bedeutung der Perspektivierung für die Leserbindung hervorhebt.

Schlüsselwörter

Antike Historiographie, Rhetorik, Fokalisation, Oratio recta, Oratio obliqua, Herodot, Thukydides, Caesar, Livius, Geschichtsschreibung, Fiktionalität, Wahrheitsanspruch, Aristoteles, Historische Person, Reden

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Praxis antiker Historiker, historische Personen in ihren Werken Reden halten zu lassen, obwohl diese Reden fiktiver Natur sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Rhetorik, die Unterscheidung zwischen direkter und indirekter Rede, sowie die Funktion der Reden für die Charakterzeichnung und historische Deutung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, warum Historiker fiktive Reden nutzen, wie sich dies mit ihrem Wahrheitsanspruch vereinbaren lässt und welchen Einfluss die sprachliche Form auf die Vermittlung historischen Wissens hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftlich orientierte Analyse von Quellentexten und greift auf die Forschung zu den narrativen Strukturen antiker Geschichtsschreibung zurück.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung rhetorischer Grundlagen und die spezifische Untersuchung der Redetechniken bei Herodot, Thukydides, Caesar und Livius.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fokalisation, Oratio recta, Oratio obliqua, Antike Historiographie, Rhetorik und Fiktionalität.

Warum spielt die Rhetorik nach Aristoteles eine Rolle für antike Historiker?

Die aristotelische Rhetorik lieferte das theoretische Gerüst, mit dem Reden strukturiert, argumentativ aufgebaut und auf ein Publikum hin wirksam gestaltet werden konnten.

Wie unterscheidet sich die Funktion der Reden bei Herodot von der bei Thukydides?

Während Herodot Reden primär zur sinnstiftenden Deutung und zur persönlichen Kommentierung nutzt, dienen sie bei Thukydides eher der authentischen Situationsbeschreibung aus der Perspektive der handelnden Akteure.

Welche Bedeutung hat das "intradiegetische" Publikum bei Livius?

Das intradiegetische Publikum dient dazu, dem Leser eine Reaktion auf die Rede vorzugeben und ihn so stärker in den narrativen Prozess und die moralische Bewertung der Handlung einzubinden.

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Details

Title
Reden bei antiken Historikern
College
University of Bonn  (Institut für Geschichtswissenschaft)
Grade
1.3
Author
Lukas Palutzki (Author)
Publication Year
2019
Pages
16
Catalog Number
V899403
ISBN (eBook)
9783346185334
ISBN (Book)
9783346185341
Language
German
Tags
historikern reden
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Palutzki (Author), 2019, Reden bei antiken Historikern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899403
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