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Die Maßnahmen Athens zur Wiedereingliederung der Bündner des Delisch-Attischen Seebundes am Beispiel von Erythrai und Chalkis

Title: Die Maßnahmen Athens zur Wiedereingliederung der Bündner des Delisch-Attischen Seebundes am Beispiel von Erythrai und Chalkis

Term Paper , 2019 , 8 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jennifer Franz (Author)

World History - Early and Ancient History
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In folgender Arbeit sollen die Maßnahmen untersucht werden, die Athen für die Eingliederung nutzte. Die Analyse fokussiert sich dabei auf die Dekrete zweier Poleis, dem Dekret von Erythrai, datiert auf die Jahre 453/2 und dem Volksbeschluss von Chalkis, datiert auf die Jahre 446/5.

Dabei wird sich nur auf diese beiden Erlasse als Quellen gestützt, da zusätzliches Material den Umfang dieser Arbeit überschreiten würde. Die Verordnungen werden dabei individuell nach den von Athen genutzten Herrschaftsinstrumenten, chronologisch nach dem Dekret, gegliedert. So wird für Erythrai zunächst die Teilnahme an den Panathenäen untersucht, darauf die Konstituierung des Rates und die Aufgaben der athenischen Beamten, anschließend die Analyse des Eidbruchs, worauf zuletzt die Untersuchung des Eidschwurs folgt.

In dem Erlass für Chalkis wird mit dem Eidschwur begonnen, darauf folgen die Angelegenheiten der Strategen, die Maßnahme der Geiselnahme und zuletzt das Prozessrecht Athens. Die untersuchten Dekrete stammen aus der Übersetzung von Kai Brodersen, Wolfgang Günther und Hatto Schmidt.

Die Rolle Athens im ersten Delisch – Attischen Seebund glich zunächst die einer größeren Macht, die die kleineren Poleis vor dem tyrannischen Persien beschützte. Mit der Zwischenkriegszeit änderte sich jedoch das Verhältnis zwischen Athen und seinen Bündnern, vor allem weil Athen eine zunehmend aggressive Politik führte und den Seebund für seine Zwecke nutzte. Das Verhältnis zwischen Athen und seinen Bündnern verschlechterte sich somit zunehmend und es ergaben sich weitere Gründe für sie von diesem Bund abfallen zu wollen: Nach der Niederlage der Athener gegen die Perser bei der ägyptischen Expedition 454 machte sich bei den Bündnern Unruhe breit.

Des Weiteren sahen sie nach dem Kalliasfrieden 449/448, dem Frieden mit Persien, wenig Grund die Tributzahlungen an Athen für den Seebund weiterhin zu zahlen. Das Athen, eigentlich loyale, auf Euboia gelegene Erythrai unternahm ungefähr zwischen 454 und 452 einen Abfallversuch, indem es sich in einer Revolte für eine pro-persische Tyrannei aussprach. Das ebenfalls auf Euboia gelegene Chalkis unternahm ebenso eine Revolte gegen den Verbleib im Delisch-Attischen Seebund; hier erhoben sich jedoch hauptsächlich die Hippobotae, die Aristokraten Chalkis, im Jahr 446. Es dauerte nicht lange, bis Athen sich gegen diese Abfallversuche wehrte und beide Poleis wieder in den Seebund eingliederte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erythrai

2. 1. Panathenäen Teilnahme

2. 2. Konstituierung des Rates und athenische Beamte

2. 3. Eidbruch

2. 4. Eidschwur

3. Chalkis

3. 1. Eidschwur

3. 2. Die Strategen

3. 3. Die Geiseln

3. 4. Prozessrecht Athens

4. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Maßnahmen, mit denen Athen die Kontrolle über abtrünnige Bündner im Ersten Delisch-Attischen Seebund sicherstellte. Im Zentrum steht dabei die vergleichende Analyse der Dekrete von Erythrai und Chalkis als Herrschaftsinstrumente zur Wiedereingliederung und Loyalitätssicherung.

  • Analyse der athenischen Herrschaftspraxis gegenüber abtrünnigen Bündnern
  • Vergleichende Untersuchung der Dekrete von Erythrai (453/2 v. Chr.) und Chalkis (446/5 v. Chr.)
  • Untersuchung von Instrumenten wie Eidschwüren, Ratskonstituierungen und Geiselnahmen
  • Bewertung der athenischen Einflussnahme auf lokale Verwaltungs- und Rechtsstrukturen

Auszug aus dem Buch

2. 2. Konstituierung des Rates und athenische Beamte

Der nächste Abschnitt in dem Dekret bezog sich auf die Konstituierung eines Rates, wobei genaue Bestimmungen vorgegeben wurden: Der Rat sollte durch das Los bestimmt werden, es sollten 120 Mann sein, kein Fremder sollte im Rat sitzen, um Ratsherr zu werden musste man mindestens 30 Jahre alt sein und Ratsherr dufte man nur ein Mal binnen vier Jahren werden. Bei diesen Bestimmungen fällt auf, dass sie dem athenischem Muster gleichen. Grund dafür ist, dass Athen mit der Konstituierung eines Rates nach attischem Prinzip versuchte seine Macht zu festigen bzw. wiederherzustellen. Wie genau das funktionierte, soll im nächsten Abschnitt näher erläutert werden.

Der Rat sollte durch athenische Beamte, die Episkopoi und den Phrourarchen, erlost und konstituiert werden. Die Aufgaben der Episkopoi waren es, den ersten Rat der neuen Verfassung einzusetzen und die Organisierung und Überwachung der athenischen Herrschaft in Erythrai; diese Beamten waren dabei jedoch nicht fest stationiert, sondern verließen die Stadt nach Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgabe. Der Phrourarch war als Kommandant einer Besatzung, im Gegensatz zu den Episkopoi, fest in der Stadt stationiert. Auch er sorgte dafür, dass der Rat konstituiert wurde und agierte dabei als Prüfer der Kandidaten für den Rat. Somit konnte er maßgeblich mitentscheiden, wer letztendlich in die Boule einzieht. Die Episkopoi und der Phrourarch überwachen in dieser schwierigen Zeit des Übergangs die lokale Politik genau und geben Athen Kundschaft über die Situation in Erythrai. Durch ihre Mitentscheidungsgewalt in Bezug auf die Konstituierung des Rates und seiner Kandidaten konnte Athen, auch längerfristig, eine enge Kontrolle auf die Politik der Stadt ausüben und sie eng an sich binden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den historischen Kontext des wachsenden Spannungsfeldes zwischen Athen und den Bündnern im Delisch-Attischen Seebund und definiert das Ziel, die athenischen Maßnahmen zur Eingliederung anhand der Dekrete von Erythrai und Chalkis zu untersuchen.

2. Erythrai: Dieses Kapitel analysiert die im Dekret festgelegten Maßnahmen wie die Teilnahme an den Panathenäen, die Einrichtung eines Rates, Konsequenzen bei Eidbruch und die inhaltliche Gestaltung des Eidschwurs als Instrumente zur Herrschaftssicherung.

3. Chalkis: Der Fokus liegt hier auf den spezifischen Regelungen für Chalkis, darunter der Eidschwur, die Rolle der Strategen, die Geiselnahme und die Einschränkung der lokalen Autonomie durch athenische Eingriffe in das Prozessrecht.

4. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Maßnahmen zusammen und betont, dass Athen die Verfahren individuell an die jeweilige politische Situation der Bündner anpasste.

Schlüsselwörter

Athen, Delisch-Attischer Seebund, Erythrai, Chalkis, Dekret, Herrschaftsinstrumente, Eidschwur, Loyalität, Bündner, Seebundpolitik, Episkopoi, Autonomie, Eidbruch, Rat, Machtausübung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Methoden, die Athen einsetzte, um die Kontrolle über Bündner zu behalten, die versuchten, aus dem Delisch-Attischen Seebund auszutreten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung von Herrschaftsinstrumenten, die rechtliche Unterwerfung von Poleis, der Einsatz athenischer Beamter zur Überwachung sowie die Bedeutung von Loyalität und Gehorsam innerhalb des Seebundes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die vergleichende Analyse der Dekrete von Erythrai und Chalkis, um aufzuzeigen, wie Athen durch spezifische politische Erlasse die Wiedereingliederung abtrünniger Städte erzwang und steuerte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenbasierte, historische Analyse der beiden Dekrete durchgeführt, wobei diese chronologisch und thematisch nach den darin enthaltenen Herrschaftsinstrumenten gegliedert ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die einzelnen Maßnahmen in den Dekreten: In Erythrai unter anderem Ratskonstituierung und Eidbruch-Sanktionen, in Chalkis zudem die Rolle der Strategen, Geiselnahme und das Prozessrecht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Athen, Seebund, Bündner, Dekret, Herrschaftssicherung, Autonomie und Loyalität.

Warum wurden gerade Erythrai und Chalkis als Fallbeispiele gewählt?

Diese beiden Städte dienten als prominente Beispiele für den Abfall vom Seebund, deren Wiedereingliederung durch schriftlich fixierte Dekrete dokumentiert ist, was eine präzise Untersuchung der athenischen Maßnahmen ermöglicht.

Welche Bedeutung kommt der Geiselnahme in Chalkis zu?

Die Geiselnahme stellt eine Verschärfung der athenischen Maßnahmen dar, die sowohl als Strafe für den Abfallversuch als auch als präventives Mittel zur Sicherung der Loyalität diente.

Wie unterscheidet sich die Sanktion bei Eidbruch in den beiden Fällen?

Während in Erythrai mit einem unbestimmten Fluch und Strafzahlungen gedroht wurde, sah das Dekret für Chalkis konkretere, drastischere Sanktionen wie Atimie (Rechtsverlust) und Vermögenseinzug vor.

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Details

Title
Die Maßnahmen Athens zur Wiedereingliederung der Bündner des Delisch-Attischen Seebundes am Beispiel von Erythrai und Chalkis
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,7
Author
Jennifer Franz (Author)
Publication Year
2019
Pages
8
Catalog Number
V899499
ISBN (eBook)
9783346212634
Language
German
Tags
athens bündner beispiel chalkis delisch-attischen erythrai maßnahmen seebundes wiedereingliederung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Franz (Author), 2019, Die Maßnahmen Athens zur Wiedereingliederung der Bündner des Delisch-Attischen Seebundes am Beispiel von Erythrai und Chalkis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899499
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