Rituale und Regeln zur Prävention von Unterrichtsstörungen

Eine Differenzanalyse


Projektarbeit, 2018

34 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rituale im Sportunterricht
2.1 Die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln
2.2 Einsatzmöglichkeiten von Ritualen und Regeln

3 Der differenzanalytische Forschungsansatz
3.1 Der differenzanalytische Forschungsansatz
3.2 Durchführung einer Differenzstudie
3.2.1 Anspruchsanalyse
3.2.2 Wirklichkeitsanalyse
3.2.3 Differenzanalyse

4 Empirischer Teil – Durchführung einer Differenzstudie
4.1 Analyse der Lehrkraft 1
4.1.1 Anspruchsanalyse
4.1.2 Wirklichkeitsanalyse
4.1.3 Differenzanalyse
4.2 Analyse der Lehrkraft 2
4.2.1 Anspruchsanalyse
4.2.2 Wirklichkeitsanalyse
4.2.3 Differenzanalyse
4.3 Zusammenfassende Stellungnahme

5 Diskussion und Ausblick

6 Literatur- und Quellenverzeichnis

7 Anhang

1 Einleitung

Das Schulfach Sport ist, wie alle anderen Schulfächer, stetigen Veränderungen seiner Konzepte und der didaktischen Prinzipien unterworfen. Diese stetig steigenden normativen Ansprüche sollen von den Lehrkräften verwirklicht werden. Dabei stehen das Sollen und Sein in einem ständigen Spannungsverhältnis. Besonders das Schulfach Sport hatte in den vergangenen Jahren oftmals mit seiner Legitimation zu kämpfen. Dem Schulsport wurde unterstellt, dass oftmals der pädagogische Anteil fehlen würde und es nur um die reine Vermittlung von Sportarten gehe. (Kurz, 2010).

Die heutige Schulsportforschung wird seit vielen Jahren besonders von Eckart Balz und Peter Neumann vorangetrieben. Ihrer empirischen Forschung ist es zu verdanken, dass das Thema Anspruch und Wirklichkeit im Schulfach Sport, immer weiter empirisch erforscht wird. Dabei steht bei ihnen nicht nur die empirische Forschung, sondern auch eine explizite Ziel- und Ergebnisdiskussion im Fokus. So werden die erfassten Ergebnisse nicht nur dokumentiert, sondern was noch viel wichtiger ist, sie werden interpretiert. Aus den Ergebnissen der Interpretationen werden daraufhin Rückschlüsse gezogen, um die Ansprüche auf die Wirklichkeit zu beziehen. Daraufhin wird entschieden, wie die dabei herausgestellten Differenzen, sofern vorhanden, gehandhabt werden (Balz & Neumann, 2000).

Das Thema dieser Arbeit, Rituale und Regeln, erscheint dabei für die Forschung besonders relevant, da es in der Theorie eine Vielzahl von Ritualen und Regeln gibt, die oftmals als Voraussetzung für einen perfekten Unterricht gesehen werden. Außerdem spielen sie für das menschliche Zusammenleben eine wichtige Rolle und bieten Schülerinnen und Schülern eine wichtige Struktur, an der sie sich orientieren können (Klink, 2013).

Für die Lehrkraft selber sollen sie entlastend wirken, denn sie können in ihrem Unterricht auf etablierte Rituale und Regeln zurückgreifen und sich besser auf die Vermittlung von unterrichtsrelevanten Inhalten konzentrieren. Ob diese Rituale und Regeln in der Wirklichkeit dann auch wirklich zum Einsatz kommen, soll daher später überprüft werden. Hierfür wird sich dem differenzanalytischen Forschungsansatz bedient. Besonders wichtig beim Thema Rituale und Regeln ist, dass diese dazu dienen, den Schulalltag zu rhythmisieren und zu strukturieren, da Rituale und Regeln wiederkehrende Abläufe sind und den Schülerinnen und Schülern Handlungssicherheit geben.

Bevor die empirische Untersuchung vorgenommen wird, ist zuerst einmal der theoretische Hintergrund wichtig. Dabei wird als erstes die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln und anschließend ihre praktischen Einsatzmöglichkeiten dargestellt. Darauffolgend wird der differenzanalytische Forschungsansatz, der in dieser Arbeit seine Anwendung findet, vorgestellt. Beides dient als theoretischer Hintergrund und soll zum besseren Verständnis dieser Arbeit beitragen.

Erst danach folgt die empirische Untersuchung mit der Hilfe des differenzanalytischen Forschungsansatzes. Um diesen Forschungsansatz weiter zu verfolgen, werden in dieser Arbeit die Ansprüche der beiden Lehrkräfte, an ihren eigenen Unterricht, dargestellt. Damit liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf Ritualen und Regeln im Unterricht. Im empirischen Teil soll auf der Anspruchs- und Wirklichkeitsebene anhand von Leitfadeninterviews, mit zwei Lehrkräften, überprüft werden, welche Rituale und Regeln sie in ihrem Unterricht einsetzen möchten und welche sie tatsächlich einsetzen. Mit der Hilfe des differenzanalytischen Forschungsansatzes sollen die Differenzen, sofern vorhanden, aufgedeckt und offengelegt werden. Abschließend folgt eine kurze Diskussion der Ergebnisse und ein Ausblick in die Zukunft.

2 Rituale im Sportunterricht

Der Alltag von Lehrkräften umfasst viele Teilgebiete mit denen sich die Sportpädagogik schon seit vielen Jahren beschäftigt. Dabei untersucht sie zum Beispiel die Frage, warum Sportlehrkräfte ihren Unterricht mit ihren Schülerinnen und Schülern reflektieren sollen. Dies wird nicht nur theoretisch, sondern ebenfalls, seit einigen Jahren, auch empirisch Untersucht (vgl. Lange, 1984). Nach Ehni (2010) ist es außerdem besonders wichtig, dass der Sportunterricht konkrete Ziele formuliert und damit die Schülerinnen und Schüler zu einer vollkommenen Handlungsfähigkeit erzieht, denn nur dadurch können sie eine Mündigkeit erreichen. Dies wird auch als Doppelauftrag des Sportunterrichts bezeichnet (Prohl, 2008).

Der folgende Abschnitt dieser Arbeit behandelt das Thema der Handlungsorientierung die bei Lehrkräftig nötig und möglich ist. Das Thema der pädagogischen Bedeutung von Ritualen und Regeln und deren Einsatzmöglichkeiten im Sportunterricht.

2.1 Die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln

Damit die Institution Schule funktionieren kann, sind Rituale und Regeln unverzichtbar. Dabei sind Rituale als regelmäßige und wiederkehrende Handlungsmuster definiert. Sind sie einmal eingeführt und festgelegt, laufen sie nach bekannten und vorhersehbaren Abläufen ab. Rituale bezeichnen ein stetiges Wiederkehren einer gewohnten Ordnung, mit deren Hilfe die Unterrichtsstunde strukturiert werden kann. Sie dienen zur Fokussierung der Aufmerksamkeit der Schüler und sollen Unterrichtsstörungen vorbeugen.

Nach Klink (2013) geben sie dem Unterricht außerdem Strukturen, weisen eine Richtung und bieten den Schülerinnen und Schülern Kraft und Schutz. Nach Hummel & Krüger (2015) sind Rituale außerdem in der Lage Vertrautheit, Sicherheit und Verlässlichkeit an die Schülerinnen und Schüler zu vermitteln. Dabei muss es sich nicht um komplexe Strukturen handeln, denn selbst einfache und kleine Rituale und Regeln können die Lehrer- Schüler Interaktion entlasten.

Auch Straub (2015) sieht dies ähnlich. Nach ihm sind Rituale, sich ständig wiederholende zeitliche und soziale Abläufe innerhalb fester Gruppen, weshalb sie gerade für den Schulalltag geeignet sind. Wichtig bei der Einführung von Ritualen und Regeln ist außerdem, dass auf eine strikte Einhaltung geachtet wird, damit die Schülerinnen und Schüler den Ablauf verstehen. Rituale und Regeln dienen auch zur Prävention von Unterrichtsstörungen, denn durch klare Regeln können den Schülerinnen und Schülern Konsequenzen für ein entsprechendes Fehlverhalten aufgezeigt werden. Dies kann bei Ritualen auch durch den Druck, der durch eine Gruppe entsteht, erreicht werden. Solange dies allerdings zu einem positiven Ergebnis führt, wird dies auch von der Gruppe als positiv empfunden (vgl. Petersen, 2001).

Trotz der vielen Vorteile die Rituale mitbringen, sind negative Auswirkungen nicht außer Acht zu lassen. So können Rituale zum Beispiel die Entwicklung einschränken, wenn sich diese in der Vergangenheit bewährt haben und Erneuerungen und Kreativität keinen Raum lassen. Um diesem vorzubeugen, sollten Rituale daher von Zeit zu Zeit reflektiert werden, um zu überprüfen, ob diese angepasst werden müssen. Dies sollte immer berücksichtig werden und verdeutlicht auch die Ambivalenz von Ritualen (Meyer, 1987; Alberts, 1991).

In der Schule kommen Rituale und Regeln jeden Tag zur Anwendung, da ohne sie kein reibungsloser Unterrichtsablauf garantiert werden kann. Außerdem sollte bei ihrer Einführung darauf geachtet werden, dass sie nur dann einen Sinn machen, wenn sie einem pädagogischen Ziel dienen. Dabei kann es sich zum Beispiel um die Förderung von Kompetenzen handeln. Auch Schülerinnen und Schüler können in die Etablierung von Regeln und Ritualen mit einbezogen werden (Kaiser, 2000).

Rituale und Regeln werden oftmals fälschlicher Weise gleichgesetzt, allerdings handelt es sich um deutlich unterschiedliche Dinge. Rituale sind auf einen Konsens ausgelegt und können eine Symbolkraft entfalten, während Regeln erzieherische Abmachungen zwischen der Lehrkraft und den Schülerinnen und Schülern darstellen. Beide sind unerlässlich zur Strukturierung des Unterrichts. Wenn eine Lehrkraft es schafft die Rituale nicht als Disziplinierungsmaßnahmen einzusetzen, sondern diese als pädagogische Hilfsmittel nutzt, kann sogar eine gewisse Ritualkultur entstehen. Diese kann zusätzlich durch das Kollegium gefördert werden, wenn die anderen Lehrkräfte diese in ihrem Unterricht ebenfalls einsetzen und die Rituale gemeinsam reflektiert werden.

Nach Straub (2015) handelt es sich bei Ritualen außerdem um Symbolhandlungen, die von der Lehrkraft und den Schülern verstanden und akzeptiert sind. Rituale funktionieren oftmals nicht sofort, sondern erfordern ein gewisses Maß an Einübung, bis sie sich automatisieren. Sie dienen zur Entlastung des Alltages von Lehrkräften, da sie nicht jedes Mal neu erklärt werden müssen, sondern sich mit der Zeit verselbstständigen, wenn sie erst einmal eingeführt sind. Durch ihre Symbolkraft können sie einen gewissen Zwang auslösen, was dazu führt, dass ihnen unwillkürlich gefolgt wird.

Das Ziel von Ritualen und Regeln sollte sein, vielfältige Zugänge auf die Schülerinnen und Schüler zu erhalten um diese durch gezielte Rituale und Regeln zu fördern. Passen die eingeführten Rituale aber nicht mehr in den Alltag, sollte die Lehrkraft nicht davor zurückschrecken diese anzupassen und weiterzuentwickeln.

2.2 Einsatzmöglichkeiten von Ritualen und Regeln

Nachdem die pädagogische Bedeutung von Ritualen und Regeln betrachtet wurde, soll sich der folgende Abschnitt mit ihren Einsatzmöglichkeiten beschäftigen. Denn Rituale und Regeln werden nicht nur im Klassenunterricht eingesetzt, sondern sind ebenfalls ein fester Bestandteil im Sportunterricht. Diese sind oftmals nicht nur auf die Sporthalle beschränkt, sondern sind unabhängig vom Ort, an dem der Sportunterricht stattfindet. Dies liegt daran, dass dieser oftmals an unterschiedlichen Orten stattfindet. Besonders an nicht alltäglichen Orten, wie zum Beispiel dem Schwimmbad, sind Rituale und Regeln besonders wichtig um Struktur und Ruhe in den eigenen Unterricht zu bekommen.

Der Sportunterricht steht zusätzlich unter einer weiteren Belastung, da hier oftmals eine schlechte Akustik vorherrscht, was den Unterrichtsablauf zusätzlich erschwert. Hierbei bieten sich Rituale und Regeln besonders gut an, um dieser Problematik vorzubeugen und entgegenzuwirken. Es kann sich dabei um Rituale zum Sammeln, der Ruhe oder der Konzentration handeln, die nicht nur die Lehrkraft entlasten, sondern den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben sich auf den Unterricht zu fokussieren und ihnen als Orientierung dienen.

Leider gibt es nicht das eine Ritual, nicht die eine Regel, die jeder Lehrkraft, in jeder Situation, zu einem erfolgreichen Unterricht verhelfen, denn jede Lehrkraft hat eine unterschiedliche Persönlichkeit und ganz verschiedene Klassen, sowie Schülerinnen und Schülern. Darum nutzt jede Lehrkraft nur die für sie individuell bewährten Rituale und Regeln, um den Unterricht zu strukturieren. Doch nicht nur während der Unterrichtsstunde sind Rituale wichtig, genauso gut kann es sich um Rituale zur Planung der Unterrichtsstunde, Rituale vor Stundenbeginn und nach Stundenende handeln. Der spätere empirische Teil dieser Arbeit wird sich ausschließlich mit Ritualen und Regeln, die die Unterrichtsstunde betreffen, beschäftigen. Nicht jede Schule besitzt eine Sporthalle auf dem Schulgelände, daher können bereits hier Rituale für den Weg eingesetzt werden. Am bekanntesten wäre zum Beispiel das gemeinsame Gehen mit einem Partner. Ein weiteres Ritual vor Unterrichtsbeginn, kann die Kontrolle der Anwesenheit und der Sportkleidung sein. Hierbei kommen zusätzlich bestimmte Regeln zum Einsatz. Wenn zum Beispiel ein Schüler seine Sportkleidung vergessen hat, darf er nicht am Unterricht teilnehmen. In der nächsten Phase der Unterrichtsstunde handelt es sich um die Begrüßung und die Vorstellung des Stundenthemas. Hier kann als Ritual zum Beispiel ein Sitz- oder Stehkreis angewandt werden, um die Aufmerksamkeit aller Schülerinnen und Schüler zu erhalten. Gefolgt wird dies, je nach Stundenthema, von einem gemeinsamen Geräteaufbau der Schülerinnen und Schüler. Dieses Ritual dient zur Stärkung der Gruppenbildung und zur Kommunikation untereinander. Als nächstes steht oftmals ein gemeinsames Erwärmen an, um Verletzungen vorzubeugen. Hierbei können verschiedene Varianten von Ritualen und Regeln eingesetzt werden. Zum Beispiel kann das Erwärmen durch das Ritual des Partnerlaufens umgesetzt werden. Hierzu können Regeln eingesetzt werden, wie zum Beispiel, dass auf ein bestimmtes akustisches Signal hin die Fortbewegungsart geändert werden muss. Dies muss allerdings bereits zum Stundenbeginn festgelegt und erklärt werden. Gegen Stundenende kann dann der Geräteabbau und der Stundenabschluss, zum Beispiel durch einen Sitzkreis mit Reflexion, durch verschiedene Rituale organisiert werden.

Im späteren empirischen Teil dieser Arbeit, werden daher individuelle Rituale und Regeln von Lehrkräften, die durch die Anspruchsanalyse erfasst wurden, genauer dargestellt und erläutert.

3 Der differenzanalytische Forschungsansatz

Der differenzanalytische Forschungsansatz ist, seit vielen Jahren, besonders in der Sportpädagogik und der Schulsportforschung vertreten. Hierbei wird untersucht, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Sportunterricht verhält. Also wie das Sollen dem Sein gegenübersteht. Dabei ist festzuhalten, dass dieser Forschungsansatz, mehrere Methoden beinhalten kann und nicht alle Differenzstudien gleich ablaufen. Grundsätzlich geht es aber darum, Hypothesen zu erstellen, die auf den erfassten Differenzen beruhen. Während bei den meisten Studien implizit geforscht wird, wird bei Differenzstudien explizit geforscht. Dies soll den Zugang zu einem breiten Themenspektrum ermöglichen (Balz, 2014).

In den letzten Jahren haben sich in diesem Forschungsbereich besonders Balz und Neumann durch ihre Forschungen im Bereich der Sportpädagogik hervorgetan. Sie zeigen in ihren Studien, dass sich der differenzanalytische Forschungsansatz als besonders geeignete Forschungsmethode in diesem Bereich herausgestellt hat, um die Ansprüche an den Sportunterricht der Wirklichkeit gegenüberzustellen.

3.1 Der differenzanalytische Forschungsansatz

Nach Balz und Neumann (2005) gibt es für eine Differenzstudie drei Entwicklungsphasen. Die erste Phase beschreibt die differenzanalytische Eröffnung. Diese beschreibt die empirische Prüfung und Erprobung. Hierbei werden normative Aussagen, den Mittels narrativer Dokumentation und Interviews erhobenen Aussagen gegenübergestellt. Als Beispiel dafür kann das Projekt von Balz, Benning, Neumann & Trenner (1993) „Wie Lehrer/innen die Richtlinien Sport einschätzen“ angebracht werden. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine problemzentrierte Interviewstudie, in der zusätzlich, durch eine Fragebogenerhebung versucht wird nachzuvollziehen, wie Lehrkräfte ihren Sportunterricht, mit Blick auf die curricularen Vorgaben, umsetzen. Die Ansprüche der Lehrkräfte wurden dabei ermittelt und mit der wahrgenommenen Wirklichkeit verglichen. Trotz das Begrifflichkeiten wie Anspruch, Wirklichkeit und Differenz mittlerweile etabliert sind, ist nach Balz (2015) noch kein systematisches Konzept, nach dem Differenzstudien ablaufen, zu verzeichnen.

Die zweite Phase beschreibt die differenzanalytische Vertiefung. Hierbei geht es darum, die Erfahrungen und Ergebnisse von Studien auf Andere zu übertragen. Das Grundgerüst von Differenzstudien ist dabei, dass dreigliedrige Vorgehen und anschließend fachliche Vertiefungen vorzunehmen. Dies führt dazu, dass Differenzstudien in der externen Beobachtung, eine größere Selbstverständlichkeit erlangen. Besonders prägend in der jüngeren Vergangenheit sind dabei die Diskussionsbeiträge von Balz und Neumann (2005) aus ihrem Werk „Differenzstudien zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.

Die letzte Phase beschreibt die differenzanalytische Ausweitung. Die in den vorherigen Phasen erreichte Grundlage wird in dieser Phase dazu genutzt, um den erreichten Kenntnisstand zu festigen und weitere Vorhaben zu planen. An der Bergischen Universität Wuppertal legt man im Arbeitsbereich Sportpädagogik einen besonderen Schwerpunkt auf dieses Forschungsgebiet. Hierbei bietet der differenzanalytische Forschungsansatz eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Forschung, sei es im Bereich Rituale und Regeln, für die Mehrperspektivität des Sportunterrichts oder den Schulsport als Teil der Schulentwicklung. Weiterhin bietet das, im Jahre 2007 erschienene Themenheft: sportunterricht „Schulsport zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, eine gute didaktische Einführung in das Thema der Differenzanalysen. Hier wird in verschiedenen Bereichen der Anspruch an den Schulsport der Wirklichkeit gegenübergestellt und die Differenzen herausgearbeitet. Dabei stellte sich ein deutlicher Überschuss bei den Ansprüchen heraus, die in der Wirklichkeit kaum erfüllbar oder empirisch noch viel zu unerforscht sind (Kastrup, 2015).

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Rituale und Regeln zur Prävention von Unterrichtsstörungen
Untertitel
Eine Differenzanalyse
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Institut für Bildungsforschung)
Note
1,3
Jahr
2018
Seiten
34
Katalognummer
V899501
ISBN (eBook)
9783346182920
ISBN (Buch)
9783346182937
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rituale, Regel, Rituale und Regeln, Bildungsforschung, Bildung, Schule, Differenzanalyse, Unterricht, Differenz, Forschung, Master, Projektarbeit, Projekt, Rituale im Sportunterricht, Rituale im Unterricht, Lehrkraft, Lehrkräfte, Schulforschung, Schülerverhalten, Unterrichtsstörungen, Sport, Sportunterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Rituale und Regeln zur Prävention von Unterrichtsstörungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899501

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