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Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik im Dialog "Phaidros"

Titel: Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik im Dialog "Phaidros"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Lara Bösking (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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Die Argumentationsweise des "Phaidros" sowie die platonische Unterscheidung von der sophistischen und philosophischen Rhetorik thematisieren diese Hausarbeit. Als Einführung werden biographische Angaben über Platon dargelegt und die Sophistik prägnanter erklärt. In der Auseinandersetzung mit dem Dialog "Phaidros" soll das argumentative Vorgehen und auffällige Begrifflichkeiten analysiert und ausgewertet werden. Wie deutlich werden wird, werden Vor- und Zwischenspiele des Dialoges ebenfalls einbezogen, da diese für den inhaltlichen Zusammenhang relevant sind.

Mit Reden Geld verdienen. Politiker, Lehrer, Komödianten und moderne Berufe wie Keynote Speaker, Influencer oder Poetry-Slammer führen durch das Präsentieren von Lerninhalten oder Produkten einen redegewandten Beruf aus. Erfolgscoachs wie Felix Thönnessen geben Rhetorik-Kurse, um Start-up-Unternehmen beizubringen, wie Produkte am besten präsentiert werden: Erfolg, Reichweite und Umsatz wird versprochen.

Werbung dominiert die globale Marktwirtschaft: Der Konzern Coca-Cola gab 2017 172,6 Millionen Euro für Marketing aus um die Cola als "Erfrischungsgetränk", welche bekannt dafür ist, Herzkrankheiten, Diabetes, Zahnschmerzen und Fettleibigkeit auszulösen. Die beliebteste Zielgruppe: Kinder, Jugendliche und Sportveranstaltungen. Die Qualität, Nachhaltigkeit und Arbeitsbedingungen durch die verkauften Produkte oder Dienstleistungen scheinen dabei irrelevanter als der Umsatz zu sein. Diese Werber oder "Redner" könnte man heute als "Sophisten" bezeichnen: Wortverdreher, Schwätzer, Täuscher und Rabulisten sind Synonyme dieser Bezeichnung, die durch den Philosophen Platon beeinflusst wurden.

Gleichzeitig hat er behauptet, dass seine Lehren ausschließlich in einem gemeinsamen Gespräch verstanden werden können und lässt die Protagonisten in seinen Dialogen ausschweifende Reden halten. Dieses Paradoxon lässt die Frage aufwerfen, ob der Sophist bereits in der Antike negativ konnotiert worden ist. Platon behandelt diese Thematik im Besonderen in seinem Werk "Phaidros", welcher, wie fast alle seiner Schriften, in Dialogform verfasst wurde.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kurzer Input: Platons „Vita“

Platons Akademie

Platons politische Einstellung

Sophistik

Die Rhetorik unter dem Standpunkt der Sophistik

Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik

Phaidros

Erster Hauptteil

Lysias Rede, referiert von Phaidros

Sokrates erste Rede über den Eros

Zweiter Hauptteil

Sokrates zweite Rede über den Eros

Platonischer Seelenbegriff

Platons Rhetorikbegriff

Schriftkritik

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik durch eine tiefgehende Analyse seines Dialogs „Phaidros“ herauszuarbeiten, wobei die zentrale Forschungsfrage darauf abzielt, wie Platon die philosophische von der sophistischen Rhetorik unterscheidet und welche Rolle dabei die Wahrheit und das Wissen spielen.

  • Platons philosophische Auseinandersetzung mit der Sophistik
  • Die Analyse des Dialogs „Phaidros“ als rhetorische Quelle
  • Die Bedeutung der „Seelenführung“ und des Eros für die Rhetorik
  • Die Kritik an der Schriftlichkeit als Medium der Wissensvermittlung
  • Gegenüberstellung von wahrheitssuchender Philosophie und rhetorischer Manipulation

Auszug aus dem Buch

Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik

„Ein Sophist befasst sich bloß mit Streitkunst (Eristik) und Redekunst (Rhetorik), ein wahrer Philosoph wie Sokrates hingegen mit der Erforschung der Wahrheit.“ Platon sah in der Sophistik die Gefahr von Manipulation und Betrug. Dies soll in der folgenden Auseinandersetzung mit dem Dialog „Phaidros“ dargelegt werden. Dem entgegengesetzt wurde in der Antike ein Sophist als eine selbsternannte Koryphäe der Weisheit angesehen. Die Übersetzung des Begriffes lässt darauf schließen: Sophistai lässt sich mit „Wissender“ übersetzen. Folglich zählt aus einem epochengeschichtlichen Standpunkt heraus auch Sokrates zu den Sophisten, denn er hat Lehren in Athen vorgetragen. Platon unterscheidet zwischen dem Philosoph Sokrates und den Sophisten, wie beispielsweise Gorgias, Protagoras, Hippias und Isokrates in dem Punkt, dass Sokrates für seine Lehren kein Geld angenommen hat.

Platon warf dem Sophisten Gorgias vor, statt wahrem Wissen Scheinwissen vermitteln und die Rhetorik als Instrument zur Vermittlung des Scheinwissens auszunutzen. Er ließ im Dialog „Gorgias“ den platonischen Sokrates sprechen: „Sokrates: Höre denn, Gorgias, worüber ich mich in den von dir ausgesprochenen Behauptungen wundere: […] Du behauptest also, jemanden zum Redner bilden zu können, wenn er die Kunst von dir lernen will? - Gorgias: Ja. - Sokrates: So doch, daß er über alle Dinge vor dem großen Haufen überzeugend spricht, nicht belehrend, sondern nur überredend? - Gorgias: Jawohl.“ Außerdem setzte Platon, im Gegensatz zu den Sophisten, kontrastierende Maßstäbe an die Rhetorik, da er die Relevanz von theoretischen Fertigkeiten und das Wahrheitsstreben an die erste Stelle stellte. Dies wird später erläutert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der Rhetorik ein und stellt die Frage, ob der Sophist bereits in der Antike negativ konnotiert war.

Kurzer Input: Platons „Vita“: Dieses Kapitel liefert biographische Eckdaten zu Platon, seine Einbindung in das Athener Umfeld und die prägenden Ereignisse, wie den Tod des Sokrates.

Platons Akademie: Es wird die Gründung und das pädagogische Konzept der Akademie beschrieben, insbesondere das Ziel der „Idee des Guten“ durch Dialektik.

Platons politische Einstellung: Das Kapitel erläutert Platons Skepsis gegenüber der Demokratie und seine Präferenz für eine aristokratische Ordnung.

Sophistik: Hier wird der historische Kontext der sophistischen Bewegung und deren Lehrmethoden in Athen skizziert.

Die Rhetorik unter dem Standpunkt der Sophistik: Das Kapitel analysiert Rhetorik als Machtinstrument und vergleicht das antike Verständnis mit modernen Kommunikationsmodellen.

Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik: Die argumentative Gegenüberstellung von Eristik und wahrer Philosophie steht hier im Vordergrund.

Phaidros: Es erfolgt die Einordnung des Dialogs in das Spätwerk Platons und die thematische Einführung in Eros und Seelenführung.

Erster Hauptteil: Der erste Hauptteil widmet sich der Analyse der Reden von Lysias und Sokrates bezüglich ihrer rhetorischen Form und inhaltlichen Aussage.

Zweiter Hauptteil: Der zweite Teil untersucht den platonischen Seelenbegriff und das Verständnis von Rhetorik als „Seelenführung“.

Schriftkritik: Es werden Platons Vorbehalte gegenüber der Schriftlichkeit als Mittel, das die Erinnerung schwächen kann, dargelegt.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt die Relevanz von Platons Wahrheitsethik für die heutige Zeit hervor.

Schlüsselwörter

Platon, Phaidros, Sophistik, Rhetorik, Sokrates, Philosophie, Eros, Seelenführung, Wahrheit, Dialektik, Eristik, Anamnesis, Schriftkritik, Dihairesis, Logographos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Platons kritische Haltung gegenüber der antiken sophistischen Rhetorik und arbeitet diese anhand seines Dialogs „Phaidros“ heraus.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen philosophischer und sophistischer Rhetorik, der platonische Seelenbegriff, der Eros und die Problematik der schriftlichen Wissensvermittlung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die platonische Unterscheidung von bloßer rhetorischer Manipulation (Sophistik) und der wahrheitssuchenden philosophischen Rhetorik aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Auswertung primärer Dialogtexte Platons sowie den Einbezug fachwissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Interpretation der Argumentationsstrukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Reden über den Eros, die Erläuterung des Seelenwagens als Metapher für Seelenführung und die Untersuchung des Rhetorikbegriffs im Kontext der Dialektik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Platon, Rhetorik, Sophistik, Seelenführung, Wahrheit, Dialektik und Anamnesis.

Warum spielt der Dialog „Phaidros“ eine so zentrale Rolle?

Er gilt als der frühste Beleg einer rhetorischen Wissenschaftsgeschichte und thematisiert grundlegend das Spannungsfeld zwischen Redekunst, Wahrheit und Schriftlichkeit.

Welche moderne Relevanz schreibt die Autorin Platons Kritik zu?

Platons Forderung nach Wahrheit als Priorität in der Rhetorik wird als wirksames Mittel gegen heutige Phänomene wie Fake-News und Verschwörungstheorien interpretiert.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik im Dialog "Phaidros"
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (Human und Gesellschaftswissenschaft)
Veranstaltung
Platon: Phaidros
Note
1,7
Autor
Lara Bösking (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
27
Katalognummer
V899549
ISBN (eBook)
9783346212597
ISBN (Buch)
9783346212603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Platon Phaidros Rhetorik Sophistik Eros Seelenführung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lara Bösking (Autor:in), 2020, Platons Kritik an der sophistischen Rhetorik im Dialog "Phaidros", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899549
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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