In dieser Arbeit wird die aktuelle Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank kritisch betrachtet sowie dementsprechend Vor- und Nachteile herausgearbeitet und Wirkungszusammenhänge erläutert.
Thematisch werden diesbezüglich zunächst die Begriffe Kapitalmarktzins, Zins für Bankkredite und -einlagen sowie Geldmarktzins definiert und die Funktion der Zinsen dargestellt.
Im weiteren Verlauf wird die Rolle der Europäischen Zentralbank hinsichtlich ihrer Instrumente zur Steuerung der Geldpolitik erläutert. In Anlehnung an dieses Kapitel erfolgt die Darstellung der Wirkung von Zinsänderungen sowie eine damit einhergehende Argumentation der Chancen und Risiken einer Zinserhöhung bzw. einer Zinssenkung. Darüber hinaus erfolgt eine kritische Betrachtung der Geldmengensteuerung der EZB sowie der aktuellen Nullzinspolitik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise der Arbeit
2. Zinspolitik
2.1 Definition Zins
2.1.1 Definition Kapitalmarktzins
2.1.2 Definition Zins für Bankkredite und -einlagen
2.1.3 Definition Geldmarktzins
2.2 Funktionen von Zinsen
3. Rolle der Europäischen Zentralbank
3.1 Definition Preisniveaustabilität
3.2 Rolle der Instrumente der EZB in der Geldpolitik
4. Die Wirkung von Zinsänderungen
4.1 Chancen und Risiken der Zinserhöhung
4.2 Chancen und Risiken der Zinssenkung
4.3 Kritik an der Geldmengensteuerung der EZB
5. Kritische Betrachtung der aktuellen Nullzinspolitik
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die aktuelle Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) kritisch, arbeitet deren Vor- und Nachteile heraus und erläutert die zugrundeliegenden Wirkungszusammenhänge auf die Volkswirtschaft.
- Grundlagen der Zinspolitik und Zinsfunktionen
- Aufgaben und geldpolitische Instrumente der EZB
- Ökonomische Effekte von Zinserhöhungen und Zinssenkungen
- Kritische Würdigung der Nullzinspolitik und deren Folgen für Marktteilnehmer
- Einfluss der Geldmengensteuerung auf die Preisniveaustabilität
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Der italienische Wirtschaftswissenschaftler Mario Draghi hat sich von seiner Zinspolitik eine Steigerung des Wirtschaftswachstums erhofft, die mit einer Erhöhung der Inflationsrate einhergehen sollte. Aufgrund des ausbleibenden Wirtschaftsaufschwungs nach der Finanzkrise 2008 entschied sich die EZB dazu, die Zinsen zu senken. Die Europäische Zentralbank hat sich zum Ziel gesetzt, die Preisniveaustabilität sowie ein stetiges angemessenes Wirtschaftswachstum mit diesem Einsatz des geldpolitischen Instruments zu gewährleisten. Mit dem Gedanken einen sogenannten Multiplikatoreffekt zu erreichen, bleibt die EZB ihrem Kurs treu. So hat sich Mario Draghi eine wirtschaftsfördernde Wirkungskette erhofft: Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen von den Kreditinstituten sollten zunächst mehr Kredite für Investitionen seitens der Unternehmen oder der privaten Haushalte in Anspruch genommen werden. Aus dieser zinsabhängigen Nachfrage resultiert eine Produktionssteigerung. Diese führt dazu, dass die Unternehmen, die die bestimmten nachgefragten Waren bzw. Dienstleistungen anbieten, mehr Arbeitskräfte benötigen, um einen möglichst hohen Output zu erreichen. Anders formuliert, kaufen die Unternehmen die Leistungen der Produktionsfaktoren von den Haushalten, die sie dann zur Produktion einsetzen und im weiteren Verlauf das Angebot auf dem Markt wieder an die Haushalte verkaufen. Aus den eingenommenen Erlösen können sie dann die Leistung der Produktionsfaktoren bezahlen. Aufgrund des dadurch gestiegenen Einkommens können die privaten Haushalte weitere Anschaffungen bzw. Konsumentscheidungen tätigen und das Kreislaufmodell beginnt von vorne. Eine Steigung der Nachfrage führt zu einer Steigerung des Preises und dementsprechend zu einer Erhöhung der Inflationsrate.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Nullzinspolitik der EZB unter Mario Draghi in den Kontext der wirtschaftlichen Herausforderungen und definiert das Ziel der kritischen Auseinandersetzung.
2. Zinspolitik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Zinsbegriffs, differenziert zwischen verschiedenen Zinsarten und beschreibt die ökonomischen Funktionen von Zinsen.
3. Rolle der Europäischen Zentralbank: Hier werden die Kernaufgaben der EZB, insbesondere die Wahrung der Preisniveaustabilität, sowie die zentralen geldpolitischen Instrumente wie Offenmarktpolitik und Fazilitäten dargelegt.
4. Die Wirkung von Zinsänderungen: Dieses Kapitel analysiert die Transmissionsmechanismen von Zinsimpulsen und beleuchtet differenziert die Chancen und Risiken sowohl von Zinserhöhungen als auch von Zinssenkungen.
5. Kritische Betrachtung der aktuellen Nullzinspolitik: Eine kritische Bestandsaufnahme der negativen Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf Banken, Sparer und Staatsverschuldung sowie deren Effektivität.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die geldpolitischen Instrumente zwar zur Steuerung genutzt werden können, die angestrebten positiven Effekte der Nullzinspolitik jedoch bisher unzureichend eingetreten sind.
Schlüsselwörter
EZB, Nullzinspolitik, Geldpolitik, Preisniveaustabilität, Zinsänderung, Investitionsneigung, Inflation, Wirtschaftswachstum, Offenmarktpolitik, Mindestreserve, Kreditvergabe, Euro-Schuldenkrise, Kapitalmarkt, Banken, Transmission.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und untersucht insbesondere die Rolle und Auswirkungen ihrer geldpolitischen Instrumente im Rahmen der Nullzinspolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des Zinses, die Aufgaben der EZB, die Wirkungsweise von Zinsanpassungen sowie eine kritische Analyse der aktuellen Niedrigzinsphase.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Betrachtung der aktuellen Nullzinspolitik, um deren Vor- und Nachteile sowie die Wirkungszusammenhänge auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, in der wissenschaftliche Fachbücher zur Geldpolitik sowie aktuelle Internetquellen zur Nullzinspolitik ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Definitionen der Zinsen und die Instrumente der EZB vorgestellt, gefolgt von einer Analyse der Wirkungen von Zinsänderungen und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Nullzinspolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie EZB, Nullzinspolitik, Geldpolitik, Preisniveaustabilität, Inflation, Wirtschaftswachstum und Kreditvergabe.
Welche Bedenken äußern Ökonomen bezüglich der Nullzinspolitik?
Ökonomen kritisieren unter anderem, dass die EZB außerhalb ihres Mandats handelt, direkte Staatsfinanzierung betreibt und durch die Liquiditätsschwemme Marktblasen, etwa am Immobilienmarkt, riskiert.
Wie reagieren Banken auf die anhaltende Niedrigzinsphase?
Banken leiden unter sinkenden Erträgen aus dem Kreditgeschäft und den Belastungen durch Strafeinlagenzinsen, was ihre Profitabilität gefährdet und sie zu einer restriktiveren Kreditvergabe oder neuen Geschäftsmodellen zwingen kann.
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- Janine Kunas (Author), 2019, Zinspolitik der Europäischen Zentralbank. Rolle der Instrumente der EZB in der Geldpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/899705