Rechtsextreme Jugendliche. Wie äußert sich Rechtsextremismus bei Jugendlichen in Deutschland?


Hausarbeit, 2019

13 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Begriffsbestimmung
2.1 Definition Jugend/Jugendliche
2.2 Definition Rechtsextremismus
2.3 Rechtsextreme Jugendliche in Deutschland

3 Lebensstil rechtsextremer Jugendlicher
3.1 Aktivitäten
3.2 Interessen
3.2.1 Musik
3.2.2 Erscheinungsbild

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Eines Tages werden sie sich wünschen, wir würden nur Musik machen“ - ein Zitat, das auf dem schwarzen T-Shirt eines Rechtsextremisten steht. Ein Zitat das zeigt, dass Musik wohl ein Bestandteil der rechtsextremen Methodik ist, aber Gewalt eine wesentlich größere Rolle in der Rechten Szene spielt.

Rechtsextreme Gewalt ist ein aktuelles Thema in Deutschland. Rechtsextremisten wird eine hohe Gewaltbereitschaft zugesprochen, welche sich nicht leugnen lässt. Im Verfassungsschutzbericht von 2018 stellt sich heraus, dass die Gewalttaten seit dem Jahr 2017 mit 1.054 Gewalttaten auf 1.088 im Jahr 2018 gestiegen sind. (Vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2018b, S. 25)

Rechtsextreme Jugendliche werden oft mit Gewalttaten in Verbindung gebracht. Sie wird als eine Äußerung ihrer rechtsextremen Ideologie gesehen. Doch Gewalt ist nur ein Teil der Darstellung ihres Weltbilds, ein weiterer ist z.B. die bereits erwähnte Musik. Diese und andere Ausdrucksformen sollen in dieser Arbeit betrachtet werden, um rechtsextreme Jugendliche zuordnen und mit ihnen richtig umgehen zu können. Die Frage, die dem Rahmen entsprechend nur zum Teil beantwortet werden kann, lautet:

Wie äußert sich Rechtsextremismus bei Jugendlichen in Deutschland?

Zunächst sollen in Punkt 2 die relevanten Begrifflichkeiten geklärt werden: Was ist „Jugend“, wer sind Jugendliche“ und „rechtextreme Jugendliche in Deutschland“ sind und wie „Rechtsextremismus“ definiert wird. Anschließend wird erläutert, wie sich an dem Lebensstil Jugendlicher der Rechtsextremismus äußert, erstens in den Aktivitäten und zweitens in den Interessen. Die Interessen teilen sich in weitere Unterpunkte auf, in einem wird das Interesse an Musik ausführlicher beschrieben und in dem zweiten die Wichtigkeit des Erscheinungsbildes. Im abschließenden Fazit werden die Ergebnisse der Ausarbeitung zusammengefasst.

2 Allgemeine Begriffsbestimmung

2.1 Definition Jugend/Jugendliche

Die Wörter „Jugend“ und „Jugendliche“ sind unbestimmte Begriffe, die auch in der Alltagsprache nicht einheitlich verwendet werden. Umgangssprachlich werden Personen im Teenageralter als Jugendliche bezeichnet, also eine Altersgruppe (Vgl. Scherer 1988, S. 14),. Doch das Wort „Jugend“ lässt sich nicht auf ein Alter beschränken.

Die verschiedenen Anwendungen dieses Begriffs machen eine gesetzliche Definition notwendig und unumgänglich. In dem Sozialgesetzbuch VIII, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz werden Jugendliche folgendermaßen definiert:

„Im Sinne dieses Buches ist…“ (SGB VIII § 7 Abs. 1) „Jugendlicher, wer 14, aber noch nicht 18 Jahre ist.“ (SGB VIII § 7 Abs. 1 Ziff. 2).

Es bleibt also festzuhalten, dass ein Jugendlicher sowohl laut Gesetzbuch als auch umgangssprachlich in der Altersspanne von 14 bis 18 Jahre als ein solcher definiert wird.

Die Soziologie hat sich sehr differenziert mit dem Begriff und der Bedeutung von „Jugend“ auseinandergesetzt. In ihrem Buch „Lebensphase Jugend“ beschreiben Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Dr. Gudrun Quenzel die „Jugend“ zusammengefasst als einen biologischen, physischen und biographischen Abschnitt im Leben eines Menschen zwischen Kindheit und dem Erwachsenenleben. Jugend wird, wie alle anderen Lebensphasen auch, von kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Faktoren beeinflusst und nicht auf die körperliche Entwicklung eingeschränkt. Der Übergang von Kindheit zu Jugend verläuft schneller als der Übergang in das Erwachsenenalter, wodurch die Lebensphase, je nach Individuum, bis zu 15 Jahren dauern kann. (Vgl. Hurrelmann, Quenzel 2016, S. 5+9)

2.2 Definition Rechtsextremismus

Der Begriff „Rechtsextremismus“ kann zum einen als wissenschaftlicher und zum anderen als amtlich bzw. behördlich genutzter Begriff erklärt werden. Die wissenschaftliche Perspektiven enthält ein breites Spektrum an Definitionen.

Die amtliche Bezeichnung wird vom Verfassungsschutz genutzt. (Vgl. Stiehm 2012, S.15) Diese ist aber nicht einheitlich zu definieren, da der Ausdruck „Rechtsextremismus“ kein homogenes ideologisches Konzept regelt (vgl. Nandlinger 2008). Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz versteht man unter „Rechtsextremismus“ Bestrebungen, die sich gegen die Verfassung, insbesondere das darin enthaltende Gleichheitsgesetz aller Menschen, und die generell geltenden Menschenrechte richten (vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2019).

Ein Rechtsextremist ist demnach ein Feind des demokratischen Verfassungsstaates und strebt nach einem diktatorischen Staatsprinzip. Dies soll auf der Grundlage eines rassistischen und nationalistischen Konzeptes beruhen. (Vgl. Nandlinger 2008)

Das Weltbild der Rechtsextremisten ist von der Annahme idealisierter und überbetonter ethnischer Zugehörigkeit geprägt. Außerdem bestimme die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder „Rasse“ den Wert eines Menschen. (Vgl. Bundesamt für Verfassungsschutz 2019) Daraus entsteht Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Nationalismus (vgl. Nandlinger 2008). Die Einstellung eines Rechtsextremisten kann man an seinem Verhalten erkennen (Vgl. Becker 2012, S.6).

2.3 Rechtsextreme Jugendliche in Deutschland

Aus den Definitionen ergibt sich, dass rechtsextreme Jugendliche Personen sind, die sich in der Lebensphase „Jugend“ befinden und den Rechtsextremismus als Weltanschauung vertreten, was an ihrem Verhalten sichtbar wird.

3 Lebensstil rechtsextremer Jugendlicher

„Unter Lebensstil wird ein relativ stabiles, regelmäßig wiederkehrendes Muster der alltäglichen Lebensführung verstanden – ein „Ensemble“ von Wertorientierungen, Einstellungen, Deutungen, Geschmackspräferenzen, Handlungen und Interaktionen, die aufeinander bezogen sind“. (Geißler 2014, S.110)

Über ihren Lebensstil definieren sich Menschen und haben die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen. Nicht jeder Aspekt des Lebensstils wird bewusst gelebt oder ausgeführt. Viele Handlungen und Interaktionen geschehen nebenbei, sind also ein Produkt von Werten, Einstellungen, Deutungen, Interessen und alltäglicher Lebensführung, und wie Soziologieprofessor Rainer Geißler sie beschreibt, somit authentisch. Dennoch liegt einem Lebensstil eine anfängliche Entscheidung für diesen zugrunde.

3.1 Aktivitäten

Die JIM (Jugend, Information und Medien)-Studie 2018 hat nach einer Befragung von 1200 Jugendlichen herausgefunden, dass Treffen mit Freunden die häufigste Freizeitaktivität unter Jugendlichen ist (vgl. Medienpädagogischer Forschungsbund Südwest (Hrsg.) 2018, S.11). Das Umfeld, in dem man sich am häufigsten befindet, prägt den Menschen, und besonders Jugendliche, die sich zusätzlich in der Identitätsentwicklung befinden, am meisten.

Der erste Kontakt zum Rechtsextremismus erfolgt nicht sehr offensichtlich und plötzlich, sondern langsam und unbemerkt. Es ist jedoch sehr individuell, auf welche Art und Weise und unter welchen Bedingungen dieser Kontakt erfolgt. Wie in Punkt 3.2.1 dieser Arbeit erwähnt wird, erfolgt der erste Kontakt meist über Gleichaltrige. Wesentlich für die Bildung des politischen Verständnisses ist zwar vor allem das Elternhaus und die Schule, darüber hinaus jedoch der Freundeskreis, in dem der Jugendliche sich befindet. Je intensiver also der Kontakt zu rechtsextremen Jugendlichen wird, desto mehr festigt sich die Orientierung dieser. Der Prozess zu einem rechtsextremistischen Denken beginnt und entwickelt sich zügig. (Vgl. Becker 2012, S.1)

Relevant sind dabei vor allem die Gründe, weshalb Jugendliche sich rechtsextremen Freunden und Gruppen anschließen. Im Mittelpunkt solcher Gruppen steht die Gruppenkohäsion, welche durch die einheitliche Ideologie, gemeinsame Aktionen und Angebote usw. entsteht. Man wird der Gruppe zugehörig, bekommt Anerkennung und ist Teil der Gemeinschaft. Durch die gegenseitige Annäherung innerhalb Gruppe fühlen Jugendliche sich schnell wohl, das dadurch entstehende Vertrauen und die sinnstiftenden Momente tragen ebenfalls zum Wohlbefinden bei. Die rechtsextreme Ideologie wird gezielt weitergegeben und rapide übernommen. Doch diese ist nicht konstitutionell für die Gemeinschaft, vielmehr die gemeinsamen subkulturellen Ausdrucksformen. Wesentlich dabei ist rechtsextreme Musik, die markante Kleidung, spezifische Symbole und Sprachcodes. Die Aktivitäten der verschiedenen Gruppen differieren vehement voneinander. Es gibt sogenannte Cliquen, die sich privat oder an einem Treffpunkt im Dorf verabreden, dabei viel Alkohol konsumieren, sich über ihre Ansichten austauschen, aber keinen Kontakt zu anderen rechtsextremen Gruppen oder gar den Erwachsenen in der rechten Szene haben, wobei mit „rechter Szene“ das Umfeld gemeint ist, in dem sich rechtsextreme Personen im Regelfall vorrangig aufhalten. Andererseits wird von rechtsextremen Gruppen Jugendlicher berichtet, die sich politisch engagieren, indem sie Plakate aufkleben, Veranstaltungen organisieren und Kontakt zu der rechtsextremen Szene pflegen oder Teil einer Rechten Organisation sind. Abgesehen von den sozial unterschiedlichen Feldern, in denen sich die Jugendlichen befinden, wird immer wieder von gewalttätigen Übergriffen dieser Gruppen berichtet. Weitere Dimensionen für rechtsextremes Verhalten sind neben Akzeptanz und Anwendung von Gewalt Protest, Provokation, bewusstes Wahlverhalten, Teilhabe an zwielichtigen Angeboten wie Konzerten rechtsextremer Musikgruppen, bis hin zu einer Mitgliedschaft an einer rechtsextremen Partei oder Kameradschaft. Rechtsaffine Jugendliche weisen ein niedrigschwelliger auftretendes Verhalten auf. Dies entfaltet sich bspw. durch das Hören rechtsextremer Musik, das Tragen szenetypischer Kleidung und/oder Symbolen. (Vgl. Becker 2012, S.4-6.)

3.2 Interessen

Die Interessen von Jugendlichen zeigen sich auf viele verschiedene Möglichkeiten, u.a. an ihrem Musikgeschmack und ihrem Erscheinungsbild, so wie dem Kleidungsstil und der Körperdarstellung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Rechtsextreme Jugendliche. Wie äußert sich Rechtsextremismus bei Jugendlichen in Deutschland?
Hochschule
Hochschule Koblenz (ehem. FH Koblenz)
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
13
Katalognummer
V900265
ISBN (eBook)
9783346209672
ISBN (Buch)
9783346209689
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deutschland, jugendliche, jugendlichen, rechtsextreme, rechtsextremismus
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Rechtsextreme Jugendliche. Wie äußert sich Rechtsextremismus bei Jugendlichen in Deutschland?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/900265

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